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Fieber

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Fieber: Im Kampf gegen Infekte

In der Naturheilkunde gilt Fieber als natürlicher Helfer und sollte daher nicht unterdrückt werden. Besondere Vorsicht ist allerdings bei Säuglingen und kleinen Kindern geboten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Verteufelt und gepriesen

Fieber ist in der Geschichte der Medizin ein umstrittenes Phänomen. Es wurde dämonisiert, aber auch gepriesen. In der Neuzeit hat man es mit Aufkommen „antipyretischer“ Wirkstoffe als schädliches Symptom abgetan, das beseitigt werden muss. Daher hat man lange Zeit Fieber konsequent pharmakologisch behandelt. Heute besinnt man sich wieder auf die „biologische“ Funktion von Fieber. Der Körper investiert nämlich nicht ohne Grund sehr viel Energie in dieses Phänomen: es hilft ihm bei der Bekämpfung von Infekten. Wenn das Fieber eine klare Ursache hat und die Person ansonsten nicht unter schweren Erkrankungen leidet, lässt man Fieber ganz kontrolliert wieder zu. Es wird sogar als neue therapeutische Maßnahme gegen Krebs erfolgreich getestet (Hyperthermie).

Fiebernde Kinder

Besonders Eltern befürchten bei fiebernden Kindern das Schlimmste. Diese Ängste waren früher berechtigt, heute kann man aber die meisten Erreger lebensgefährlicher Erkrankungen wie Sepsis, Typhus, Diphtherie oder Gehirnhautentzündung bekämpfen. So ist Fieber heute weit weniger gefährlich. Wie man Fieber senken kann und wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten, lesen Sie hier.

Was tun bei Fieber?

Schonen

Fieber ist eine Alarmreaktion des Körpers. Die Betroffenen sollten sich körperlich schonen und das Bett hüten, nur dann läuft die Selbstheilung ungestört ab. Wer krank am Arbeitsplatz erscheint, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere durch Ansteckung.

Abwarten

Heute wird Fieber erst einmal beobachtet, die Patienten müssen natürlich über mögliche Komplikationen aufgeklärt werden. Auch auf Ängste muss der Arzt eingehen.

Fieber hilft dem Körper bei der Abwehr der Erkrankung. Wenn es am Krankheitsbeginn auftritt, kann es die Heilung fördern, man bewertet daher heute Fieber überwiegend positiv. Eine pharmakologische Fiebersenkung ist bei ansonsten gesunden Menschen nicht automatisch notwendig. Bei Schmerzen, erheblichem Unwohlsein oder auf Wunsch des Patienten ist gegen ein sparsam dosiertes Schmerzmittel nichts einzuwenden. Wenn Fieber die 40 °C-Marke überschreitet, greift man ein, denn dann zehrt es an den Kräften, kann Herz und Kreislauf überlasten und zu Komplikationen führen. Außerdem sollte man vor allem bei Kindern genau hinsehen: Entscheidend ist der Allgemeinzustand (Wann zum Arzt?) bei Fieber. Bei höherem Fieber >39,5 °C und/oder schlechtem Allgemeinzustand hat sich ein engerer Kontakt zum Arzt bewährt.

Natürlich behandeln

Statt der konventionellen Fieber-Therapie ist eine Behandlung mit Naturheilverfahren primär sinnvoll (Heilpflanzen, Naturheilkunde, Homöopathie). Sie kann Erleichterung schaffen und auch die Begleiterscheinungen des Fiebers lindern.

Antibiotika meiden

In der Vergangenheit wurden Antibiotika zu oft bei Fieber als „Antipyretika" verordnet. Falsch/zu häufig eingesetzte antibiotische Medikamente schmälern die Antibiotikawirksamkeit wegen der Ausbildung von Resistenzen und schaden häufig auch durch ihre Nebenwirkungen dem Patienten. Bei fieberhaften Infekten der oberen Atemwege wie Mandelentzündung (Tonsillitis, Halsschmerzen), Pharyngitis-Laryngitis, Bronchitis (Husten) oder Mittelohrentzündung, die zu über 90 % viral bedingt sind, hat der Patient keine Vorteile durch Antibiotika im Heilungsprozess, die Krankheitsdauer bleibt gleich.

Ausnahme: Bei aggressiven bakteriellen Erregern oder besonderen Bedingungen wie angeborener/erworbener Abwehrschwäche, anatomischen Besonderheiten oder vorangegangenen Operationen können Antibiotika bei Fieber sinnvoll sein.

Heilpflanzen

Die Phytotherapie richtet sich bei Fieber nach dem Zeitpunkt. Am Anfang ist eher Warmhalten und Schwitzen sinnvoll.

Schwitzkur

Warm eingepackt führt das Trinken von heißem Holunder- oder Lindenblütentee zu starkem Schwitzen. Ähnlich wirkt Jaborandi-Blätter-Tee aus Südamerika. Dies unterstützt die Reaktion des Immunsystems und hat auch eine leicht fiebersenkende Eigenschaft.

Fiebersenkend

Am Tag nach der Schwitzkur sind Heilpflanzen wie Weidenrinde oder Mädesüß natürliche Fiebersenker. Auch Pappel oder Eschenrinde haben ähnliche Inhaltsstoffe. Wie Aspirin lindern sie auch Kopf- und Gliederschmerzen. Die Volksmedizin setzt auch den Zitronenstrauch bei fiebrigen Erkrankungen ein.

Abwehrschwäche

Bei Abwehrschwäche reihen sich (fieberhafte) Infekte. Zur Steigerung der Abwehr nimmt man ein Präparat aus Sonnenhut (Echinacea, höchstens 10 Tage). Wer keine allergische Neigung hat, kann das Kittharz der Bienen einsetzen (Propolis). Auch Umckaloabo unterstützt den Körper beim Heilungsprozess.

Speziell bei Grippe und Erkältung greift man zu Tees mit antiviraler Gesamtwirkung. Die Bekämpfung des viralen Erregers wirkt indirekt fiebersenkend.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Fieber helfen können

Homöopathische Mittel bei Fieber

Typische homöopathische Mittel gegen Fieber sind die Giftpflanzen Eisenhut und Belladonna in Verdünnung. Auch Wasserhanf und gelber Jasmin sind beliebte Zusätze.

Eisenhut (Aconitum C30): Beginn schnell und stürmisch, Haut heiß und trocken, hohes Fieber, Gesicht beim Liegen Rot, Schwindel beim Sitzen, Durst auf Kaltes, Unruhe und Beklemmung, fieberhafter, grippaler Infekt.

Gelber Jasmin (Gelsemium C30): Schwächegefühl, zittrig, Zähneklappern, Benommenheit, Kälteschauer, beißender Fließschnupfen, heißer Kopf, Fieber, kalte Glieder, trotz Fieber kein Durstgefühl.

Küchenschelle (Pulsatilla C30): Frieren bei Abneigung gegen geheizte Räume, Verlangen nach frischer Luft, heiße Haut, erschöpft besonders abends.

Sonnenhut (Echinacea angustifolia C30): Müdigkeit, Mattheit, Frösteln und Schüttelfrost, besonders vom Rücken her, allgemeine Schmerzen, Infektion, septischer Fieberlauf.

Tollkirsche (Belladonna C30): Beginn schnell, Kopf hochrot, rote Flecken auf der Haut, pulsierendes Gefühl, Haut feucht und dampfig, akute Schmerzen bei Fieber, Durst auf Kaltes.

Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum C30): Gefühl der Zerschlagenheit, Schmerzempfindlichkeit, berstende Kopfschmerzen, Fieber in den Morgenstunden und nachts Frieren.

Zaunrübe (Bryonia C30): langsamer Beginn, Fieber entwickelt sich langsam, Verschlimmerung abends oder nachts; Patient bewegungslos.

Schüßler-Salze

Nr.2 Ferrum phosphoricum D12: akutes Stadium, Erkältung, Infekt der oberen Luftwege, trockene Schleimhäute, gereizte/kitzelnde Schleimhaut, Gesichtsröte und –hitze, schneller leichter Puls, erschöpfender Nachtschweiß, Nasenbluten; alle paar Minuten eine Tablette bis zur Besserung.

Nr.5 Kalium phosphoricum D6: wenn Fieber über 39 °C; alle paar Minuten eine Tablette bis zur Besserung.

Nahrungsergänzung

Im Anfangsstadium der fieberhaften Erkrankung kann Vitamin C den Verlauf lindern.

Bei viralen Infekten ist ein Präparat mit Zink (am ersten Tag nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bis zu 100mg über den Tag verteilt, später 20-40 mg für einige Tage) zu empfehlen, gerade auch älteren Leuten. Entsprechende Präparate zur Nahrungsergänzung gibt es in den Drogerien, zum Teil auch schon in den großen Supermärkten.

Daneben braucht man bei Fieber ausreichend Vitamin E. Eine Mangelsituation ist aber bei normaler Ernährung in den Industrienationen selten. Vitamin E-Mangel kann die Immunfunktion deutlich beeinträchtigen. Es sorgt in den Membranen der Immunzellen dafür, dass durch die hohe Stoffwechselaktivität keine Membranschäden auftreten. Fieber meistert man besser mit einer optimalen Versorgung des Körpers.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Hausmittel lindern die begleitenden Beschwerden durch Fieber:

  • Trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist bei Fieber sehr wichtig. Bewährt haben sich Kräutertees mit fiebersenkenden oder schweißanregenden, antibiotischen oder antiviralen Bestandteilen (Heilpflanzen). Ob der Patient genügend getrunken hat, sieht man auch daran, dass sich eine Hautfalte, die man mit zwei Fingern auf dem Handrücken aufstellt, sofort wieder glättet.
  • Fieberlindernd sind viele Hausmittel wie (Waden-)Wickel, Abreibungen und Rumpfreibebäder (siehe Naturheilkunde). Im Anschluss an die Behandlung verbessert sich auch das Wohlbefinden.
  • Überwachen: Fiebernde Patienten sollten beobachtet werden, vor allem ältere Menschen und Kinder. Man kontrolliert am besten die Ansprechbarkeit, Atmung und Temperatur regelmäßig, eventuell auch Blutdruck und Puls.
  • Ein fiebernder Patient sollte eher leicht zugedeckt werden. Hitzestau sollte man bei Fieber am Krankheitshöhepunkt vermeiden. Er verhindert nämlich die natürliche Temperaturregulation.
  • Die Luft im Krankenzimmer sollte eher kühl sein. Zwischendurch kurz Stoßlüften und die Luft feucht halten. Den Fieber-Patienten aber gut zudecken!
  • Gegen trockenen Mund gibt es mundgerechte Obststücke, Kaugummi oder Drops.
  • Für die aufgesprungenen Lippen sollte ein Lippenbalsam bereit stehen. Fieber schwächt den Körper und lässt Herpes ausbrechen. Maßnahmen gegen Herpes gibt es hier.

Wenn die Hausmittel und naturheilkundliche Maßnahmen nicht anschlagen, kann ein fiebersenkendes Arzneimittel oder ein Schmerzmittel eingesetzt werden.

Weitere Therapien

Auf den nachfolgenden Seiten finden sie mehr über naturheilkundliche Maßnahmen und Ernährung bei Fieber. Sollten die Verfahren nicht ausreichend anschlagen, kann die Schulmedizin mit antipyretischen Wirkstoffen eingreifen.