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Gelenkschmerzen

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Wenn Bewegungen zur Qual werden

Es lohnt sich die Ursachen für Gelenkschmerzen zu ergründen, um ihnen mit der richtigen Therapie entgegen zu wirken.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Leben heißt Bewegung

Das wird einem erst dann schmerzlich bewusst, wenn sich die Gelenke melden. Ob man nun sportlich lebt, körperlich arbeitet oder lieber am Schreibtisch und auf dem Sofa sitzt: Gelenkschmerzen kann jeder bekommen. Die Ursachen von Gelenkschmerzen sind so verschieden wie die Lebensläufe. In jungen Jahren sind Übergewicht, Fehlhaltungen und Sportverletzungen Spitzenreiter, ältere Menschen leiden häufiger unter Gelenkabnutzung (Arthrose). Daneben haben Gelenkbeschwerden oft ganz überraschende Auslöser. Jede Entzündung kann im Prinzip auf die Gelenke schlagen. Da sind auch Erkrankungen von Haut, Darm, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit einbegriffen. Um zur richtigen Diagnose zu gelangen, zählen daher alle aktuellen Symptome, auch solche, die man vielleicht nicht sofort mit der Erkrankung in Verbindung bringt. Im Gegensatz zu den Schmerzmitteln der Schulmedizin sind die Naturheilkunde und Heilpflanzen die nebenwirkungsärmsten Behandlungsmethoden von Gelenkbeschwerden.

Behandlung bei Gelenkschmerzen: Naturheilkunde und Hausmittel

Ursache behandeln, nicht das Symptom

Bei akuten Gelenkschmerzen ist Schonung angesagt, denn wenn das Gelenk hochrot entzündet, heiß und geschwollen ist, will man sich auch nicht bewegen. Schwere Schmerzzustände bei Gelenkbeschwerden mit Schmerzmitteln zu behandeln (Schulmedizin), ist auf Dauer eher kritisch zu sehen. Auf lange Sicht sind die naturheilkundlichen Verfahren und Heilpflanzen besser geeignet. Auch leichte Bewegung ist ein „Muss“ und zwar bei jeder Therapiekombination. In vielen Fällen kann eine Ernährungstherapie oder Abnehmen die Lösung sein.

Therapie langfristig planen

Eine nachhaltige Therapie behandelt die Ursachen der Gelenkbeschwerden und nicht das Symptom „Schmerz“. Daher hat die Diagnose eine entscheidende Bedeutung. Ausheilung der Gelenkbeschwerden ist nicht immer möglich, wohl aber eine Besserung der Lebensqualität.

Seele im Blickfeld

Bei verschiedenen Gelenkbeschwerden, sowie Rücken- und Nackenschmerzen, spielt auch die Psyche als Auslöser eine nicht zu unterschätzende Rolle. Jede Form von chronischem Stress fördert Schmerzen am Bewegungsapparat. Aber auch Schmerzen und Einschränkungen schlagen sekundär auf die Stimmung. Ein Grund mehr auf die Seele zu hören.

Heilpflanzen zur Linderung bei Gelenkschmerzen

Problem Knorpelabbau

Die Auszüge aus der Afrikanischen Teufelskralle verhindern den Abbau von Knorpelgewebe bei entzündlichen Vorgängen. Arthrose begegnet die Phytotherapie mit Beinwellsalben oder Brennnesselprodukten (wie Frischpflanzenpresssaft, Tabletten mit Extrakt). Arthroseschmerzen geht man mit Chilisalbe an. Bei einer reinen Knorpelabnutzung liegt noch keine Entzündung vor, sie folgt aber häufig im Krankheitsprozess. Dann helfen Tabletten mit Teufelskralle oder Weidenrindenextrakt (mehr unter Arthrose).

Entzündung aus dem Gelenk ziehen

Umschläge mit Extrakten aus Arnikablüten und Beinwellwurzel lindern die Beschwerden. Innerlich anzuwenden sind die antientzündlichen Extrakte von Pappel-/Weidenrinde, Weihrauch und Teufelskrallenwurzel (mehr unter Rheuma).

Weitere Heilpflanzen je nach Problemzone

  • Verkrampfungen lösen: Sehr häufig kommt der Schmerz nicht direkt aus dem Gelenk, sondern den Muskeln. Sehr wohltuend wirken sich dann Wärmesalben aus. Sie enthalten Wirkstoffe aus Eukalyptus (Cineol), Fichten/Kiefernnadelöl, Rosmarinöl, Campher oder Lärchenterpentin. Die schmerzhafte Hautreizung ist ein durchaus erwünschter Nebeneffekt. Bei Chilisalben oder Senfmehlauflagen ist dies das Hauptprinzip: Schmerz hilft tatsächlich gegen Schmerz, Studien belegen diesen Sachverhalt.
  • Stress und Psyche besänftigen: Johanniskraut wirkt gut gegen ein Stimmungstief und hat daneben auch eine antientzündliche Wirkung (mehr unter Stress). Als Öl („Rotöl“) in die Haut gerieben entspannt es auch die Muskeln. Bei Schlafstörungen und Unruhezuständen punkten andere Heilpflanzen wie der Baldrian (Extrakt).
  • Stoffwechsel entgiften: Eine Durchspültherapie mit Tees aus entzündungslinderen Heilpflanzen wie Goldrutenkraut, Birkenblättern, Spargelwurzelstock und Brennnesselwurzel entsorgen die Gifte, die den Stoffwechsel belasten. Bei Gicht fördert man die Entwässerung zusätzlich mit Kürbiskernen oder Grünem Tee.
  • Sportverletzungen lindern: Bei Verstauchungen, Blutergüssen und Prellungen kühlen Inhaltsstoffe aus Campher und Pefferminzöl die Gelenkentzündung. Bewährt haben sich weiter Arnika- oder Beinwellauflagen (mehr unter Sportverletzungen).
  • Schwellungen: Die Enzymtherapie mit zum Beispiel Bromelain aus der Ananas erwiese sich in Studien tatsächlich als abschwellend. Sie baut entzündliche Komplexe ab und erleichtern die Umstimmung des Stoffwechsels.

Homöopathische Mittel

Welche homöopathischen Mittel geeignet sind, häng sehr von der individuellen Krankengeschichte ab. Dies kann nur ein ausführliches Gespräch mit einem erfahrenen Homöopathen klären.

In homöopathischen Dosen ist der Eisenhut schmerzlindernd. Zusammen mit Campher und Lavendelöl sorgt er nach der Massage für nachlassende Schmerzen.

Häufig bei Gelenkbeschwerden werden eingesetzt:

Siambenzoesäure (Acidum benzoicum): Spezialmittel bei rheumatischen Gelenkbeschwerden mit springendem Charakter und Gicht. Konzentriert (Verdünnung D1) kommt das Mittel zum Einreiben in Frage.

Marmorkalk (Causticum): Gegen chronische Gelenkschmerzen verbunden mit großer Schwäche, chronische Arthrose mit Gelenkverformungen, Bedürfnis nach Bewegung.

Bittersüßer Nachtschatten (Dulcamara): Akute Entzündung mit Steifheit in Lenden und Nacken. Beschwerden ausgelöst durch Kälte und Nässe.

Giftsumach (Rhus toxicodendron): Bei verschiedenen Beschwerden des Bewegungsapparates und Schmerzzuständen; während Nässe und Kälte schlimmer, besser bei Bewegung; Patient unruhig und drängt nach Bewegung.

Achtung: Körperliche Schäden durch Entzündung und Abnutzung können auch mit Homöopathie nicht regeneriert werden, möglich wäre eine Linderung der Symptome.

Nahrungsergänzung

Knorpelnahrung

Nicht nur Muskeln und Knochen brauchen eine geregelte Ernährung, auch der Knorpel hat spezielle Anforderungen. Knorpelbestandteile wie Glucosamin oder Chondroitinsulfat aus tierischem Knorpel erleichtern den Knorpelzellen den Stoffwechsel. Wissen muss man allerdings, dass die Knorpelzellen in einen dicken Mantel von Knorpelgewebe eingepackt sind. Alle Nährstoffe erreichen die Zellen nur langsam. Daher müssen alle Gelenke begleitend beansprucht werden. Dabei nimmt der Knorpel die Stoffe ähnlich wie ein Schwamm auf. Nach jedem Ausdrücken saugt er sich voll. Achtung: Bei starker Abnutzung machen diese Stoffe den Substanzverlust nicht mehr wett.

Für ein starkes Bindegewebe und einen gesunden Knochenstoffwechsel sorgen Vitamine (wie Vitamin C und E) und andere Antioxidantien (aus Obst- und Gemüse-Extrakten).

Der Knochen schätzt Mineralstoffe wie Magnesium, und ganz besonders bei älteren Menschen und Heranwachsenden Calcium und Vitamin D.

Gut geölt …

Diverse Öle dämpfen den entzündlichen Stoffwechsel. Nachtkerzensamenöl erwies sich in etlichen Studien hilfreich bei Rheuma. Wenn Allergien, Entzündungen und Magen-Darmbeschwerden den Stoffwechsel auf die entzündliche Seite kippen lassen, kann das Schwarzkümmelöl lindernd eingreifen. Auch die Omega-3-Fettsäurekapseln (besonders aus Fisch) gehören zu einer gesunden (antientzündlichen) Ernährung.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Wärme oder Kälte: Bei hochentzündlichen Zuständen und Verletzungen tut Kühlen wohl, Arthrose mag es lieber mollig war. Dabei gilt: feuchte Wickel sind deutlich effektiver als „trockene“ Anwendungen.
  • Hausmittel wie Quark und Heilerde verstärken die kühlende Wirkung.
  • Bei Verletzungen sorgen Minzöl und Campher für den „Kälteeffekt“.
  • Umschläge, kalte Waschungen und Güsse betäuben den Schmerz und reduzieren die Schwellung. Achtung: Nicht zu kalt und nicht zu lange auflegen. Der Körper reagiert auf Unterkühlung im Anschluss mit einer Überwärmung und gerade das möchte man lindern.
  • Kohlblätter: Ein uraltes kühlendes Hausmittel sind Kohlblätter. Sie werden mit dem Nudelholz gequetscht. Mit einer Mullbinde oder einem Schal lassen sie sich auf dem Gelenk befestigten.
  • Heublumen-Säckchen werden über Dampf angewärmt.
  • Wärmesalben oder kühlende Öle sind praktisch und auch unterwegs immer zur Hand (Heilpflanzen).
  • Pluspunkt Training: Trainierte Menschen stecken Belastungen besser weg. Für eine gesunde Körperhaltung braucht man ausreichend kräftige Muskeln! Aber Spitzenleistungen und monotone Bewegungsabfolgen schaden mehr, als sie nutzen!
  • Ausgleich: Monotone Körperhaltungen erhöhen das Risiko für Krämpfe und Knorpelschäden. Knirschende Geräusche sind ein Warnzeichen. Machen Sie regelmäßig Pausen. Dabei bewegen Sie die Gelenke ohne Belastung. Erst dann kann sich der feine Film aus Gelenkschmiere erneuern.
  • Bandagen und Orthesen: Im Fachhandel gibt es verschiedene Hilfsmittel, die auf die einzelnen Gelenke zugeschnitten sind. Sie entlasten das Gelenk bei Belastungsspitzen und begünstigen so die Heilung. Zur Daueranwendung sind sie nicht geeignet: Sie schwächen die Muskulatur.
  • No-Go Übergewicht: Wer zu viel Gewicht mit sich herumträgt hat stärkere Schmerzen. Abnehmen zahlt sich auch hier aus!

Weitere Therapien

Das waren die Grundlagen aus der Phytotherapie und Hausmittel, die nächste Seite gibt Aufschluss über Naturheilverfahren und Schulmedizin bei Gelenkschmerzen. Auch bei der Ernährung gibt es beachtenswerte Punkte.