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Die Erkrankung verstehen: Makuladegeneration

Zentrum des Sehens

Das Bild im Auge entsteht auf der Netzhaut. Sie ist mit feinsten Lichtrezeptoren wie mit einer Tapete ausgekleidet. Ein Bereich ist besonders dicht mit farbempfindlichen Antennen ausgestattet, man erkennt ihn an der gelben Farbe. Das hat ihm den Namen „gelber Fleck“ oder Makula eingebracht. Hier liegen viele Millionen Sehzellen auf engsten Raum. Nur hier ist die Auflösung optimal, in den Randbereichen des Gesichtsfeldes sehen wir naturgemäß weniger scharf. Das Auge gleicht dies aber geschickt aus, in dem es sich ständig bewegt und automatisch alle fixierten Punkte ins Zentrum bringt.

Definition

Das steckt dahinter

Bei einer Makuladegeneration gehen die Zellen der Makula allmählich zugrunde. Die Folge für die Sehschärfe in der Mitte des Gesichtsfelds liegt auf der Hand. Von der Erkrankung kann ein Auge betroffen sein, meist sind es aber beide. Die altersabhängige Makuladegeneration schreitet mit höherem Alter fort. Im Endstadium verlieren die Patienten die Fähigkeit, in der Mitte des Sehfelds farbig und scharf zu sehen. So fällt das Lesen oder das Erkennen von Gesichtern schwer. Erhalten jedoch bleibt das Gesichtsfeld am Rand, so dass es weiterhin möglich ist, sich im Raum zu orientieren. Entscheidend für die Behandlung ist die Form der Erkrankung. Im Prinzip sind es nämlich zwei unterschiedliche Vorgänge, die dem Auge zu schaffen machen. Man unterscheidet zwischen einer "feuchten" und einer "trockenen" Form der Makuladegeneration.

Formen

Die trockene Makuladegeneration

Sowohl das Licht als auch die Energiegewinnung in den Zellen hat eine zerstörerische Kraft. Mit der Zeit häufen sich bei der trockenen Makuladegeneration vernetzte und nicht mehr abbaubare Abfälle an. Bei einer Untersuchung findet man dann punktartige Veränderungen, die Drusen. Je mehr davon entstehen, desto schlechter werden die Zellen versorgt. Langsam entstehen Schäden in der Pigmentschicht, den Gefäßen und der Netzhaut. Angeheizt wird dieser Vorgang durch äußere Einwirkungen wie Rauchen. Das verschlimmern auch individuelle genetische Veranlagungen.

Die feuchte Makuladegeneration

Diese Form ist mit 20 % der Fälle seltener, aber viel unangenehmer, denn sie kann schnell zu einer erheblichen Sehbehinderung führen. Die feuchte Makuladegeneration bildet sich sehr schnell aus der trockenen Form. Zentrum der Veränderungen sind die Aderhaut-Gefäße. Sie beginnen unkontrolliert zu wachsen. Darüber hinaus werden die Gefäße „undicht“ und verlieren Flüssigkeit ins umgebende Gewebe (Exsudation). Dadurch bildet sich eine Schwellung aus (Makulaödem), das empfindliche Pigmentepithel wölbt sich von der Netzhaut ab und kann nicht mehr versorgt werden. Die Zellen sterben unter Umständen ab. Im Endstadium bildet sich eine Narbe an der Stelle der Makula.

Häufigkeit

In Deutschland leiden ein bis zwei Millionen Menschen an Makuladegeneration. Die Mehrheit erkrankt jenseits des 55. Lebensjahrs. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit steigendem Lebensalter deutlich zu:

Im 5. Lebensjahrzehnt (41-50 Jahre): 5 % Erkrankte
Im 6. Lebensjahrzehnt (51-60 Jahre): 10 %
Im 7. Lebensjahrzehnt (61-70 Jahre): 15 %
Im 8. Lebensjahrzehnt (71-80 Jahre): 20 %
Im 9. Lebensjahrzehnt (81-90 Jahre): 40 %

Wann, wie stark und ob ein Individuum erkrankt, liegt an vielen Faktoren wie der genetischen Disposition und der Lebensführung.

Ursachen

Es zeigt sich immer mehr, dass die Krankheit durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst wird. Dazu gehört, dass die Zellen mit Stoffwechselprodukten („biochemischem Müll“) im Laufe der Zeit nicht mehr fertig werden. Nach und nach schädigen sie die Pigmentschicht der Netzhaut. Dabei diskutiert man folgende Risikofaktoren:

  • Genetische Einflüsse tragen mit ca. 70 % bei!
  • Rauchen ist der stärkste externe Faktor, der die genetische Neigung potenziert.
  • UV-Licht und starke Sonneneinstrahlung schädigen im Laufe vieler Jahre.
  • Hohes Alter kann man nicht vermeiden, ist aber ein Risiko.
  • Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel und Arteriosklerose greifen die feinen Adern an, auch im Auge.
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes schädigen Adern und Nerven.
  • Mangel an β-Carotinoiden, Vitaminen und Schutzpigmenten verschlimmern die externen Faktoren.
  • Oxidativer Stress fällt so viel schlimmer aus: Die aggressiven Moleküle, Radikale und Oxidantien, werden durch den Stoffwechsel und eine ungesunde Lebensweise nicht mehr entgiftet.

Neuerdings konnten Wissenschaftler mehrere Gene isolieren, welche das Risiko für die Erkrankung erhöhen, wenn sie verändert (mutiert) sind. Sie „arbeiten“ für das Immunsystem sowie an Entzündungsvorgängen. Auch das Ansprechen der Erkrankung auf das entzündungshemmende Medikament Kortison deutet darauf hin, dass entzündliche Vorgänge an der Erkrankung beteiligt sind.

Eine hochwertige, vitalstoffreiche Ernährung soll sich nach der ARED Studie mit 3.000 Patienten über 6 Jahre günstig auswirken. Nach vorläufigen Berechnungen soll sie eine Risikoreduktion um ca. 25-34 % bewirken. Daneben ist - wie überall sonst in der Medizin – der Einfluss der Lebensweise nicht zu unterschätzen. Ungeklärt ist, wie stark eine Belastung der Augen, z. B. durch häufiges Fernsehen und intensive Arbeit am Computer eine Makuladegeneration mitverursacht.

Prävention

Die Vorsorge für die Gefäße umfasst insbesondere auch folgende Punkte:

  • rauchfrei werden/bleiben. Rauchen ist der stärkste externe Risikofaktor!
  • mäßiger Alkoholkonsum (= wichtigste Vorsorge)
  • auf ein Normalgewicht achten
  • viel Bewegung
  • Vollwerternährung mit mäßigem Fleischkonsum
  • hohem Fischanteil in der Ernährung
  • Minimierung von tierischen Fetten in der Nahrung (Hypercholesterinämie)

Eine Verbindung der Makuladegeneration zu einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist wahrscheinlich. Eine Gefäßvorsorge ist daher in jedem Fall wichtig, denn der Mensch ist "so alt wie seine Gefäße". Antioxidantien aus Pflanzenkost und Bekämpfung von hohen Fettwerten (Hypercholesterinämie) sind ein Plus.

Nur geprüfter Schutz

Empfohlen wird auch, bei starkem Sonnenlicht die Augen durch das Tragen einer Sonnenbrille zu schützen. Dadurch werden Lichtschäden auf der Pigmentschicht der Augen gemildert. Geprüfter Qualität ist dabei ein wichtiger Punkt. Bei Billigprodukten wird manchmal nicht genügend UV-Strahlung gefiltert, da aber die Pupille in der Dunkelheit der Gläser erweitert ist, treten die zerstörerischen Strahlen vermehrt in das Auge ein. Damit ist die Situation unter Umständen schlimmer als ohne Schutz.

Den Startpunkt nicht verpassen

Darüber hinaus empfiehlt die Deutsch Ophthalmologische Gesellschaft ab dem 50. Lebensjahr einmal alle 12 Monate die Augen prüfen zu lassen.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Obwohl die Frühphase nicht zu Sehstörungen führt, kann der Arzt in dieser Phase bereits eine irreguläre Färbung (Pigmentierung) der Netzhaut feststellen. In der Spätphase der Makuladegeneration erleben die Patienten einen Verlust an Sehschärfe.

Die trockene Makuladegeneration verläuft also langsam über viele Jahre, schwere Sehstörungen treten eher selten auf. Die trockene Makuladegeneration kann jedoch in die wesentlich aggressivere feuchte Makuladegeneration übergehen. Bei korrekter Behandlung ist dieser Prozess umkehrbar.

Die feuchte Makuladegeneration schreitet schnell fort und kann unbehandelt innerhalb von Monaten zu schweren Sehstörungen führen. Wenn das Problem schnell diagnostiziert wird, kann eine Verbesserung der Sehleistung erreicht werden. Dann ist die Netzhaut noch nicht abgestorben und die Vorgänge sind zu beseitigen.

Eingeschränkte Sicht

Die Makuladegeneration führt nicht zur vollständigen Erblindung. Ist die Makula vollständig zerstört, ist dennoch das restliche Auge verschont. Vor allem bleibt die Fähigkeit erhalten, am Bildrand zu sehen. Diese Bilder sind weniger scharf und farbig, doch ermöglichen sie eine Orientierung im Raum. So sind die Patienten weiterhin selbstständig. Ein Anspruch auf Blindengeld kann trotzdem häufig geltend gemacht werden.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen