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Gicht

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Heftige Schmerzattacken im Gelenk

Gicht ist ein Störung des Stoffwechsels, daher hat die Ernährungsumstellung in der Therapie oberste Priorität.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Krankheit der Reichen?

Früher galt die Gicht als eine Krankheit der Reichen, nur sie waren mit Nahrungsmitteln wie Bier, Fleisch und Fisch üppig versorgt. Heute hungert niemand mehr und Gicht kann jeden treffen, der dazu veranlagt ist. Zugegeben, bei Gicht gibt es eine klare genetische Komponente, aber der Eigenanteil ist hoch, sagt die Forschung. Eine Studie an Zwillingen zeigte, dass das Verhalten an der Ausprägung der Gicht zur Hälfte beteiligt ist. Größte Risikofaktoren sind die modernen Laster wie Übergewicht und Alkoholgenuss. Eigentlich doch gute Nachrichten: mit der richtigen Ernährung und Vorbeugung kann man den Ausbruch von Gicht vermeiden. Auch nach einem Gichtanfall spielt das Verhalten eine höchst wichtige Rolle. Nur in schweren Fällen muss die Schulmedizin mit Medikamenten eingreifen.

Behandlung bei Gicht: Naturheilkunde und Hausmittel

Oberste Priorität bei Gicht: Ernährungsumstellung

Ziel der Schulmedizin ist die Verkürzung des akuten Gichtanfalls. Auch die Schmerzen sind linderbar. Auf lange Sicht muss die Harnsäuremenge im Körper kontrolliert werden. Das bedeutet schlichtweg die Ernährung auf purinarme Lebensmittel umzustellen.

Achtung: Dauertherapie

Auch in den beschwerdefreien Zeiten zwischen den Gichtanfällen zahlt sich ein diszipliniertes Leben aus. Harnsäurekristalle im Gelenk sind eine Zeitbombe, führen sie doch zu vorzeitiger Gelenkzerstörung (Verlauf). Nur ein konsequentes Verhalten löst das Problem dauerhaft, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Gichtablagerungen lösen sich langsam wieder auf, wenn der Blutspiegel stimmt. Die Naturheilkunde unterstützt dabei den aktiven Stoffwechsel und hat auch so manches lindernde Verfahren auf Lager. Bei richtigem Herangehen ist die Gicht heilbar, die Neigung allerdings bleibt ein Leben lang bestehen.

Heilpflanzen

Früher verwendete man die Herbstzeitlose zur Behandlung der Gicht. Heute wird sie nur noch im Ausnahmefall in der Therapie eingesetzt. Man sollte nur Medikamente verwenden, die exakt auf den Wirkstoff eingestellt sind (Extrakte aus Herbstzeitlosensamen/Knollen/Blüten). Übrigens: Der reine Inhaltsstoff – das Kolchizin – wird exakt dosiert immer noch in der Schulmedizin verwendet. Zwar sprechen die Gichtsymptome gut an, Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind allerdings häufig.

Daneben gibt es in der Medizin hunderte von Pflanzen, denen eine Wirkung gegen Gicht nachgesagt wird. Studien, die die Wirkung belegen, sind leider nicht vorhanden:

In der traditionellen Heilkunde gelten Birke und Schwarzpappel als Gichtmittel. In der Tat zeigen Forschungsdaten, dass die Extrakte der Pflanzen die Herstellung von Harnsäure nach einem ähnlichen Prinzip hemmt wie der schulmedizinische Wirkstoff Allopurinol.

Damit das Wasser bei der Durchspültherapie gegen Gicht auch ausreichend zügig ausgeschieden wird, sollen entwässernde Heilpflanzen die Niere unterstützen (Birken- und Brennnesselblätter). Objektiv überprüft ist der Sachverhalt bei Gicht allerdings nicht.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Gicht helfen können

Homöopathische Mittel

Die Liste der in der Homöopathie verwendeten Pflanzen ist lang, im Grunde aber fehlen Wirkungsnachweise. Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen kommen homöopathisch verdünnte Lösungen verschiedener natürlicher Gifte zum Einsatz. Hier nur einige Beispiele für Gicht:

Bienengift (Apis mellifica): Starke, brennende Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit, Gelenk geschwollen und blass rot entzündet, Kälte bessert Beschwerden.

Tollkirsche (Belladonna): Akute Gichtentzündung, plötzlich aufgetreten, mit klopfenden Schmerzen. Kälte verschlechtert Beschwerden.

Zaunrübe (Bryonia alba): heiße, geschwollene Gelenke, Schmerz bei kleinster Bewegung, Schwächegefühl und Gelenksteife. Ärgerliche Stimmung.

Sumpfporst (Ledum): Gichtschmerzen an kleinen Gelenken. Kälte bessert die Beschwerden trotz Frostigkeit. Bettwärme und Bewegung verschlechtern die Gelenkschmerzen.

Empfehlenswert sind auch Komplexmittel mit Birkenrinde in Kombination mit Alraunenwurzel und Mädesüß.

Das geeignete Mittel gegen Gicht muss ein erfahrener Homöopath anhand der Symptome auswählen.

Schüßler-Salze bei Gichtsymptomen

  • Nr. 9 Natrium phosphoricum D6
  • Nr. 11 Silicea D12 (Kieselsäure)

Die Wirkung von Homöopathie oder Schüßler-Salzen auf die Gichtsymptome sind nicht wissenschaftlich belegt.

Nahrungsergänzung

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Vitamin C die Harnsäure im Blut sinken ließ. Man vermutet eine gesteigerte Ausscheidung der Harnsäure durch die Niere als Mechanismus. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. empfiehlt eine Dosis von 500 mg/Tag für 1-2 Monate. Eine Wirkung auf Schmerz und Häufigkeit der Gichtanfälle ist unsicher. Wegen des Risikos von Nierensteinen durch Vitamin C nennen andere Quellen einen deutlich geringeren Vitamin C-Wert (von 100 mg/Tag).

Überraschend zeigte sich, dass verschiedene Milchbestandteile die Gichtrate sinken lassen. Man untersucht derzeit Supplemente mit fettarmen Milchpulvern, die mit bestimmten Milchbestandteilen angereichert sind (Glycomacropeptid (GMP) und G600 Milch-Fett-Extrakt).

Übrigens: Resveratrol aus roten Weintrauben dürfte ähnlich wie Kirschen wirken. Hier aber hat die Forschung das Stadium des Tierversuchs noch nicht verlassen.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Verhaltensmaßregeln bei Gicht
  • Ruhe: Das schmerzende Gelenk hält man automatisch ruhig, medizinisch ist das durchaus richtig. Danach muss man aber darauf achten, dass man wieder in die Gänge kommt, sonst folgen Haltungsschäden. Auch die Beweglichkeit leidet.
  • Auf die Ernährung achten: Purinarme Lebensmittel sind das A und O der vorbeugenden Gichttherapie. Auf Dauer schützt auch eine schlanke Linie vor den Schmerzattacken. Auch die Gelenke werden spürbar entlastet.
  • Kühlung: Manchmal ist der Druck der Bettdecke oder eines kühlen Lappens auf dem Gichtgelenk bereits schmerzhaft. Dann lässt man kaltes Wasser darüber laufen oder macht ein Tauchbad in einer Schüssel oder einem Eimer.
  • Generell warm: Außerhalb eines Gichtanfalls sollte man den Körper warm halten, denn je kälter es ist, desto mehr Harnsäurekristalle bilden sich. Gicht befällt daher Gelenke die leicht auskühlen. Aus diesem Grund muss man bei hohen Harnsäurewerten vor allem im Winter Finger und Füße gut einpacken.
  • Viel trinken: Zum Ausspülen der Harnsäure über die Niere erhöht man den Flüssigkeitsdurchsatz. Da heißt es: mehr als 2 Liter trinken.
  • Vermeiden Sie Verausgabung: Stress und extreme körperliche Verausgabung sind Auslöser von Gichtanfällen. Achten Sie auf Schlaf und psychische Entspannung.

Weitere Therapien

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