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Symptome und Diagnose bei Fieber

Erhöhte Körpertemperatur

Der menschliche Körper hat verschiedene Temperaturzonen. Hände sind zum Beispiel kälter als die Stirn. Wo man „Fieber“ misst, ist daher entscheidend.

Symptome

Ist kein Thermometer zur Hand, lässt sich erhöhte Temperatur ertasten. Mit dem Handrücken oder der Stirn an der Stirn des Fiebernden lässt sich sehr schnell eine Abweichung feststellen. Typisch sind auch die „glasigen“ Augen. Begleitend sind der Herzschlag und die Atemfrequenz beschleunigt. Der Betroffene beginnt bei Fieber in einer kalten Umgebung zu frösteln, im warmen Bett hingegen empfindet er es zu heiß.

Fieber ist häufig von allgemeiner Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit begleitet, besonders bei Kindern, die noch eine direktere Körperwahrnehmung und eine natürliche Reaktion auf Körpervorgänge haben. Es tritt außerdem eine Schweißneigung auf, insbesondere nachts. Dann bereiten auch Fieberträume oder große Unruhe und Bewegungsdrang mitunter Schlafstörungen. Tagsüber sind Unwohlsein mit Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen unangenehme Begleiterscheinungen, welche die Arbeitsfähigkeit schmälern. Viele Menschen empfinden bei Fieber zusätzlich eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit sowie Lichtscheu und Geräuschempfindlichkeit. Insbesondere bei höherem Fieber kann es zu Verwirrung bis hin zu Halluzinationen kommen.

Wann zum Arzt

Theoretisch gilt: Fieber unter 41,7 °C verursacht keine Schäden, höher darf es aber nicht werden. In der Praxis entscheiden die Umstände und die Beschwerden des Patienten. Zur Selbstbehandlung geeignet ist nur Fieber unter 40 °C mit harmloser oder bekannter Ursache, wie Erkältung und Grippe. Bei unklaren Ursachen muss unbedingt ein Arzt herangezogen werden, um gravierende Infektionen, Abszesse, Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen auszuschließen.

Fragen Sie (eventuell telefonisch) bei einem Arzt nach, wenn

  • das Fieber länger als 3 Tage dauert.
  • das Fieber verschwindet und nach ein paar Tagen wieder auftritt.
  • das Fieber über 40 °C steigt.
  • schwere Atemnot hinzukommt.
  • Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.
  • Sie oder Ihr Kind kränker als sonst sind oder bisher unbekannte Symptome auftreten.
  • das Bewusstsein getrübt ist.
  • Hautausschläge dazukommen.

Niedriges Fieber ist erst dann gefährlich, wenn es lange anhält oder immer wieder auftritt.

Achtung bei Vorerkrankungen

Bei Fieberkrampf-Kindern und Patienten mit chronischen Organerkrankungen sollte Fieber früh (also bereits ab Punkt 38.5 °C) gesenkt werden. Um gefährliche Verläufe abzuwenden, hat sich eine (telefonische) Beratung beim Arzt bewährt.

Fiebernde Kinder

Fieber ist kein Maß für die Schwere der Erkrankung. Entscheidend ist, wie sich das Kind verhält. Bei schweren Vorerkrankungen wird besser ein Arzt informiert, außerdem wenn

  • das Kind jünger als drei Monate ist. Dann könnte stationäre Therapie notwendig sein. Ab dem vierten Lebensmonat sinkt die Gefahr, einen schweren Verlauf nicht rechtzeitig zu erkennen, dann ist eine ambulante Überwachung eher möglich.
  • weitere Symptome hinzukommen wie Erbrechen oder Ausschlag.
  • das Kind jünger als 6 Monate ist und wenn das Fieber über 24 Stunden anhält.
  • schon mal eine antibiotische Behandlung erfolgt ist.
  • das Kind eine Frühgeburt ist oder eine komplizierte Geburt überstanden hat.

Bei einem Säugling sind folgende Zeichen bei Fieber alarmierend:

  • schrilles Schreien, Trinkschwäche, Teilnahmslosigkeit
  • vorgewölbte Fontanelle und steifer Nacken
  • dunkelrote oder blaue Flecken auf der Haut
  • Bewusstseinsstörungen (das Kind ist schwer zu wecken), Ohnmacht
  • Krampfanfälle
  • das Schlucken fällt schwer und Speichel läuft aus dem Mund

Wenn das fiebernde Kind in schlechter Verfassung ist oder man unsicher und ängstlich ist, fragt man lieber einmal zu oft nach.

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Liegt die Temperatur über 38,3 °C, spricht man von Fieber.

Am sichersten ist eine mehrfache Messung der Temperatur rektal, vor allem bei Kindern unter sechs Jahren. Dazu sollte man die Thermometerspitze fetten! Bei richtiger Handhabung und Mehrfachmessung ist auch die Messung

  • im Ohr (intraaurikulär, Fieber etwa 0,5 °C höher als rektal),
  • unter der Zunge (sublingual, Fieber etwa 0,5 °C tiefer als rektal), und
  • unter der Achsel (axillär, Fieber etwa 0,5 °C tiefer als rektal) praktikabel.

Wenn man mehrmals hintereinander Fieber misst, weichen die Werte häufig etwas voneinander ab. Am Nachmittag und Abend ist die Körpertemperatur in der Regel höher, morgens niedriger. Auch körperliche Aktivität und ein heißes Bad lassen die Werte klettern.

Ziel der ärztlichen Diagnose ist es, die Ursache des Fiebers abzuklären. Die meisten der 300 Diagnosen sind sehr selten. Am häufigsten liegt eine Infektion vor. Grippe und Erkältung sind die Spitzenreiter unter den Fieberursachen. Meist deuten die Begleiterscheinungen wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen deutlich darauf hin. Daneben sind Darmgrippe, Harnwegsinfekt und Mittelohrentzündung bei Kindern oft mit Fieber verbunden. Diese „einfachen“ Ursachen sind leicht zu erkennen, in anderen Fällen muss der Arzt genauer nachforschen.

Fieber unbekannter Ursache (FUO)

Wenn das Fieber länger als drei Tage dauert, nicht sinkt oder immer wieder auftritt, ist die Diagnostik komplizierter. Der Arzt wird genauer befragen, gründlich körperlich untersuchen, Blutwerte bestimmen, eine Urinkultur im Labor anlegen lassen und andere Regionen gezielt untersuchen, um Infektionsherde abzuklären.

Auch Lunge, Harnwege oder Herzbeutel werden bei Verdacht untersucht. Bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen kennzeichnend sind Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen. Gefürchtet – besonders bei Kindern und älteren Menschen – sind Blinddarmentzündungen (Bauchschmerzen) und Gehirnhautentzündung (Meningitis). Ein Harnwegsinfekt lässt sich relativ einfach erkennen.

Wenn das Fieber länger als eine Woche dauert, ist eine Infektion unwahrscheinlich. Dann geht man von einer entzündlichen Fieberursache aus. Der Arzt wird die gesamte Haut- und Schleimhaut nach Ausschlag, Entzündungen und Knötchen untersuchen und nach geschwollenen Lymphdrüsen tasten.

Folgende Fragen liefern häufig eine heiße Spur:

  • Wie lange dauert das Fieber schon? Trat es schon öfter auf?
  • Hat sich in Ihrem Leben etwas geändert? Haben Sie Haustiere, besondere Hobbies?
  • In Zusammenhang mit welchen Symptomen trat das Fieber auf (Ausschläge)? Hatten Sie eventuell kürzlich eine Impfung?
  • Waren Sie im Ausland?
  • Welcher Impfschutz liegt vor (bei Kindern): Haemophilus influenzae Typ B, Pneumokokken, Meningokokken?
  • Sind Ihnen Infektionen bekannt (Zähne, Tuberkulose, Borrelliose, Herpes-simplex)? Waren Sie im Ausland (Malaria, Leishmaniose, Bilharziose) oder leiden andere Personen in Ihrem Umfeld an Fieber? Hatten Sie eine Verletzung (auch Tierbiss, Zeckenbiss, Insektenstich)?
  • Haben Sie Allergien?
  • Leiden Sie unter chronischen Erkrankungen?
  • Haben Sie einen neuen Sexualpartner?
  • Welche Medikamente (eventuell auch Drogen) nehmen Sie ein?
  • Hatten Sie in der letzten Zeit öfter Fieber? Ist Ihre Abwehr schwach oder unterdrückt (Immunsuppression, Autoimmunerkrankung, Allergie, HIV?)
  • Gibt es in Ihrer Familie ein erbliches „periodisches Fiebersyndrom“?

Wenn die Ursache des Fiebers nicht gefunden werden kann, werden eventuell Gewebeproben (Biopsien) genommen, um TBC, Hepatitis, Entzündung der Gefäße (Vaskulitis) oder andere Bindegewebserkrankung (Sarkoidose) auszuschließen. Auch eine Biopsie der Lymphknoten und des Knochenmarks kann bei ungeklärtem Fieber notwendig sein.