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Kopfschmerzen: Symptome und Diagnostik

Bei der Diagnose wichtig: Begleitumstände

Die Symptome bei Kopfschmerzen sind individuell verschieden. Für den Arzt ist es ein erster diagnostischer Hinweis auf die Art der Problematik. Daher sollte man bei chronischen Kopfschmerzen eine genauere Beschreibung von Symptomen und Begleitumständen zur Hand haben.

Symptome

Damit ordnen Sie „Ihren“ Schmerz ein:
  • Wo sitzt der Schmerz (einseitig, beiderseits; Schläfe, Stirn, Auge, Hinterkopf)?
  • Wie ist der Schmerzcharakter (gleichbleibend, pulsierend)?
  • Wie entwickelt sich die Attacke (plötzlich einsetzend, langsam steigernd)?
  • Sind Verkrampfungen vorhanden (z. B. Nacken, Kaumuskulatur, Rücken, Schultergürtel)?
  • Was sind die begleitenden Erscheinungen (Übelkeit, Brechreiz, Lärm- und Lichtempfindlichkeit, Lichtblitze, Sehstörungen)?
  • Leiden Sie unter Schlafstörungen, Nervosität, Stress oder Depressionen?
  • Nehmen Sie Medikamente oder Schmerzmittel ein?
  • Was löste den Schmerz aus (Licht, Alkohol, Stress, körperliche Anstrengung?)
  • Wie oft leiden Sie darunter?

Die häufigsten Kopfschmerzformen lassen sich an Hand des Schmerzcharakters und der Begleitsymptome unterscheiden. Bei den Kopfschmerzformen ohne einen fassbaren Auslöser kommen zwei Typen mit Abstand am häufigsten vor:

Die zwei grundsätzlichen Kopfschmerzformen

Migräne

Typisch für Migräne sind ein einseitiges Auftreten des Schmerzes und der pulsierende Charakter. Der Schmerz ist vergleichsweise heftig (mäßig bis stark). Sehr häufig liegt der Schmerz hinter Augen oder Stirn. Die Anfälle beginnen mit leichter Schmerzintensität und verstärken sich dann. Die Dauer liegt zwischen 4 Stunden und 3 Tagen.

Besonderheit der Migräne sind begleitende Nervensymptome, die Aura:

  • Selten kommt es zu visuellen Empfindungen wie Flimmern, Funken, Blitze oder Doppelbilder (ca. bei 10 % der Fälle).
  • Auch Ausfallserscheinungen wie Lähmungen, Sprechstörungen, Wortfindungsstörungen, Gesichtsfeldausfall und Koordinationsprobleme sind mögliche Symptome.
  • Abgesehen davon plagen häufig noch Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Lärmempfindlichkeit.

Spannungskopfschmerz

Hier ist die Schmerzintensität leicht bis mittel, charakteristisch ist der dumpfe und drückende Schmerzcharakter, wie ein drückendes Band oder Helm, und zwar auf beiden Seiten des Kopfes. Typisch ist der ausstrahlende Charakter, denn andere Muskelgruppen im Kiefer, Nacken oder Schultergürtel sind mit beteiligt. Die Schmerzzeiten sind hier nicht begrenzt: Er kann einen Tag oder eine Woche quälen. Im Gegensatz zur Migräne steigt das Schmerzlevel bei körperlicher Belastung nicht an. Anders verhält es sich mit diesem Symptom, wenn Migräne und Spannungskopfschmerz zusammen auftreten („Mischkopfschmerz“).

Davon unterscheiden muss man die Fälle mit organischen Erkrankungen (sekundäre Kopfschmerzen).

Entscheidendes Kriterium sind die Begleitsymptome und die Umstände des Auftretens:

  • Relativ klar ist die Situation, wenn nach einem Unfall Kopf- und/oder Nackenschmerzen auftreten (z. B. Beschleunigungstrauma, Subarachnoidalblutung, Blutergüsse).
  • Blutdruckprobleme: Wer zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck hat, kann unter Kopfschmerzen leiden.
  • Von außen nicht erkennbar sind verschiedene Erkrankungen der Blutgefäße wie z. B. Blutungen durch geplatzte Adern. Typisch ist das plötzliche Auftreten des Symptoms.
  • Auch ein Schlaganfall kann von Kopfschmerzen begleitet werden. Dann kommt es begleitend zu Symptomen wie Taubheitsgefühlen, Bewegungsstörungen bis Lähmungserscheinungen, Sprach- und Verständnisstörungen oder/und Sehstörungen. Möglich sind auch Schwindelgefühle.
  • Ein wachsender Tumor im Gehirn wird zwar als Ursache häufig befürchtet, ist aber sehr selten. Auch hier wären wie beim Schlaganfall weitere Nervenausfälle zu erwarten.
  • Bei einer Infektion von der Grippe bis zur Gehirnhautentzündung spürt man häufig Kopfschmerzen. Begleitet wird der Schmerz von Grippesymptomen oder Fieber.
  • Daneben strahlen Schmerzen bei Erkrankungen von Kopforganen in den Schädel aus. Man kennt dieses Symptom z. B. bei Augen-, Mittelohrentzündung, Neben- und Stirnhöhlenentzündung und Zahnschmerzen.

Wann zum Arzt

Sporadische leichtere Kopfschmerzen können Sie selbst behandeln. Bei stärkeren Schmerzen und chronisch anhaltenden Schmerzen muss immer ein Arzt die Ursache abklären. Des Weiteren sind besondere Umstände Indikatoren für besondere Gefahren bei:

  • einem Unfall (auch wenn der Schmerz erst Tage nach dem Unfall auftritt)
  • Fieber (Alarmsymptom: Nackensteifheit!)
  • plötzlich rasenden Kopfschmerzen nach einer Anstrengung
  • älteren Menschen
  • begleitender Bewusstlosigkeit und Verwirrtheit, Lähmungen, Empfindungs- und Bewegungsstörungen, Sehproblemen oder Hörverlust

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Die häufigsten Kopfschmerzformen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen sind durch den Arzt meist gut und schnell einzuordnen. Routinemäßig werden einige Untersuchungen zum allgemeinen Gesundheitszustand durchgeführt:

  • allgemeine körperliche Untersuchung, mit Untersuchung von Lunge, Herz und Blutdruck.
  • neurologische Untersuchung mit der Erhebung der Reflexe, der Hautsensibilität und der Koordinationsfähigkeit.
  • Blutuntersuchung, je nach entsprechenden Hinweisen auf Organschäden.

Eine detaillierte Untersuchung des Kopfes ist in der Regel nicht erforderlich. Sie wird nur bei einem Verdacht durchgeführt, also um schwere organische Erkrankungen auszuschließen.

Heute steht eine länger werdende Liste an diagnostischen Verfahren zur Verfügung, zum Beispiel Dopplersonografie (Ultraschall der Gefäße), Röntgendarstellung der Gefäße (Angiografie), Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) und Elektroenzephalogramm (EEG), um nur einige zu nennen.

Nach der Diagnostik kann eine Überweisung zum Facharzt erfolgen, wenn nötig (Augenarzt, HNO-Arzt, Zahnarzt, Neurologie, Schmerzambulanz etc.).