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Grippe

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Grippe: Der Virus schlägt jedes Jahr aufs Neue zu

Zur Vorbeugung und Behandlung ist die Einnahme von pflanzlichen Präparaten geeignet, die die unspezifische körpereigene Abwehr anregen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Grippe: vom unsichtbaren Virus zur Pandemie

Erst H1N1, dann H5N1, und noch kein Ende in Sicht. Seit Februar 2013 heißt die neue Gefahr H7N9. Noch ist der Grippevirus für den Menschen kaum ansteckend, doch dieses Blatt kann sich schnell wenden. Ein gefährlicher Zwischenfall entsteht, wenn ein Mensch – oder ein Schwein – mit mehreren Viren infiziert ist und so eine Weiterentwicklung beschleunigt. Dann nämlich können Viren Teile austauschen und ihre Infektiosität steigern. Es werden auf diese Weise immer neue Influenzaviren entstehen und vom Tier auf den Menschen überspringen und umgekehrt.

Wo die Grippe lauert, kann man nicht immer genau überblicken. Zum einen ist man bei einigen Viren schon vor dem Ausbruch ansteckend, zum anderen wird nicht jeder auch schwer krank. Grippeviren halten sich vor allem in trockener Luft sehr gut. Selbst fünf Stunden nachdem ein Erkrankter gehustet hat, kann man noch infektiöse Partikel in der Raumluft nachweisen.

Die einzig gute Waffe, die wir im Augenblick gegen Influenza haben, ist eine Impfung (Vorbeugung), Abhärtung sowie eine gute Konstitution. Sie haben also bei Ihrem persönlichen Grippemanagement einige Faktoren selbst in der Hand! Die antivirale Effizienz von Medikamenten und Heilpflanzen bei Grippe nämlich ist nicht ausreichend, um den Ausbruch einer Grippe zu unterbinden. Nur der Verlauf der Grippe kann erleichtert werden.

Behandlung bei Grippe: Naturheilkunde und Hausmittel

Grippesymptome lindern

Im Vordergrund stehen bei der Behandlung der Influenza die unangenehmen Symptome wie Husten und Halsschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber. Es gibt Möglichkeiten aus der Naturheilkunde und Phytotherapie. Schlaf und leichte Kost unterstützen den Heilungsprozess. Man braucht besonders in Grippezeiten ausreichend Vitamine, Flüssigkeit, Salz und Spurenelemente (Ernährung und Nahrungsergänzung), das heißt auch vorbeugend und in der Rekonvaleszenz.

Bei stärkeren Grippesymptomen müssen, unter Beachtung der Kontraindikationen und Nebenwirkungen, synthetische Medikamente eingesetzt werden (Schulmedizin). Eine pharmakologische Fiebersenkung ist nicht automatisch notwendig.

Überbehandlung der Grippe vermeiden

Eine Übertherapie mit Antibiotika und antiviralen Medikamenten ist, schon wegen der Nebenwirkungen, nicht die beste Therapie. Influenzaviren werden leider schnell resistent gegen die häufig eingesetzten Wirkstoffe! Diese Mittel setzt man daher nur ganz kontrolliert ein.

Trotz Grippe ein kleiner Trost

Nicht unterschätzen sollte man die positive Wirkung von fieberhaften Infekten auf das Immunsystem: Es wird trainiert und aktiviert. Das führt zu einer „kritischen Durchuntersuchung“ des gesamten Körpers nicht nur auf Influenzaviren, sondern auch auf andere Erreger wie Bakterien, Parasiten und insbesondere auf Gewebe mit beginnenden krebsartigen Veränderungen. Diese Störfaktoren werden bei einer fieberhaften Grippe gleich mitbeseitigt! Bei Menschen mit einer durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Anzahl fieberhafter Infekte in der Krankheitsvorgeschichte treten seltener Krebserkrankungen. Und außerdem: eine echte Grippe schützt besser vor der nächsten Grippewelle als eine Impfung!

Heilpflanzen

Sofort die Abwehr stärken

Ihr Körper ist in dieser Zeit der beste Verbündete bei der Influenzaabwehr. Zur Vorbeugung und Behandlung ist die Einnahme von pflanzlichen Präparaten zur Anregung des Immunsystems. Die Präparate enthalten oft Extrakte aus Sonnenhut (Echinacea), Wasserdost (Eupatorium), Lebensbaum (Thuja), Indigo (Baptisia) oder Taigawurzel (Eleutherococcus). Auch Propolis-Extrakt (auf gute Qualitäten direkt vom Bio-Imker achten) kann bei viralen Infekten wie Grippe gute Dienste leisten. Die Zistrose gar schafft es im Reagenzglas die Anzahl der produzierten Influenzaviren um den Faktor 100 zu drücken.

Antigrippale Wirkstoffe aus der Phyto-Apotheke

Es gibt auch eine Reihe von Heilpflanzen, die gewisse antivirale Effekte aufweisen. Beispiele sind Kamille, Knoblauch, Kapuzinerkresse und Meerrettich. Sie sind auch als Präparate verfügbar. Die Heilpflanzen eignen sich vorbeugend und verringern die Grippesymptome, wenn sie rechtzeitig genommen werden. Die antiviralen Pflanzen haben noch andere Zusatznutzen zum Beispiel gegen Husten (Thymianöl, Efeublätter, Anisöl) oder Halsschmerzen (Salbeiblätter, Salbeiöl). Nach Laborversuchen hemmt ein Extrakt aus den Holunderbeeren Influenzaviren vom Typ H5N1/ H1N1.

Auch gegen Schupfen, Ohrenschmerzen und Heiserkeit ist ein Kraut gewachsen. Lesen Sie dazu die entsprechenden Kapitel.

Fieber senken

Grippetee mit Weidenrinde, Pappelknospen oder Mädesüß lindert etwas die Gliederschmerzen und senkt das Fieber. Die Traditionsheilkunde nutzt Holunderblüten- oder Lindenblütentee gerne auch für Schwitzbäder mit indirekt fiebersenkender Wirkung.

Grippe und Fieber belasten das Herz. Man kann es gegebenenfalls durch ein Präparat aus Weißdorn stärken.

Nachsorge ist bei Grippe ein Thema

Starke Abgeschlagenheit erfordert bei Grippe eine längere Erholungsphase, bei Influenza kann dies Wochen dauern. In dieser Phase ist der Körper verstärkt für verschiedene Infektionen anfällig. Interessante Kandidaten, um diese Zeit zu verkürzen, sind z.B. Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides „Umckaloabo“), Ginseng, Taigawurzel, Rosenwurz und Sonnenhut.

Homöopathische Mittel

Die homöopathische Behandlung richtet sich nach den exakten Symptomen:

Brechnuss (Nux vomica D12): Influenza mit hohem Fieber, dazu heftiger Schüttelfrost, der sich durch Bewegung an kalter Luft verschlechtert, überempfindlich gegen Licht, Lärm, Berührung, Nase verstopft (nachts), Fließschnupfen am Morgen.

Brechwurzel (Ipecacuanha D3): Abwechselnd Frieren und große Hitze vor allem am Grippeanfang, erstickender Husten ohne Auswurf, Hustenanfälle die Brechreiz auslösen, Erschöpfung, rasselnder Schleim. Anhaltende Übelkeit, die durch Brechen nicht besser wird.

Eisenhut (Aconitum C30): Grippe beginnt schnell und stürmisch, Haut heiß und trocken, hohes Fieber, Gesicht beim Liegen rot, Schwindel beim Sitzen, Durst auf Kaltes, Unruhe und Beklemmung, Empfindlichkeit bei Berührung.

Gelber Jasmin (Gelsemium C30): Schwächegefühl, zittrig, Zähneklappern, Benommenheit, Kälteschauer, beißender Fließschnupfen, Rachen- und Kehlkopfkatarrhe, heißer Kopf, kalte Glieder, frostige Schauer, fieberhafter, grippaler Infekt, Grippekatarrh mit heftigem Kopfschmerz.

Giftsumach (Rhus toxicodendron D12): grippaler Infekt, Gliederschmerzen, Schmerzen in den Muskeln des Nackens, der Schulter, des Rückens, der Arme und Beine, oder neuralgische Schmerzen in den Gliedern, am Kopf und im Gesicht, Ausschläge, Bewegungsdrang.

Küchenschelle (Pulsatilla D6, C30): Frieren bei Abneigung gegen geheizte Räume, Verlangen nach frischer Luft, heiße Haut, erschöpft besonders abends, Infektion der oberen Atemwege, Grippe, milder Schnupfen mit Niesen, chronische Nasenverstopfung, Juckreiz, Tränenfluss und Schmerzen am Auge.

Phosphor (Phosphorus D5): trockener Husten, Gefühl einer wunden Kehle, Kopfschmerzen durch Husten, Patient hält sich beim Husten vor Schmerzen die Brust, Kitzelhusten, bei dem sich kein Auswurf bildet.

Sonnenhut (Echinacea angustifolia C30): Müdigkeit, Mattheit, Frösteln und Schüttelfrost, besonders vom Rücken her, allgemeine Schmerzen, septischer Fieberlauf.

Tollkirsche (Belladonna C30): Grippebeginn schnell, Kopf hochrot, rote Flecken auf der Haut, pulsierendes Gefühl, Haut feucht und dampfig, Schweiß, Durst auf Kaltes, Fieberkrämpfe, Nebenhöhlenschmerzen.

Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum C30): Grippesymptome wie Gefühl der Zerschlagenheit, Schmerzempfindlichkeit, berstende Kopfschmerzen, Frieren und Fieber, schmerzhafter Brustkorb vor allem beim Husten.

Zaunrübe (Bryonia C30): Langsamer Grippebeginn, Fieber entwickelt sich langsam, Verschlimmerung am Abend oder nachts, intensive Schmerzen, Kopfschmerzen, Infektion der oberen Atemwege, trockener, harter und schmerzhafter Husten.

In homöopathischen Komplexmitteln sind mehrere Komponenten enthalten.

Nahrungsergänzung

Die Spurenelemente Kupfer, Zink, Selen und Phosphor, die Vitamine A, C, E und Mineralstoffe, insbesondere Eisen können nützlich sein.

Zink und Vitamin C sollte man schon bei den ersten Influenzasymptomen einnehmen.

Gerade bei Kindern vermutet man einen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und einer erhöhten Anfälligkeit für Influenzaviren. Damit dieses Vitamin ausreichend gebildet werden kann, braucht man ausreichend Sonnenlicht, vor allem in der dunklen Jahreszeit. Bei Mangel kann man es auch über Nahrungsergänzung zuführen.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Grippeprävention:

Wenn Sie viel Kontakt mit vielen Menschen haben, ist Hygiene ein guter Tipp gegen Influenza.

Ein starkes Immunsystem: keine Macht der Grippe

Sowohl Knoblauch als auch Obstessig können heilend und vorbeugend wirksam sein. Sie sollten regelmäßig verzehrt oder eingenommen werden.

  • Als einfacher Grippe-Drink zu empfehlen: 2 Teelöffel Knoblauch-Essig in ein Glas Wasser geben und vor den Hauptmahlzeiten trinken.
  • Alternativ: Knoblauch und Thymian auf ein Honigbrot legen.

Wenn die Grippe bereits zugeschlagen hat:

  • Grippe ist tatsächlich ein Grund zu Hause zu bleiben. Lassen Sie sich krankschreiben, das tut Ihnen gut, Sie stecken niemand anderen an und fangen sich keine weiteren Erreger ein. Grippekomplikationen kommen oft erst dadurch zustande.
  • Nach dem neuen Grippe-Knigge hält man sich beim Husten nicht die Hand vor den Mund, sondern den Ärmel oder ein Taschentuch. Alternativ: Hände desinfizieren bevor man etwas oder jemanden berührt.
  • Achten Sie vor allem am Beginn der Influenza auf warme Füße und Hände. Helfen Sie zur Not mit einem Fußbad nach. Auf Vollbäder oder Sauna sollte man bei Fieber immer verzichten. Ein Schwitzbad ist eine gute Maßnahme gegen Grippe. Auch heißer Kräutertee ist zum Durchwärmen bestens geeignet.
  • Oma‘s Zwiebel-/Rettichsaft mit Honig oder selbst gemachte Hühnerbrühe ist noch lange nicht „out“.
  • Zur Senkung des Fiebers bei Influenza sind kühle Wadenwickel ein bewährtes Hausmittel.
  • Schlagen sich die Influenzaviren auf die Lunge, quälen Husten und Atemwegsbeschwerden. Dann sind warme Brustwickel mit ätherischen Ölen wohltuend. Übrigens kann man auch warme zerstampfte Kartoffeln auflegen. Diese Wärme dringt wegen der Feuchtigkeit besonders tief ins Gewebe ein.
  • Tun Sie Ihren Schleimhäuten etwas Gutes und sorgen Sie für einen Luftbefeuchter. Für angeschlagene Atmungsorgane empfehlen sich Inhalationen mit ätherischen Ölen.
  • Das Krankenzimmer von Grippepatienten sollte regelmäßig kurz gelüftet werden. Das reduziert die Zahl der Influenzaviren in der Luft. Den Kranken dabei gut zudecken.
  • Besorgen Sie sich Grippetees, je nach den vorherrschenden Beschwerden (Phytotherapie). Viel Trinken ist auch bei Grippe wichtig.

Weitere Therapien

Die richtige Ernährung sowie weitere naturheilkundliche Mittel und Informationen zur Schulmedizin bei Grippe finden Sie auf den folgenden Seiten.