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Weitere Therapien: Magenschleimhautentzündung

Was sonst noch hilft

Bei Magenschleimhautentzündung gibt es neben Heilpflanzen und Hausmitteln, die helfen können, auch einige Naturheilverfahren. Ebenso stellen wir hier die Möglichkeiten der klassischen Schulmedizin vor. Zunächst aber ein ganz wichtiger Punkt: die Schonkost.

Ernährung

Der Magen regeneriert in der Regel schnell. Ein bis drei Tage Schonkost helfen meist über die schlimmsten Symptome hinweg. Zwieback, Haferschleimsuppe und Kamillentee werden meist gut vertragen. Danach kann die Kost allmählich mit „basischen“ Lebensmitteln aufgebaut werden: Kartoffeln, Gemüse, geriebene Äpfel. Pflanzenkost enthält Mineralien, die in der Lage sind, Magensäure zu neutralisieren.

  • Dabei macht Dünsten die Kost verträglicher.
  • Ballaststoffe sind dabei ausdrücklich erwünscht, sie reduzieren die Gefahr einer Geschwürbildung.
  • Geschwüre heilen schneller ab, wenn nicht zu viel Milch getrunken wird.

Kleine Portionen, oft essen

Wenn der Magen ganz leer wird, verstärken sich die Gastritis-Beschwerden.

Daher sollte man häufig ein paar Bissen Zwieback oder einen Schluck Tee nehmen. So vermeidet man das beschwerliche Magenknurren sowie Hungerschmerzen. Striktes Fasten oder auch Heilfasten ist bei akuten Magenbeschwerden nicht angebracht.

Schonkost: leichte Vollkost

Bestimmte Lebensmittel belasten den Magen besonders, darum lässt man sie besser weg. Eine spezielle Diät muss aber nicht eingehalten werden. Was schwer vertragen wird, darüber gibt es generelle und individuelle Regeln.

Generell Magen-belastend sind:

  • Gebratenes, Geröstetes, Gegrilltes, Paniertes, frittierte Lebensmittel und Geräuchertes (wie Speck und Räucherfisch)
  • fette Tierprodukte (Fleisch, Wurst und Fisch) sowie fette Milchprodukte wie Sahne, fetter Käse, aber auch Streich- und Kochfett
  • fette/süße Backwaren, frisches Brot, zu grobes Vollkornbrot
  • fette Suppen oder Soßen
  • Ei (hart gekocht, fette Eierspeisen, Mayonnaisen)
  • blähende und fette Gemüse
  • unreifes Obst, vor allem Steinobst
  • Nüsse, auch Avocados
  • Alkohol, Kohlensäure, Limonaden und kalte Getränke
  • scharfe Gewürze (Meerrettich, Senf), Zwiebeln und Knoblauch

Diese Lebensmittel sind nicht zwangsläufig schwer verträglich:

  • Hülsenfrüchte
  • Gurkensalat
  • Kohl: Weißkohl, Grünkohl, Rotkraut, Sauerkraut, Wirsing
  • Paprika
  • Zwiebeln
  • Bohnenkaffee und schwarzer Tee
  • Kartoffelsalat
  • Süßigkeiten
  • Wein
  • Milch
  • rohes Kernobst (Apfel, Birne)
  • Pilze
  • Lauch
  • Orangen/-saft
  • Honig

Was man individuell verträgt findet man schnell heraus. Der Magen meldet sich kurz nach dem Essen, während der Darm länger für die Bewertung braucht.

Diese Lebensmittel mag Helicobacter nicht

Auf Grund von Labor- und Tierversuchen hat man Lebensmittel identifiziert, die das gefährliche Magen-Bakterium zurückdrängen, ganz vertreiben lässt es sich dadurch aber nicht. Damit kann eine Therapie unterstützt oder gar eine Wiederansteckung unwahrscheinlicher werden:

  • Getränke: Grüner Tee, Cranberry-Saft, roter Traubensaft (Traubenextrakt)
  • Gewürze: Ingwer, Curcuma, Knoblauch, Knoblauch-Schnittlauch, in Laborversuchen wirkte auch Zimt und Oregano, Schwarzkümmel oder Salbei
  • Lebensmittel: Apfelschalen, Broccoli-Sprossen, kalt gepresstes Olivenöl, Propolis und Honig

Vermutlich wirken noch viel mehr Kräuter, es wurden nicht alle getestet. Man vermutet, dass vor allem ätherische Öle dem Keim zusetzen (Thymian, Minze, Fenchel). Erstaunt hat auch, dass Chili offensichtlich vor Magen- oder Darmgeschwüren auf lange Sicht schützen kann.

Naturheilverfahren bei Magenschleimhautentzündung

Temperatur: warm/kalt

Die Kombination von Wärme und Kälte entspannt den Magen besonders gut. Dazu legt man erst warme Kompressen auf den Bauch. Wenn das Gewebe gut durchwärmt ist, wird abgeschreckt: dann wechselt man den Lappen gegen einen kühlen aus.

Auch bei chronischen Beschwerden gilt die warm-kalte-Wechseltherapie: Die Füße stecken in einem warmen Fußbad, bei dem man die Temperatur schrittweise erhöht. Der Magen jedoch wird mit einem kalten Leibwickel versehen.

Akupunktur/Akupressur

Die Traditionelle Chinesische Medizin behandelt bestimmte Punkte mit Akupunktur. Während die klassische Akupunktur mit Nadeln arbeitet, kommt die Akupressur mit dem Fingerdruck aus. Man kann die Methode mit etwas Übung selbst durchführen. Wichtig ist zu wissen, dass dabei Nerven und Gehirn arbeiten. Sie brauchen dazu also eine ruhige Atmosphäre, um dem Gefühl in seiner Eigenart nachzuspüren. Auch danach ist ein wenig Ruhen sinnvoll, damit sich die neuen nervlichen Gleichgewichte einstellen können.

Bei Akupressur sollen beim Drücken der Punkte nur leichte Schmerzen auftreten. Wenn der Punkt akut schmerzt, drückt man massierend, bis die Schmerzen nachlassen. Sollte der Punkt pulsieren, ist das durchaus erwünscht.

Keine Angst vor den Punktbezeichnungen, sie sind etwas schematisch. Die Chinesische Medizin ordnet die Akupunkturpunkte formal auf „Meridianen“ an. Ein Link führt Sie zu der exakten Lage der Akupunkturpunkte im Körper.

MP4 (Spleen-Pancreas; Milz-Pankreas-Meridian)

LV3 (Liver; Leber-Meridian)

CV7 und CV12 (Conception Vessel; Konzeptions Gefäß)

PC6 (Pericardium; Herzhüllen-Meridian)

ST36 (Stomach; Magen-Meridian)

B21 (Bladder; Blasenmeridian, liegt am Rücken)

Speziell bei Säureüberschuss: ST45

Speziell bei Säuremangel: ST41 und ST42

Auch der Magen liebt Entspannung

Jeder, der schon einmal eine Entzündung der Magenschleimhaut hatte, weiß es: Der Magen ist ein stimmungsabhängiges und sensibles Organ. Er registriert penibel jede Sorge und jeden Stress. Wer Entspannungsübungen praktiziert, hat einen starken Begleiter. Diese Methoden brauchen eine Übungsphase, damit sie dann bei Bedarf „abrufbar“ sind. Der Markt bietet dabei für jeden Geschmack etwas:

Mehr Anregungen gibt es auch in den Kapiteln Stress und Schlafstörungen.

Therapie über die Nerven

Typisch traditionell ist daneben die so genannte Segment-Massage: Dabei wird einfühlsam von einem ausgebildeten Masseur das Bindegewebe in der „Magenzone“ bearbeitet. Das sind die Bereiche auf der Körperoberfläche, die vom selben Rückenmarksabschnitt wie der Magen mit Nerven versorgt werden. Die Neuraltherapie konzentriert sich auf denselben Bereich und therapiert ihn mit Quaddeln und Betäubungsmitteln, was bei chronischen Beschwerden helfen soll. Auch die Fußreflexzonenmassage beruht auf einem ähnlichen Mechanismus. Noch hat sich die Schulmedizin für das Thema nicht interessiert, so dass keine Studien vorliegen.

Bioresonanz

Eine Bioresonanzsitzung mit einem Fachmann kann aufklären, was Ihre chronischen Magenbeschwerden unterhält. Die Schulmedizin erkennt dieses Verfahren jedoch nicht an, toleriert es aber begleitend zur regulären Therapie.

Mikrobiologische Therapie

Die Magensäure ist auch für die Sterilisation der Nahrung zuständig. In der Regel gibt der Magen bei Magenschleimhautentzündung ausreichend Säure ab. Doch es gibt auch Fälle, in denen der Magen mit Untersäuerung entzündet ist. Dann kann die Nahrung „falsche“ Bakterien in den Darmtrakt schwemmen. Das ist auch der Fall, wenn die Magensäure medikamentös und für längere Zeit neutralisiert wird. Das ist ein typischer Fall, in dem man eine Symbioselenkung zur Normalisierung der Darmflora empfiehlt.

Sind Antibiotika im Spiel?

Eine Entzündung der Magenschleimhaut muss oft mit Antibiotika behandelt werden. Im Anschluss an eine antibiotische Behandlung stellen sich mitunter Verstopfung oder Durchfall ein. Dann kann man mit Probiotika oder Lein-/Flohsamen regulierend eingreifen. Die Schleime sind reizlindernd und die Ballaststoffe fördern den Transport des Darminhalts.

Probiotika allein führen nicht zu einer Helicobacter pylori-Auslöschung (Eradikation), dennoch zeigen Versuche eine Verminderung der Keimbelastung. Eine zusätzliche Probiotikagabe nach einer Antibiotikatherapie kann die Darmflora aber schneller wiederherstellen.

Schulmedizin

Je nach Ursache und Schwere der Magenschleimhautentzündung sind verschiedene Behandlungsstrategien nötig. Neben dem Stillen der Blutung setzt man Medikamente ein:

  1. zur Pufferung bzw. zur Hemmung der Produktion der Säure (Protonenpumpenblocker wie Omeprazol)
  2. Hemmstoffe gegen die Ausschüttung des Entzündungsbotenstoffs Histamin (Antihistaminika)
  3. Antibiotika zur Bakterienbekämpfung (Amoxicillin, Clarithromycin, Metronidazol)

Es hat sich in Studien erwiesen, dass eine „Step-down-Therapie“ einer „Step-up-Therapie“ überlegen ist. Das bedeutet, dass in vielen Fällen mit leichter wirkenden (also auch naturheilkundlichen) Präparaten und Heilpflanzen begonnen werden sollte, bevor stärkere Medikamente mit mehr Nebenwirkungen eingesetzt werden. Der Nutzen für die Patienten ist so am höchsten, die Kosten am geringsten.

Akute Gastritis

Im Akutfall muss für einen Stillstand der eventuellen Blutung gesorgt werden. Dazu genügt meist die Verödung des blutenden Gefäßstumpfes.

Chronische Gastritis

Für die Typ A-Gastritis ist keine besondere Therapie bekannt, obwohl neuere Studien vermuten, dass die Bekämpfung von Helicobacter vor dieser Immunkrankheit schützen könnte. Eine heilende Therapie gibt es noch nicht. Behandelt werden die Folgen: Der Vitamin B 12-Mangel muss dringend korrigiert werden. Dies ist bei den betroffenen Patienten durch regelmäßige intramuskuläre Spritzen möglich (alle vier bis acht Wochen) oder durch hoch dosierte orale Präparate (Aufnahme über Diffusion an der Darmschleimhaut). Auch Maßnahmen zur Säurereduktion oder Verbesserung des Schleimhautschutzes zeigen eine belegte, lindernde Wirkung, wenn Magen-/Verdauungsbeschwerden vorliegen.

Die Typ B-Gastritis wird mit einer Kombinationsbehandlung aus zwei Antibiotika und einem Säureblocker (Protonenpumpenhemmer, PPI) behandelt. Nach einer Behandlung dieses Keims verschwinden die Beschwerden häufig, wenn der Protonenpumpenhemmer noch mindestens zwei Wochen weitergegeben wird. Für die Erstbehandlung einer Helicobacter pylori-Infektion sollte eine mindestens einwöchige Tripel-Therapie bestehend aus einem PPI und Clarithromycin plus Metronidazol oder Amoxicillin eingesetzt werden.

Bei der Typ C-Gastritis ist der Auslöser ein chemischer Stoff (z. B. Medikamente, Alkohol oder aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließende Galle). Diese auslösenden Stoffe müssen gemieden werden. Die Alternative ist die Einnahme von säurehemmenden Medikamenten. Übliche Medikamente sind Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker (Antihistaminika). Wer von Rheumamitteln Magenbeschwerden bekommt, kann auf so genannte Cox-2-Hemmer ausweichen. Sie sind etwas schonender für den Magen, der Preis ist jedoch höher. Auch von Nebenwirkungen sind sie nicht frei. Ein Einsatz dieser Medikamente sollte daher sorgfältig abgewogen werden.

Typ A und Typ C: Empfehlenswert sind langfristig regelmäßig wiederholte endoskopische Untersuchungen. Damit überwacht man die Entwicklung von Magen-/Speiseröhrenkrebs.

In vielen Fällen können Patienten mit chronischer Magenschleimhautentzündung von der Naturheilkunde profitieren. Alle dringend notwendigen schulmedizinischen Maßnahmen sollen dabei nicht vernachlässigt werden.