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Weitere Therapien: Fieber

Was sonst noch hilft

Fieber ist meist mit erheblichem Unwohlsein verbunden. Sinn der Zusatzmaßnahmen ist vor allem, das Befinden zu erleichtern und den Körper (Kreislauf) zu stabilisieren. Kühlende Maßnahmen senken außerdem die Temperatur (Naturheilkunde). Auch mit der richtigen Ernährung unterstützt man den Kranken. In schweren Fällen hält man sich an die Schulmedizin.

Ernährung

Ernährungstherapie

Fiebernde Personen sind in der Regel ohne Appetit, doch Fieber verbraucht viel Energie. Der Kranke sollte also das Essen nicht gänzlich verweigern. Im Zweifelsfall fragt man den Fiebernden, was er sich wünscht. Man reicht am besten leicht verdauliche Kost.

Ernährung bei Fieber:

Frisches Obst, gedünstetes Gemüse, Kompott und Suppen. Gerade auch Salziges wie Salzstangen und Hühnerbrühe werden gerne angenommen, sie gleichen den Salzverlust durch Schwitzen aus. Kinder kann man oft mit süßen Speisen wie Kompott, Pudding oder eingeweichten Biskuits zum Essen überzeugen.

Mehr als normal trinken!

Fieber belastet den Wasserhaushalt, daher soll viel getrunken werden und zwar mehr als man als Gesunder braucht. Ein Kind mit einer Körpertemperatur von 39,5 °C braucht bereits um 30 % mehr Flüssigkeit! Ein dunkel verfärbter Urin ist ein deutliches Zeichen für Flüssigkeitsmangel. Empfehlenswert sind Kräutertees (Linden- und Holunderblüten, Stiefmütterchen und Weidenrinde) oder angewärmte Fruchtsäfte (Holunderbeeren-, Preiselbeer-, Schwarzer Johannisbeer- und Orangensaft). Man erwärmt Säfte schonend, indem man sie mit heißem Wasser verdünnt. Wenn der Körper zu wenig Wasservorräte hat (dehydriert), kann der Körper die Temperatur nicht mehr über Schwitzen regulieren!

Besondere Vorsicht gilt bei Fieber mit Durchfall und Erbrechen. Hier droht bei Austrocknung ein Kreislaufzusammenbruch. In kritischen Fällen wird eine Magensonde gelegt oder die Flüssigkeit intravenös ergänzt.

Zum Trinken sollte man bei Fieber anhalten, zum Essen sollte man aber niemanden zwingen. Einen beschränkten Zeitraum kann man in der Regel gut ohne Essen überstehen. Der jeweilige Zustand des Fieber-Patienten muss dabei berücksichtigt werden.

Naturheilverfahren bei Fieber

Prinzipiell sollt man sich am Anfang der fieberhaften Erkrankung warm halten und schwitzen. Schweißfördernde Tees finden Sie unter Phytotherapie.

Bei beginnendem Fieber leidet man häufig an kalten Füßen. Dann befürwortet die Naturheilkunde wärmende Fußbäder: Zunächst beginnt man mit einer Temperatur von 36 °C und gibt dann zunehmend warmes Wasser zu („ansteigende Fußbäder“).

Im späteren Verlauf und am Höhepunkt der fieberhaften Erkrankung setzt man kühlende Mittel ein, um dadurch das Fieber zu lindern, vor allem, wenn sich der Patient sehr schlecht fühlt.

Physikalische Therapie

Kontrollierte Kälte hat bei Fieber eine lange naturheilkundliche Tradition. Sie kann das Befinden entscheidend verbessern, der Infekt an sich wird davon aber nicht beeinflusst. Bei einer Temperatur von über 39 °C und bei ausgeprägter Unruhe ist gezielte Kälte ein probates Mittel. Sie erleichtert auch nachts das Ein- und Durchschlafen. Nur bei Fieberkrampf-Kindern und Patienten mit chronischen Organerkrankungen sollte Fieber früh (also bereits ab dem Punkt 38.5 °C) pharmakologisch gesenkt werden.

Vor der Kühlung bei Fieber prüft man, ob sich der Kranke wirklich überall heiß anfühlt (vor allem bei Kindern!). Fragen Sie den Kranken, ob er unter Hitzegefühl leidet. Keine Kaltanwendungen bei kalten Händen und Füßen oder bei Schüttelfrost einsetzen.

So einfach ist die traditionelle Fiebertherapie:

  • Wadenwickel: Einfach ein Tuch in zimmerwarmes Wasser tauchen und um die Waden wickeln (nicht um das Gelenk). Am besten man packt eine Folie unter die Füße, oben werden sie mit Handtüchern abgedeckt. Etwa alle 15 Minuten erneuern. Das Fieber sollte dann um 1-1,5 °C sinken.
  • Kalte Waschungen: der Körper wird mit einem Waschlappen feucht-kalt abgerieben. Die Wassertemperatur sollte nicht zu tief sein (etwa 10 °C unter der Körpertemperatur oder höher). Kühlend wirkt hier überwiegend die Verdunstungskälte, die Haut sollte aber nur feucht und nicht tropfend nass sein. Man wird dabei vorsichtig erst mit den Händen beginnen und dann über die Arme, den Hals zum Körper hin arbeiten. Dann von den Füßen über die Knie, zuletzt am Gesäß. Der Vorgang dauert etwa 10 Minuten und kann dann bei Bedarf alle 30 Minuten wiederholt werden. Im Anschluss deckt man den Fieber-Patienten wieder zu.
  • Essigsocken: dabei wird Apfelessig in zimmerwarmem Wasser fünffach verdünnt. Darin werden saugfähige Kniestrümpfe getränkt und über die Waden gezogen. Nach 20 bis 60 Minuten kann man die Behandlung wiederholen. Alternativ trocknet man die Beine ab und packt sie wieder ein.
  • Bei Kindern macht man gelegentlich zur Fiebersenkung auch salinische Darmeinläufe mit kühlem Salzwasser.

Vor allem früher setzte man bei Fieber auf kühlende Bäder, etwa zwei Grad unter der Körpertemperatur. Nachdem der Patient in der Wanne sitzt lässt man langsam kaltes Wasser zulaufen („absteigendes Wannenbad“, minimal 25 °C, Badezeit maximal 15 min). Heute rät man eher davon ab. Nur wenn der Wadenwickel nicht hilft, greift man nach ärztlichem Rat zu diesem Fiebermittel.

Achtung:

  • Die Gegenregulation des Körpers auf kalte Anwendungen kann aber bei Herzpatienten und anderen chronisch Kranken auch belastend sein, es ist daher im Einzelfall der Nutzen abzuwägen bzw. eine begleitende leichte pharmakologische Fiebersenkung zu überlegen. In diesen Fällen berät besser ein Arzt.
  • Wenn die naturheilkundliche Kaltanwendung gegen das Fieber keine Wirkung zeigt, kann sie wiederholt werden und mit Phytotherapie und Homöopathie kombiniert werden. Sinkt das Fieber auch dann nicht, ist eine medikamentöse Therapie sinnvoll.

Schulmedizin

Die Schulmedizin wartet bei Fieber ab

Unter Berücksichtigung von möglichen gefährlichen Verläufen kann Fieber bei einfachen Infekten der oberen Atemwege meist ohne massive Bekämpfung beobachtet werden. (Wann zum Arzt?)

Medikamente – Antipyretika (= Fiebersenker)

Bei Schmerzen, erheblichem Unwohlsein (Schüttelfrost) oder auf Wunsch des Patienten ist gegen Paracetamol nichts einzuwenden. Für fiebrige Kinder gibt es altersgerecht dosierte Säfte oder Zäpfchen.

Aber:

  • Eine Überdosis ist gefährlich! Informieren sie sich genau über die Nebenwirkungen, vor allem, wann Sie nachdosieren können.
  • Kein Paracetamol nach Impfungen. Es könnte die Wirkung schmälern.
  • Nach Alkoholexzessen und bei Leberkranken (auch Meulengracht-Syndrom) kann auch eine übliche Dosis Paracetamol die Leber gefährden.

Wirksam sind außerdem Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Man sollte aber Ibuprofen und Paracetamol nicht kombinieren und auch nicht alternierend einnehmen. Metamizol und Steroide sind für bestimmte Situationen reserviert, wenn zum Beispiel andere Maßnahmen nicht anschlagen. Steroide senken nicht nur das Fieber, sie unterdrücken auch das Immunsystem. Das ist gerade bei einem Infekt möglicherweise schädlich, bei einer Autoimmunerkrankung jedoch positiv.

Für pharmakologischen Fiebersenker gilt:

  • Nicht bei Leber- und Nierenschäden einnehmen.
  • Dosierung beachten.
  • Häufig beobachtet werden Magen-Darmstörungen mit Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen.

Bei fiebernden Kindern

Der kindliche Organismus verkraftet das Fieber meist gut, dabei sollte man aber das Verhalten und die Befindlichkeit des Kindes die ganze Zeit im Auge haben: Steigt die Temperatur rasch an, besteht vor allem bei (Klein-)Kindern zwischen sechs Monaten und sieben Jahren die Gefahr eines Fieberkrampfes, der jedoch bei Kindern über zwei Jahre meist harmlos ist. Wenn ein Kind schon einmal einen Fieberkrampf hatte, greift man sinnvollerweise rechtzeitig ab einer Temperatur von 38,5 °C ein, ansonsten bei 39 °C und wenn das Kind sehr leidet (besonders in der Nacht). Verfügbar sind für Kinder Zäpfchen oder Saft mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen. Etwa eine halbe bis eine Stunde danach sollte die Temperatur gefallen sein. Die Wirkung sollte vier bis sechs Stunden anhalten. Danach muss man erneut abwägen. Wenn das Kind einschläft, ist das ein positives Zeichen. Es sollte dann nicht für Medikamente oder andere Maßnahmen geweckt werden.

Achtung: Acetylsalicylsäure (ASS oder Aspirin) ist für Kinder nicht geeignet, hier kann es in seltenen Fällen zu schweren Komplikationen kommen: Das Reye-Syndrom mit einer Zerstörung von Gewebezellen im Gehirn und in der Leber.

Fieberkrampf

Am häufigsten tritt er bei Kindern zwischen ½ und fünf Jahren auf. Meist besteht die Neigung in der Familie oder es liegt eine nervliche Störung vor. Gefährdet sind außerdem Kinder, bei denen der Krampf schon mal bei relativ niedrigen Fieberwerten aufgetreten ist (bis 39 °C) (weiter Informationen unter Komplikationen).

Fieber, was für ein Glück?

Man sollte Fieber nicht routinemäßig als lästiges Symptom einfach beseitigen, da es Hinweise auf positive Effekte im Körper gibt: erhöhte Temperatur ist ein Zeichen, dass sich der Körper mit der Krankheit auseinandersetzt. Gegen Viren hat die Medizin im Augenblick nicht viele Optionen, Fieber ist eine ganz natürliche Maßnahme, ganz ohne Schulmedizin.

Siehe auch Anmerkungen zu Antibiotika und Fieber.