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Die Erkrankung verstehen: Heuschnupfen

Was ist eigentlich Heuschnupfen?

Definition

Das steckt dahinter

Heuschnupfen ist eine Allergie gegen fliegende Pflanzenpollen (auch saisonale Rhinitis allergica oder Pollinosis). Er wird mit anderen Allergien gegen fliegende Allergene (Schimmelpilzsporen, Tierspeichel und Hausstaubmilbenkot) unter dem Begriff „allergischer Schnupfen“ zusammengefasst.

Alle Jahre wieder

Das Typische an Heuschnupfen ist die saisonale Pünktlichkeit. Er stellt sich jedes Jahr zur selben Zeit ein, dann nämlich, wenn die jeweilige Pflanze gerade blüht.

Unschuldig sind meist die Blütenpflanzen, die von Insekten bestäubt werden. Die klassischen Windblütler dagegen produzieren massenhaft sehr leichte Pollenkörner, die über den Wind in der Luft über große Gebiete verteilt werden.

Alarmsignale
Heuschnupfen ist zwar lästig, aber in den meisten Fällen harmlos. Dennoch sollte starker Heuschnupfen behandelt werden, da sich sonst Asthma entwickeln kann.

Manchmal bleibt die Allergie nicht auf die jeweiligen Pollen beschränkt, oftmals entstehen mit der Zeit auch Empfindlichkeiten gegen andere Stoffe, die dem Pollenallergen ähnlich sind. Es kommt zu einer „Kreuzallergie“. Beispielweise kann sich eine Frühblüherpollen-Allergie oft auch zu einer Reaktion gegen Äpfel und Nüsse ausweiten.

Wenn die Reaktion gegen Nahrungsbestandteile zu heftig wird, besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks. Erste Anzeichen, dafür sind Juckreiz, Ausschlag, Prickeln im Mund- Rachenraum, an Handflächen und Fußsohlen, Erbrechen, Schwellungen, Hitzegefühl/-wallung, Schwellungen, unter Umständen am ganzen Körper.

Bei Atemnot, Herzkreislaufbeschwerden oder Bewusstlosigkeit und sollte umgehend der Notarzt verständigt werden.

Nummer des Blaulicht-Notarztes (19 222 oder 112)

Notfallmedikamente sind Kortison in hohen Dosen, Antihistaminika (z.B. Cetirizin, unterstützend auch Ranitidin).

Häufigkeit

Allergien haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Etwa 23 % der Bevölkerung ist in den westlichen europäischen Ländern davon betroffen. Die Neigung zur Ausbildung einer Allergie ist angeboren. Wenn beide Eltern allergisch sind, besteht eine 50 - 60 %-ige Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder eine Allergie entwickeln.

Mit einer Hyposensibilisierung kann man oft eine deutliche Linderung erzielen. Sie wirkt in 80 % der Fälle spürbar bis sehr gut und nur in 20 % der Fälle schwach lindernd oder gar nicht.

Ursachen

Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf vollkommen harmlose Stoffe aus der Umwelt. Dabei wird fälschlicherweise eine Immunreaktion gegen Pollen eingeleitet. Besonders häufig sind Reaktionen gegen Birke, Erle, Hasel, Gräser, Getreide, Beifuß, Jakobskreuzkraut.

Warum dies passiert, ist nicht bekannt, vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Eventuell lösen nicht die Pollen die Krankheit aus, sondern erst eine Kopplung von Pollen an Rußteilchen aus Abgasen in der Luft oder Zigarettenrauch. Auch eine Verstärkung durch solche Vorgänge wird diskutiert.
  • In einer künstlichen und sterilen, insbesondere parasitenarmen Umgebung ist das Immunsystem nicht beschäftigt und beginnt daher, auf harmlose Reize zu reagieren. Eine naturnahe Kindheit mit Kontakt zu verschiedenen Tieren, Krankheiten und Parasiten scheint die Allergieneigung zu reduzieren. In Ländern mit primitiven Lebensbedingungen sind Allergien nahezu unbekannt.
  • Künstliche Stoffe (Konservierungsstoffe, Medikamente, Umweltgifte u. a.) können Allergien mit auslösen. Die einen binden harmlose Pollen an die Zellen, so dass der Körper keine andere Wahl hat, als sie anzugreifen, andere überreizen das Immunsystem.
  • Infektionen führen zur Bildung von Antikörpern. Dabei kann es sein, dass einige dieser Antikörper zufällig auch harmlose Stoffe erkennen.
  • Die Allergieneigung hat eine starke erbliche Komponente.

Prävention

Allergieprävention

Wegen der Zunahme allergischer Erkrankungen in der Bevölkerung wurden 2004 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung erste Leitlinien zur Allergieprävention herausgegeben. Nach statistischen Untersuchungen vermindern folgende Maßnahmen die Entstehung von Allergien:

  • Säuglinge sollten mindestens 6 Monate gestillt werden.
  • die Ernährung der Mutter in Hochrisiko-Familien während der Schwangerschaft und/ oder Stillzeit sollte nicht eingeschränkt werden
  • Aktiver und passiver Kontakt mit Tabakrauch erhöht das Allergierisiko
  • Schimmelpilzbefall in der Wohnung ist gefährlich
  • Schadstoffe aus Möbeln (Formaldehyd), Maler und Renovierungsarbeiten sind zu vermeiden
  • Übergewicht ist ein Risiko für die Entwicklung von zusätzlichem Asthma
  • Wurminfektionen bei Kindern reduziert das Asthma-Risiko
  • naturnahes Aufwachsen schützt (Bauernhof)
  • Wohnen an einer viel befahrenen Straße ist mit einem erhöhten Risiko verbunden
  • Allergierisiko sinkt durch Impfungen
  • Kinder mit Kontakten (Kindertagesstätte in den ersten 2 Lebensjahren und eine höhere Anzahl von Geschwistern) bekommen seltener Allergien

Das wird diskutiert, ist aber nicht belegt:

  • Effekt einer Haustierhaltung auf die Allergieentwicklung bei Risikokindern ist nicht geklärt. Bei atopischer Dermatitis reduziert sich das Risiko um 50 %, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Kontakt mit Tieren hatte.
  • Soja-basierte Säuglingsnahrungen: keine Hinweise auf einen präventiven Effekt
  • hoher Fischkonsum der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit b.z.w. Fisch in der Nahrung des Kindes im ersten Lebensjahr hemmen eventuell die Entstehung von Allergien

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Wer einmal Heuschnupfen hat, wird immer darunter leiden. Meist bricht die Krankheit bereits im Kindesalter, spätestens vor dem 40. Lebensalter aus. Die Beschwerden kommen jedes Jahr und verschlimmern sich häufig. Mit höherem Lebensalter, unter Umständen schon ab 40, nimmt die Reaktionsbereitschaft des Immunsystems ab, so dass sich auch Allergien bessern können.

Komplikationen

Komplikationen sind bei Allergien relativ häufig.

  • Bei Pollenallergien kann in etwa 30 % der Fälle Asthma entstehen.
  • Entzündet sich die Bindehaut der Augen, kommt es zu einem starken Fremdkörpergefühl, mitunter auch zu Schmerzen.
  • Die allergische Reaktion führt zur Schleimhautschwellung. Besteht sie über längere Zeit, kann dies Nebenhöhlen-, Mittelohrinfektionen, chronischen Schnupfen und Mittelohrkatarrh begünstigen.
  • Häufig ist der Betroffene nicht gegen einen einzigen Stoff allergisch, sondern auch gegen weitere Stoffe, die dem Allergen biochemisch ähnlich sind. Diese Reaktion bezeichnet man auch als Kreuzreaktion oder Kreuzallergie.
  • Bei einer Allergie/Kreuzallergie besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks. Das ist eine sehr heftige Immunreaktion mit Juckreiz, Hautauschlag und Atemnot, die sich schnell verschlimmert. Wenn Hilfe ausbleibt, kann dies tödlich enden. Die gefährlichsten allergischen Reaktionen betreffen die Atemwege (Atemstillstand) sowie das Herz-Kreislaufsystem (Blutdruckabfall, Herzstillstand).
  • Kinder mit Allergien wachsen langsamer und leiden unter Gedeihstörungen.
  • Eine verstopfte Nase führt häufig auch zu Schnarchen und Luftnot während des Schlafens (u.U. dadurch obstruktives Schlafapnoe-Syndrom). Betroffene schlafen schlecht und wachen mit Panik und Erstickungsangst auf.

Formen

Eine Pollenallergie gehört zu den Allergien vom Soforttyp (Typ 1). Die Reaktion tritt sehr schnell – innerhalb von Minuten - auf und betrifft die Schleimhäute (Nase, Lunge, Auge, eventuell auch den Darm).

Quellen/Weitere Informationen

Quellen