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Weitere Therapien: Furunkel

Was sonst noch hilft

Zur nachhaltigen Behandlung von Furunkeln ist vielleicht auch eine Umstellung der Ernährung Erfolg versprechend. Außerdem gibt es einige Methoden aus der Naturheilkunde, die wirken. Wenn das alles nicht hilft und es sich um große Furunkel oder gar um Karbunkel handelt, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Ernährung bei Furunkeln

Bei der Ernährung empfiehlt es sich, den Konsum von Fleisch und tierischer Fette zu Gunsten vegetarischer Nahrungsmittel, insbesondere frischem Obst und Gemüse zu reduzieren.

Ist das Furunkel im Gesicht, sollten Sie das Kauen vermeiden und auf weiche oder flüssige Nahrung umsteigen.

Naturheilverfahren bei Furunkel

Physikalische Therapie

Im Prinzip müssen bei der Behandlung eines Furunkels die betroffenen Körperbereiche streng ruhiggestellt werden.

Um die Reifung zu beschleunigen, sind lediglich Maßnahmen erlaubt, die die Adern erweitern und die Durchblutung fördern: Als warme Auflagen nimmt man Heublumensäckchen (aus der Apotheke), Heilerde, gequollene Leinsamen oder eine Paste aus Bockshornkleesamenmehl. Sie werden direkt auf die Stelle aufgelegt.

Eine alternative Form der Wärme sind Rotlichtbestrahlungen oder antibakterielle Bäder mit Kaliumpermanganat sowie ansteigende Bäder. UV-Licht hat außerdem eine antibakterielle Wirkung.

Häufige Furunkel sind auch ein Zeichen schwacher Immunfunktionen. Eine Stärkung des Immunsystems durch wechselwarme Anwendungen sowie Bewegung in Freien mit Sonnen- und Lichtbädern ist angeraten. Auch eine Kur in Form einer Balneotherapie oder ein Aufenthalt in einem Reizklima kann eine Wendung bei Furunkel-Neigung herbeiführen. Es gibt zahlreiche Varianten hiervon wie Saunabaden, Tautreten, Regenbrausen, kalte Güsse, kaltes Armbad und Trockenbürsten.

Achtung: Vor allen kalten Anwendungen muss der Kreislauf angeregt werden, so dass man sich gut durchgewärmt fühlt. Ansonsten sollten bei einer Furunkel-Neigung die Hände und Füße warm und trocken gehalten werden.

Bei einem Furunkel im Gesicht oder bei sehr starken Schmerzen greift man auch zu kühlenden Umschlägen mit Arnikatinktur oder Quarkauflagen.

Ordnungstherapie

Hygiene ist die wichtigste Maßnahme bei der Wundpflege. Bei kleinen Kindern ist das nicht immer ganz einfach. Schneiden Sie die Fingernägel kurz und packen Sie die Hände in Handschuhe ein. So reduziert man zumindest etwas die Ausbreitung durch Kratzen.

Achten Sie auf die Desinfektion Ihrer Hände. Desinfizieren Sie auch Oberflächen, die auch andere berühren (Türklinken). Auch bei Kleidern und Handtüchern ist besondere Umsicht nötig.

Verwenden Sie bei einem Furunkel geeignete Hautpflegeprodukte. Medizinische Seifen sollten sanft sein und die Hautbarriere schonen. Besorgen Sie Pflege- und Reinigungsmittel die ph-5-neutral und rückfettend sind.

Wie geht es Ihrer Seele?

Bei Stress und Depression kann das Immunsystem geschwächt sein. Das macht anfällig für verschiedene Infektionserkrankungen wie auch Furunkel. Man sollte daher aktiv um Entlastung bemühen.

Furunkel mit hoher Rückfallquote sollten Raucher dazu animieren über einen Rauchstopp nachzudenken. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.

Vermeiden Sie zu langes Sitzen, stehen Sie immer wieder zwischendurch auf. Das stärkt Durchblutung und Kreislauf.

Autovaccine

Besonders lästig sind wiederkehrende Furunkel. In diesem Fall kann man – wie bei Akne auch – eine Autovaccine versuchen. Diese Methode ist alt und hat durch die Erfindung der Antibiotika an Bedeutung verloren. Durch die rasante Resistenzentwicklung sollte man der Autovaccine wieder vermehrt Aufmerksamkeit schenken. Eine Impfung durch Injektion wirkt bei Furunkeln deutlich besser als ein oraler Kontakt, aber auch Nebenwirkungen sind hier häufiger.

Aus dem Eiter der Furunkel gewonnene Kulturen werden im Labor vermehrt und dann inaktiviert. In dieser Form ist eine gefahrlose Verwendung als Impfung möglich. Es erfolgen mehrere Injektionen seriell über einen Zeitraum von etwa 8 Wochen. Begleitend können die üblichen Impffolgen wie Rötung, Fieber und Abgeschlagenheit auftreten.

Eigenbluttherapie

Eine Eigenbluttherapie kann, besonders bei akuter Furunkulose, sinnvoll sein. Sie ist allerdings eine Selbstzahlerleistung.

Blutegeltherapie

Manche Vertreter der Komplementärmedizin raten bei Furunkeln zu einem ausleitenden Verfahren – insbesondere einer Blutegeltherapie. Immerhin sind durchblutungsverbessernde, keimhemmende und schmerzlindernde Wirkungen durch Blutegel sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht in jedem Fall zu erzielen. Sichere Belege gibt es hierfür noch nicht.

Begleitend dazu eignen sich „blutreinigende“ Teepräparate (mit z. B. Brennnesselblättern, Löwenzahnwurzeln, Faulbaumrinde, Sennesblätter und Anisfrüchten).

Mikrobiologische Therapie

In der Naturheilkunde behandelt man bei chronischer Furunkulose auch die Darmflora. Empfehlenswert sind Präparate mit medizinischer Hefe (Trockenhefe Saccharomyces boulardii), aber auch Kapseln mit Laktobazillus, Azidophilus (letztere beide auch in Naturjoghurt), Escherichia coli, Enterkokkus faecalis kann man hier einsetzen.

Die Einnahme erfolgt als Kur über einen längeren Zeitraum von 3-4 Wochen.

Hefe enthält verschiedene Vitamine, unter anderem auch aus der B-Gruppe, die den Hautstoffwechsel unterstützen.

Schulmedizin

Ruhe bewahren

Um eine Ausbreitung zu vermeiden und die Schmerzen zu reduzieren, empfiehlt sich eine Ruhigstellung. Der Patient selbst darf am Furunkel nicht drücken oder reiben. Bei einem Befall im Gesicht kann ein Sprech- oder Kauverbot notwendig sein.

Mit feuchter Wärme und Zugsalben kann man den Prozess der "Reifung" beschleunigen.

Furunkel spalten

Generell muss man abwarten, bis der Furunkel „reif“ ist. Dann ist die Eiterbildung abgeschlossen. Es sammelt sich in einer Höhle. Die Therapie eines Furunkels besteht in der Eröffnung mit einer Nadel oder einem Skalpell. Der Eiter kann dann nach außen abfließen, durch die Druckentlastung gehen dann auch die Schmerzen zügig zurück. Ein alter Chirurgenspruch sagt: „Ubi pus, ibi evacua“, „Wo Eiter ist, da schaffe Entlastung und lass ihn abfließen“. Auch heute noch ist dies die beste Therapie.

Sauberkeit und Desinfektion

Anschließend wird die offene Wunde desinfizierend versorgt. Wundhygiene ist ein wesentlicher Teil der Behandlung! Man vermindert die Gefahr einer weiteren Ausbreitung am eigenen Körper oder Ansteckung anderer Personen. Zur äußerlichen Anwendung für die Verminderung der Keimzahl auf der Haut stehen eine Vielzahl von Antiseptika zur Verfügung (Chlorhexidin, Polyhexanid, Povidon-Jod, Octenidin, Wasserstoffperoxid, Silbersulfadiazin oder Clioquinol).

Antibiose

Ist der Patient geschwächt oder anderweitig geschädigt, behandelt man das Furunkel oral mit Antibiotika. Wegen der sich ausbreitenden Resistenzen sind aber nur bestimmte Antibiotika geeignet. Es sind bereits 80 % der Staphylokokkenstämme gegen verschiedenste Penicillinarten resistent! Meist setzt man heute Cefalexin, Dicloxacillin, Sultamicillin, Amoxicillin/Clavulansäure ein. Zu beachten sind die Nebenwirkungen der Antibiotika.

Sollte der Zustand kritisch sein, wird die Behandlung intravenös durchgeführt. Bei nicht Ansprechen ist eine Laboruntersuchung des Keims unausweichlich. Der Eiter oder das Wundsekret wird dann zur Testung der Resistenzen des Keims an ein mikrobiologisches Labor geschickt. Wichtig ist, dass rechtzeitig Kulturen angelegt werden, mitunter kommt es hier zu einem Wettlauf um die Zeit.

Infektion sanieren

Personen, die permanente Träger von Staphylokokken sind – vor allem Klinikpersonal – sollten generell saniert werden, um weitere Ansteckungen (auch Selbstansteckung) zu vermeiden. Hier ist nicht nur eine Desinfektion der Haut sondern auch der Schleimhaut notwendig. Besonders häufig ist die Besiedelung im Nasenraum. Hier ist u.U. eine Sanierung mit lokalen Antibiotika, z. B. 1-2 Wochen Mupirocin topisch sinnvoll. In hartnäckigen Fällen muss die Haut aller betroffenen Familienmitglieder mit Octenisept, Povidon Waschlösung und/oder Triclosan desinfiziert werden.

Die Neigung zu Furunkeln ist neben Lebensführung und Konstitution nicht zuletzt auch genetisch bedingt. Leider sind einige Menschen ganz besonders anfällig für Furunkel.