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Symptome und Diagnose bei Gelenkschmerzen

Arzt untersucht Hand- und Fingergelenke eines Rheumapatienten.

Wann treten die Gelenkschmerzen auf?

Typische Symptome sind Schmerzen bei Belastung der Gelenke. Aber Gelenkbeschwerden treten mitunter erst nach einer Beanspruchung auf oder sogar nach längerer Inaktivität. Diese Schmerzcharakteristik lässt die Ursache eingrenzen und ist hilfreich für die Diagnose.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Symptome

Typische Beschwerden bei Arthritis und Rheuma

Da nachts eine vermehrte Immuntätigkeit stattfindet, sind die Symptome in diesem Fall nachts schlimmer (Nacht- und Ruheschmerz). Morgens dauert es länger als eine Stunde, bis die morgendliche Gelenksteifigkeit weicht. Bei hoher Entzündungsaktivität sieht man eine deutliche Rötung, häufig verbunden mit Schwellungen und Überwärmung. Bei jeder Bewegung werden die Gelenkbeschwerden schlimmer. Der normale Bewegungsumfang kann meist nicht mehr schmerzfrei ausgeschöpft werden.

Kälte bessert diesen Typ von Gelenkschmerzen. Dies kennzeichnet insbesondere Autoimmunerkrankungen, Rheuma, Bechterew-Erkrankung und andere Entzündungen oder auch Infektionen,Kalkablagerungen und Gicht.

Anzeichen für Gelenkabnutzung

Typisch für Arthrose ist der Schmerz am Beginn der Bewegung, der sich nach kurzer Zeit bessert (5 bis 10 Minuten). Aber am Abend, nach belastungsreichen Tagen, melden sich die Gelenkschmerzen vermehrt. Ruheschmerzen entwickeln sich erst sehr spät im Krankheitsverlauf. Bei einem aufgerauten Knorpel kann man oft ein knirschendes Geräusch wahrnehmen, die Gelenke sind aber nicht geschwollen. Gelenkbeschwerden durch Arthrose sind häufig auf ein oder wenige Gelenke beschränkt, je nachdem, welche im Leben besonders gefordert waren. Häufig sprechen die Arthrosesymptome auf Wärme positiv an.

Weitere charakteristische Symptome bei Gelenkschmerzen

Schmerzbeginn langsam? Während nach Verletzungen sofort Gelenkschmerzen auftreten, entstehen andere Formen langsam. Ein Rheumaschub entwickelt sich innerhalb von Tagen bis Wochen, Arthrose innerhalb von Jahren.

Verletzung und Überlastung: Nicht immer sichtbar sind feine Risse in verschiedenen Gelenkstrukturen, trotz starker Schmerzen. Eine Beschreibung von Lebensumständen, Hobbies und Verletzungen lässt Rückschlüsse über die Risiken dieser Gelenkverletzungen zu.

Ort der Schmerzen: Beim Abtasten wird auch klar, ob der Schmerz nur an einem bestimmten Punkt (beispielsweise am Sehnenansatz beim Tennisellenbogen) liegt. Oft sind auch nur einige Richtungen des Gelenks (wie Schulter und Hüfte) betroffen. Das lässt darauf schließen, welche Gelenkstrukturen geschädigt sind.

Gelenkspiel: Gelenke dürfen nur in der „vorgesehen“ Richtung beweglich sein. Der Arzt prüft daher das „passive Gelenkspiel“. Nicht nur Verletzungen auch Inaktivität schwächen den Band- und Muskelapparat. Der Führungsapparat wird instabil.

Gelenksteife: Gerade bei Schulter und Nacken ist das Problem häufig zu beobachten: Die Beweglichkeit ist deutlich eingeschränkt. Verletzung, Schonhaltung, Krämpfe, Nervenprobleme, Wirbelverkanntungen, Arthrose - die Gründe für einsteifende Gelenke sind zahlreich.

Verformung: Bei länger bestehenden Gelenkerkrankungen kommen häufig Verformungen der Gelenke und gelenknaher Strukturen, insbesondere von Knochen vor. Degenerative Verformungen führen wiederum zu anderen Symptomen wie Sehnenreizungen, Nerveneinengungen und Bewegungseinschränkungen.

Haltungsschäden: Wenn Gelenkschmerzen, Fehlstellungen oder Rückenprobleme länger anhalten, leidet die gesamte Körperhaltung. Das lässt sich nicht nur schwer korrigieren, es folgen weitere Überlastungen an weiteren Gelenken.

Verspannungen:Wenn das Muskel- und Gelenkspiel gestört ist, schließen sich häufig ebenfalls schmerzhafte Verspannungszustände an.

Jedes Symptom zählt: Abgesehen von den Gelenkschmerzen sind diverse andere Symptome relevant. Hier kann nur der Fachmann richtige Schlüsse ziehen.

Wann zum Arzt

Bei immer wieder auftretenden Gelenkschmerzen oder knirschenden Geräuschen im Gelenk sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ist das Gelenk entzündet, gerötet und geschwollen, besteht akuter Handlungsbedarf. Dieser Zustand bildet sich oft nicht ohne Hilfe zurück. Auch bei chronischen Gelenkschmerzen kann man mit verschiedenen Maßnahmen die Lebensqualität lange erhalten.

Notfälle: Immer wenn Gelenkschmerzen nicht alleine auftreten, besteht erhöhte Aufmerksamkeit. > mehr dazu lesen

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Ein erster Schritt ist die Klärung, ob es sich um eine Erkrankung des Gelenks oder anderer Strukturen handelt (Knochen, Sehnen, Bänder, Muskeln, Schleimbeutel). Auch innere Organe strahlen mitunter auf Rücken und Gelenke aus! Daneben sind Gefäßerkrankungen auszuschließen (Thrombose, Arterienverschluss). Relevant ist außerdem, ob den Gelenkbeschwerden ein entzündlicher Vorgang (Arthritis), ein Verschleißprozess (Arthrose), eine Verkrampfung oder Verletzung zu Grunde liegt.

Anamnese:

Versteckte Infektionen äußern sich häufig mit Gelenkbeschwerden („reaktive Arthritis“). Der Arzt fragt bei der Diagnose daher nach Zeckenbissen und Krankheiten wie Durchfall (Diarrhoe), Darmentzündung (Enteritis) oder Harnröhrenentzündung (Urethritis).

Die körperliche Untersuchung gibt Hinweise auf Entzündungen oder Infektionen. Wanderröte auf der Haut zeigt beispielsweise eine Borrelieninfektion nach Zeckenbissen an (Erythema migrans). Einige Infektionen in Blase und Geschlechtsorganen verlaufen am Infektionsherd ohne schwere Symptome, ziehen aber mitunter Gelenkbeschwerden nach sich. Begleitend treten häufig auf: Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Augenentzündung im Bereich der Iris und Umgebung, schuppende Hand- und Fußsohlen, eventuell beim Mann auch Entzündungen der Eichel (Balanitis). Gelenkbeschwerden mit Fieber, Hautausschlägen oder Abgeschlagenheit sind Anzeichen von verdeckten Infektionen.

Laboruntersuchungen zeigen häufig sehr deutlich, ob die Gelenkbeschwerden durch eine Stoffwechselerkrankung, Infektion oder einen entzündlichen Vorgang wie zum Beispiel eine Autoimmunerkrankung (Rheuma) ausgelöst werden. Aussagekräftig für die Diagnose sind folgende Labor-Parameter:

  • Differential-Blutbild, allgemeine Entzündungsparameter: Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG), C-reaktives Protein (CRP)
  • Mineralien/Knochenstatus: Eisen, Kalzium, Phosphat
  • Infektionserkrankungen: Antistreptolysintiter (ASL), Erregerserologie
  • Autoimmunerkrankungen: Anti-DNAse B, Rheumafaktoren (RF oder Anti-CCP (anti-zyklisch-zitrulliniertes Peptid), antinukleäre Faktoren (ANA), Komplementfaktoren C3, C4
  • genetische Marker für die Veranlagung zu Spondylarthropathie (HLA B27) oder Morbus Behcet (HLA-B5)
  • Stoffwechselparameter: Cholesterin, Fettwerte, Zucker, Harnsäure, Homogentisinsäure

In der Regel erfolgt eine Röntgenaufnahme um Gelenkdefekte aufzuspüren und andere Erkrankungen auszuschließen (Tumore, Metastasen, Frakturen). Daneben geben die Punktion und Untersuchung der Gelenkflüssigkeit oft wichtige Hinweise auf die Ursache der Gelenkbeschwerden. Sonographie (Ultraschall) wird hauptsächlich zur Darstellung der Weichteile gemacht (Muskeln, Sehnen und Bänder) und bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) kann der Knorpel inspiziert werden.

Eine Sonderstellung nehmen die Nerven ein, sie täuschen Gelenkbeschwerden vor. Erkrankungen der Wirbelsäule können auf Gelenke ausstrahlen (Spondylose, Bandscheibenschäden, Verschleiß der Wirbelsäulengelenke). Auch die Einengung des Nervenkanals verursacht ernsthafte Beschwerden (Karpaltunnelsyndrom, Ischias). Diese Zustände gehören aber nicht im engeren Sinn zu den „Gelenkbeschwerden“.