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Weitere Therapien: Krampfadern

Was sonst noch hilft

Heilpflanzen alleine reichen nur bei leichten Beschwerden. Hier finden Sie natürliche Maßnahmen, welche die Wirkung nachhaltiger machen, wie Gewichtsreduktion, Ernährung und Naturheilkunde. Wenn alle Stricke reißen, greifen daneben auch die Maßnahmen der Schulmedizin.

Ernährung

Bei Krampfadern sollte man den Konsum von tierischem Eiweiß und tierischem Fett einschränken. Künstliche Lebensmittel („raffinierte“ Produkte) verschwinden besser vom Speisezettel. Für ein gesundes Bindegewebe empfiehlt sich eine vitaminreiche Kost in Form von frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Diese enthalten alle Spurenelemente und fördern eine gesunde Verdauung, da gerade auch eine Darmverstopfung und Druck im Bauchraum die Venen belasten.

Die Umstellung der Ernährung sollte aber langsam erfolgen. Rohkost, rohes Getreide oder Getreide-/Obstmischungen können anfangs Verdauungsbeschwerden wie Blähungen verursachen. Gedünstet sind Obst und Gemüse meist sehr verträglich.

Heilfasten unter Aufsicht und eine nachhaltige Gewichtsreduktion verbessern die Durchblutung auf der Ebene der kleinsten Blutgefäße und fördern oftmals auch das Abheilen von Geschwüren. Gerade bei Übergewicht ist eine langsame und vernünftige Gewichtsabnahme wichtig. Danach sollte man auf einen langsamen Kostaufbau mit einer gesunden Vollwerternährung achten.

Achtung: Zu Beginn des Fastens können die venenbedingten Beschwerden kurzfristig zunehmen. Fasten hat entwässernde Effekte. Das reduziert das Gewebewasser und schwächt den Kreislauf. Die Venen können dabei vorübergehend (noch) schlaffer werden. Insbesondere muss man in der ersten Fastenwoche mit Schwindel rechnen.

Naturheilverfahren bei Krampfadern

Elastischer Ersatz: Kompressionstherapie

Wichtig ist, dass die Stützstrümpfe für die Kompressionstherapie richtig sitzen, weswegen sie individuell, am besten morgens angepasst werden sollten. Zumindest muss vor der Anpassung darauf geachtet werden, dass die Schwellungen durch ein Hochlagern der Beine abklingen. Außerdem ist es notwendig, die Bestrumpfung ständig zu überprüfen und eventuell – wenn die Beine durch die Behandlung dünner geworden sind – neu anzufertigen.

Nie getragen?

Nach ärztlicher Erfahrung werden Kompressionsstrümpfe oft verschrieben, aber selten getragen, da das Anziehen mühsam ist und der Druck nach einiger Zeit als unangenehm empfunden wird. Die Haut kann mit der Zeit sehr trocken werden. Dies ist eine Folge des ständigen Drucks, der trotz Besserung des Blutflusses und der Versorgung des Beines zu einer Ernährungsstörung der obersten Hautschichten führen kann. Die Haut sollte in diesem Fall vermehrt gepflegt werden (Phytotherapie).

Gerade dann, wenn die Strümpfe am nötigsten sind, nämlich bei heißem Wetter und Beanspruchung, werden sie oft weggelassen. Mögliche Abhilfen sind schwächere Strümpfe (Klasse 1). Auch können sie bei Hitze zur Kühlung mit Wasser befeuchtet werden. Ebenso bringen Pausen beim Tragen Erleichterung, z.B. wenn die Beine in einem kühlen Raum hochgelegt werden können, vor allem nachts.

Dem Blutfluss auf die Beine helfen: Bewegungstherapie

Bei Krampfadern sollen die Muskeln in Bewegung gehalten werden. Wenn sich das Blut in den Venen staut, unterstützt die Kontraktion der Muskeln die Bewegung des Blutes. Man nennt diesen Effekt „Muskelpumpe“. Der Effekt wird durch die Kompressionsstrümpfe noch verstärkt, dann erhöht sich die Transportkapazität doppelt: durch Druck von außen und innen. Auch die Venenwände profitieren davon, sie werden nicht weiter gedehnt und bleiben elastisch.

Aber: Von Krafttraining wird eher abgeraten. Durch das Pressen erhöht sich der Druck in den Venen. Bei Patienten mit ausgeprägten Krampfadern oder Patienten, die bereits Thrombosen hatten, sind alle Sportarten, die viel Kraft sowie abrupte Abstoppbewegungen erfordern, zu meiden: Ungeeignet sind Badminton, Handball,Fußball oder Springen. Es gibt aber vergnügliche Freizeitsportarten, die sich sehr positiv auswirken wie Wandern, Nordic-Walking mit Stöcken, Inline-Skating, Aquajogging, Tanzen, Golf, Ausdauergeräte (wie der „Stepper“), Radfahren, Skilanglauf, Schwimmen, Yoga, QiGong oder gezielte Venengymnastik („Gefäßsport“).

Sitzgymnastik: jederzeit und überall

Übung 1:
Aktiviert Venen im Fuß:
Ziehen Sie mehrfach hintereinander die Zehen zusammen, als wollten Sie mit den Zehen eine Faust bilden. Wiederholen Sie die Übung bis Sie die Muskeln spüren.

Übung 2:
Feste Waden:
Stellen Sie einmal den linken, dann den rechten Fuß auf die Zehenspitzen. Sie werden bemerken, dass sich die Wade anspannt. Finden Sie ihren Rhythmus und halten Sie die Übung mehrere Minuten durch.

Gymnastik in unbeobachteten Momenten

Übung 3:
"Bettfahrrad": Legen Sie sich auf den Rücken und machen Sie in der Luft Tretbewegungen. Die Krampfadern an Bein, Leiste und Bauch leeren sich dabei aktiv und passiv.

Übung 4:
Gelenkschonende Gymnastik mit Gummiband

Erfrischt – nicht abgeschreckt: Physikalische Therapie

Ein großes Kapitel der Naturheilkunde sind natürliche Reize. Durch Kältereize werden beispielsweise die Aderwände gefordert: sie ziehen sich zusammen. Bei einem Wärmeguss entspannen sie sich wieder. Das kurbelt die Durchblutung an und stärkt den Stoffwechsel im Gewebe. Zahlreiche Varianten stehen zur Verfügung: Hydrotherapie, Kneipptherapie (Knie- und Schenkelgüsse), Unterschenkelwickel nach Prießnitz, Tautreten, Wassertreten, Balneotherapie oder Nordseekuren. Optimal wirkt die physikalische Therapie in Kombination mit der Phytotherapie.

Achtung:

  • Vor den Anwendungen muss der Kreislauf in Schwung gebracht werden, so dass die Beine warm sind!
  • Je kälter das Wasser, desto kürzer sollte die Anwendung sein.
  • Sofern Entzündungen vorhanden sind, ist darauf zu achten, dass auch die Wickel und Auflagen kalt angewendet werden (Lehmwickel, Heilerdeauflagen).
  • Unterschenkelbäder sollten kalt, höchstens lauwarm sein.
  • Desinfizierende Zusätze wie Kaliumpermanganat und Kohlensäure unterstützen außerdem die Heilung.
  • Anregung von Schweißbildung und Durchblutung durch intensive Wärme wie Saunieren ist nur bei leichten Krampfadern erlaubt. Man sollte außerdem die Beine in der Sauna hoch lagern und sofort nach Verlassen der Sauna die Beine mit kaltem Wasser intensiv kühlen, sonst verschlimmern sich die Beschwerden und die Wandschwäche kann zunehmen.

Streicheln und streichen: Massage

Die Lymphbahnen sind für den Abtransport des Wassers im Bindegewebe zuständig. Durch die Venenerkrankung werden sie überlastet (Phlebödem). Ihre Aktivität kann durch die manuelle Lymphmassage („Lymphdrainage“) unterstützt werden. Bei akuten Entzündungen am Bein und bei Thrombosen ist die Methode jedoch nicht geeignet.

Die Naturheilmedizin empfiehlt auch Fußreflexzonenmassage etwa 2-3mal pro Woche. Für die Wirkung der Fußreflexzonenmassage fehlen aber wissenschaftliche Beweise.

Weg mit dem Abfall: Enzymtherapie

Bromelain aus der Ananas ist ein eiweißabbauendes Enzym. Es soll die Blutgerinnungsneigung und die Thrombenbildung verringern. Daneben fördert es den Abbau des Ödems, die Wundheilung und reduziert Schmerzen. Eine Enzymtherapie sollte aber durch andere Maßnahmen wie Kompressionstherapie und physikalische Maßnahmen unterstützt werden.

Auf den Punkt: Akupunktur

Zwar gibt es noch keine Studien darüber, dennoch soll Akupunktur die schmerzhaften Aspekte der Krankheit lindern.

Tierisch effektiv: Blutegel

Ist es wegen der Krampfadern zu Komplikationen gekommen (Thrombose, postthrombotisches Syndrom, Venenentzündung, Hämorrhoiden, chronische Hautveränderungen, offene Beine), ist die Blutegeltherapie ein klassisches natürliches Heilverfahren. Die Egel werden neben der betroffenen Ader auf gesundem Gewebe angesetzt. Die vom Blutegel im Speichel abgegebenen Stoffe beugen Thrombosen vor und lindern die Entzündung. Es sollte aber vom Therapeuten beachtet werden, dass dies eine blutverdünnende Therapie mit ASS oder Marcumar verstärkt.

Lucilia – eine Made stellt sich vor

Eine Therapie mit Fliegenlarven ist uralt, die Mayas und die Aborigines kannten sie, auch einige Ärzte in den Weltkriegen. Mit dem Aufkommen der Antibiotika war das Wissen schnell vergessen,.Die meisten Menschen ekeln sich vor diesen tierischen Begleitern. Dabei gibt es keinen Grund dazu, sorgen doch die Maden schon aus Eigennutz dafür, dass kein Bakterienwachstum aufkommt (nur wenige Mikroorganismen überleben die Koexistenz mit der Made). Lucilia scheidet Antibiotika und Enzyme aus, die abgestorbenes Gewebe zersetzen. Der Müll wird dann einfach aufgefressen. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass die Wunde schneller gereinigt und die Heilung (Granulation) eingeleitet wird. Dabei ist diese Methode wesentlich sanfter als ein Skalpell und die Larven sind offenbar auch gegen antibiotikaresistente Keime wirksam. Um den Ekelfaktor zu reduzieren, gibt es heute sterile Maden hygienisch in Gaze verpackt, wenn auch „freilaufende“ Maden schneller sind. Sie verrichten ihre Arbeit in 14 Tagen, die verpackten Maden dagegen brauchen doppelt so lang (28 Tage), am ineffektivsten war die Standardbehandlung mit Hydrogelwundauflagen: Die Selbstreinigung der Wunde dauerte 72 Tage. Bis zur vollständigen Heilung war die Madentherapie weniger schnell, da die mangelhafte Durchblutung hier offensichtlich der limitierende Faktor ist. Für schwer zu behandelnde Infektionen und Personen, die nicht narkotisiert werden können, sind die kleinen Helfer in den Händen eines Fachmanns eine echte Bereicherung der Therapiepalette.

Unter Strom: Elektrotherapie

Es haben sich ganz unterschiedliche elektrotherapeutische Verfahren mit verschiedenen Schwerpunktwirkungen entwickelt. Sie reichen von der Schmerzlinderung hin zur Aktivierung von Muskeln und Stoffwechsel. Die Therapie kann auch an bettlägerigen Patienten angewendet werden, die selbst aktiv keine Gymnastik mehr machen können.

Mehr als Atmen: Sauerstoff und Ozontherapie

Es gibt zahlreiche Therapien, die Sauerstoff und Ozon verwenden. Meist verfolgen sie alle dasselbe Ziel: die Sauerstoffversorgung der Körperzellen und die Blutzirkulation im Gewebe zu verbessern. Die Sauerstofftherapie kann zudem einen positiven Effekt auf die Abwehrkräfte haben, desinfizierend wirken und die Wundheilung fördern.

Bei der Ozontherapie wird eine aktivierte Form des Sauerstoffs verwendet, der normalerweise in der Atmosphäre entsteht. Es kann direkt injiziert werden oder entnommenes Blut kann damit angereichert werden. Wunden werden gelegentlich auch damit begast. Die Therapie soll Keime töten und das Immunsystem sowie die Durchblutung anregen.

Für den Nutzen dieser unspezifischen Reiztherapien, der Ozon- und Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie liegen keine unabhängigen und wissenschaftlich einwandfreien Untersuchungen vor.

Schulmedizin

In der konventionellen Medizin liegt der Fokus darauf, Symptome zu lindern, Folgeerkrankungen wie Thrombosen zu verhindern oder Krampfadern zu beseitigen. Die verschiedenen operativen Maßnahmen entfernen die funktionslos gewordenen Venen oder Venenteile. Die Eingriffe werden im oberflächlichen Venensystem durchgeführt. Die Wirkung hält meist Jahre an, teilweise auch lebenslang.

Weg versperrt: Verödung

Hierbei wird ein verödendes Mittel in die Ader gespritzt oder mit speziellen Methoden aufgebracht (Schaumverödung). Die Varizen können auch mittels Laserenergie oder Radiowellen zerstört werden. Vor allem bei größeren Gefäßen nutzt man die Verödung durch „Koagulation“. Dabei werden durch Strom kontrollierte Verklebungen und Blutgerinnung ausgelöst. Anschließend wird die Vene durchtrennt. Die Rückfallrate innerhalb der nächsten fünf Jahre ist hoch und beträgt 50 %.

Auffrischende Wundtherapie

Manchmal heilen offene Beine auch bei bester Wundtherapie nicht ab.Man versucht dann, die Wunde mittels einer Operation zu schließen. Dabei wird das Geschwür samt dem verhärteten Untergewebe abgetragen (Shave-OP) und die neue, frische, gut durchblutete Wunde mit einem Hauttransplantat aus dem Oberschenkel verschlossen. Mit diesem Verfahren wurden auch Heilungen bei jahrelang bestehenden offenen Beinen erreicht. Ein Einsatz von Antibiotika ist nur dann nötig, wenn schwere Infektionen vorliegen.

Die Weg-damit-Operationen

Wenn die Störungen der Gewebeernährung nicht auf die Kompressions-, Physio- und Phytotherapie reagieren und weitere Maßnahmen auch nicht ansprechen - oder die Erkrankung zu weit fortgeschritten ist - ist eine Operation das Mittel der Wahl. Dabei werden die geschädigten Venenbereiche entweder entfernt oder nur vom Blutkreislauf abgetrennt.

Babcock-Operation (=Venenstripping, auch Venenexhairese) und Ministripping

Dabei werden die betroffenen Venenabschnitte unter der Haut abgetrennt und herausgezogen. Die Rückfallquote liegt unter 5 %. Der Patient muss danach einen Kompressionsverband tragen,sollte möglichst bald wieder aufstehen und sich viel bewegen.

Unter Kontrolle: Blutgerinnung

Thrombozytenaggregationshemmer reduzieren möglicherweise die Gefahr von Thrombosen, sicher aber die Gefahr von Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung können auch unkontrollierte Blutungen auslösen, weswegen man sie nur einsetzt, wenn der Patient bereits einen Herzinfarkt oder eine Embolie hatte oder wenn ein deutlich erhöhtes Risiko dafür vorliegt. Bei unzureichend befriedigenden Effekten der allgemeinen Maßnahmen kommen Thrombozytenaggregationshemmer (ASS, Ticlopidin), bei zusätzlicher Störung der Arterienfunktion gefäßerweiternde Stoffe (Buflomedil, Pentoxifyllin, Naftidrofuryl, Iloprost) und die Gerinnungshemmer mit Cumarinen zum Einsatz. Bei Venenerkrankungen mit erhöhtem Thromboserisiko, bei Thrombosen oder dadurch ausgelöste Embolien, werden verschiedene Heparinpräparate erfolgreich eingesetzt.

Thrombolyse durch Fibrinolytika: Hier werden frische Thromben medikamentös aufgelöst. Alte Thromben kann diese Methode aber nicht beseitigen. Zudem kommen nur bestimmte Patienten mit Krampfadern in Frage, da es viele Kontraindikationen und Nebenwirkungen gibt. Meist wird diese Methode bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten eingesetzt.

Alt und Neu: Hand in Hand

Die Schulmedizin verfügt folglichüber einige wirksame Methoden, Venenleiden zu behandeln. Vorbeugend und begleitend kann man sich an die Naturheilkunde halten. Das Geheimnis einer nachhaltigen Therapie ist es, aktiv zu werden und dies auch zu bleiben. Bleibt man mit Eigenverantwortung und Hartnäckigkeit am Ball, ist dies eine vernünftige Präventionsmaßnahme.