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Erektile Dysfunktion (Potenzstörung)

© Hafizov Ivan/iStockphoto

Impotenz: Flaute im Bett

Was neben der Schulmedizin hilft, wenn Mann nicht mehr so kann.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Warnsignal Erektionsstörung

Ein unbeschwertes Sexualleben und spontaner Sex: das ist es, was sich die meisten wünschen. Leider funktioniert das nicht immer auf Knopfdruck, schließlich spielen bei der Sexualität viele Faktoren eine Rolle: Alter, Psyche, Partner und die körperliche Gesundheit sind die vier wichtigsten Bausteine. Erektionsstörungen beim Mann sind häufig ein ernsthaftes Krankheitsanzeichen. Darum ist Impotenz ein Problem, dem man nachgehen sollte. Wenn die Grunderkrankung konsequent behandelt wird, bessern sich auch die Erektionsstörungen. Die Schulmedizin hat heute viele Möglichkeiten einzugreifen und auch die Naturheilkunde kann einiges aufweisen. Aber Potenzmittel sind keine Heilmittel gegen psychische Störungen. Die Seele braucht eine Sonderbehandlung! Eine gesunde Lebensführung kann kein Medikament der Welt ersetzen! Werden Sie rechtzeitig aktiv und informieren Sie sich.

Behandlung bei Potenzstörung: Naturheilkunde

Beim Mann: Grunderkrankung behandeln

Wichtigste Maßnahme bei Erektionsstörungen ist die Behandlung der Grunderkrankung. In Frage kommen zwei Kategorien: psychische Auslöser und körperliche Leiden (wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes). Manchmal sind auch die Medikamente selbst Ursache für Störungen der Erektion, gerade wenn verschiedene Präparate parallel genommen werden. Sprechen Sie darüber mit ihrem/r Arzt/Ärztin. Sie/er kann Sie eventuell auf andere Präparate umstellen. Die wichtigsten Grundlagen aber muss man selbst bereitstellen: Ein gesundes Leben. Darum zählen gerade hier die Naturheilkunde und richtige Ernährung. Auch die Phytotherapie hat tatsächlich hilfreiche „Liebestränke“ auf Lager.

Auf keinen Fall sollte man schweigend alles mit sich selbst ausmachen. Ein vertrauensvolles Gespräch mit der/m Partner/in und Therapeut/in nimmt oft auch den Druck aus der Situation.

Die Frau, das "komplizierte" Geschlecht

Beim weiblichen Geschlecht ist die Sexualität komplexer. Es reicht nicht, einen Faktor zu optimieren, der weibliche Organismus hat die gesamte Situation im Blickfeld. So verwundert es nicht, dass Medikamente wie Sildenafil bei Frauen nicht befriedigend wirken. Es kommen neben der aktuellen hormonellen Situation noch viele Faktoren hinzu, die beim Mann einfach weniger wichtig sind – wie Zärtlichkeit, Vertrauen, Sicherheit, Partnerbindung und sozialer Rückhalt. Daneben stehen oft negative Erfahrungen einer glücklichen Sexualität im Weg. Für Frauen gibt es auch medizinische Möglichkeiten, mit Medikamenten, insbesondere Hormonen, einzugreifen und das Empfinden, die Anregbarkeit und die Durchblutung der Geschlechtsorgane zu fördern. Die seelischen Maßnahmen sind hier aber fast noch wichtiger.

Heilpflanzen

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen sind Maßnahmen gegen Erektionsstörungen bekannt.

Traditioneller Liebeszauber

Alte traditionelle Aphrodisiaka beruhen nicht immer auf einer pharmakologischen Wirkung. Hier wurden auch schon mal Pflanzen wegen ihrer Form oder ihrer sprachlichen Bedeutung als „anregend“ eingestuft. Und natürlich kann auch ein Amulett einen Placeboeffekt entfalten. Bei den heute allgegenwärtigen erotischen Stimulationen, bedenken wir diese Formen heute nur noch mit einem Lächeln. Aber die Ethnopharmakologie hat durchaus auch härtere Sachen auf Lager. Einige der pflanzlichen Wirkstoffe werden aber als Rauschmittel klassifiziert und sind vom Betäubungsmittelgesetz verboten (Cocain). Auf dem Markt tummeln sich trotzdem zahlreiche pflanzliche „Potenzmittel“, für die es durchaus rationale Begründungen gibt.

Pflanzliches Viagra

Yohimbin ist ein Alkaloid aus der Rinde des Yohimbebaumes. Da es die Beckenorgane verstärkt durchblutet und die Erregbarkeit des Nervensystems steigert, wird es als sexuelles Stimulans eingesetzt. Bevorzugtes Einsatzgebiet sind psychogene Störungen der Erektion. Verschiedene Studien bezeugen die Wirkung. Bevor man zu Viagra greift, kann Yohimbe als pflanzliche Alternative ausprobiert werden. Nicht verschwiegen werden soll, dass auch Yohimbe-Extrakte Nebenwirkungen haben können. Beschrieben sind Symptome wie Unruhe, Angstzustände, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Die Präparate sind daher aus gutem Grund verschreibungspflichtig.

Ginseng macht müde Krieger munter

Klinisch getestet und als wirksam befunden ist auch der Rote Ginseng. Eigentlich ist er ein Stärkungsmittel aus der asiatischen Naturapotheke. Unklar ist, warum er auch auf die Potenz wirkt. Von einer Steigerung des Testosterons bis hin zur effektiveren Entspannung der Schwellkörpermuskulatur reichen die Theorien. Die Nebenwirkungen sind bei dieser Heilpflanze gering (Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme). Nach den ermutigenden Vorstudien fordern Fachleute genauere Daten.

Maca, die potente Knolle aus den Anden

Maca (Lepidium meyenii) ist eine Pflanze aus den Höhenlagen Perus, die mit der Kresse verwandt ist. Die getrockneten Maca-Knollen sind steinhart und werden erst durch langes Kochen genießbar. Der einheimischen Bevölkerung ist die anregende Wirkung auf Fruchtbarkeit und Sexualfunktion längst bekannt. Die Forschung hat allerdings noch nicht geklärt, wie die Maca-Wurzel wirkt. Wahrscheinlich ist, dass die Heilpflanze die Sexualität anregt. Das haben drei von vier vorläufigen Studien belegt:

  • Es profitierten Männer mit Potenzproblemen.
  • Auch bei Frauen nach den Wechseljahren stellte sich ein Erfolg ein.
  • Nur bei sportlichen Männern (Radfahrern) verstärkte Maca die Potenz nicht. Sie hatten das Präparat zur Steigerung der sportlichen Leistung genommen.

Man darf aber nicht vergessen, dass die Sicherheit nicht endgültig geklärt ist. Bei den Nebenwirkungen werden Bauchkrämpfe, Gastritis, Stimmungsschwankungen und Herzklopfen beschrieben.

Damiana macht Stimmung

Damiana ist eine alte Heilpflanze aus Südamerika. Bei den Mayas galt sie als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel. Erste Tierversuche bestärken die Überlieferung. Man nimmt an, dass die Inhaltsstoffe im selben Stoffwechselweg wie Viagra aktiv werden (NO-Spiegel). Auch andere Wirkungen der Pflanze dürften mithelfen: Damiana entspannt, hellt die Stimmung auf und löst Angstzustände. Das dürfte den Wunsch nach Sex beflügeln. Daneben berichten einige Quellen über eine sensitivere sexuelle Empfindungsfähigkeit. Das soll auch auf Frauen zutreffen.

Anregen mit Guaraná

In Potenzmitteln aus dem Internet ist häufig ein Extrakt aus einer Pflanze aus dem tropischen Teil Afrikas zugesetzt: Guaraná. Erste Untersuchungen geben der Annahme Recht, zumindest vom Wirkmechanismus her wäre das möglich. Statistisch korrekte Tests am Menschen gibt es noch nicht. Zumindest ist die Pflanze durch das Koffein anregend und wird in Brasilien auch als anregendes Limonadengetränk zubereitet. Guaraná gilt darüber hinaus in Bodybuilderkreisen als leistungssteigernd.

Ist das Teuerste gut genug?

Safran gehört zu den teuersten Gewürzen der Welt, da es aus dem dünnen, fadenförmigen Griffel einer Krokusart gewonnen wird. Ein Gramm kostet ca. 30 Euro (je nach Qualität). Nach der Tradition stärkt Safran auch die Potenz, erste Vorstudien bestätigen dies. Dabei setzte man 0,03-0,2 g pro Tag ein. Dem direkten Vergleich mit Sildenafil jedoch hielt der Safran nicht stand. Die Preise sind hoch: Für Sildenafil zahlt man etwa 5 € pro Tablette (50 mg), beim Safran kommt man auf ca. 3 € für die Tagesdosis (0,1 g). Dabei muss man aber den Safran für eine Wirkung regelmäßig einnehmen, auf Dauer ein teurer Spaß.

Stärkere Nerven, stärkere Potenz

Gegen Erschöpfung und nachlassende Leistungskraft wirken allgemeine Stärkungsmittel (Adaptogene).

Die Heilpflanzen helfen dabei, Stress besser zu verkraften, das ist gesichert. Die Volksmedizin fasst den Begriff aber weiter und zählt Impotenz mit zu den Indikationen.

Bei Beschwerden, die durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen wurden (Arteriosklerose), empfiehlt sich Ginkgo-Extrakt. Einige Fallberichte beschreiben eine anfängliche Besserung bei Erektionsstörungen. Größere Studien haben das aber bisher nicht bestätigen können.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei erektiler Dysfunktion (Potenzstörung) helfen können

Homöopathische Mittel

Die Homöopathie hat eine reichhaltige Sammlung an Mitteln gegen Impotenz. Ihr Homöopath sucht das geeignete Mittel ganz nach den individuellen Gegebenheiten aus. Hier sind einige Beispiele:

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Körperliche Schwäche und sexuelle Erschöpfung nach Anstrengung: Stress, sexuellen Exzessen und Genusssucht; Impotenz, Nervenschwäche (Neurasthenie), psychovegetative Störung, Sexualstörungen mit depressiver Neigung, Nervenschwäche und Hypochondrie auf Grund von sexueller Erschöpfung.

Pikrinsäure (Acidum picrinicum): Sexualschwäche, mangelnde oder übersteigerte Libido mit Kraftlosigkeit.

Kampfer (Camphora): Erektion verschwindet beim Eindringen.

Schierling (Conium maculatum): Sexuelle Erregung ist vorhanden, aber die Potenz ist abgeschwächt. Häufige nächtliche Ergüsse, Hoden und Samenstränge nach Erektion schmerzhaft.

Phosphorsäure (Acidum phosphoricum): Sexuelle Erregung mit mangelnder Erektion, Kreuzschmerzen und Depression nach dem Geschlechtsverkehr. Nachts schlaflos, Tagsüber schläfrig. Geistige und körperliche Schwäche.

Die Homöopathie kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen. Sie ist auch bei Erektionsstörungen nur eingebunden in ein ganzheitliches Therapiekonzept sinnvoll.

Nahrungsergänzung

Der Körper braucht für die Füllung des Schwellköpers Stickstoffmonoxid, das er aus der natürlichen Aminosäure L-Arginin (aus tierischem Protein) herstellt. Es greift in dieselbe Reaktion ein wie Viagra, ist aber wesentlich schwächer und vermutlich auch sehr schnell aufgebraucht. Das Ansprechen der Potenz auf Arginin ist individuell sehr verschieden. Bei schwerer Arteriosklerose und instabilen Herzkrankheiten ist dieses Nahrungsergänzungsmittel nicht geeignet.

Zink: Im Sperma ist viel Zink enthalten. Beste Voraussetzungen, wenn man gut damit versorgt ist. Reiche Quellen sind tierische Lebensmittel, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Nüsse. Pro Tag sollte man 10-40mg Zink aufnehmen. Auch ein eventuell vorliegender Eisenmangel sollte behandelt werden.

Vitamin E und D: Wenn die Schulmedizin mit PDE-5 nicht fruchtet, soll in manchen Fällen die richtige (antioxidative) Vitaminversorgung helfen. Gerade bei Diabetikern schädigt oxidativer Stress die Gefäße im Penis.

Molybdän ist ein Spurenelement. Bei Potenzstörungen kann eine gezielte Molybdängabe versucht werden. Das Spurenelement ist enthalten in Buchweizen und Getreideprodukten (vor allem Hafer), Knoblauch, Rosenkohl und Hülsenfrüchten. Es soll auch bei Diabetes günstig wirken.

Pulverisierter Tierhoden dürfte mit Sicherheit Hormone wie Testosteron enthalten. Um zu wissen, ob das Produkt Impotenz behandeln kann, fehlen die objektiven Daten. Es dürfte in erster Linie dann wirken, wenn wirklich Testosteronmangel besteht. Dieser sollte aber erst objektiv nachgewiesen werden. Danach muss der Hormonspiegel ärztlich überwacht werden.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Wie potent ist der Marlboro-Man?

Studien aus der ganzen Welt zeigen, dass Raucher von Impotenz wesentlich häufiger betroffen sind. Schon sehr früh, zwischen dem 40.-49. Lebensjahr, steigt das Risiko deutlich an. Rauchen führt zu Arteriosklerose und das betrifft auch die Gefäße im Penis: Impotenz ist ein Warnsignal für Arteriosklerose. Ähnliche Untersuchungen gibt es zu Alkohol. Coole Drogen, wie Nikotin und Cannabis, haben so manch uncoole Auswirkung. Man muss rechtzeitig eine Wahl treffen zwischen Sex oder Sucht

Die Liebe braucht ein starkes Herz…

Studien haben festgestellt, dass alle Therapien, die das Herz stärken, gleichzeitig die Potenz steigern. Dazu gehört allem voran regelmäßig körperliches Training, Gewichtskontrolle und gesunde Ernährung. Und im Nebensatz noch ein Geheimtipp: Auch Männer, bei denen ein Potenzmittel (Sildenafil) nicht angeschlagen hatte, profitierten von allen herzgesunden Lifestyle-Interventionen. Leben mit Stil macht eben den entscheidenden Unterschied…

Work-Life-Balance für die Sex-Joy-Balance

Das menschliche Gehirn registriert alles und zieht dann seine eigenen Schlüsse, gänzlich vorbei an der Vernunft. Wer pro Tag 12 Stunden arbeitet, von einem Stress in den anderen schlittert, braucht sich nicht zu wundern, wenn „er“ mal eben „abgeschaltet“ ist. Dann hat der Körper entschieden, dass es Zeit für Energiesparen ist. Gönnen Sie sich daher im Alltag Ruheinseln und achten Sie darauf, dass Sie dann auch wirklich ruhig werden. Wer zu viel Stress unter der Woche hat, dem fällt auch am Wochenende die Entspannung nicht leicht.

Weitere Therapien

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