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Weitere Therapien: Divertikulitis

Was sonst noch hilft

Richtige Ernährung ist ein wichtiger Therapiebestandteil. Lesen Sie hier alles, was Sie dazu wissen müssen. Wir gehen aber auch auf weitere hilfreiche Naturheilverfahren wie Bewegung und Darmsymbioselenkung ein. Außerdem informieren wir Sie darüber, wie die Schulmedizin behandelt. Auf der ersten Seite finden Sie Informationen zu wirksamen Heilpflanzen.

Ernährung

Fasten – Ernährung umstellen

Bei akuter Divertikulitis muss strikt gefastet werden, um den Darm nicht zusätzlich durch die Nahrung zu belasten. Dann also nur Flüssiges wie Suppen, Tee oder Formeldiät aufnehmen. Auch Ballaststoffe sind in dieser Zeit nicht sinnvoll. Danach wird die Kost vorsichtig aufgebaut, gleichzeitig sollte es zu einer Umstellung kommen.

„Alles dran, alles drin –Diät“: Ballaststoffe – Obst - Gemüse

Eine Ernährung reich an Ballaststoffen erhöht den Wassergehalt und das Stuhlvolumen. Ist der Darm mit weicher Masse gut gefüllt, senkt dies den Druck im Kolon signifikant. Die Darmmuskeln können diesen Inhalt effektiver bewegen und müssen weniger Druck ausüben. Man geht daher davon aus, dass diese Therapie ursächlich gegen Divertikulose und Divertikulitis wirkt.

Wenig Kalorien-Bomben

Des Weiteren sollte man den Anteil an rotem Fleisch senken. Es erhöht sowohl das Risiko für Divertikulitis als auch für Komplikationen im Verlauf. Es reicht, wenn sie an jedem 3. Tag Fleisch oder Wurstwaren verzehren. Das notwendige Protein bezieht man aus anderen Lebensmitteln (z.B. Fisch, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte). Viel tierisches Fett in der Nahrung erhöht außerdem die Entzündungsneigung im Körper und damit das Risiko, dass die Divertikulose in eine Divertikulitis übergeht. Darüber hinaus haben diese Lebensmittel eine hohe „Energiedichte“, aber nur minimal Ballaststoffe, das gilt für fast alle Kalorien-Bomben. Auch Zucker hat keine Ballaststoffe, auf Süßes müssen Sie bei Divertikulitis dennoch nicht komplett verzichten: Greifen sie zu Obst. Da ist alles dran und alles drin.

Tatsächlich effektiv

Entsprechende Studien fanden einen Rückgang der Divertikulitis-Beschwerden unter einer Ballaststoff-Therapie. Man muss allerdings konsequent und geduldig sein: Der Erfolg stellt sich frühestens nach zwei bis vier Wochen ein. Dann fällt in den folgenden Monaten der Druck im Darm.

Körner oder keine Körner?

Traditionell empfiehlt etwa die Hälfte aller Ärzte ihren Patienten mit hohem Divertikulitis-Risiko, auf Körner, Samen, Nüsse und Popkorn zu verzichten. Dieser Hinweis kommt aus einer Zeit, in der man annahm, dass Divertikulitis und Blutungen entstehen, weil die Schleimhaut des Darms durch diese rauen Bestandteile verletzt würde oder weil die Teilchen den Divertikelausgang verstopfen könnten. In der Zwischenzeit gibt es größere Untersuchungen an 47.000 Männern im fortgeschrittenen Alter. Sie wurden über 18 Jahre lang bezüglich ihrer Ernährung und ihren Erkrankungen verfolgt. Einen Zusammenhang zwischen Divertikulitis und diesen Nahrungsmitteln konnte man aber nicht feststellen: Im Gegenteil, bei Personen, die diese Nahrungsmittel vermehrt verzehrt hatten, wurde die Diagnose Divertikulitis eher seltener gestellt. Auch das Risiko für Blutungen verändert sich nicht. Entwarnung gilt auch für Erdbeeren und Heidelbeeren (welche sehr kleine Samen enthalten). Der Berufsverband Deutscher Internisten hat bereits reagiert und die alte Empfehlung zurückgenommen.

Bei Durchfall: Ernährung vorsichtig und schonend

Für den bei Divertikulitis häufigen Durchfall gelten aber andere Empfehlungen. Dann ist Schonkost angesagt: Reisschleim, Haferschleim, Karottenpüree. Rohkost und Ballaststoffe können in diesem Stadium schädlich sein!

Außerdem:

  • keine Reizmittel: wenig Koffein und Alkohol
  • scharfe Gewürze meiden
  • viel trinken, um Wasserverlust auszugleichen
  • Salze ergänzen (Gemüsebrühe, Salzstangen, Elektrolyt-Glukose-Lösung)

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Naturheilverfahren bei Divertikulitis

Mikrobiologische Therapie

Man vermutet als eine der Ursachen für Divertikulitis, dass sich in den Divertikeln auf dem eingeschlossenen Kot krankmachende Bakterien ansiedeln. Eine mikrobiologische Therapie mit den „richtigen“ Bakterien wäre daher die rationale Therapie.

Erste kleine Studien bescheinigen einem Präparat mit E.coli deutliche Effekte: Die beschwerdefreie Zeit bei Divertikulitis konnte von 2,4 Monaten auf 14,1 Monate ausgedehnt werden. Ähnliche Ergebnisse liegen für Lactobacillus acidophilus and Bifidobacterium spp. vor. Auch die Kombination aus Medikamenten (Aminosalicylate) und Probiotika verschaffte den Patienten mit Divertikulitis einen Vorteil: Die Kombination wirkte besser als die Medikamente alleine. Sinnvoll dürften gerade fermentierte Lebensmittel mit Milchsäure sein (wie Milchprodukte und Sauerkraut). Erfolgreich verlief auch ein kurzer Versuch mit Aktivkohle Antibiotika Bakterium (E. coli Stamm Nissle).

Noch gibt es zu wenige Daten, um eine generelle Empfehlung bei Divertikulitis auszusprechen. Nach den vorliegenden Studien sind Probiotika sicher einen Versuch wert.

Durchfall Verstopfung

Auch nach Durchfällen, antibiotischer Divertikulitis-Therapie oder bei Verstopfung hat eine mikrobiologische Therapie Relevanz. Dadurch stellt man ein natürliches und gesundes Darmmilieu wieder her. Man nimmt dazu ein:

  • Hefen (Saccharomyces boulardii/ S. cerevisiae)

oder

  • Bakterien (Lactobacillus acidophilus, L. bifium, Streptococcus faecalis, Bacillus subtilis, Escherichia coli)

Bewegung gegen Divertikulose

Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit sorgen also für ein hohes Volumen im Darm, das senkt den Druck. Dann muss man nur noch für Bewegung sorgen. Bei Divertikulose verringert sich das Risiko der Entzündung, wenn man sportlich ist: Denn wenn Sie sich bewegen, bewegt sich auch der Darm mit. Das entlastet ihn und lindert deutlich die Anzeichen von Verstopfung. Aber intensiv sollte die Bewegung schon sein. So schützt Joggen besser vor Divertikulitis als Gehen. Der Effekt in Studien war erstaunlich hoch: so schätzt man, dass das Risiko um 40 % vermindert werden kann, wenn man anständig ins Schwitzen kommt.

Darmreinigung

Sie ist auch als Colonhydrotherapie, Darmbad oder Darmspülung bekannt. Von offizieller Seite gibt es hier keine Empfehlung. Der Nutzen ist bei Divertikulitis nicht mit Studien belegt. Vor allem bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Divertikulitis, nach einer Kolonoperation oder bei schweren Hämorrhoidenleiden wird wegen des Risikos ganz klar abgeraten.

Schulmedizin

Bei Divertikulitis abwarten

Während man früher bei Divertikulitis relativ schnell zum Skalpell griff, gilt heute eine abwartende Strategie. Bei den ersten beiden Schüben wird nur der Verlauf überwacht, sofern er unkompliziert ist, behandelt man nur die Symptome Entzündung und Infektion. Medizinische Eingriffe wie Operation und Darmspiegelung verschiebt man, wenn möglich, auf den gesunden Zustand, da bei geplanten Eingriffen das Risiko erheblich geringer ist.

Leichte Beschwerden

Bei mildem Verlauf der Divertikulitis erfolgt die Therapie ambulant mit geeigneter Diät, krampflösenden Medikamenten (Spasmolytika), unter Umständen Entzündungshemmern wie Mesalazin. Bei Divertikulitis muss der Patient fasten und Bettruhe einhalten. Bei leichter Divertikulitis ersetzt man die Nahrung durch eine Formeldiät und ergänzt bei Bedarf fehlende Flüssigkeit mit Infusionen. Nach drei bis vier Tagen ist der Spuk meist vorbei.

Heftige Beschwerden

In schwereren Fällen ist bei Divertikulitis ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig und es wird intravenös ernährt. Eine engmaschige Kontrolle kann Komplikationen sofort erkennen. Meist behandelt man mit Antibiotika, um einer Ausbreitung der Infektion entgegenzuwirken. Sie werden meist nur noch zurückhaltend eingesetzt. Möglicherweise sind sie bei Komplikationen sinnvoll, um eine Operation im akuten Schub zu vermeiden.

Aminosalicylate bekämpfen die Entzündung selber, krampflösende Medikamente lindern die Schmerzen. Synthetische Schmerzmittel sollten aber auch bei Divertikulitis sehr sparsam eingesetzt werden.

Abwägen

Nach Abheilen des Anfalls wird zunächst abgewartet. Auch beim zweiten Auftreten der Divertikulitis hängt die Behandlung von den Umständen ab. Häufig ist es nämlich so, dass die Schwere der Schübe abnimmt. Außerdem steigt das Risiko für Komplikationen mit jedem neuen Schub nicht an. Auch Darmverengungen durch eine akute Divertikulitis bilden sich meist zurück. Sollten die Beschwerden nicht wieder abklingen und bei häufigen Rückfällen und Komplikationen (Durchbruch, Verengung, Vereiterung), kann eine Operation bei Divertikulitis helfen.

Operation planen

Der Chirurg entfernt das betroffene Stück Darm. Am sichersten ist eine geplante Operation in einem beschwerdefreien Zeitraum. Der Routineeingriff ist dann selbst bei älteren Patienten meist komplikationslos.

Bei komplizierter Divertikulitis mit Eiteransammlungen kann der Herd von außen durch die Haut angestochen werden, so dass er sich entleert.

In den meisten Fällen ist das Divertikulitis-Problem mit der OP behoben, es gibt aber auch Fälle, in denen die Beschwerden anhalten, obwohl es keine Anzeichen mehr für eine Entzündung gib. Die Gründe hierfür sind nicht klar, möglicherweise spielt auch eine Reizdarmsymptomatik mit hinein.

Divertikulitis-Rückfälle an derselben Stelle bekommen etwa 25 % der Patienten. Möglicherweise ist die Narbe im Darmgewebe daran schuld.

Not-OP

Nur bei schweren Komplikationen wie einem Durchbruch, einer Bauchfellentzündung und Fistelbildung hat man keine Wahl, dann erfolgt die OP sofort. Manchmal wird vorübergehend ein künstlicher Darmausgang gelegt, um den von der Divertikulitis geschädigten Darmabschnitt zu entlasten. Meist kann dieser – für die Patienten belastende Zustand – nach kurzer Zeit rückgängig gemacht werden.