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Hämorrhoiden

Frau mit Druckgefühl im Analkanal verschränkt ihre Hände hinter dem Po.

Hämorrhoiden: Nicht aus Scham schweigen, sondern aktiv werden

Viele Menschen leiden darunter, nur wenige trauen sich, darüber zu sprechen. Hämorrhoiden sind ein lästiges Leiden, das man allerdings frühzeitig begonnen leicht behandeln kann!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Hämorrhoiden: Die „Po“blemzone

Zunächst die gute Nachricht: Hämorrhoiden hat jeder Mensch, denn diese Schwellkörper sorgen zusammen mit der Muskulatur dafür, den Analkanal nach außen hin abzudichten und sorgen so für den perfekten Verschluss. Bei der Entleerung des Darms ziehen sich diese Hämorrhoidalpolster zurück und geben den Ausgang frei. Zu den umgangssprachlich so genannten Hämorrhoiden kommt es erst bei Problemen mit diesem hämorrhoidalen Gefäßpolster. Wenn sich dieses nämlich knotenartig erweitert und dann zu Beschwerden wie Afterjucken, Brennen und Blutungen führt. Der Arzt spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden.

Wie kommt es zu vergrößerten Hämorrhoiden?

Ein schwaches Bindegewebe, Verlust der Spannkraft des Gefäßpolsters im Alter, zu starkes Pressen beim Stuhlgang (Problem Verstopfungen) – die Ursachen von Hämorrhoiden sind vielfältig.

Hämorrhoiden behandeln: Heilpflanzen, Hausmittel oder Operation

Krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden, weitere Schreibweise auch Hämorriden, gehören zu den häufigsten Erkrankungen, über die kaum jemand spricht. Trotz Beschwerden wird aber häufig nichts unternommen und auch der Arztbesuch (Fachgebiet Proktologie) wird aus Scham herausgezögert.

Doch leichte Beschwerden sind genau der richtige Zeitpunkt, um selbst aktiv zu werden, denn man kann die fatale Entwicklung stoppen. Hämorriden werden in 4 Schweregrade eingeteilt, leichtere Beschwerden 1. und 2. Grades können selbst in den Griff bekommen werden, indem vor allem auf einen weichen und regelmäßigen Stuhlgang geachtet wird ohne übermäßiges Pressen.

Der bisherige Lebensstil muss also überdacht & angepasst werden und umfasst unter anderem:

AchtungAbführmittel sind nicht der richtige Weg.

Natürliche Linderung der Beschwerden wie Jucken, Nässen und Brennen

  • Heilpflanzen bei Hämorriden: Gerbstoffe der Zaubernuss (Hamamelis) oder venenstärkende Heilpflanzen wie Rosskastanie oder Mäusedorn. Mögliche Anwendung: Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder
  • Pflegestrategie: Hygiene & Tipps

Schulmedizin im fortgeschrittenen Stadium

Schwerere Fälle behandelt der Arzt. Ihm stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung wie Abbinden (Gummibandligatur), Verödung (Sklerosierungstherapie) oder bei sehr schweren Fällen die chirurgische Entfernung (Hämorrhoidektomie).

Welche Heilpflanzen bei Hämorrhoiden helfen können

Zaubernuss ist der Klassiker

Bei einem leichteren Hämorrhoidalleiden können noch Penatencreme oder Heilsalbe helfen. Der Klassiker gegen Hämorrhoiden ist die Zaubernuss (= Hamamelis), verfügbar als Salbe oder Zäpfchen für die äußere Anwendung oder als Tropfen zum Einnehmen. Die Gerbstoffe der Heilpflanze sorgen für eine adstringierende Wirkung: das reduziert das Nässen und verschließt die blutenden Gefäße. Hamamelis lindert die Entzündung und den Juckreiz, zusätzlich unterstützt die Creme das Zurückziehen der vorgefallenen Knoten.

Die Venen stärken

Im Schwellkörper der Hämorrhoiden sind häufig die Adern geschädigt und stark erweitert. Hier nützen Heilpflanzen, welche die Venen stärken: Buchweizenkrauttee, Steinklee, Rosskastanie (Kapseln, homöopathische Mittel), Mäusedorn (Salbe, Zäpfchen, Kapseln).

Mehrere Studien zeigten, das venenstärkende Pflanzen mit Flavonoiden zur Behandlung der Symptome (Jucken, Bluten, Nässen) und den Beschwerden nach einer Operation sinnvoll sind. Wenn auch die Werte sehr stark schwanken, ist im Durchschnitt etwa mit einer 50%igen Reduktion zu rechnen. Auch die Rückfallrate sprach auf die Behandlung an. Bei den Schmerzen allerdings wies nicht jede Studie eine positive Bilanz auf, andere beziffern den Effekt auf 65%.

Sitzbäder oder feuchte Umschläge

Auch Sitzbäder mit entzündungshemmender, gefäß-tonisierender, abschwellender, keimhemmender, abdichtender (adstringierender) und juckreizstillender Wirkung können zeitlich begrenzt gegen das Hämorrhoidalleiden helfen. Verschiedene Phytotherapeutika gibt man praktischerweise direkt ins Wasser, danach pflegt man den Bereich. Zu viel Wasser sollte man nicht in die Wanne lassen, denn damit verwässert man die Wirkstoffe. Am Besten, man nimmt eine große Schüssel.

Für Sitzbäder und Pflege sind geeignet z.B.

  • adstringierende Pflanzen gegen Juckreiz und Nässen: Hamamelisblätter/-rinde (=Zaubernuss; Cremes, Salben), Eichenrinde (Badezusatz, oder 3El Rinde in 300ml Wasser für 15 Minuten kochen. Reicht für 20l Badewasser), Pappelknospen (Cremes)
  • entzündungslindernde Wirkstoffe: Kamille (Creme, Tinktur, Badezusatz, Tee von 50-100g, 30 min. ziehen lassen), Pappelknospen (Cremes), Eichenrinde, Zaubernuss
  • Gefäße stärkende Heilpflanzen: Rosskastanie (Salbe), Mäusedorn (Salbe)
  • Abschwellendes: Totes Meer Salz (Badezusatz): es beschleunigt auch das Abheilen.
  • bei chronischen Beschwerden helfen Kamille, Pappel und Zaubernuss

Sitzbäder führt man anfangs mehrmals täglich durch, später reicht die Maßnahme 2-3 Mal die Woche.

Blähungen

Bei Hämorrhoidalleiden sollte man Druck auf den Bauch vermindern. Aber Blähungen spannen den Bauch, oftmals werden sie außerdem aus Höflichkeit zurückgehalten. Gerade die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Hämorrhoidenkost bringt diese Beschwerden mit sich. Hier kann ein einfacher Tee mit Fenchel, Anis, Kümmel, Dill, Koriander gegensteuern.

Leber aktivieren

Die Blutgefäße vom Darm laufen direkt mit der Pfortader in die Leber und liefern dort die aus dem Darm aufgenommenen Nährstoffe ab. Ist die Leber gestört, so staut sich das Blut in den Darm zurück. Das soll auch die Gefäße in den Hämorrhoiden überlasten. Hier aktiviert man mit der Phytotherapie traditionell den Leberstoffwechsel (beispielsweise mit Mariendistel).

Vorsicht mit Abführmitteln

Zwar machen sie den Stuhl weich, auf die Dauer werden die Beschwerden der Hämoriden allerdings schlimmer, da sich der Darm daran gewöhnt und an Spannung verliert. Daher nur zeitlich begrenzt einsetzen! Durchfall verschlimmert die Beschwerden der Hämorrhoiden!

Typische abführende Pflanzen sind Faulbaumrinde und die sehr stark wirkenden Sennesblätter. Man sollte sie am Besten nur mit ärztlicher Begleitung einsetzen. Gefährlich sind auch Produkte mit Kap-Aloe. Nachhaltiger und schonender wirken hier eine Umstellung der Ernährung und Ballaststoffe (Flohsamen, Leinsamen).

Insgesamt ist die Phytotherapie bei leichten Formen des Hämorrhoidalleidens als erste Hilfe gut geeignet. Nur zur Betäubung starker Schmerzen muss man auf pharmazeutische Präparate zurückgreifen.

Beachten sollte man allerdings: Bei der nässenden Form des Hämorrhoidalleidens ist Vorsicht mit Phytopharmaka geboten, da es bei entsprechender Neigung leichter zu Sensibilisierungen und damit zu Allergien kommen kann. Reaktionen entstehen mitunter auch gegen Salben und Zäpfchengrundlage.

Homöopathische Mittel

Bei Hämorrhoidalleiden greift die Homöopathie zu Konstitutionsmittel (beispielsweise: Acidum nitricum, Calcium phosphoricum, Capsicum, Lachesis, Lycopodium, Staphisagria, Sulfur).

Komplexmittel gegen Hämorrhoiden enthalten häufig:

Rosskastanie (Aesculus): zur Stärkung der Venen, bei blutenden und brennenden Hämorrhoiden

Brechnuss (Nux vomica): zur Förderung der Darmbewegung bei Verstopfung und schmerzhaften inneren Hämorrhoiden

Nahrungsergänzung

Verstopfung kann auch ein Zeichen dafür sein, dass bei der Darmbesiedelung einiges im Argen liegt. Hier kann die Darmsymbioselenkung (Mikrobiologische Therapie) helfen, einen natürlichen Zustand herzustellen. Probiotische Präparate enthalten lebendige Bakterien, die sich im Darm ansiedeln. Denken Sie aber auch daran: eine gesunde Darmflora muss gefüttert werden. Dazu braucht man Ballaststoffe als bakterielle Nahrungsgrundlage. Laktulose zum Beispiel, ein Zucker der aus Milchzucker gewonnen wird. Vom Menschen wird er nicht verdaut, für Mikroorganismen ist er aber ein willkommenes Fressen. Der unverbrauchte Zucker sorgt daneben für einen hohen Wassergehalt im Stuhl.

Wenn starke Hämorrhoidenblutungen zur Anämie geführt haben, muss eventuell über Nahrungsergänzung Eisen zugeführt werden.

Achtung: Vitamin C (auch Supplemente mit Zitrusfaserstoffen und Fruchtsäfte) können die Analhaut reizen!

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Hämorrhoiden können ein Zeichen dafür sein, dass man sich weit von einem natürlichen Leben entfernt hat. Das sollte ein Anlass sein, wieder einmal bewusst über Gesundheit nachzudenken. Diese Hausmittel helfen in der Summe:

  • ausreichend Bewegung
  • eine gesunde und natürliche Ernährung
  • viel Trinken
  • ein normales Körpergewicht
  • Reizstoffe meiden (Alkohol, Nikotin, Koffein – Energiedrinks)
  • beim Stuhldrang sofort zur Toilette gehen
  • Stuhlentleerung nicht durch Pressen erzwingen
  • das richtige Hygienekonzept nach dem Stuhlgang

Pflegestrategie bei Hämorrhoiden: Hygiene & Tipps

  • Nach dem Stuhlgang sollte der Analbereich feucht gereinigt werden. Es genügt völlig, Toilettenpapier mit Wasser anzufeuchten, es müssen keine Fertigprodukte gekauft werden, da viele Stoffe (Duftstoffe) allergen und reizend wirken können. Auch ein Bidet eignet sich dazu. Die Reinigung sollte gründlich sein, also möglichst alle Stuhlreste entfernt werden. Dabei darf man nur tupfen, nicht reiben.
  • Kaltes Wasser hilft beim Abschwellen.
  • Der Analbereich sollte trocken gehalten werden. Bei Bedarf wird der Bereich nach dem Waschen mit einem Föhn getrocknet. Dies verhindert Quellen und Aufreiben der Haut. Auch Infektionen lassen sich so reduzieren.
  • Keine Synthetikunterwäsche tragen. Kleidung sollte luftig und locker sein, nicht zu fest anliegen.
  • Weniger lange sitzen: Viele Gänge erledigt man zu Fuß, lassen Sie den Aufzug stehen. Beim Gehen lüftet man auch den Intimbereich, das kühlt und erleichtert die Blutzirkulation. Tipp: Sitzgymnastik
  • Die Haut im belasteten Bereich darf nicht austrocknen und muss mit Cremes gepflegt werden.

Wer im beruflichen Alltag eingebunden ist, hat es natürlich schwer sich an die Hämorrhoidenpflege zu halten. Der Darm lässt sich aber trainieren, so dass er immer zur selben Zeit aktiv wird, zum Beispiel zu Hause morgens direkt nach dem Frühstück. Dann ist auch Zeit für Hausmittel und Pflege.

Weitere Therapien

Die Phytotherapie ist nur eine Facette der Therapie gegen Hämorrhoiden. Auf den nächsten Seiten finden Sie mehr Informationen über die richtige Ernährung und Naturheilkunde bei Hämorrhoiden. Im letzten Stadium der Hämoriden hilft nur noch die Schulmedizin.