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Herzschwäche: Die Erkrankung verstehen

Wissenswertes zur Herzschwäche

Ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Blutfluss ausreichend in Gang zu halten, spricht man von Herzschwäche bzw. Herzinsuffizienz. Sie kann eine Herzhälfte betreffen oder das ganze Herz.

Definition

Das steckt dahinter

Herzinsuffizienz entwickelt sich langsam über Monate oder Jahre infolge einer bestehenden Herz-Kreislauferkrankung, meist bei Koronarer Herzkrankheit (KHK, Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose; chronische Herzinsuffizienz), im Falle eines Herzinfarkts kann sie aber ganz plötzlich auftreten (akute Herzinsuffizienz, Herzversagen).

Häufigkeit

Herz-Kreislauferkrankungen gehören in den Industrieländern zu den häufigsten Krankheiten. Man schätzt für Europa etwa zehn Millionen Betroffene. Die Dunkelziffer mit noch beschwerdefreien Personen ist etwa genau so hoch.

Mit der Vergrößerung der Bevölkerungsgruppe der älteren Personen steigt auch die Häufigkeit dieser Erkrankung. Sind 45 – 50-Jährige unter einem Prozent betroffen, sind es in der Gruppe der über 80-Jährigen fast 10 %. Männer leiden dabei darunter deutlich häufiger als Frauen.

Ursachen

Eine besonders häufige Ursache ist ein chronischer Bluthochdruck. Er kann eine koronare Herzkrankheit auslösen und schließlich zu einem Herzinfarkt mit Herzinsuffizienz führen.

Beim Bluthochdruck muss das Herz außerdem mehr leisten, um gegen den Druck anzukämpfen. In der Folge vergrößert sich der Herzmuskel (Herzmuskelhypertrophie) und/oder die Herzkammern dehnen sich aus. Das bedeutet langfristig, dass weniger Blut pro Herzschlag ausgeworfen wird.

Bei Koronaren Herzerkrankungen (KHK) verengen oder verschließen sich die Herzkranzgefäße, so dass der Herzmuskel nicht ausreichend versorgt wird oder abschnittsweise abstirbt. In Folge kann er nur verminderte Leistung bringen.

Häufig ist auch ein Herzklappenfehler die Ursache. Wenn die Herzklappen nicht korrekt schießen, kann Blut in die falsche Richtung fließen, so dass ein Teil der Herzleistung „verpufft“.

Seltener sind Infektionen des Herzens (Myokarditis), Herzrhythmusstörungen oder Kardiomyopathien die Ursache. Letztere sind Krankheiten des Herzmuskels mit einer mechanischen und/oder elektrischen Störung der Herzfunktion.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Linksherzinsuffizienz

Die Kurzatmigkeit äußert sich zunächst bei verstärkter körperlicher Belastung, im Extremfall treten die Beschwerden auch in Ruhe auf. Wird das Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt, kommt es zu Schwindelanfällen und mitunter auch zur Bewusstlosigkeit. Eine mangelnde Durchblutung mit akutem Sauerstoffmangel ist durch eine bläuliche Verfärbung von Haut und Lippen sichtbar.

Rechtsherzinsuffizienz

Anfangs erscheinen die Ödeme abends und werden nachts wieder abgebaut. So muss der Patient nachts häufig Wasserlassen und leidet an Schlafstörungen. Wenn sich das Blut auch in den Organen (Leber und Milz) staut, nehmen diese an Größe zu, der Druck auf den Bauch kann schmerzhaft werden und es kann sich Gewebswasser im Bauchraum (Aszites) bilden.

Risikofaktoren

Daneben gibt es eine Reihe von Erkrankungen, die eine Herzinsuffizienz verschlimmern können. Dazu gehören: Herzrhythmusstörungen, Blutarmut (Anämien), Schilddrüsenerkrankungen, Lungenentzündung, Schlafapnoe und andere.

Häufigste Todesursache bei einer chronischen Herzinsuffizienz sind Herzrhythmusstörungen.

Prognose

Kann im Anfangsstadium die Ursache der Herzinsuffizienz schnell beseitigt werden, ist die Prognose gut, bleibt die Krankheit unbehandelt, sind die Aussichten schlecht. Medikamente können die Sterblichkeit um 40 % senken. Im letzten Stadium (Stadium IV) kann bei jungen Patienten eine Herztransplantation erwogen werden. Wegen der Knappheit der Organe ist dies oft keine reelle Option.

Herzinsuffizienz gehört, auch bei Ärzten, zu den unterschätzten Krankheiten. Die mittlere Lebenserwartung bei nicht ausreichender oder zu später Therapie ist ebenso vermindert wie im Durchschnitt bei Krebserkrankungen und beträgt dann nur wenige Jahre. Im Einzelfall ist dies natürlich abhängig von der Ausgangsschwere der Erkrankung, vom Alter und weiteren Erkrankungen und Faktoren.

Quellen

Literatur

  1. Bierbach, E. (Hrg.): Naturheilpraxis Heute, 3. Auflage, Urban - Fischer Verlag, München-Jena, 2006
  2. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag, Heidelberg, 2004
  3. DEGAM Leitlinien Nr. 9 Herzinsuffizien, Patienteninfo Stand 2007
  4. Herold, G. et al.: Innere Medizin, Gerd Herold, Köln, 2006
  5. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, 1. Auflage, Thieme-Verlag KG, Stuttgart, 2006
  6. Schilcher, H., Kammerer, S.: Leitfaden Phytotherapie, 2. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2003
  7. Wikipedia Herzinsuffizienz Stand 2007