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Weitere Therapien: Gicht

Was sonst noch hilft

Um Gicht zu behandeln helfen auch Hausmittel und Heilpflanzen. Wesentlich für die Therapie jedoch ist die richtige Ernährung. Auch die Naturheilkunde kann die Beschwerden lindern. Nur wenn die Ernährungsumstellung nicht greift, sollten schulmedizinische Medikamente eingenommen werden.

Ernährung bei Gicht

Fastenverbot

Bei Übergewicht ist zwar Abnehmen wünschenswert, dies kann aber nicht über radikale Fastenkuren erreicht werden, denn hierbei steigt das Risiko für einen Anfall. Ein schneller Fettabbau reduziert die Fähigkeit der Niere die anfallende Harnsäure auszuscheiden. Fasten ist für Gichtpatienten daher nur mit ärztlicher Anleitung sinnvoll. Eine gezielte Fastenunterstützung sind dann Harnsäure-senkende Medikamente und hohe Trinkmengen.

Gesunde Alternative

Weniger kritisch ist eine langsame Gewichtsreduktion über eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung. Eine pflanzliche Kost erzeugt einen alkalischen Harn, was auch zu einer verbesserten Löslichkeit der Harnsäure führt. Beginnen Sie also nicht mit striktem Fasten, sondern erhöhen Sie systematisch den Anteil von Gemüse und nicht so süßem Obst.

Ernährungstherapie bei Gicht: Tendenz vegetarisch

  • Reduziert werden sollte übermäßiger Genuss von Fleischprodukten, insbesondere Innereien und Wurst.
  • Etwas Fisch gehört ein – bis zweimal die Woche – zu einer gesunden Ernährung, aber auch hier muss die Menge im Rahmen liegen. Das gilt besonders für Fische wie Makrelen und Sardinen, sowie Fischhaut aber auch für Meeresfrüchte (Hummer).
  • Ausdrücklich erwähnt sei bei der Gichternährung die Säure-Basen-Regulation. Ein basisches Klima im Körper und ein basischer Harn verbessert die Löslichkeit der Harnsäure und packt das Problem an der Wurzel.
  • Achtung Falle: Vegetarische Hefepasten werden zwar als gesunde Lebensmittel angeboten, sie enthalten höchste Werte an Purinen. Für Gichtpatienten ist Hefe also nicht geeignet. Das gleiche gilt für Bier.
  • Problematisch ist auch Fleischextrakt. Auch mit Kräutern kann man schmackhaft würzen, es müssen nicht immer Brühwürfel sein.

Schmackhafte Alternativen

Fettreiche Milchprodukte verhalten sich bezüglich des Gichtrisikos neutral, bei fettarmen zeigen verschiedene Studien sogar eine senkende Gichtrate! Wer Milch verträgt kann also 250 ml pro Tag genießen. Auch Käse, Joghurt, Quark und Eier enthalten Eiweiß und sind praktisch purinfrei. Dabei muss man nur die Kalorien beachten. Übrigens wird eine vegane Kost bei Gicht nicht befürwortet: In Studien fielen Veganer durch hohe Harnsäurewerte auf.

Achtung neu:

  • Früher standen Hülsenfrüchte (wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Erdnüsse) und purinreiche Gemüse (Spargel, Spinat) auf der Verbotsliste. Untersuchungen haben aber keine Gichtgefahr durch Gemüse ergeben können. Diesen Punkt sieht man heute also viel entspannter. Jegliches Gemüse ist bei Gicht erlaubt konstatiert die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR).
  • Einzig und allein vor großen Mengen zuckerreicher Früchte (wie Äpfel, Birnen, Weintrauben oder Orangen) und fruktosereichen Fruchtsäften muss man sich hüten. Säuerliche Beerenfrüchte (wie Erd-, Johannis- oder Himbeeren, Zitrone und Melone) sind weniger bedenklich.
  • Auch beim Brot sieht man heute keine Gefahr mehr.

Trinken gegen Gicht

Durch das Trinken fördert man die Ausschwemmung der Harnsäure und verhindert eine Steinbildung durch die Harnsäure in der Niere und den Geweben. Bei der Menge muss man aber die 2 Liter-Marke überschreiten.

Dabei sollte man aber nicht wahllos zum nächsten Getränk greifen.

  • Alkohol lässt man besser weg. Er kurbelt in der Leber die Harnsäureproduktion an und vermindert die Ausscheidung. Dabei gilt absolutes Bierverbot, ein Glas Wein ist jedoch genehmigt.
  • Warnung gilt auch für gezuckerte Getränke. Beim Abbau von Fruktose fällt im Stoffwechsel Harnsäure an. Neben den Softdrinks und Limonaden stehen Smoothies und Fruchtsäfte auf der Verbotsliste. Light-Getränke ohne Zucker erhöhen das Gichtrisiko dagegen nicht. Positiv bewertet man auch Gemüsesäfte. Selleriesaft fördert auch die Entwässerung, bei der hohen Trinkmenge eine echte Erleichterung.
  • Kaffee und Grüner Tee sind ausdrücklich erlaubt. Früher war man demgegenüber zögerlich, heute weiß man aber, dass die dort enthaltenen Purine (Coffein und Xanthin) nicht zu Harnsäure abgebaut werden.
  • Gänzlich unbedenklich sind Mineralwasser und Kräutertees. Sie bekommen sogar ein doppeltes Plus, denn hier kann man entwässernde und antientzündliche Wirkstoffe unterbringen. Auch carbonathaltiges Mineralwasser sorgt für alkalischen Harn.

Zubereitung von Fleisch und Fisch

Kochen in Wasser ist in Hinsicht auf Gicht die beste Zubereitungsart. Dabei gehen die Purine in das Wasser über, es kann also nicht verwertet werden. Braten sollte man vermeiden, auch Frittieren. Viel Fett in der Nahrung schmälert die Ausscheidungskapazität der Niere für Harnsäure.

Medizin mit Kirschgeschmack

Eine brandneue Studie belegt einen interessanten Nebeneffekt von Kirschen: Sie reduzierten das Anfallsrisiko drastisch: das Risiko einer Gichtattacke sank, wenn an den beiden vorangehenden Tagen Kirschen genossen wurden. Aber auch hier kommt es auf die kleine Menge an: Es reichen bereits ein bis 2 Portionen Kirschen mit 10 bis 12 Früchten. Kirschsaft lies das Risiko um 35 % purzeln und Kirschextrakt gar um 45 %. Die zusätzliche Kombination mit dem Gichtmedikament Allopurinol erreicht den Spitzenwert von 75 %. Verantwortlich für diesen eindrücklichen Effekt sind vermutlich die Antioxidantien, hauptsächlich die rote Farbe der Kirschen. Diese Anthocyane wirken antientzündlich und hemmen vermutlich auch die Produktion von Harnsäure.

Naturheilverfahren bei Gicht

Wasser von innen und außen

Wasser ist nicht nur zum Trinken da. Es kühlt bei einem akuten Gichtanfall. Wechselwarme Anwendungen (Kneipptherapie) stimulieren in der gichtfreien Zeit den Gelenkstoffwechsel. Bei Kaltanwendungen ist zu beachten, dass der Körper vorher und nachher gut durchwärmt ist. Da sorgt sportliche Bewegung für ausreichend Heizkraft. Daneben kann man auch zu Vollbädern und Saunabesuchen raten. Die Kneipptherapie nutzt auch warme Heublumenauflagen. Das unterstützt die Auflösung der Kristalle.

Bewegung

Da strikte Fastendiäten für Gichtkranke nicht in Frage kommen, muss man vermehrt auf Bewegung setzen. Leichter Ausdauersport erhält den Gelenkapparat und fördert einen optimalen Stoffwechsel. Es gibt viele gute Gründe sportlich zu sein. Dabei gilt: Die Anstrengung wohl dosieren. Wenn man als Unsportlicher beginnt, sollte man die Leistung nur langsam steigern. Täglich etwa 20 Minuten schwitzen wäre wünschenswert.

Achtung: Um Schonhaltungen zu korrigieren oder nach einem Gichtanfall zu kräftigen ist eine gezielte Physiotherapie sinnvoll. Das gilt auch, wenn die Gelenkfunktion bereits beeinträchtigt ist.

Klassiker der Naturheilkunde gegen Gicht

Besonders erwähnenswert ist die Blutegelbehandlung bei einem Gichtanfall. Die Tiere werden direkt über dem entzündeten Gelenk oder Gichttophi angesetzt. Ihr Speichel enthält entzündungslindernde Substanzen, die auch den Blutfluss regulieren.

Daneben sollen häufige Aderlässe positiv wirken. Der Grund ist einfach: Mit dem Blut geht Harnsäure und Purine verloren. Daneben muss der Körper den Zellverlust ergänzen. Natürlich ist begleitend der Gichtpatient gefragt um den Nachschub an Harnsäure auf lange Sicht zu drosseln.

Die Neuraltherapie greift zu Schmerzmitteln. Sie werden als Quaddel über dem schmerzenden Gelenk gesetzt. Wie gut die lindernde Wirkung ausfällt ist schwer zu sagen, denn es gibt keine Studien. Unklar ist auch ob die Eigenbluttherapie oder die Sauerstofftherapie die Harnsäure fallen lassen.

Als Schmerztherapie kommen die Verfahren der Elektrotherapie in Betracht.

Schulmedizin

Langzeittherapie: Täter Harnsäure bekämpfen

Allgemeines Ziel der Schulmedizin ist es bei Gicht den Harnsäurespiegel langsam unter 6,0 mg/dl zu senken. Zunächst arbeitet man mit Diät sowie Maßnahmen zur Lebensführung.

Handeln nach dem Gichtanfall

Erst bei chronischer Hyperurikämie und aufgetretenen Gichtschäden setzt man so genannte Urikostatika ein. Allopurinol ist der Standard, Febuxostat wird wegen des hohen Preises selten verwendet. Die Präparate sollen die Herstellung der Harnsäure hemmen.

Daneben gäbe es noch Urikosurika (Benzbromaron und Probenecid). Sie kurbeln die Ausscheidung über die Niere an. Aber der Einsatz ist selten: Es besteht nämlich die Gefahr von Nierensteinen.

Achtung: Ein geringer Harnsäurespiegel führt zwar zu einer Auflösung der Ablagerungen. Das wiederum lässt manchmal die Blutwerte der Harnsäure stark ansteigen, wodurch sich das Risiko für einen weiteren Gichtanfall erhöht. Die Medikamente werden nur langsam hochdosiert, um keinen akuten Gichtanfall auszulösen. Bei Gefahr für weitere Gichtanfälle verschreibt der Arzt zusätzlich Naproxen und Kolchizin. Dieses Gift der Herbstzeitlose hemmt die Bewegung, Teilung und Fressleistung der Leukozyten. Seine Wirkung ist am schnellsten und stärksten, es hat aber auch die meisten Nebenwirkungen.


Akutmaßnahmen gegen Gichtanfälle

Akute Gicht wird erfolgreich mit Entzündungshemmern behandelt, meist nichtsteroidale Antiphlogistika wie Naproxen und Diclofenac. In schweren Fällen greift man auch zu Glucocorticoide (Prednisolon).