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Heiserkeit

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Heiserkeit: Diese Hausmittel helfen

Stimme schonen, Flüstern vermeiden und die Heilkraft von Heilpflanzen mit Schleimstoffen nutzen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Häufig die Folge einer Kehlkopfentzündung

Sänger und Redner kennen ihn nur zugut – den Kloß im Hals. Eine versagende Stimme kann die Folge von Lampenfieber, einer falschen Sprechtechnik oder schlichtweg Zeichen von Überlastung sein. Oft aber steckt hinter Heiserkeit eine handfeste Infektion. Viren und Bakterien können diese Kehlkopfentzündung (Laryngitis) verursachen. Besonders häufig kommt dies in der Erkältungssaison vor, kombiniert mit anderen Erkältungssymptomen. Kennzeichen für Laryngitis sind Heiserkeit, Räusperzwang, Halsschmerzen und Reizhusten. Die Stimme klingt dann häufig deutlich tiefer und ist irgendwie nicht mehr die eigene. Akute Beschwerden kann man selbst behandeln, die Phytotherapie bietet einiges an Heilpflanzen und auch die Hausmittel helfen bei einer heiseren Stimme. Wer ständig heiser ist, sollte die Situation ärztlich abklären lassen: Chronische Laryngitis bei Rauchern kann auf Kehlkopfkrebs hinweisen.

Behandlung bei Heiserkeit: Naturheilkunde und Hausmittel

Heiserkeit: schmerzhaft, aber zum Glück nur kurz

Eine akute Heiserkeit kann gut mit naturheilkundlichen Mitteln behandelt werden, man sollte die Stimme in dieser Zeit aber konsequent schonen. Mit den sanften Mitteln der Phytotherapie (bewährte Heilpflanzen sind Isländisch Moos, Spitz-Wegerich und Salbei) und einer geeigneten Nahrungsergänzung wird man schnell wieder fit. Parallel kann eine Stärkung der Abwehrkräfte sinnvoll sein. Nach spätestens einer Woche sollte der Spuk vorbei sein. Eine Chronifizierung der Beschwerden ist unbedingt zu vermeiden, dann sollte ein Arzt die Ursachen abklären. Nur im Extremfall greift die Schulmedizin mit Cortison ein.

Heilpflanzen

Isländisch Moos bei Laryngitis reizlindernd

Jeder kennt es: Unterdrücken des Räusperreflexes ist nicht nur bei Laryngitis schwierig. Abhilfe schaffen da einfache reizlindernde Mittel. Bestens geeignet sind natürliche Schleime, welche die gereizte Oberfläche überziehen und den natürlichen Schutz bieten. Da die Wirkung von Isländisch Moos sehr sanft ist, kann man es selbst bei kleinen Kindern anwenden oder auch vorbeugend einsetzen. Positiv wirkt sich gleichzeitig der leicht antibakterielle, adstringierende und immunstimulierende Effekt aus, insgesamt ist die Wirkung eher schwach.

Man erhält Isländisch Moos als Teepräparate, Pastillen oder in Form von Mischpräparaten (mit Bibernellwurzel, Eukalyptusblättern, Fenchelfrüchten, Seifenwurzel, Sternanisfrüchten, Salbeiblättern, Thymiankraut). Es lässt sich bei Laryngitis auch mit ätherischem Öl (aus Salbei, Pfefferminze) kombinieren.

Zur Zubereitung des Tees nimmt man 1-2 Teelöffel der getrockneten Flechte auf eine Tasse kochendes Wasser und lässt es 10 Minuten ziehen. Auf angenehme Temperatur abkühlen lassen und in kleinen Schlucken trinken oder gurgeln.

Spitzwegerich gegen die Reizbeschwerden

Ganz ähnlich wie Isländisch Moos, aber stärker, wirkt der Spitzwegerich. Seine Schleimstoffe lindern brennende Schleimhautschmerzen bei Laryngitis. Die Gerbstoffe sorgen für eine adstringierende Eigenschaft und auch die Entzündung wird gelindert. Antibiotisch wirken nur kalte Zubereitungen oder Presssäfte.

Spitzwegerich gibt es als alkoholischen Fluidextrakt, Presssaft und Tropfen. Kombiniert wird er mit anderen natürlichen Schleimen wie Eibischwurzel und Isländisch Moos. Gerade gegen den Hustenreiz bei Laryngitis sind Efeu, Fenchelfrüchte, Süßholzwurzel und Thymiankraut sinnvolle Zusätze.

Zubereitung: Spitzwegerich Tee macht man aus 2 Esslöffeln getrocknetem und geschnittenem Kraut pro Tasse heißem Wasser. Nach 5 Minuten wird abgeseiht. Bei Laryngitis mehrmals täglich eine Tasse Tee in kleinen Schlucken trinken.

Salbei gegen den Infekt

Salbei ist ein Multitalent. Er vereint antibakterielle, antivirale und antimykotische Aktivitäten und ist daneben auch entzündungshemmend. Der Inhaltsstoff α-Thujon soll auch schmerzlindernd sein, doch ist er deswegen nicht für Stillende und Schwangere geeignet. Abgesehen davon kann man Bonbons mit ätherischem Salbeiöl auch vorbeugend gegen Laryngitis nutzen (Sänger und Redner).

Salbei gibt es als Tee, Tropfen oder ätherisches Öl (zusammen mit anderen ätherischen Ölen wie Eukalyptus-, Pfefferminz-, Thymianöl, Anisöl oder Menthol).

Für die Teezubereitung nimmt man bei Laryngitis 2-3g Tee oder 2-3 Tropfen ätherisches Öl auf eine knappe Tasse Wasser (100 ml). Mehrmals täglich gurgeln, bei akuter Laryngitis alle 2 Stunden.

Propolis bei Laryngitis einen Versuch wert

Das Antibiogramm von Propolis ist dem Salbei ganz ähnlich. Es hemmt die Entzündung und fördert die Heilung. Bei Propolis kann die Qualität jedoch sehr stark schwanken, je nach Imker, Bienenvolk und Umweltbedingungen. Die Bienen sammeln das Harz je nach Verfügbarkeit von Pappelknospen aber auch Birken, Buchen, Erlen, Rosskastanien oder Ulmen.

Zubereitung: Präparate enthalten einen alkoholisch-wässrigen Extrakt aus Propolis. Es ist auch in Form von Halspastillen gegen Laryngitis erhältlich. Nur Imker stellen Propolis frisch zur Verfügung: Man kann es auch kauen.

Umckaloabo nicht nur für die Abwehr

Die Wurzel der Kapland-Pelargonie fördert die Selbstreinigung der Schleimhäute und stimuliert das Immunsystem. Verfügbar ist der Wurzelextrakt in Form von Tropfen oder Tabletten. Umckaloabo ist aber derzeit nur für Bronchitis und nicht für die Indikationen Pharyngitis/Laryngitis zugelassen, da die Datenlage für Laryngitis zu dünn ist. Viele Anwender und Ärzte sind dennoch von einer Wirksamkeit für alle Erkältungskrankheiten überzeugt. Es hat sich in der täglichen Praxis bewährt, dabei sind Nebenwirkungen selten.

Reizhusten – der Begleiter von Laryngitis

Bei heftigem Husten sollte man Hustenblocker verwenden. Anfangs ist zur Reizlinderung Eibisch sinnvoll, später, bei zähem Schleim, ist der Einsatz von Präparaten mit Thymian und Efeu empfehlenswert. Bei Krampfhusten kann man zu einem homöopathischen Komplexpräparat mit Bestandteilen wie Tollkirsche, Chinarinde, Brechwurzel, Weißem Germer und Sonnentau greifen.

Homöopathische Mittel

Atropinsulfat (Atropinum sulfuricum): typisch bei Krämpfen der glatten Muskulatur: Keuchhusten, Krampfhusten, Asthma, sowie bei trockenen Schleimhäuten.

Brom (Bromum, Bromium): kratziger, rauer Hals, mit krampfartigem trockenem Husten, Erstickungsgefühl, beim Schlucken Verkrampfung in der Kehle, Stiche im Kehlkopf.

Jod (Jodum): schmerzhafter, rauer Kitzelhusten, Schleimproduktion, Husten mit Schleimrasseln, schmerzhaftes Räuspern, Unruhe.

Kaliumbichromat (Kalium bichromicum): Halsentzündung, Halsschmerzen mit Drüsenschwellung und zähem Schleim, Mandelentzündung mit Mandelschwellung, Nasennebenhöhlenentzündung, Rachenentzündung, Entzündung der Mundschleimhaut, Husten, trockener Husten und Schmerzen im Brustkorb, Keuchhusten, Asthma.

Kalkschwefelleber (Hepar sulfuris calcareum): bei Halsentzündung und Entzündungen mit Neigung zur Vereiterung, Pseudokrupp.

Königskerze (Verbascum): hohler Husten, Heiserkeit nach Überanstrengung (lautem Reden), tiefe Stimme.

Meerschwamm (Spongia): bellender, trockener Husten, Heiserkeit durch Sprechen und Singen, Stimme rau, Räusperzwang.

Phosphor (Phosphorus): trockener, hohler Kitzelhusten, zusammengeschnürte Kehle, Gefühl wie Baumwolle in der Kehle, Unruhe.

Quecksilber nach Hahnemann (Mercurius solubilis): bei Halsentzündungen, Mundgeruch und Zahnfleischentzündung, reichliche Sekretabsonderungen/Speichelbildung, riechende Absonderungen, Mandel-, Rachen-, Mundentzündungen, Krampfhusten. Es besteht viel Durst auf kalte Getränke.

Tollkirsche (Belladonna): ständiger Hustenreiz, Husten bellend, Schlundkrampf, akute Halsentzündung mit rotem Rachen.

Zehrwurzel (Arum triphyllum): Heiserkeit nach Überanstrengung (Singen oder Reden), produktiver Husten, Stimme versagt bei lautem Sprechen, man greift beim Sprechen an den Hals.

Nahrungsergänzung

Allgemein bei Erkältungskrankheiten empfiehlt man Zink und Vitamin C. Wenn sich nach aktueller Studienlage auch meist der Ausbruch der Erkältung nicht vermeiden lässt, kann man die Schwere der Erkrankung deutlich lindern. Zink wirkt am besten, wenn es sofort bei den ersten Anzeichen genommen wird. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Dosierung (ab einer Dosis von 75 mg Zinkacetat). Wegen einer möglichen Reizwirkung auf den Magen, empfiehlt es sich das Präparat direkt vor dem Essen einzunehmen. Besonders effektiv ist die Kombination mit einer lokalen Zinkgabe an der Nasenschleimhaut (Zink Nasenspray; vorsichtig in die Nasenschleimhaut einbringen, wegen der Reizwirkung, nicht „hochschnäuzen“).

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Das Problem am Kehlkopf ist, dass er nicht leicht zu erreichen ist, denn er ist von der Speiseröhre getrennt. Werden Präparate gegurgelt, erreicht nur ein geringer Teil des Wirkstoffs das Ziel. Besser ist es zu inhalieren oder ein Spray zu verwenden, denn so zieht der Luftstrom direkt über den Kehlkopf und die Luftröhre in die Lunge. Sinnvolle Zusätze sind bei Kehlkopfentzündung Salbei- und Kamillenauszüge. Einige Wirkstoffe erreichen ihr Ziel auch über das Blut.

Teetrinken

Der Vorteil von heißem Tee ist der Dampf. Er wärmt die Schleimhaut. Das soll Viren abtöten, daneben fördert er die Befeuchtung und Durchblutung der Schleimhaut. Effektiver ist es dabei, viele kleine Schlucke zu machen, das verlängert den Effekt gegen Laryngitis deutlich. Man schlägt damit meist zwei Fliegen mit einer Klappe, sind doch in den meisten Fällen von Laryngitis auch Rachen und Hals mehr oder weniger mit betroffen.

Gegen Räuspern: Lutschen und Kauen

Beim Lutschen von Bonbons muss häufig geschluckt werden und bei jedem Schluckvorgang wird die Schleimhaut befeuchtet. Speziell gegen Heiserkeit gibt es zahlreiche Pastillen. Sie sind schnell zur Hand und man hat sie immer dabei.

Schonung

Laryngitis ist keine schlimme Erkrankung, dennoch ist Heiserkeit ein Warnsignal des Körpers: es verlangt nach Schonung. Man sollte Sprechen vermeiden, auch Flüstern übrigens, denn es strengt sehr an. Negativ wirken bei Laryngitis auch heftiges Räuspern, Rauchen, Staub oder Lösungsmitteldämpfe in der Luft.

Feuchte Luft

Günstig bei Laryngitis sind mäßig warme Räume (18-20°C) sowie hohe Luftfeuchtigkeit (über 50%). Ein Luftbefeuchter kann dies leicht erreichen. Bei Atemproblemen kann es hilfreich sein, das Fenster zu öffnen und die kühle Luft zu atmen. Warm eingepackt lindert auch ein Spaziergang in freier Natur die Symptome der Laryngitis.

Weitere Therapien

Die Kraft der Heilpflanzen reicht nicht aus? Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr über weitere Therapiemöglichkeiten bei Heiserkeit!