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Malabsorption

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Malabsorption + Maldigestion = Verdauungsschwäche

Bei Verdauungsschwäche ist der Körper nicht ausreichend in der Lage, die Nahrung effektiv zu verwerten. Hier muss zunächst die Grunderkrankung gefunden und konsequent behandelt werden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wenn der Darm überfordert ist

Bei der Malabsorption handelt es sich um eine Verdauungsstörung, bei der nur die Aufnahme der verdauten Nahrungsbestandteile gestört ist und nicht die Zersetzung der Nährstoffe an sich. Bei der Malabsorption ist die Oberfläche des Darms geschädigt. Die Folge: Der Körper kann die Wertstoffe der Nahrung nicht ausreichend aufnehmen. Auf die Dauer führt dies zu Mangelerscheinungen. Typische Symptome für eine Malabsorption sind Blähungen, Bauchschmerzen sowie stinkender Stuhl, der teilweise auch durchfallartig ist. Vor allem bei Erkrankungen, die den Darm angreifen, entwickelt sich oft auch eine Malabsorption: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, eine Glutenunverträglichkeit oder das Kurzdarmsyndrom sind häufig Ursachen für die Verdauungsschwäche. Bei Maldigestion ist ein anderer Punkt gestört: Dann fehlt es an Verdauungsenzymen. Die angelieferte Nahrung wird nicht aufgespalten und bleibt ebenfalls ungenutzt. 

Was tun bei Malabsorption?

Bei einer Verdauungsschwäche muss zunächst die Grunderkrankung gefunden und konsequent behandelt werden. Ziel ist es, mit einer leichten und an die Erkrankung angepassten Ernährung die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten. In bestimmten Fällen reicht die Einhaltung einer Diät zur Behandlung aus (Allergien und Unverträglichkeiten). Mineralien und Vitamine können bei Bedarf entsprechend eingenommen werden. Diverse Heilpflanzen mit vielen Bitterstoffen können die Verdauungsschwäche lindern. Welche Therapiemöglichkeiten es außerdem gegen Verdauungsschwäche gibt, erfahren Sie hier!

Heilpflanzen

Kamille: bei Entzündung optimal

Die Kamille ist nicht nur eine der beliebtesten Heilpflanzen, sie ist auch vielseitig einsetzbar. Mit ihrer krampfstillenden und beruhigenden sowie blähungswidrigen Eigenschaft liegt man auch bei Darmerkrankungen immer richtig.

Bitter regt an

Die Verdauung allgemein kann durch Pflanzen gestärkt werden, die Bitterstoffe – sogenannte Amara – enthalten. Die Auswahl der Naturapotheke ist hier enorm groß: Enzian, Wermut, Wegwarte, Tausengüldenkraut, Teufelskralle... Engelwurz, Benediktenkraut, Bitterkleeblätter, Chinarinde, Curcuma, Harongarinde und Ingwer regen sowohl die Darmmobilität als auch die Sekretion von Verdauungssäften an.

Einzunehmen sind sie als Tee (schwächere Wirkung) oder Tinktur (stärkere Wirkung) in der Regel vor den Mahlzeiten. Die Einnahme ist aber bei Beschwerden auch nach den Mahlzeiten sinnvoll.

Gute Würze

Zahlreiche Gewürze dienen nicht nur dem Geschmack, sie unterstützen auch die Verdauung durch ihre anregende Wirkung: Anisfrüchte, Fenchel, Dill, Kümmel, Kardamom, Koriander, Rosmarin, Wacholder, Salbei, Zimt.

Leber

Die Leberaktivität und die Gallenblase werden wirkungsvoll durch Artischocke, Galgant und Gelbwurz unterstützt. Das Schöllkraut empfiehlt sich bei Krampfleiden im Bereich der Gallenblase. Es entspannt die Gallenwege und fördert auch den Gallenfluss. Betain aus der Roten Beete und Extrakte aus Mariendistel und Artischocke unterstützen die Regeneration der Leber.

Entzündliche Erkrankungen

Gerbstoffe bilden eine schützende Schicht auf der Schleimhaut und haben so eine abschirmende Eigenschaft. Die Blutwurz beispielsweise wird als Heilpflanze mit besonders hohem Gerbstoff-Gehalt deshalb gerne bei Durchfällen eingesetzt. Das Baumharz Myrrhe wirkt nicht nur gegen Pilze (wie Candida, Schimmelpilze) sondern auch gegen Entzündungen. Ebenso unterstützt Kamille das Abheilen von Entzündungen.

Geliehene Enzyme

Die Enzymtherapie ist der Spezialist für Maldigestion. Bei Enzymmangelzuständen ersetzen Enzyme aus Pflanzen, Tieren und Pilzen die Verdauungsenzyme:

  • Bromelain aus der Ananas, Papain aus der Papaya,
  • Pepsin zur Eiweißverdauung (aus Tieren, meist Schweinen)
  • Lipase zur Fettverdauung (aus Tieren, meist Schweinen)
  • Amylasen zur Kohlehydratverdauung (aus Pilzen)

Enzyme müssen pharmakologisch besonders zubereitet werden (magensaftresistente Verkapselung), da sie sonst die Passage durch den Magen nicht überstehen.

Homöopathische Mittel


Durchfall:

Aethusa, Hundspetersilie: bei Brechdurchfall, Krämpfe und Milchunverträglichkeit, Verkrampfungen und Reizbarkeit.

Pulsatilla, Küchenschelle: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, kein Durst. Wirkt am besten bei sanften, angepassten Menschen, die konfliktscheu sind.

Chamomilla, die Kamille: Durchfall mit oft plötzlichen schmerzhaften Koliken und Unruhe, Patient krümmt den Rücken und wälzt sich hin und her. Durchfall stinkt und ist blass-grünlich. Oft mit Ärger, Hitze oder Schweiß.

China officinalis, die Chinarinde: gelblicher Durchfall und Blähungen, geschwächte Menschen, nicht vertragen werden Brot, Milch, Butter, Obst, Tee. Windabgang und Aufstoßen bringen keine Erleichterung, kalte Schweißausbrüche, bitterer Mundgeschmack.

Podophyllum, der Wurzelstock des Maiapfels: bei explosionsartigen, spritzenden Durchfällen ohne Schmerz Es poltert und gurgelt im Bauch.

Beschwerden der Galle und der Leber:

Leptandra Virginischer Ehrenpreis: bei Versagen der Verdauungssäfte, wirkt auf Galle, Leber und Darm. Schmerzen im Oberbauch, in den Rücken ausstrahlend. Es besteht ein Schwächegefühl. Durchfälle mit teerartigen stinkenden Stühlen.

Magnesium muriaticum wirkt bei Verdauungsschwäche, Leberstörungen und Verstopfung bei ängstlichen, missmutigen und unruhigen Menschen.

Chelidonium, das Schöllkraut: Bei Beteiligung der Galle, heller Stuhlgang. Schmerzen liegen im rechten Oberbauch und sind drückend, stechend, und strahlen zur Schulter aus. Patient leidet unter Übelkeit und Erbrechen, besonders nach fettigem Essen.

Dioscorea, die Yamswurzel: wird bei krampfartigen Bauschmerzen eingesetzt, bei Gallenkoliken, Schmerzen strahlen in alle Richtungen aus. Zusammenkrümmen lindert Schmerzen nicht, Besserung bei aufrechter Haltung.

Völlegefühl, Übelkeit

Nux vomica, die Brechnuss: Folgen von Alkohol, scharfem, verdorbenem Essen, Überessen, Medikamenten, Ärger, Stress, unregelmäßiger Lebensweise. Völlegefühl Stunden nach dem Essen. Gewichtgefühl im Magen. Schmerzhafte Koliken, saures Aufstoßen. Magen druckempfindlich. Aufgeblähter Bauch.

Pulsatilla, Küchenschelle: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, kein Durst. Wirkt am besten bei sanften, angepassten Menschen, die konfliktscheu sind.

Carbo vegetabilis: Auch einfache Mahlzeiten sind nicht bekömmlich und es kommt zu Blähungen und aufgetriebenen Bauch nach dem Essen. Bei Erschöpfung und Schwäche mit kaltem Schweiß und mit kalten Händen und Füssen. Die Blähungen sind mitunter sehr stark und führen zu Atemnot und Herzdruck.

Chelidonium, das Schöllkraut: Bei Beteiligung der Galle, heller Stuhlgang. Schmerzen liegen im rechten Oberbauch und sind drückend, stechend, und strahlen zur Schulter aus. Patient leidet unter Übelkeit und Erbrechen, besonders nach fettigem Essen.

Colchicum, die Herbstzeitlose: bei Übelkeit („speiübel“) mit Überempfindlichkeit auf den Geruch von Essen. Blähungen, Durchfall ist wässrig, gelb, schleimig Bauchschmerzen mit Krümmen und Kältegefühl.

Blähungen

Natrium carbonicum: Magen- oder Sodbrennen, Magen-Darm-Gärung mit saurem Aufstoßen.

Carbo vegetabilis: Auch einfache Mahlzeiten sind nicht bekömmlich und es kommt zu Blähungen und aufgetriebenen Bauch nach dem Essen. Bei Erschöpfung und Schwäche mit kaltem Schweiß und mit kalten Händen und Füssen. Die Blähungen sind mitunter sehr stark und führen zu Atemnot und Herzdruck.

Argentum nitricum: Blähungen nach Genuss von Zucker, Salzigem und Käse.Verlangen nach Süßem, Stimmung ist ängstlich und nervös.

Lycopodium, der Bärlapp: Verdauungsstörungen durch blähende Nahrungsmittel oder zu spätem Essen. Der Bauch bläht sich auf, es herrscht grummeln im Darm. Der Patient hat Hunger, der aber sofort nach dem ersten Bissen wieder verschwindet, dazu Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Versagensängste.

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von der Konstitution und den jeweiligen Symptomen ab und ist diesem Rahmen nicht möglich.

Schüßler-Salze

Mangel an Verdauungssäften:
Magensäuremangel: Natrium chloratum D6 auch im Wechsel mit Ferrum phosphoricum D6

Störung der Bauchspeicheldrüse und Fettverdauung: Natrium sulfuricum D6 und Natrium bicarbonicum D6 eine halbe Stunde vor dem Essen einnehmen: 3-5 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken.

Bauchschmerzen und Krämpfe: Magnesium phosphoricum D6: 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken. Eventuell wiederholen oder Calcium carbonicum D6 versuchen.

Übelkeit: mit Magen-Darm-Verstimmung, Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln: Magnesium phosphoricum D6

mit Erbrechen: Magnesium phosphoricum D6

mit Druck im Bauch, Völlegefühl: Kalium sulfuricum D6, häufig einnehmen

Kleinkinder, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Blähungen und Blähkoliken: Magnesium phosphoricum D6 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken.

Blähungen und Durchfall: Fäulnisherde im Darm, stinkende Blähungen, stinkender Stuhl: Kalium phosphoricum D6.

Beschwerden durch Blähungen, die nicht abgehen: Natrium sulfuricum D6; 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken. Eventuell wiederholen

bei akuten Beschwerden: Natrium phosphoricum D6

Blähungen mit Krampfschmerzen: Lithium chloratum D6

Blähungen und allgemeine Verdauungsstörungen: Manganum sulfuricum D6

Sauer riechende Durchfälle: Natrium phosphoricum D6

Die Wirkung von Schüßler-Salzen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.

Nahrungsergänzung

Orthomolekulare Medizin

Malassimilation ist eines der klassischen und sinnvollen Anwendungsgebiete der orthomolekularen Medizin, denn bei einer schlechten Verdauung gehen dem Körper viele Mineralien verloren und Vitamine werden nicht ausreichend aufgenommen. Es kann daher notwendig sein, Nährstoffe zusätzlich aufzunehmen:

  • Mineralien, insbesondere Magnesium, Kalzium und Kalium
  • Vitamine, vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und Vitamin B12
  • Spurenelemente unter anderem auch Zink und Selen

Allerdings nützt bei fehlender Aufnahme auch die Zufuhr großer Mengen oral oft wenig. Es muss zusätzlich die Ursache der Verdauungs- und Aufnahmestörung behandelt werden.

Weitere Therapien

Bei einer Verdauungsschwäche sollte man stark auf die Ernährung achten. Mangelerscheinungen kann man zum Teil mit geeigneter Nahrungsergänzung ausgleichen. Auf der nächsten Seite erfahren Sie mehr zu weiteren Therapiemöglichkeiten bei Malabsorption!