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Furunkel

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Furunkel nicht ausdrücken!

In leichteren Fällen reicht bei einem Furunkel eine antiseptische Wundsanierung sowie eine phytotherapeutische Behandlung.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ausdrücken ausdrücklich verboten!

Furunkel sind eitrige Entzündungen der Haut, die richtig schmerzen können. Die betroffene Stelle ist zudem gerötet und schwillt an. Ursache sind meist Staphylokokken oder andere Bakterien, die sich im Haarbalg festsetzen und sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten. Scheuernde Kleidung und ein schwaches Immunsystem begünstigen die Entzündung. Wenn mehrere Furunkel zu einem großen Herd verschmelzen, spricht man von einem Karbunkel. Obwohl man mit Sicherheit den Drang verspürt, Pickel auszudrücken und sich somit Linderung zu verschaffen, sollte man dies strikt unterlassen! Auf diese Weise könnten sich die Bakterien noch mehr ausbreiten und sogar in die Blutbahn gelangen. Vielmehr sollte man auf eine antiseptische Behandlung setzen. So eignen sich zum Beispiel die Heilpflanzen Arnika, Kamille oder Propolispräparate ideal zur Wundbehandlung. Bei größeren "Exemplaren" sollte ein Arzt die Stelle versorgen und den Eiter durch eine Eröffnung fachgerecht abfließen lassen.

Do's und Don'ts bei Furunkeln und Karbunkeln

Achtung: Furunkel nicht ausdrücken

Die spontane Reaktion bei Pickeln ist häufig, sie auszudrücken. Furunkel darf man nicht drücken, weil eine Ausbreitung in das umliegende Gewebe oder sogar in die Blutbahn droht. Bei unreifen Pickeln ist daher – nicht nur der starken Schmerzen wegen – der gesamte Bereich ruhig zu stellen.

In leichteren Fällen reicht eine antiseptische Wundsanierung sowie eine phytotherapeutische Behandlung aus. In schweren Fällen wird antibiotisch behandelt oder sogar operativ eingegriffen. Die naturheilkundliche Therapie kann begleitend erfolgen. Die betroffene Stelle heilt schneller ab und man ist besser vor Rückfällen geschützt.

Karbunkel werden schulmedizinisch behandelt, lediglich zur Nachsorge kommt die Naturheilkunde zum Einsatz.

Heilpflanzen

Zur äußerlichen Therapie des Furunkels setzt man verdünnte Arnikapräparate ein. Behandeln Sie aber nur kleine Flächen. Nicht alle Präparate sind für offene Wunden geeignet. Es kann zu Reizungen mit Bläschenbildung kommen. Richtig angewendet, lindert Arnika die Entzündung sowie die Schmerzen. Außerdem hat die Pflanze ein gutes antiseptisches Potential. Eine Kombination mit antibiotisch wirksamer Ringelblume ist sinnvoll.

Auch Lärchenterpentin wird lokal aufgetragen. Es fördert die Durchblutung und wirkt antiseptisch. Es beschleunigt die Reifung und wirkt wie eine Zugsalbe. Andere ätherische Ölmischungen wie Zitronen-, Bergamott-, Orangenblüten-, und Rosmarinöl haben eine ganz ähnliche Wirkung.

Teebaumöl ist bei uns nur als Kosmetikum und nicht als Arzneimittel erhältlich, da die Nutzen-Risiko-Abwägung nicht geklärt ist. Bei empfindlichen Personen führt es, besonders nach längerem Luftkontakt (Oxidation!), häufig zu einer Sensibilisierung und Hautreizung. Bei Hautinfektionen wie Akne gibt es Studien, die nur Hinweise, aber noch keine Beweise für eine Wirksamkeit liefern.

Propolis wird in alkoholischen Lösungen oder in halbfesten Zubereitungen angeboten. Es wird aus dem Kittharz der Honigbiene hergestellt und hat eine lange Tradition als natürliches Antibiotikum. Es wird bei bakteriellen Infektionen eingesetzt.

Der Klassiker bei Hautinfektionen ist Kamille. Sie wird als Umschlag, Spülung oder Teilbad angewendet. Die Pflanze wirkt nicht nur gegen die Bakterien, sie lindert Entzündungen, fördert die Wundheilung und stimuliert das Immunsystem. Als Alternative für Bäder kann man auch adstringierende Eichenrindenabkochungen verwenden oder Umschläge aus Kalmuswurzel machen.

Wenn die Furunkel immer wieder auftreten, bietet sich Sonnenhut zur Steigerung der Immunabwehr an. Es ist in Form von Tropfen oder auch als Salbe zum Auftragen erhältlich, verfügbar sind ebenfalls Kombinationen aus Sonnenhut, Thuja-Extrakt und wildem Indigo. Ähnlich wirkt die Taigawurzel.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Furunkel helfen können

Homöopathische Mittel

Belladonna (Tollkirsche): Am Beginn der Erkrankung, die Infektion meldet sich mit klopfender schmerzhafter, stark geröteter Schwellung, Fieber und lokaler Erhitzung, Furunkel liegt noch unter der Haut.

Calcium sulfuricum (Calciumsulfat): Am Ende der Erkrankung: Eiterauswurf bringt keine Erleichterung, gelbe Eiterkrusten, Furunkel beim Aufbrechen blutend.

Hepar sulfuris ("Kalkschwefelleber", Kalziumsulfit): Eiterbildung, Schmerz am Furunkel stechend bis prickelnd, kälte- und berührungsempfindlich, heiß, übel riechender Schweiß, Person fröstelt.

Lachesis (Buschmeisterschlange): bläuliche Schwellung, Furunkel eiternd und blutend, übel riechend, lässt keine Berührung zu.

Myristica sebifera (Talgmuskatnußbaum): Fördert Reifung und Entleerung von Furunkeln: „homöopathische Furunkelspaltung“.

Silicea (Kieselsäure): Chronische Furunkel und Abszesse, schlechte Heilungstendenz, Eiterung lang anhaltend, dünnflüssiger Eiter, schmerzlose Schwellung der Drüsen, kälteempfindlich.

Staphisagria (Stefanskraut): häufig Furunkel an Nase oder Gerstenkorn am Lid, Gerstenkörner, die nicht zur Reifung kommen und eine knötchenförmige Gewebsverhärtung hinterlassen.

Sulfur (Schwefelblüte): Hautfarbe schmutzig, Neigung zu eitrigen Pickeln und Mitessern, Furunkeln und trockener unreiner Haut, starker Juckreiz, besonders in der Wärme, starke Absonderung, Wasser und wachen verschlechtert.

Weitere Therapien

Handelt es sich um schwere Fälle, sollte man sich einer schulmedizinischen Behandlung unterziehen. Welche Therapie diese bei Furunkeln und Karbunkeln auf Lager hat und welche Naturheilverfahren die Heilung unterstützen, erfahren Sie auf der nächsten Seite!