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Heuschnupfen

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Natürliche Hilfe bei Heuschnupfen

Niesanfälle und gerötete, juckende Augen: Bei der Behandlung bewährt haben sich Hyposensibilisierung, Phytotherapie und Homöopathie.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Alle Jahre wieder! Oder diesmal nicht?

Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf, alles blüht und grünt … So geht man wieder gerne aus dem Haus und kostet die ersten warmen Sonnenstrahlen voll aus. Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, können die Vorzüge des Frühlings leider nicht immer genießen. Der Aufenthalt im Freien sorgt für eine laufende Nase und ständiges Niesen. Weitere Symptome bei Heuschnupfen sind juckende und tränende Augen. Es ist kein Wunder, dass sich Betroffene bei solchen Beschwerden über einen Regentag freuen und das gute Wetter zeitweise gerne verfluchen. Doch es gibt Hilfe! Mit unseren Tipps und Therapien aus Naturheilkunde, Homöopathie und Schulmedizin kommen auch die heuschnupfengeplagten Nasen gut durch den Frühling!

Behandlung bei Heuschnupfen: Prinzipien der Therapie sind...

Vorbeugung

Am Besten wäre es, die Entstehung von Heuschnupfen und anderen Allergien zu vermeiden. Leider kennt man die Auslöser nicht ausreichend. Nach heutigen Erkenntnissen scheint aber eine „naturnahe Lebensweise“ der beste Schutz zu sein.

Vermeidung

Ist eine Allergie bereits eingetreten, ist die Vermeidung der Allergene oberstes Ziel. Von Klimawechsel (Hochgebirge oder Meeresklima) bis zu pollendichten Luftfiltern reichen die Maßnahmen, die eine zeitweise Besserung erzielen.

Symptome bekämpfen

Auf dem Markt sind Medikamente, welche die allergische Reaktion durch Heuschnupfen unterdrücken, wenn sie vor dem Allergenkontakt eingenommen werden.

Sind die Symptome bereits eingetreten, können verschiedene Medikamente (Nasensprays, Augentropfen) das Schlimmste vermeiden. Etwa 50 % der Allergiker kommen mit Tropfen und Sprays zurecht.

Achtung: eine Pollenallergie sollte bei stärkerer Ausprägung beizeiten behandelt werden, um die Entstehung von Asthma zu vermeiden.

Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie, SIT)

Eine dauerhafte Linderung verschafft oft die Hyposensibilisierung. Hier werden die Allergene über lange Zeiträume (etwa drei bis vier Jahre) in steigender Dosierung unter die Haut gespritzt oder geschluckt. Nach und nach lässt dann die Reaktionsbereitschaft des Körpers nach und auch Medikamente können reduziert werden. Eine Hyposensibilisierung ist selbst dann noch sinnvoll, wenn die Person schon unter Asthma leidet. Nur wenn die Lungenfunktion bereits zu stark geschädigt ist, führt man keine Hyposensibilisierung durch.

Neuerdings sind auch Präparate im Handel, die nur einige wenige Male im Jahr gespritzt werden müssen. Ob die Wirkung vergleichbar ist, steht noch nicht restlos fest.

Achtung:

Bei einer Hyposensibilisierung kommt es häufig zu unangenehmen Begleiterscheinungen wie Entzündungen und Abgeschlagenheit. Bei der gespritzten Variante können gefährliche Reaktionen wie Anaphylaxien auftreten, insbesondere, wenn zu hohe Dosen verabreicht werden.

Heilpflanzen

In der Schweiz ist ein Präparat aus Blättern der Pestwurz gegen Heuschnupfen auf dem Markt. Nach klinischen Studien ist es zur alleinigen Therapie geeignet und in der Wirkung mit chemisch-synthetischen Mitteln vergleichbar.

Achtung: Es sollen nur standardisierte Präparate mit Pestwurz verwendet werden. Wild wachsende Pestwurz enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide!

Präparate mit der chinesischen Heilpflanze Astragalus vermindern die allergische Reaktion, ohne das Immunsystem als ganzes zu unterdrücken. Tierversuche zeigen einen positiven Effekt bei allergischem Asthma und Hautentzündungen, die Wirkung gegen Heuschnupfen belegt eine kleine Studie am Menschen.

Die Brennnessel reduziert entzündliche Reaktionen. In einer kleinen Heuschnupfen-Studie bewerteten 58 % der Teilnehmer das Präparat als symptomlindernd.

Bromelain, Enzyme aus der Ananas sollen nicht nur für das Abschwellen der Schleimhaut sorgen, sondern auch den Schleim dünnflüssig halten und das Abklingen von Entzündungen fördern. Zumindest bei Schnupfen, Nasen- und Nebenhöhlenentzündung liegen ermutigende Daten vor.

Gegen tränende Augen kann ein Präparat mit Augentrost (Euphrasia) eingesetzt werden. Eine kleine Untersuchung hat die Anwendung erfolgreich getestet. Auch Ginkgo-Extrakt mit Hyaluronsäure in Augentropfen war einem Präparat mit Hyaluronsäure alleine überlegen.

In Asien ist roter fermentierter Ginseng ein beliebtes Mittel. In Bezug auf Schwellung der Nasenschleimhaut und die Lebensqualität hat eine Studie positive Effekte festgestellt.

Nicht gesichert

Vor allem in Asien werden verschiedene Pflanzen aus der Gattung Engelwurz (Angelica) gegen Allergien eingesetzt (A. acutiloba, A. sinensis, A. gigas, A. dahurica). Auch dazu liegen nur Labor- oder Tierversuche vor, eine Wirkung wäre möglich.

Nicht mehr verwendet werden Ephedrin-haltige Extrakte aus dem Meerträubelkraut, da Ephedrin auf der Dopingliste steht und in höheren, ausreichend wirksamen Dosen häufig lästige bis gefährliche Nebenwirkungen hat (wie Unruhe, schneller Puls bis Herzrhythmusstörungen). Es kann sich auch eine leichte Abhängigkeit entwickeln.

Honig ist ein traditionelles Mittel, eine Studie bestätigte aber die Wirkung gegen Heuschnupfen nicht.

Bei allergischem Asthma sollen Extrakte aus Zwiebel oder Knoblauch helfen, die entzündliche Reaktion zu lindern. Klinische Studien am Menschen liegen hierzu nicht vor. Auch zur antiallergischen Wirkung von Propolis gibt es keine Studie.

Inhalationen

Zur Inhalation oder als Nasenspray werden ätherische Öle eingesetzt (Eukalyptus, Fenchel, Kamille, Nadelbaumöl, Pfefferminzöl, Campher, Cineol, Menthol).

Das ätherische Öl wird direkt in heißes Wasser getropft. Darüber hält man den Kopf und deckt ihn mit einem Handtuch ab.

Die Wirkung von ätherischen Ölen wird subjektiv als kühlend empfunden. Inhalation mit ätherischen Ölen hat aber keine objektiv nachweisbaren klinischen Effekte. Nur Cineol wirkt leicht abschwellend.

Eine Inhalation mit Kamillenblütenextrakt vermindert die Entzündung.

Achtung

  • Ätherische Öle inhalativ nicht bei Asthma und Keuchhusten verwenden.
  • Kleine Kinder reagieren auf ätherische Öle sehr empfindlich! Nie im Bereich des Gesichtes anwenden! Aromatisierung der Raumluft mit Duftlampen ist aber möglich.

Nach Beobachtungen in der Praxis können oral eingenommene Präparate mit ätherischen Ölen (Myrtol, Eucalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl, Zitronenöl, Cineol) auch die Entzündung bei gereiztem Bronchialsystem (wie bei Asthma bronchiale) lindern.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Heuschnupfen helfen können

Homöopathische Mittel bei Heuschnupfen

Eine homöopathische Behandlung bei Allergien ist umstritten. Aber etwa 75 % der Patienten, die wegen Heuschnupfens einen homöopathisch ausgerichteten Therapeuten besuchen, geben an, dass ihnen die Behandlung geholfen hat. Schulmediziner empfehlen für den Fall, dass schwere Symptome durch Homöopathie nicht verschwinden, eine herkömmliche Therapie um eine Ausweitung (Asthma) der Allergie zu vermeiden.

Eine homöopathische Behandlung wird häufig vorbeugend eingesetzt oder begleitend zur Schulmedizin, um den Verbrauch konventioneller Medikamente zu senken.

Ein homöopathisches Komplexpräparat mit Luffa operculata, Galphimia glauca, Histamin, und Schwefel erhielt in einer kontrollierten Studie ein positives Votum. Die Wirkung war mit dem konventionellen Präparat Cromoglicinsäure vergleichbar. Homöopathisch verdünnter Birkenpollen schnitt negativ ab, ein anderes Kombinationspräparat mit verschiedenen Baum-, Gräser- und Kräuterpollen positiv.

Homöopathische Präparate gegen Heuschnupfen werden je nach Art der individuellen Beschwerden gewählt. Am Besten lässt man sich von einem Fachmann beraten. Man kann auch zu Komplexpräparaten greifen, darin sind bereits Komponenten zu den häufigsten Beschwerden enthalten.

Häufige Bestandteile sind:

Herzsame (Cardiospermum): ähnliche Wirkung wie Cortison bei Allergien, allergischem Jruckreiz, Heuschnupfen, Nesselsucht, Ekzemen, Hautausschlägen

Kleiner Goldregen (Galphimia glauca): mit Antihistaminika vergleichbar, vorbeugend einzunehmen: brennende, gerötete, geschwollene oder tränende Augen, Nase zugeschwollen, häufiges Niesen, Stock- und Fließschnupfen, Juckreiz, Kribbeln, Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut

Schwammgurke (Luffa operculata): Heuschnupfen: häufiges Niesen, Jucken und Empfindlichkeit der Nasenschleimhaut, erschwerte Nasenatmung durch zähes oder flüssiges Sekret, trockene Schleimhäute mit Borkenbildung, trockene Schleimhaut durch Nasenspray Sekrete morgens gelblich, tagsüber farblos. Augenschmerz mit verschleierter Sicht, lichtscheu., belegte Zunge, Brennen im Hals, Räuspern und Hüsteln, Kopfschmerzen bei Katarrh.

Indisches Lungenkraut (Adhatoda vasica): akute allergische Entzündungen der Atemwege: allergischer Schnupfen und Tränenfluss, Schleimhautreizungen der Atemwege und der Lunge. Kann auch vorbeugend und zusätzlich zu chemisch-synthetischen Medikamenten eingenommen werden.

Zwiebel (Allium cepa): Heuschnupfen und allergischer Schnupfen, Fließschnupfen, Augenbindehaut gereizt und gerötet, Rötung und Schwellung, Tränenfluss, Juckreiz, Lichtempfindlichkeit.

Bienengift (Apis mellifera): allergische Reaktion an Augen, Hals und Mund, Nesselsucht, brennende Schmerzen, Schwellungen blass-rot, heiß, Atemnot

Ameisengift, Ameisensäure (Acidum formicicum): Entzündung der Luftwege mit Schnupfen, Heiserkeit und Husten, heftige Anfälle von Husten mit Erbrechen, Atemnot mit Verlangen nach frischer Luft.

Histamin (Histaminchlorid): allergische Reaktionen wie Asthma, Nesselsucht, Heuschnupfen, Quincke-Ödem. Vorzugsweise höhere Verdünnungsgrade.

Arsen (Arsenicum album): Wässrige, dünne, brennende Nasenabsonderung, brennende Augen, heiße Tränen, Stechen in den Wangen, gereizte Oberlippe, verstopfte Nase, Kitzeln in der Nase, Erschöpfung, Verbesserung durch Wärme, in geschlossenen Räumen.

Aufgeblasene Lobelie (Lobelia inflata): Heuschnupfen, Heuasthma, häufiges Niesen und Aufstoßen, Brustbeklemmung mit Übelkeit.

Läusesamen (Sabadilla): Heuschnupfen: Niesen heftig und krampfhaft, Fließschnupfen, wässrig, scharf, brennend. Gefühl von verstopfter Nase trotz Absonderung. Kopfschmerz über den Augen, in den Stirnhöhlen, an der Nasenwurzel. Augenlider rot und geschwollen, Tränen im Freien, beim Sehen ins Licht, beim Niesen und Husten. Verschlimmerung durch Blumendüfte.

Blutwurzel (Sanguinaria canadensis): Heuschnupfen mit viel Niesen und wässrigem Schnupfen, wund machend. Dumpfer Schmerz an der Nasenwurzel. Geruchs- und Geschmacksverlust. Überempfindlichkeit gegen Blumenduft.

Nahrungsergänzung

Untersuchungen stellten bei Allergiepatienten im Blut sehr niedrige Werte für Vitamin C, Vitamin E und Carotinoide, Kupfer und Zink fest.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Pollenallergikern bleibt oft nichts anderes übrig, als ihr Leben darauf einzustellen.

Hier ein paar Tipps:

  • Aufenthalt im Freien meiden (oft nicht realistisch) und die Ansagen der Pollenwarndienste beachten.
  • Lüften zu Zeiten mit minimaler Pollenbelastung oder Lüftungsanlagen mit Pollenfilter nutzen. Gräserpollenallergiker sollten nachts die Fenster geschlossen halten.
  • Urlaubsplanung an den Pollenflug anpassen. Besonders geeignet ist Urlaub im Winter oder Regionen mit geringer Pollenbelastung: Meer- oder Hochgebirgslagen.
  • Häufig Staubwischen und Teppiche saugen (oder entfernen).
  • Nach einem Aufenthalt im Freien Straßenkleidung ablegen, eventuell duschen und die Haare waschen, um Pollen im Haar und an der Haut zu entfernen.
  • Kleidung nicht an der Wäscheleine im Freien trocknen.
  • Durch den Fließschnupfen verliert der Körper viel Wasser: begleitend viel trinken.
  • Wenn die Nase verstopft ist: nachts den Kopf hoch lagern.
  • Damit bei Verwendung von Nasensprays die Schleimhaut nicht austrocknet: Luftbefeuchter und Nasenduschen verwenden.
  • Bei Gräserpollenallergie: Rasen kurz halten.
  • Möglicherweise pollenhaltige Lebensmittel wie Müsli, Kräuter, Honig, u.U. Naturkosmetik, in schweren Fällen während der Saison vermeiden.

Hausmittel: Nasenspülung

Nasenspülungen reinigen die Nase von Pollen, daneben wirken salzige Lösungen deutlich abschwellend.

Weitere Therapien

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