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Die Erkrankung verstehen: Funktionelle Herzbeschwerden

Gesundes Herz krank?

Bei funktionellen Herzbeschwerden leidet der Patient unter Herzbeschwerden, ohne dass der Arzt eine organische Erkrankung feststellen kann. Der Begriff funktionell bezeichnet hier die „gestörte Funktion“ des Herzens. Die funktionellen Beschwerden sind auf den Ebenen der Nervenempfindung real, nur die bildgebenden Verfahren können sie meist nicht entsprechend darstellen.

Definition

Das steckt dahinter

Die gestörte Funktion

Alle inneren Organe arbeiten wie von selbst – ohne dass man darüber nahdenken müsste. Das täuscht darüber hinweg, dass natürlich auch die Organe über die Nerven gesteuert werden, nur eben nicht auf bewusster Ebene. Gerade Stress überträgt sich auf die Organe, wie das Herz, da sich der Körper in jeder Hinsicht auf Flucht vorbereitet. So kennt man eine Vielzahl von Herzbeschwerden, denen eben keine Schädigung der Struktur, sondern eine Störung der Funktion zu Grunde liegt. Funktionelle Beschwerden können fast jedes Organ betreffen, oft sind es Magen, Darm oder Herz. Häufig setzt sich die Störung in einem Organ fest, das schon einmal erkrankt war und die ganze Palette unangenehmer Empfindungen ausgelöst hat.

Herz mit Eigensinn

Bei gesunden Menschen variiert die Herzschlag-Frequenz ganz subtil. Mal schlägt das Herz etwas schneller mal ein wenig langsamer, auch ohne Belastung. Es ist jeder Zeit bereit dynamisch auf Erfordernisse einzugehen. Bei psychosomatischen Problemen ändert sich das häufig: Man findet dann eine sogenannte „Frequenzstarre“ oder Arrhythmien. In diesen Herzschlagsequenzen schlägt das Herz, als ob es die Anpassungsfähigkeit verloren hätte. Es gehorcht einem „fremden“ Taktgeber. So kommt es zu ganz unangemessenem Herzschlag, der Missempfindungen auslöst. So kann das Herz ohne Anlass „rasen“ oder „stolpern“. Auch Schmerzen, Stechen und Atemnot treten ohne „erkennbaren“ Grund auf.

Häufigkeit

Von den Patienten, die den Arzt wegen Herzbeschwerden aufsuchen, leiden etwa 15 bis 25 % an funktionellen Herzbeschwerden. Die Patienten um die vierzig befinden sich in einer Zeit der höchsten psychosozialen Belastung (zwischen 20 und 40 Jahren). Meist zehren die Anforderungen Familie und Karriere gleichzeitig an den Nerven.

In etwa die Hälfte der Fälle wird nicht entsprechend behandelt, weil es an Vorschlägen fehlt oder der Patient keinen Zusammenhang zwischen Psyche und Beschwerden sieht. Das Beschwerdebild sollte man ernst nehmen, um eine Chronifizierung der funktionellen Beschwerden zu verhindern.

Ursachen

SOS: interne Kommunikation gestört

Warum sich das Herz selbstständig macht, darüber wird noch spekuliert. So wird eine gesteigerte Erregbarkeit des vegetativen Nervensystems vermutet. Das bewirkt eine erhöhte körperliche Empfindlichkeit sowie seelische Reizbarkeit. Was im „Inneren“ vor sich geht, nehmen nämlich nicht alle Menschen gleichermaßen wahr. Und nicht jeder hört angespannt in sich hinein. So kann es auch sein, dass sich die Betroffenen aus diesen Gründen schneller „angeschlagen“ fühlen, als durchschnittliche Menschen. Oft liegt auf psychischer Ebene auch ein erheblicher Druck vor, wie geistige oder körperliche Überforderung, Traumata und Schicksalsschläge. Besonders hart trifft es die sehr empfindsamen, ängstlichen oder depressiven Personen. Aber auch das andere Extrem scheint zuzutreffen: Dann wenn Menschen die eigenen Gefühle leugnen und sich in einer aussichtslosen Situation festgefahren haben. Da kann auch schon mal bei einem partnerschaftlichen Konflikt das Herz „zum Austragungsort“ werden.

Verschiedene psychische Vorbelastungen erhöhen das Risiko für psychosomatische Erkrankungen und auch funktionelle Herzbeschwerden:

  • hoher Leistungsdruck, viel Verantwortung, Stress
  • Soziale Probleme, Einsamkeit, Ausgrenzung
  • Trauma, Umzug
  • Problematische Kindheit mit mangelnder Gelegenheit, die eigenen Stärken zu entdecken und Problemlösungsstrategien zu entwickeln
  • Geringes Vertrauen in die eigene Kraft, mangelndes Selbstvertrauen
  • generelle Ängstlichkeit bis zur Panikstörung
  • Defizite in der Angstbewältigung
  • mangelnde soziale Geborgenheit, kein Rückhalt
  • Verlust- und Trennungsängste
  • ängstliche Selbstbeobachtung (hypochondrische Persönlichkeit)
  • Depression

Prävention

Gesund und glücklich…

sollte man leben, kaum ein Leben verläuft so harmonisch. Darum ist man mit ein paar einfachen Ratschlägen besser geschützt.

  • Psychohygiene: Jeder Mensch hat eine psychische Ebene, die gepflegt werden muss.
  • Gleichgewicht: Jede Anstrengung und jede Faulheit braucht einen Ausgleich.
  • Freunde: Ein starkes soziales Netz schützt vor psychischen Problemen aller Art, auch funktionellen Herzbeschwerden.
  • Fördern, Fordern und Entspannen: Ein bewegtes Leben mit vielen Einflussfaktoren schützt vor Herzbeschwerden.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Kann der Patient seine Diagnose akzeptieren und für eine Therapie motiviert werden, stehen die Chancen gut: Die Beschwerden verschwinden innerhalb von Monaten, spätestens nach zwei Jahren. Weitere psychische Erkrankungen, mangelnde Bereitschaft oder mangelnde Therapievorschläge von Seiten des Therapeuten erschweren die Heilung. So kommt es, dass mehr als die Hälfte der Patienten dauerhaft unter der Erkrankung leidet.

Komplikationen

Ein Patient macht Karriere?

Eine genaue körperliche Untersuchung kann für einige Zeit zu einer Beruhigung der Beschwerden führen. Doch leider kommen die Symptome über kurz oder lang zurück und der Patient wünscht eine erneute Diagnose. Auf die Dauer allerdings gibt sich der Arzt genervt. Das kränkt verständlicher Weise den Patienten, er wechselt den Arzt und beginnt unter Umständen eine Irrfahrt durch das medizinische System. Moderne Ratgeber empfehlen dem Arzt und dem Patienten sich über Eigendynamik funktioneller Beschwerden im Klaren zu sein.

Problemfall: Herzkranke mit Herzangst

Falls der Patient „Angst vor seiner eigenen Angst“ entwickelt, ist oft eine intensivere Behandlung notwendig. Problematisch ist auch, wenn eine echte Herzkrankheit und eine Herzneurose zusammen treffen. Ohne therapeutisches Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft des Patienten geht es hier nichts voran. Gerade hier zählen die Methoden zur psychischen Selbstkontrolle.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen