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Hämorrhoiden

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Hämorrhoiden: Die "Po"blemzone

Viele Menschen leiden darunter, nur wenige trauen sich, darüber zu sprechen. Hämorrhoiden sind ein lästiges Leiden, das man frühzeitig leicht behandeln kann!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Das peinliche Leiden?

Ganze 3,1 Millionen Rezepte werden jährlich in Deutschland für Hämorrhoidenmittel ausgestellt. Die Hämorrhoiden, auch als Hämoriden bekannt, gehören zu den häufigsten Erkrankungen, aber niemand spricht darüber. Viele Menschen gehen erst mit dem fortgeschrittenen Leiden zum Arzt, trotz der Beschwerden, die schon in frühen Stadien auftreten: Brennen, Flecken auf der Unterwäsche oder Blut auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier. Anfangs ist die Erkrankung noch relativ harmlos. Dies ist aber der richtige Zeitpunkt, um selbst aktiv zu werden, denn man kann die fatale Entwicklung stoppen. Gut wenn man die wichtigsten Verfahren kennt, die man selbst durchführen kann. Auf eine lange beschwerdefreie Zeit!

Behandlung bei Hämorrhoiden: Naturheilkunde und Hausmittel

Mit den konservativen Behandlungsmethoden ist eine deutliche Besserung der Beschwerden durch die Hämorrhoiden zu erreichen, bei leichten Beschwerden sogar eine völlige Beschwerdefreiheit. Eine ursächliche Heilung ist nicht möglich. Ziel einer schnell einsetzenden Basistherapie und Vorbeugung ist, die Verschlimmerung aufzuhalten.

Die Phytotherapeutika und andere äußerliche oder innerliche Therapien lindern die Beschwerden (insbesondere Jucken, Nässen und Brennen).

Manche Faktoren, die zu einem Hämorrhoidalleiden führen - wie etwa die Veranlagung - hat man nicht in der Hand. Anderes könnte man leicht ändern. Am wichtigsten sind

  • Anregung der natürlichen Darmbewegung (Bewegung)
  • Gewichtsabnahme (Ernährung)

Schnell praktisch umsetzbar sind die Regeln für

Heilung durch OP: Hämorrhoidektomie

In mittelschweren Fällen von Hämoriden wird die Verödung oder Ligatur angeraten, das ist ein Spezialgebiet der Schulmedizin. Die Rückfallrate ist dennoch sehr hoch, je nach Therapie wird sie auf 70 bis 90 % beziffert. Danach muss man sich um eine konsequente Vorbeugung bemühen. Sehr schwere Fälle werden operiert, damit ist das Problem zu 90% dauerhaft beseitigt. Aber so weit muss es nicht kommen, wenn man rechtzeitig etwas unternimmt.

Heilpflanzen

Wie hilft die Phytotherapie?

Bei einem leichteren Hämorrhoidalleiden können noch Penatencreme oder Heilsalbe helfen. Der Klassiker gegen Hämorrhoiden ist die Zaubernuss (= Hamamelis), verfügbar als Salbe oder Zäpfchen für die äußere Anwendung oder als Tropfen zum Einnehmen. Die Gerbstoffe der Heilpflanze sorgen für eine adstringierende Wirkung: das reduziert das Nässen und verschließt die blutenden Gefäße. Hamamelis lindert die Entzündung und den Juckreiz, zusätzlich unterstützt die Creme das Zurückziehen der vorgefallenen Knoten.

Die Venen stärken

Im Schwellkörper der Hämorrhoiden sind häufig die Adern geschädigt und stark erweitert. Hier nützen Heilpflanzen, welche die Venen stärken: Buchweizenkrauttee, Steinklee, Rosskastanie (Kapseln, homöopathische Mittel), Mäusedorn (Salbe, Zäpfchen, Kapseln).

Mehrere Studien zeigten, das venenstärkende Pflanzen mit Flavonoiden zur Behandlung der Symptome (Jucken, Bluten, Nässen) und den Beschwerden nach einer Operation sinnvoll sind. Wenn auch die Werte sehr stark schwanken, ist im Durchschnitt etwa mit einer 50%igen Reduktion zu rechnen. Auch die Rückfallrate sprach auf die Behandlung an. Bei den Schmerzen allerdings wies nicht jede Studie eine positive Bilanz auf, andere beziffern den Effekt auf 65%.

Sitzbäder oder feuchte Umschläge

Auch Sitzbäder mit entzündungshemmender, gefäß-tonisierender, abschwellender, keimhemmender, abdichtender (adstringierender) und juckreizstillender Wirkung können zeitlich begrenzt gegen das Hämorrhoidalleiden helfen. Verschiedene Phytotherapeutika gibt man praktischerweise direkt ins Wasser, danach pflegt man den Bereich. Zu viel Wasser sollte man nicht in die Wanne lassen, denn damit verwässert man die Wirkstoffe. Am Besten, man nimmt eine große Schüssel.

Für Sitzbäder und Pflege sind geeignet z.B.

  • adstringierende Pflanzen gegen Juckreiz und Nässen: Hamamelisblätter/-rinde (=Zaubernuss; Cremes, Salben), Eichenrinde (Badezusatz, oder 3El Rinde in 300ml Wasser für 15 Minuten kochen. Reicht für 20l Badewasser), Pappelknospen (Cremes)
  • entzündungslindernde Wirkstoffe: Kamille (Creme, Tinktur, Badezusatz, Tee von 50-100g, 30 min. ziehen lassen), Pappelknospen (Cremes), Eichenrinde, Zaubernuss
  • Gefäße stärkende Heilpflanzen: Rosskastanie (Salbe), Mäusedorn (Salbe)
  • Abschwellendes: Totes Meer Salz (Badezusatz): es beschleunigt auch das Abheilen.
  • bei chronischen Beschwerden helfen Kamille, Pappel und Zaubernuss

Sitzbäder führt man anfangs mehrmals täglich durch, später reicht die Maßnahme 2-3 Mal die Woche.

Blähungen

Bei Hämorrhoidalleiden sollte man Druck auf den Bauch vermindern. Aber Blähungen spannen den Bauch, oftmals werden sie außerdem aus Höflichkeit zurückgehalten. Gerade die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Hämorrhoidenkost bringt diese Beschwerden mit sich. Hier kann ein einfacher Tee mit Fenchel, Anis, Kümmel, Dill, Koriander gegensteuern.

Leber aktivieren

Die Blutgefäße vom Darm laufen direkt mit der Pfortader in die Leber und liefern dort die aus dem Darm aufgenommenen Nährstoffe ab. Ist die Leber gestört, so staut sich das Blut in den Darm zurück. Das soll auch die Gefäße in den Hämorrhoiden überlasten. Hier aktiviert man mit der Phytotherapie traditionell den Leberstoffwechsel (beispielsweise mit Mariendistel).

Vorsicht mit Abführmittel

Zwar machen sie den Stuhl weich, auf die Dauer werden die Beschwerden der Hämoriden allerdings schlimmer, da sich der Darm daran gewöhnt und an Spannung verliert. Daher nur zeitlich begrenzt einsetzen! Durchfall verschlimmert die Beschwerden der Hämorrhoiden!

Typische abführende Pflanzen sind Faulbaumrinde und die sehr stark wirkenden Sennesblätter. Man sollte sie am Besten nur mit ärztlicher Begleitung einsetzen. Gefährlich sind auch Produkte mit Kap-Aloe. Nachhaltiger und schonender wirken hier eine Umstellung der Ernährung und Ballaststoffe (Flohsamen, Leinsamen).

Insgesamt ist die Phytotherapie bei leichten Formen des Hämorrhoidalleidens als erste Hilfe gut geeignet. Nur zur Betäubung starker Schmerzen muss man auf pharmazeutische Präparate zurückgreifen.

Beachten sollte man allerdings: Bei der nässenden Form des Hämorrhoidalleidens ist Vorsicht mit Phytopharmaka geboten, da es bei entsprechender Neigung leichter zu Sensibilisierungen und damit zu Allergien kommen kann. Reaktionen entstehen mitunter auch gegen Salben und Zäpfchengrundlage.

Homöopathische Mittel

Bei Hämorrhoidalleiden greift die Homöopathie zu Konstitutionsmittel (beispielsweise: Acidum nitricum, Calcium phosphoricum, Capsicum, Lachesis, Lycopodium, Staphisagria, Sulfur).

Komplexmittel gegen Hämorrhoiden enthalten häufig:

Rosskastanie (Aesculus): zur Stärkung der Venen, bei blutenden und brennenden Hämorrhoiden

Brechnuss (Nux vomica): zur Förderung der Darmbewegung bei Verstopfung und schmerzhaften inneren Hämorrhoiden

Nahrungsergänzung

Verstopfung kann auch ein Zeichen dafür sein, dass bei der Darmbesiedelung einiges im Argen liegt. Hier kann die Darmsymbioselenkung (Mikrobiologische Therapie) helfen, einen natürlichen Zustand herzustellen. Probiotische Präparate enthalten lebendige Bakterien, die sich im Darm ansiedeln. Denken Sie aber auch daran: eine gesunde Darmflora muss gefüttert werden. Dazu braucht man Ballaststoffe als bakterielle Nahrungsgrundlage. Laktulose zum Beispiel, ein Zucker der aus Milchzucker gewonnen wird. Vom Menschen wird er nicht verdaut, für Mikroorganismen ist er aber ein willkommenes Fressen. Der unverbrauchte Zucker sorgt daneben für einen hohen Wassergehalt im Stuhl.

Wenn starke Hämorrhoidenblutungen zur Anämie geführt haben, muss eventuell über Nahrungsergänzung Eisen zugeführt werden.

Achtung: Vitamin C (auch Supplemente mit Zitrusfaserstoffen und Fruchtsäfte) können die Analhaut reizen!

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Hämorrhoiden können ein Zeichen dafür sein, dass man sich weit von einem natürlichen Leben entfernt hat. Das sollte ein Anlass sein, wieder einmal bewusst über Gesundheit nachzudenken. Diese Hausmittel helfen in der Summe:

  • ausreichend Bewegung
  • eine gesunde und natürliche Ernährung
  • viel Trinken
  • ein normales Körpergewicht
  • Reizstoffe meiden (Alkohol, Nikotin, Koffein – Energiedrinks)
  • beim Stuhldrang sofort zur Toilette gehen
  • Stuhlentleerung nicht durch Pressen erzwingen
  • das richtige Hygienekonzept nach dem Stuhlgang

Pflegestrategie bei Hämorrhoiden: Waschungen, Salbenpflege und Sitzbäder

  • Nach dem Stuhlgang sollte der Analbereich feucht gereinigt werden. Es genügt völlig, Toilettenpapier mit Wasser anzufeuchten, es müssen keine Fertigprodukte gekauft werden, da viele Stoffe (Duftstoffe) allergen und reizend wirken können. Auch ein Bidet eignet sich dazu. Die Reinigung sollte gründlich sein, also möglichst alle Stuhlreste entfernt werden. Dabei darf man nur tupfen, nicht reiben.
  • Kaltes Wasser hilft beim Abschwellen.
  • Der Analbereich sollte trocken gehalten werden. Bei Bedarf wird der Bereich nach dem Waschen mit einem Föhn getrocknet. Dies verhindert Quellen und Aufreiben der Haut. Auch Infektionen lassen sich so reduzieren.
  • Keine Synthetikunterwäsche tragen. Kleidung sollte luftig und locker sein, nicht zu fest anliegen.
  • Sitzen sie nicht ständig. Viele Gänge erledigt man zu Fuß, lassen sie den Aufzug stehen. Beim Gehen lüftet man auch den Intimbereich, das kühlt und erleichtert die Blutzirkulation.
  • Die Haut im belasteten Bereich darf nicht austrocknen und muss mit Cremes gepflegt werden.

Wer im beruflichen Alltag eingebunden ist, hat es natürlich schwer sich an die Hämorrhoidenpflege zu halten. Der Darm lässt sich aber trainieren, so dass er immer zur selben Zeit aktiv wird, zum Beispiel zu Hause morgens direkt nach dem Frühstück. Dann ist auch Zeit für Hausmittel und Pflege.

Weitere Therapien

Die Phytotherapie ist nur eine Facette der Therapie gegen Hämorrhoiden. Auf den nächsten Seiten finden Sie mehr Informationen über die richtige Ernährung und Naturheilkunde bei Hämorrhoiden. Im letzten Stadium der Hämoriden hilft nur noch die Schulmedizin.