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Die Erkrankung verstehen: Hepatitis

Hepatitis: Kranke Zentrale

Die vorherige Seite behandelt Therapiemaßnahmen bei Hepatitis, hier finden Sie eine Beschreibung der Krankheit und deren Häufigkeit.

Definition

Das steckt dahinter

Die Leber kann durch Krankheitsorganismen (z.B. Hepatitis-Viren B und C) oder durch giftige Substanzen (Medikamente, Alkohol) geschädigt werden. Manchmal greift auch das eigene Immunsystem das lebenswichtige Organ an. Man spricht von einer Leberentzündung oder Hepatitis, wenn es durch Entzündung zum Absterben von Gewebe kommt. Im Spätstadium kann dann eine Leberzirrhose mit einer Zerstörung der Leberstruktur und -funktion auftreten. Durch die Störung der Entgiftungsfunktion wird unter Umständen auch das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen (hepatische Enzephalopathie).

Nicht Alkoholmissbrauch, sondern die ansteckende Virushepatitis B und C sind in Europa und in den Vereinigten Staaten der bedeutendste Risikofaktor für eine Leberentzündung mit Leberzirrhose! Die Gesamtgesundheitsschädigung durch Alkohol ist dennoch schlimmer als die der Viren. Leider ist Hepatitis oft „selbst gemacht“.

Viele Formen der Hepatitis sind ansteckend und nicht jede Form kann auch erfolgreich behandelt werden.

Warum wird man bei Hepatitis gelb?

Die Leber baut auch den Blutfarbstoff ab. Er wird als Gallensäure recycelt und erfüllt so einen Zweitnutzen bei der Verdauung. Doch läuft in diesem Kreislauf etwas schief, häufen sich gelbe Farbstoffe im Körper an, die Haut und Augen werden gelb. Das ist schädlich für die Haut und sie meldet sich mit Juckreiz.

Formen

Die akute Form der Hepatitis kann ausheilen, chronische Formen sind meist schwer zu behandeln und heilen mitunter nie mehr ab.

Die Entzündung bei einer chronischen Erkrankung kann unterschiedlich verlaufen: Bei der „chronisch persistierenden Hepatitis“ bleibt die Funktionsfähigkeit der Leber erhalten, bei der „chronisch aggressiven Hepatitis“ bildet sich verhärtetes Gewebe mit einer Schrumpfung der Leber. Das führt zu einer Leberzirrhose und die Leber verliert nach und nach ihre Funktion. Etwa 20 % der chronisch mit Hepatitis C Infizierten erleiden eine Leberzirrhose.

Häufigkeit

Die Hepatitis B (HBV) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt.

Nach Angaben der WHO sind 5 bis 7 % der Weltbevölkerung chronisch an einer Hepatitis B-Infektion erkrankt. In der Bundesrepublik Deutschland haben etwa 7 % der Gesamtbevölkerung einen HBV-Infekt durchgemacht und etwa 0,6 % der Bevölkerung ist chronisch infiziert.

Auch Hepatitis C ist weltweit verbreitet: 3 % der Weltbevölkerung leidet an einer chronischen Hepatitis C und etwa 0,4 % der deutschen Bevölkerung trägt den Virus in sich.

Vehemente Kontrolle notwendig

Um eine unkontrollierte Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurde für die ansteckenden Formen eine Meldepflicht eingeführt: Der feststellende Arzt und der Leiter von Untersuchungsstellen (Laboratorien) sind verpflichtet, Virushepatitis an das zuständige Gesundheitsamt zu melden. Darüber hinaus stellt das Gesundheitsamt gegebenenfalls eigene Ermittlungen an.

Die Sicherheit von Blutprodukten wird durch die Richtlinien der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts geregelt. Jede Blutspende wird auf Hepatitis-Viren (HBsAg, anti-HCV) getestet.

In Entwicklungsländern machen nahezu alle Menschen die Infektion Hepatitis A bereits im Kindes- und Jugendalter durch. In den Industrienationen wird sie durch den hohen Hygienestandard zurückgedrängt. Die in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle werden in 40-50 Prozent aller Fälle durch eine Reise eingeschleppt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu Symptomen, Ursachen und Verlauf der Krankheit.

Ursachen

Die häufigsten Gründe für Hepatitis sind entweder Gifte (auch manche Medikamente) und Infektionen (meist Viren). Seltener greift sich der Körper selbst an (Autoimmunhepatitis).

Es werden zunehmend mehr Viren bekannt, die Hepatitis auslösen. Sie werden alphabetisch durchnummeriert. Zwischen den Varianten muss klar unterschieden werden, sind doch die Komplikationen höchst unterschiedlich:

Viren

  • Hepatitis A: Die Viren werden meist oral über Fäkalien in verunreinigtem Trinkwasser, Badewasser, aber auch durch Sexualkontakte, Blut und Blutprodukte übertragen. Die Erkrankung ist meist nicht schwerwiegend, heilt vollständig aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen den Virus.
  • Hepatitis B: Man kann sich mit dem Virus über kleinste Mengen Blut infizieren. Das Virus dringt durch Verletzungen in die Haut oder durch Sexualkontakt über die Schleimhaut ein. Die Infektion verläuft bei 90% der Menschen gutartig. Jedoch erkrankt einer von 100 Infizierten schwer, mitunter tödlich. Wer die Krankheit überwindet, hat dauerhaft Antikörper im Blut. Der Virus versteckt sich in der Leber und kann immer wieder aktiviert werden oder dauerhaft aktiv sein (chronische Hepatitis). Bei chronischen Verläufen ist die Rate von Leberzirrhose und Leberkrebs erhöht.
  • Hepatitis C: Infektion erfolgt über die Blutbahn und infizierte Blutprodukte. Eine sexuelle Übertragung kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Infektion ist zunächst unauffällig, nach mehreren Wochen entwickelt sich manchmal eine hefige Hepatitis. Sie heilt zwar aus, aber die Krankheit bleibt: Die meisten Menschen (75%) erleiden einen chronischen Krankheitsverlauf. Auch hier rechnet man mit einer höheren Rate an Leberversagen, Leberzirrhose und Leberkrebs.
  • Hepatitis D wird durch Blut, Sperma und engen Hautkontakt übertragen. Es handelt sich hier eigentlich um ein defektes Virus, das sich selbst nicht vermehren kann. Das wäre an sich harmlos. Wenn aber ein Hepatitis B-Virus präsent ist, ersetzt es die defekten Funktionen. Diese Form der Hepatitis bekommen also nur Personen, die bereits mit Hepatitis B infiziert sind. Dann aber verläuft die Infektion häufig besonders schwer und 90% der Fälle enden chronisch. Auch hier muss man mit den genannten Komplikationen rechnen.
  • Hepatitis E wird durch Fäkalien übertragen, die über den Mund (Wasser, Nahrung) oder Schmierinfektion aufgenommen werden. Die Erkrankung gibt es bei uns nicht. Sie wird aber über Südostasien-Reisende eingeschleppt. Dort gibt es in den Überschwemmungsmonaten immer wieder Epidemien. Eine Hepatitis-E-Infektion dauerte maximal 3 Monate und heilt bei entsprechender Schonung spurlos aus. Komplikationen sind selten.
  • Hepatitis G (auch „GB-Virus Genotyp C“) wird durch Blut und Blutprodukte übertragen. Er löst nach neuen Erkenntnissen keine Krankheit aus. An Hepatitis erkranken nur die Menschen, die gleichzeitig mit Hepatitis C infiziert sind. Etwa 10% der Hepatitis C-Träger sind gleichzeitig mit Hepatitis G Virus infiziert. In der Bevölkerung trägt etwa jeder fünfte den Virus in sich, ohne Symptome zu entwickeln.
  • Auch andere Viren sind unter Umständen für die Leber gefährlich: Pfeiffersches Drüsenfieber, CMV-Infektion (Zytomegalie-Virus), Coxsackie-Virus

Autoimmun-Hepatitis

Das Hepatitis-Virus befällt die Leberzellen. Zwar ist der Virus selbst versteckt, doch ist die Infektion für das Immunsystem auf der Zelloberfläche „sichtbar“. So bekämpft es auch die infizierten Zellen. Daher richtet sich die Immunantwort zwangsläufig auch gegen Leberzellen, die dann durch das eigene Immunsystem zerstört werden. Wenn die Reaktion aus dem Ruder läuft, kommt es zu einer Autoimmunerkrankung. Aber auch andere, nicht geklärte Gründe, lösen diese Fehlleistung aus. In der Folge entsteht eine chronische Leberentzündung. Sie geht nach vielen Jahren in eine Zirrhose über.

Bakterien/ Parasiten

Auch Bakterien und einige Parasiten können an einer Hepatitis ursächlich beteiligt sein. Zum Glück sind die meisten dieser Parasiten bei uns nicht heimisch und werden meist aus dem Urlaub in warmen Ländern mitgebracht.

  • Leptospirose (Ansteckung durch Haustiere),
  • Mittelmeerfieber (Brucellose, Ansteckung durch Haustiere),
  • Salmonellose (Übertragung durch Nahrungsmittel und Trinkwasser)
  • Parasitäre Amöben: Amöbenruhr (Darminfektion)
  • Malaria

Fettleber

Leber ist Umschlageplatz aller Fette. Wenn das Gleichgewicht von Zu- und Abfuhr gestört ist, wandelt sich die aktive Leber in inaktives Fettgewebe um. Die problematischen Folgen liegen auf der Hand. Die Gründe sind auch hier mannigfaltig:

  • falsche - weil zu üppige – Ernährung mit Übergewicht
  • Unterernährung (Eiweißmangel) beim Hungern (auch bei Anorexie)
  • Gifte und Alkohol
  • Schwere Operationen an Leber und Dünndarm oder Darmerkrankungen (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn)
  • Vorerkrankungen (Kupferspeicherkrankheit, Eisenspeicherkrankheit)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Erbkrankheiten im Fettstoffwechsel (Hyperlipoproteinämie)

Gifte

Es gibt zahlreiche Gifte und Medikamente, welche durch die Schädigung der Leber ebenfalls eine Hepatitis auslösen. Gerade bei Medikamenten gibt es größere individuelle Unterschiede.

  • Genussgifte wie Alkohol
  • Chemikalien wie Tetrachlorkohlenstoff und Schwermetalle
  • Lösungsmittel am Arbeitsplatz
  • Medikamente wie Paracetamol, Diclofenac und Chlorpromazin
  • Krebsmedikamente wie Methotrexat
  • Umweltgifte wie DDT, Dioxin, PCB und PVC

Die vollständige Liste der Medikamente, die in seltenen Fällen zu einer Hepatitis führen finden sie hier. Zum Glück bilden sich die Symptome nach dem Absetzen schnell wieder zurück.

Unter den gefährlichen Stoffen sind auch einige Naturstoffe. Vor allem in den Tropen droht eine Hepatitis durch das Schimmelgift Aflatoxin. Auch mit Bacillus cereus verdorbene Lebensmittel oder Giftpilze (Lorchel, Knollenblätterpilz) haben vehemente Folgen. Weniger gefährlich sind bestimmte Algen (aus der Familie der Cyanobakterien): Hier muss man schon größere Mengen Wasser aus dem Badesee verschlucken.

Phytotherapie

Im Allgemeinen sind Heilpflanzen sehr verträglich. Aber nicht ausgeschlossen ist, dass bei einzelnen Menschen die Daueranwendung großer Mengen auf die Leber schlägt. Beschrieben sind solch seltene Fälle zum Beispiel bei Baldrian, Borretsch, Traubensilberkerze, Noni, Mistel, Schöllkraut, Süßholz, sowie die Abführmittel Senna und Faulbaum.

Herzerkrankungen

Bei diesem Sonderfall ist die Leber eigentlich vollkommen gesund. Das Problem ist vielmehr die Versorgung: Ist das Herz zu schwach für seine Pumpfunktion, staut sich das Blut in der Leber. So können weder die Stoffe zu noch abgeführt werden. Dann entsteht eine so genannte Stauungshepatitis.

Unfall

Schwere Schläge auf die Leber zerstören wie bei einem Bluterguss die Gewebestruktur. Dann reagiert die Leber mit einer vorübergehenden Entzündung.

Prävention

Hygiene und Impfen

Ziel ist es, eine Hepatitis gar nicht erst zu bekommen. In der Prävention spielen daher Hygiene, geschützter Intimverkehr und Impfungen eine wichtige Rolle. Allerdings ist eine Impfung nur für die Viren Hepatitis A und B verfügbar. An einer Impfung gegen Hepatitis C wird gearbeitet.
Geimpft werden sollten alle Personen mit einem erhöhten Risiko (homosexuelle Männer, Personen mit einer chronischen Leberkrankheit, Personal im Gesundheitsdienst, Kanalisations- und Klärwerksarbeiter, Personal in Kindertagesstätten und in psychiatrischen Einrichtungen).

Achtung! Reisen Sie in Gebiete mit hoher Hepatitis-A und B-Gefahr (tropische Gebiete, der gesamte Mittelmeerraum und Osteuropa), sollten Sie sich ebenfalls impfen lassen.
Genauere Informationen, auch zu Desinfektion und dem Umgang mit Erkrankten, finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Hepatitis-Viren sind aus gutem Grund meldepflichtig, nur so kann man verfolgen, wo sich die Erkrankung aktiv ausbreitet. Gefährdet sind alle Ballungsgebiete wie die Großstädte Berlin, Köln, Frankfurt und München.

Übergewicht konsequent angehen

Essen ist Lebensqualität, das stimmt. Aber nur so lange der Köper damit nicht überfordert wird. Wenn zu viel Fett ankommt, wird es nicht mehr verarbeitet, sondern gespeichert. Weit mehr als die Hälfte der Übergewichtigen Menschen entwickelt eine Fettleber, die mit den Jahren in eine Fettleberhepatitis übergeht. Hier hilft Abnehmen erstaunlich effektiv.

Na klar, leben ohne Gift!

Unabhängig von der Ursache der Erkrankungen ist bei allen Hepatitis-Formen eine zusätzliche Belastung der Leber durch Alkohol und andere Giftstoffe oder Medikamente zu vermeiden.

Gerade Alkoholmissbrauch ist bedenklich. Zwar gibt es hier Schwankungen, doch etwa 40 g Alkohol/Tag ist die Grenze für den Mann, 20 g Alkohol/Tag für die Frau. Umgerechnet sind 40 g in zwei kleinen Gläsern Rotwein oder 0,8 Liter Pils enthalten.

Verlauf und Komplikationen

Eine akute Hepatitis dauert weniger als sechs Monate. Viele Fälle einer Hepatitis heilen spontan ab. Dauert die Hepatitis länger, spricht man von einer chronischen Erkrankung. Eine Hepatitis A heilt vollständig aus. Andere Hepatitis Infektionen werden chronisch. B, C, D und die Autoimmunhepatitis.

Zwar erleidet der Patient oft keine vehementen Beschwerden, so ahnen viele Menschen nichts davon, dass sie ansteckend sind. Meist schränken aber dauerhafte Müdigkeit, schwache Abwehrkraft und Verdauungsbeschwerden ein.

Komplikationen

Bei chronischen Infektionen machen auch die Symptome den Betroffenen dauerhaft zu schaffen. Die Leber hat eine enorme Regenerationsfähigkeit. Aber bei Dauerstress bildet sich zunehmend Narbengewebe in der Leber und die wirklich aktiven Zellen werden immer weniger. Diesen chronischen Prozess nennt man Leberzirrhose. Er ist nicht umkehrbar und kann in extremen Fällen tödlich enden. Außerdem ist die beständige Zellteilung und die dauerhafte Virenproduktion eine Ursache für Leberkarzinom.

Etwa 5 bis 10 % der Hepatitis B und 50–85 % der Infektionen mit Hepatitis C gehen in chronische Formen über. Durch den Hepatitis B-Virus kann es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems kommen, die sich mit Gelenkschmerzen äußert. Da die Leber eine herausragende Bedeutung für den Stoffwechsel hat, drohen bei dauerhafter Leberschwäche diverse Beschwerden (wie Blutungen, Hochdruck in der Lebervene mit Bildung von Krampfadern in Magen und Speiseröhre, Bauchwassersucht, Bauchfellentzündung, Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2).

Gefahr für die Nerven

Wenn die Leber ihren Funktionen nicht mehr nachkommt, reichern sich Giftstoffe im Blut an und die Gehirnfunktion wird beeinträchtigt (Hepatische Enzephalopathie). Im leichten Fällen folgen Konzentrationsstörungen. Die Personen denken langsam und brauchen zur Lösung von Problemen entsprechend länger. Durch das Zittern werden die Hände ungeschickt und Schreiben wird zum Problem. Aber auch die Stimmung schlägt oftmals schnell um. Schläfrigkeit begleitet den Alltag. Wird der Schlaftrunkene geweckt, hat er zunächst schwere Orientierung Probleme. Im extremen Fall entwickelt sich ein Koma.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen