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Die Erkrankung verstehen: Grauer Star

Wissenswertes zu Grauem Star

Unter Katarakt oder Grauer Star versteht man eine Trübung der Augenlinse durch kleinste chronische Schädigungen. Der Name „Grauer Star“ leitet sich von der gräulichen Trübung der Linse ab, die im Endstadium schon bei einem Blick in die Augen sichtbar ist.

Definition

Das steckt dahinter

Wozu braucht man die Linse?

Die Linse im menschlichen Auge hat dieselbe Funktion wie eine Linse im Fotoapparat. Sie sorgt für ein scharfes Bild. Ohne Linse kann man nur unscharf aber farbig sehen.

Grauer Star entsteht durch die Zerstörung des Linsenaufbaus. Nach und nach beeinträchtigt die Trübung das Sehvermögen. Das Licht wird dann in der Linse gestreut und nicht gebündelt. Grauer Star lässt die Welt unscharf erscheinen und führt häufig zu einem Blendungsgefühl. Später geht durch die Trübung auch das Farbensehen verloren und es können nur noch starke Hell- und Dunkelkontraste wahrgenommen werden. Die Netzhaut bleibt jedoch verschont, so dass das Augenlicht wieder hergestellt werden kann.

Lebenslauf einer Linse

Das Gewebe der Linse wird nur einmal im Leben angelegt. Im Alter von 15 Jahren ist sie ausgereift. Zwar stellt das Linsenepithel ein Leben lang Linsenzellen her, die aber nur aufgelagert werden. Wenn aber im Linsenkern eine Degeneration erfolgt, kann der Schaden natürlich nicht ausgeglichen werden. Die Zellen in der Linse enthalten keinen Zellkern und keine Organelle, so dass die Linsenzellen keinen „eigenen“ Stoffwechsel haben. Sie können also nichts mehr herstellen oder abbauen und daher nicht regenerieren. Alle Schäden, die sich nach der Ausreifung der Zellen ereignen, sind dort dauerhaft fixiert.

Tatort Linse: keine Reparatur möglich

Ein ganz natürlicher Prozess ist die Abnahme der Elastizität der Linse (Sklerosierung des Linsenkerns). Das hat zwar Auswirkungen auf die Sehkraft, aber führt noch nicht zur Trübung. Entscheidend sind dauerhafte Schädigungen der Linsenproteine. Diese durchsichtigen „Kristalline“ vernetzen untereinander und mit den Schadstoffen (wie Zucker bei Diabetes). Das führt dazu, dass die Proteine nicht mehr löslich und durchsichtig sind. Eine erhebliche Rolle bei der Zerstörung der Linse spielen das Alter, aber auch genetische Faktoren oder Belastung der Augen. Man fasst dies mit dem Schlagwort (foto-)oxidative Schädigungen zusammen.

Häufigkeit

Grauer Star gehört zum Alter

Der Altersstar ist bei uns die häufigste Kataraktform, die sich bei älteren Menschen ab dem 60. Lebensjahr spontan entwickelt. Nach Vermutungen haben 50 % der Bevölkerung zwischen 52 und 64 Jahren bereits eine Katarakt, ohne Sehstörungen zu bemerken. Besonders häufig tritt der Katarakt bei der Bevölkerung mit niedrigem sozioökonomischen Status auf. Jedes Jahr werden weltweit 5-10 Millionen Fälle operiert.

Bei Kindern vermeidbar

Der Graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung. In armen Ländern sind durch Mangelernährung und Krankheiten viele Kinder davon betroffen. Besonders wichtig ist die zeitige Operation für Säuglinge bei der Diagnose Grauer Star, da sich sonst kein normales Sehvermögen entwickeln kann.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen, die alleine ausreichen, um einen Grauen Star auszulösen. Beim Altersstar sind es mehrere Ursachen, die zusammenkommen. Dabei spielt sehr wahrscheinlich die Versorgung mit Sauerstoff und Antioxidantien eine wichtige Rolle. Auch grelles Licht, insbesondere UV-Strahlung erzeugen zunehmende Schäden.

Neben dieser geläufigen Ursache kennt man folgende weitere Auslöser:

angeborener Katarakt (Cataracta totalis congenita):

  • Die häufigsten Ursachen sind embryonale Infektionen der Mutter mit Röteln, Masern, Herpes simplex, Varizellen, Epstein-Barr-Virus, Influenza, Syphilis und Toxoplasmose.
  • Auch genetische Defekte können ein Grund für angeborene Katarakt sein (wie durch Mutationen der Linsenzellenproteine, Vitiligo, Verhornungsstörungen der Haut, Neurodermitis, Ichthyosis, Sklerodermie, Galaktosämie, Trisomie 21, Trisomie 13 oder das Lowe-Syndrom). Etwa 50-75 % der Star-Fälle haben eine genetische Mitursache.

erworbener Katarakt

  • Altersstar (Cataracta senilis): häufigste Form tritt um das 60. Lebensjahr spontan ein
  • Zuckerstar (Cataracta diabetica): bei Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Rauchen und ungesunde Lebensweise mit hohem oxidativen Stress
  • Licht: UV-B-Strahlung schädigt die Linse bei Menschen, die im Freien arbeiten.
  • Strahlenstar: nach Bestrahlung mit Neutronen-, Gamma- oder Hitze
  • Hitzstar (Cataracta calorica): Hochofen-Arbeiter und Glasbläser tragen ein höheres Risiko für Star.
  • Blitzstar (Cataracta electrica): Blitz- oder Stromverletzung
  • Verletzungen des Auges: Wundstar (Cataracta traumatica): nach Prellung der Augen, Verletzungen der Linsenkapsel
  • Tetaniestar (Cataracta tetanica): wegen Unterfunktion der Nebenschilddrüse (Mangel an Parathormon und resultierender Kalzium-Mangel)
  • Kortisonstar: Medikamenteneinnahme (Cortison)
  • Augenerkrankungen (Cataracta complicata): z.B. Entzündung der Aderhaut (Uveitis)

Prävention

Vorbeugen bei Grauem Star heißt lebenslang die Risikofaktoren zu meiden:

  • Sonnenbrille schützt vor UV-Strahlung: Man sollte aber kein billiges Modell wählen, sie muss geprüft sein. Wenn die Sonnenbrille nur normales Licht – nicht aber UV-Wellen absorbiert, steigt die Gefahr für die Augen: Denn die Pupille erweitert sich in der „Dunkelheit“ der Gläser. Dadurch fällt das UV-Licht ungehindert ins Auge und richtet dabei Schaden an.
  • Schatten: Alternativen sind Hüte mit Krempen, welche die Augen beschatten.
  • Rauchen aufgeben: Es belastet den Körper mit oxidativem Stress. Das hinterlässt seine Spuren auch im Auge.
  • Antioxidantien als Gegenspieler: Man bevorzugt heute die natürlichen Formen der Vitamine in Obst und Gemüse. Sie sollten in der Nahrung reichlich vorhanden sein.
  • Zuckerkontrolle: Vermeiden Sie Diabetes, diese Stoffwechselentgleisung zerstört auch die Linse. Für Diabetiker gilt eine optimale Blutzuckereinstellung. Der Zucker nämlich reagiert mit den Linsenproteinen und trübt sie ein. Nebenher steigt dann auch der oxidative Stress sprunghaft an.
  • Vorsicht Infektion: Infektionen während der Schwangerschaft bedrohen das Augenlicht der Ungeborenen. Für Frauen, die eine Schwangerschaft planen gilt: Gegen Röteln und Masern impfen lassen und während der Schwangerschaft durch (Sexual-) Hygiene Infektionen vermeiden. Gefährlich werden in dieser Phase z.B. Toxoplasmose, Epstein-Barr-Virus, Syphilis, Zytomegalievirus und Herpes-Viren.
  • Arbeitsschutz: Nehmen Sie den Arbeitsschutz ein Leben lang ernst, das gilt insbesondere für Menschen, die am Hochofen arbeiten. Radioaktivität und UV-Strahlen umgehen.
  • Medikamente: Kortison sollte nur zeitlich beschränkt und aus guten Gründen verwendet werden.
  • Fettwerte: Wenn Ihnen der Arzt zu einer Senkung der Blutfette mit Statinen rät, sollten sie die Therapie konsequent durchhalten. Damit lässt sich die Gefahr für Star um 20 % senken.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Trübungen in der Linse bilden sich nicht mehr zurück und nehmen mit der Zeit zu. Dies kann zu einer Erblindung führen.

Nach Stadien unterscheidet man:

  • beginnende Trübung, Blendungsgefühl: Cataracta incipiens, Cataracta immatura
  • fortschreitende Trübung, Abnahme der Sehschärfe: Cataracta provecta
  • Quellung der Linse, Veränderung der Sehschärfe: Cataracta intumescens
  • Endstadium, Blindheit: Cataracta matura
  • Schrumpfung der Linse: Cataracta hypermatura

Die Erkrankung kann gut operativ behandelt werden. Die Linse wird dabei durch eine Kunstlinse ersetzt. Dazu muss das Auge von einem Fachmann genau vermessen werden. Die Sehschärfe ist danach oftmals besser als vorher, da auch eine bestehende Fehlsichtigkeit durch die neue Linse korrigiert werden kann.

Komplikationen

Mit zunehmendem Alter wird die Linse dicker, dies führt oft zu einem erhöhtem Augendruck (grüner Star, Glaukom).

Wenn der Star nicht operiert wird oder die Linsenkapsel auf Grund einer Verletzung platzt, kann Linseneiweiß austreten. Die Folgen sind oft eine Erhöhung des Augendrucks sowie eine Entzündung.

Auch die OP kann zu einem erhöhten Augeninnendruck oder einer Infektion führen. Sehr selten kommt es zu Wundheilungsstörungen oder allergischen Reaktionen auf die Medikamente.

Bei bestimmten Operationstechniken verbleibt ein Teil der Linsenkapsel im Auge. Auch diese kann mit der Zeit eintrüben (Nachstar). Auch diese Form ist durch eine Operation behandelbar. Die Wahrscheinlichkeit für einen Nachstar liegt bei ca. 25 bis 30 % in den ersten zwei Jahren nach der Operation.

Formen

Je nach der Lokalisation und Art der Trübung unterscheidet man nach

  • Ort: Rinden-, Kern-, Kapseltrübung
  • Form: Radiär, keilförmig, fleckig angeordnete Rindentrübungen, homogene Trübungen, Kristalle
  • Farbe: milchweiß, bläulich- weißlich, gelblich, bläulich, schwärzlich

Quellen/Weitere Informationen

Quellen