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Die Erkrankung verstehen: Erektile Dysfunktion (Potenzstörung)

Ein klassisches Tabuthema

Erektionsstörungen sind eine Krankheit und über Krankheiten kann man reden, oder nicht? Möchte man meinen. Impotenz ist ein klassisches Tabuthema. Männlichkeit wird in vielen Gesellschaften mit Potenz gleichgesetzt. So trifft diese Störung viele Männer besonders hart. Zwar werden über das Thema häufig Witze gerissen, ein ernsthaftes und hilfreiches Gespräch mit dem/der Partner/in oder einem Therapeuten findet allerdings oft sehr spät statt.

Definition

Das steckt dahinter

Reden über Impotenz?

Viele Frauen haben mit Erektionsstörungen viel weniger Probleme als damit, dass damit nicht offen umgegangen wird. Nur was man anspricht, kann man aktiv gestalten. Nur wenn „Mann“ bei Impotenz aktiv wird, kann ein Therapeut die Krankheit behandeln oder die Beziehung retten. Auch wenn die Krankheit nicht immer „geheilt“ werden kann, ist oft eine Besserung erreichbar. Daneben kann man lernen, mit Impotenz zu leben. Ein befriedigendes Sexualleben ist auch ohne Geschlechtsverkehr möglich. Zahlreiche Ratgeber bieten reiche Anregung. Das Gehirn ist das größte Sexualorgan des Menschen und es funktioniert auch ohne Sexualorgane. Man muss sich aber arrangieren, um dieses Potential zu nutzen.

Was ist Potenz?

Potenz beginnt im Kopf mit einer Liebessehnsucht - um es poetisch auszudrücken. Ganz nüchtern und medizinisch betrachtet ist eine Potenzstörung eine Sammelbezeichnung für diverse Störungen der Sexualfunktion. Dazu gehören Erektions-, Ejakulationsstörungen und Zeugungsschwäche beim Mann und sexuelle Erregungsstörungen, vaginale Trockenheit und Sterilität (keine befruchtungsfähigen Eizellen) bei der Frau. Mangelndes Lustempfinden kann bei beiden Geschlechtern auftreten. Dann fehlen die Lust auf Sex (Libido) oder eine befriedigende Empfindung beim Sex (Anhedonie) oder beides.

Komplexer Vorgang beim Mann

Erotik ist der grundlegende Auslöser einer technischen Reaktion. Dabei ist egal, ob es sich um eine echte Berührung oder eine Sexphantasie handelt. Auf entsprechende erotische Stimulationen weiten sich die Blutgefäße im Penis. Wenn das Gehirn anspringt, nimmt die Reaktion ihren Lauf: Durch die Entspannung der Muskulatur um den Schwellkörper schießt durch die Arterien Blut in den Penis, gleichzeitig wird der venöse Abfluss gedrosselt. Ist Blut im Penis eingeschlossen, wird er hart.

Der Vorgang ist relativ komplex und im Prinzip können bei jeder Teilreaktion Störungen auftreten: Psyche, Nerven und Gefäße sind empfindlichsten Störfällen ausgesetzt. Bei Arteriosklerose zum Beispiel ist unter Umständen der Bluteinfluss behindert. Das betrifft häufig ältere Menschen. Auch gegenteilige Störungen gibt es: dann ist der venöse Abfluss zu stark, so dass nicht genügend Blut im Penis bleibt. Das Problem tritt ganz unabhängig vom Alter auf. Die moderne und traditionelle Medizin haben zahlreiche Mittel und Wege gefunden, mit den Störungen umzugehen.

Häufigkeit

Da über Potenzstörungen nicht gesprochen wird, ist auch eine statistische Erhebung nicht ganz einfach. Meist nutzt man dafür anonyme Fragebogen.

Geschätzte 20 % aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren erleben mehr oder weniger häufig Probleme mit der Potenz. Nur 7 % der Fälle sind schwerwiegend und werden - auf Nachfrage - behandelt.

Die häufigste Ursache für Potenzstörungen sind Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und Diabetes. So leiden etwa 40 % der Diabetiker daran. Das betrifft übrigens auch Frauen!

Ganz normal

Mit höherem Alter nimmt die Häufigkeit der Erektionsstörung zu. Während nur 2,3 % der 30-39-Jährigen Potenzprobleme hat, sind es bei den 70-80-Jährigen 53,4 %.

Früher hat man Potenzprobleme im Alter als gegeben hingenommen. Heute aber stehen viele Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. So wandelt sich gerade, was „man“ als „normal“ ansieht. Dabei aber muss immer zentral bleiben, was man für sich selber wünscht. Viele ältere Menschen können Erektionsstörungen auch annehmen.

Ursachen

Erektionsstörungen: Schattenseiten eines modernen Lebens

Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht sind die häufigsten vermeidbaren Auslöser von Impotenz. In der Regel gibt es mehrere Faktoren, die zusammenwirken. In mehr als der Hälfte der Fälle liegen aber auch psychische Probleme vor. Daneben trägt das Alter signifikant dazu bei.

Psyche ist Ursache und Folge

Psychische Gründe für Impotenz sind so individuell wie die Menschen. Angst vor Versagen und Misserfolg, übertriebene Leistungsansprüche, Stress, Erschöpfung, Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls, Abwertung, Beziehungsprobleme, Sexualneurose…

Ist das Sexualleben erst einmal gestört, kommen zwangsläufig psychische Probleme hinzu. Besonders die Versagensangst setzt eine negative Spirale in Gang. Da heißt es, seine Unbefangenheit zu bewahren. Daher sollten körperliche Ursachen schnell behandelt werden.

Häufige körperliche Ursachen sind:

Medikamente und Gifte

Viele Medikamente können zusätzlich zu erektiler Dysfunktion und sexuellen Funktionsstörungen beitragen (lesen Sie den Beipackzettel!):

  • Mittel gegen Bluthochdruck wie Betablocker, Calcium-Antagonisten
  • Diuretika
  • Cholesterinsenker
  • Schmerzmittel (NSAR), Entzündunghemmer (Kortison)
  • Psychopharmaka (Antidepressiva, Neuroleptika u.a.), Antiepileptika
  • Beruhigungsmittel, Schlafmittel
  • krampflösende Medikamente (Spasmolytika)
  • Krebsmittel
  • Medikamente gegen Prostatahyperplasie

Insbesondere wenn viele verschiedene Medikamente eingenommen werden, führt dies verstärkt zu Nebenwirkungen und Erektionsstörungen.

Prävention

Generell wirken Sport, gesunde Ernährung, eine normale Stoffwechsellage und wenig psychischer Stress präventiv. Alles, was gegen Arteriosklerose hilft, verhindert auch erektile Dysfunktion im Alter. Laufen, Tennis, Walking, Bodybuilding . . . sind nicht nur moderne Sportarten, sie lindern auch die modernen Lebenslaster. Wem seine Potenz etwas wert ist, der pflegt sie mit einem gesunden Lebensstil. Da gehört Bewegung genauso dazu wie das Meiden von Giften und Übergewicht.

Nur die Vorsorge nicht verschlafen…

Wenn „Mann“ sicher gehen möchte, dass alles seinen natürlichen Lauf geht, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen Pflicht. Nur dann können diverse Erkrankungen von Diabetes bis Herz-Kreislaufproblemen rechtzeitig erkannt werden. Wenn Diabetes erst die Nerven geschädigt hat, ist so manches nicht mehr zu verhindern.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Use it or loose it

Eine Lebensweisheit, die in diesem Zusammenhang häufig augenzwinkernd fällt. Wer lebenslang seine Sexualität ausleben konnte (durfte, wollte…), dem fällt der Sex im Alter auch weniger schwer. Ansonsten ist es völlig normal, wenn im Alter die Frequenz abnimmt. Aber laut Statistik bleiben in der Altersgruppe der 65-74-jährigen 67 % der Männer sexuell aktiv!

Medikamente zur Behandlung der Erektionsschwäche beim Mann wirken in 40 bis 90 % der Fälle (je nach Stärke der Beschwerden). Je eher eine Therapie erfolgt, umso besser sind auch die Heilungschancen.

Komplikationen

Männer neigen zum Schweigen und weichen aus. Sie wollen das Thema „Erektionsstörung“ am liebsten mit sich selbst ausmachen. Das allerdings belastet oder zerstört die Beziehung. Und man riskiert seine Gesundheit: Das Symptom Impotenz kann helfen, ernste Krankheiten zu erkennen und schnell zu behandeln. Ist das nicht der Fall, drohen Komplikationen der gefäßbedingten Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere Durchblutungsstörungen (PAVK = Periphere Arterielle Verschluss-Krankheit) und allgemeine Arteriosklerose. Diese kontinuierlich fortschreitenden Prozesse führen häufig zu einem verfrühten Tod.

Formen

  • Impotentia satisfactionis bezeichnet das Ausbleiben des Orgasmus beim Mann trotz normaler Erektion, mit oder ohne Samenerguss.
  • Impotentia coeundi: Erektion reicht zum Geschlechtsverkehr nicht aus.

Ejakulationsstörung:

  • Tritt der Samenerguss zu früh ein, spricht man von Ejaculatio praecox.
  • Er kann aber auch zu spät (Ejaculation retarda) stattfinden.
  • Impotentia ejaculandi: Der Samenerguss bleibt trotz ausreichender Erektion aus.

Orgasmusstörung: Es kommt zu keinem befriedigenden Orgasmus.

Dyspareunie: Der Geschlechtsverkehr ist schmerzhaft.

Inappetenz, Anhedonie, Libidostörungen stehen für sexuelle Unlust.

Hodeninsuffizienz: Die Hormonproduktion des Hodens reicht nicht aus. Dann liegen die Hormonspiegel zu tief. Das schmälert Libido und Potenz. Erektionsstörungen sind die Folge.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen