Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Die Erkrankung verstehen: Malaria

Nach wie vor gefährlich: Sumpffieber

Sümpfe sind unglaublich vielseitige Lebensräume, aber nicht alle Lebewesen bleiben auch dort. Die Mücken streifen in der Umgebung umher und suchen sich Beute unter den Säugetieren. Und manchmal haben sie gefährliche Fracht dabei: Dann kann schon ein Stich von der Anopheles-Mücke Malaria übertragen.

Definition

Das steckt dahinter

Infizierte Mücken spucken mit ihrem Speichel die Erreger ins menschliche Blut. Dort angekommen befallen die Parasiten die Leber. Sie ist praktisch die Basisstation, in der sie über Jahre versteckt überleben. So kann die Erkrankung jeder Zeit aufflammen. Der Erreger wechselt dann ins Blut und befällt die roten Blutkörperchen. Darin vermehrt er sich rasend schnell, bis die Zellen platzen und die Erreger in den Blutstrom gelangen. Hier endlich kann das Immunsystem reagieren und die Eindringlinge angreifen. Die Gifte, Stoffwechselprodukte und Erreger lösen heftigste Symptome aus, so schwächt die Krankheit den Träger. Generell tötet die Krankheit jedoch nicht (oder nicht sofort), denn der Erreger will überleben, um mit der nächsten Mücke zum nächsten Wirt zu gelangen.

Bekämpfung der Mücken

In tropischen und subtropischen Ländern mit Malaria werden die Brutstätten der Anopheles-Mücken trocken gelegt. Seit 1939 verspricht die chemische Bekämpfung schnelle Erfolge. Mit dem gefährlichen Insektizid DDT rückte man den Mückenlarven zu Leibe. In Asien und im Mittelmeerraum wurde Malaria stark zurückgedrängt. Leider zeigten sich bald Nachteile. DDT ist immuntoxisch und krebserregend, es reichert sich in der Nahrungskette an und hat ökologische Schäden hinterlassen. Zudem sind Resistenzen gegen DDT häufig. Später fand man gute Mittel zur Behandlung der Erkrankung wie das Chloroquin. Leider entwickelten die Mücken auch hier schnell Resistenzen. Ein wesentlicher Fortschritt in der Forschung war es, als die künstliche Züchtung der Mücken im Labor gelang. Damit kann man am Fließband neue Wirkstoffe austesten. So sind viele neue Medikamente am Markt, die in Kombination eingesetzt werden. Doch das Wettrennen mit der Mücke geht weiter. Die Molekularbiologie ermöglicht es nun, gezielte Impfstoffe zu entwickeln. Auch hier gibt es erste Erfolge. Bleibt zu hoffen, dass der Mensch diesen Wettkampf am Ende gewinnt. Mobilität und Armut sind Faktoren, die im Kampf gegen Malaria mehr Beachtung brauchen.

Formen

  • Plasmodium falciparum (Malaria tropica): Die Malaria tropica ist eine lebensbedrohliche Infektion.
  • Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale (Malaria tertiana): Die Erkrankung ist vergleichsweise gutartig.
  • Plasmodium malariae (Malaria quartana): Diese Malariaerkrankung verläuft ebenfalls eher leicht, es können aber Nierenprobleme auftreten.

Häufigkeit

In Europa ist Malaria (mit Ausnahme weniger Gebiete in Südeuropa) als Krankheit nur im Zusammenhang mit Urlauben und Aufenthalten in den Tropen bekannt. Zunehmend kommen die Parasiten auch in Deutschland an: Malariafälle werden rund um die internationalen Flughäfen beschrieben. Noch ist Malaria bei uns ein seltener Gast. Gemeldet werden nur etwa 500-1.000 Fälle im Jahr.

Länder mit Malaria-Gefahr

In vielen Ländern der „dritten Welt“ ist Malaria dauerhaft von Bedeutung. Am häufigsten sind Malaria-Infektionen in Afrika (südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas). Weitere betroffene Gebiete erstrecken sich von Thailand bis Myanmar (Burma), Laos und Kambodscha, Indonesien (alle Inseln östlich von Bali), Papua-Neuguinea, die Solomonen und die umgebenden Inseln. In Südamerika sind Teile Brasiliens betroffen und zwar die drei Regionen Rodonia, Acre und Roraima. Gegen Ende der Regenzeit ist die Malaria-Häufigkeit besonders hoch.

Nach Schätzungen der WHO erkranken weltweit mehr als 300 Millionen Menschen jährlich neu, eine Million Menschen sterben pro Jahr. 90 % der Todesfälle treten in Afrika auf. Dort kann die Malaria 10 bis 30 % der Kindersterblichkeit ausmachen.

Ursachen

Malaria ist eine Infektionskrankheit mit einem einzelligen Erreger. Er gehört nicht zu den Bakterien, sondern den Einzellern mit Zellkern. Es gibt verschiedene Plasmodien-Arten, die Vögel Reptilien oder Säugetiere angreifen. Überträger sind die Stechmücken. Die für Primaten spezialisierten Arten verursachen Malaria.

Komplexer Entwicklungszyklus

Die Malaria-Parasiten brauchen den Menschen, sonst können sie ihre Entwicklung nicht abschließen. Sie haben zwei Entwicklungszyklen:

A. Der geschlechtliche Zyklus, der in der Übertragungsmücke stattfindet.
B. Der ungeschlechtliche Zyklus, der im Menschen stattfindet.

Wenn eine Mücke (Anopheles) beim Blutsaugen von einem infizierten Menschen die männlichen und weiblichen Keimzellen (Gameten) der Plasmodien aufnimmt, vereinigen sich diese Gameten im Magen der Mücke, der geschlechtliche Zyklus beginnt. Nach acht bis 16 Tagen entstehen die Sichelkeime (Sporozoiten), die am Ende des Entwicklungszyklus in die Speicheldrüsen der Mücke gelangen. Beim Stich werden die Sporozoiten mit dem Speichel der Mücke in die Gefäßbahn des Menschen übertragen. Jetzt beginnt der ungeschlechtliche Zyklus. Die Sporozoiten dringen in Leberzellen ein und vermehren sich dort. Nach sechs oder mehr Tagen werden die Tochterparasiten (Merozoiten) durch Zerfall der Leberzellen frei. Sie treten jetzt ins Blut über und dringen in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ein. Dort kommt es zu Wachstum und Vermehrung der Parasiten. Dabei werden die roten Blutkörperchen aufgelöst (Hämolyse). Diese Vermehrung der Parasiten und Auflösung der roten Blutkörperchen führt zu den klinischen Erscheinungen der Malaria.

Prävention

Die Malariaprophylaxe wirkt zu über 90 %, das Risiko wird so kalkulierbar. Doch auch mit Chemoprophylaxe kann in sehr seltenen Fällen dennoch Malaria ausbrechen!

  1. Es gibt keine Impfung gegen Malaria, daher ist keine gezielte Immunität möglich.
  2. Verzicht auf Reisen in Hochrisikogebiete schützt vor Ansteckung.
  3. Falls Sie sich doch dort aufhalten: Nachts alle Gewässer, Gräben, Pfützen, Blumentöpfe, Vasen oder andere offene Wasserflächen meiden.
  4. Die Kleidung aus Baumwolle oder Leinen sollte möglichst viel vom Körper bedecken und hell sein. Die Socken nicht vergessen. Mücken finden Füße attraktiv. Noch besser hilft imprägnierter Stoff (Spray mit DEET oder Waschzusatz mit Permethrinlösung).
  5. Moskitoabweisende Mittel (Insektenrepellents) reduzieren die Gefahr (Präparate mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin). Sie müssen alle 2-4 Stunden erneuert werden, bei starkem Schweißfluss öfter. Achtung Nebenwirkungen und Beipackzettel beachten.
  6. Sorgen Sie in Räumen für Fliegengitter an den Fenstern und Insektennetze über den Betten, besonders während des Schlafs. Man kann sie mit Insektiziden oder Repellents imprägnieren. Je kleiner die Maschen, desto wirksamer ist das Netz. Allerdings hält sich auch die tropische Hitze besser darunter.
  7. Elektrische Biozidverdampfer können nur angewendet werden, wenn niemand im Raum ist. So kann man stark mit Insekten belastete Räume zum Gebrauch vorbereiten (Wirkstoffe: Transfluthin, Allethrin, Piperonylbutoxid).
  8. Räuchermittel mit abbrennenden Insektiziden sind weniger effektiv. Man kann sie aber im Freien nutzen, vor Fenstern oder Türen.
  9. Etwa 90 % der Infektionen ereignen sich nachts (zwischen 22:00 bis 2:00 Uhr). Alle Vorsichtsmaßnahmen sind in dieser Zeit besonders wichtig. Meiden Sie das Freie. Fenster und Türen nachts geschlossen halten.
  10. Klimaanlagen (falls vorhanden) auf kühl schalten. Mücken mögen sich dann nicht bewegen. Auf das Moskitonetzt darf man auch dann nicht verzichten.
  11. In die Reiseapotheke gehört ein Fieberthermometer und vorbeugendes Malariamittel.
  12. Je nach Risiko für Malaria und Typ der infizierenden Plasmodien sind verschiedene Medikamente zur Dauereinnahme und/oder Bedarfsmedikation bei Krankheitsverdacht (Stand-by-Medikation) sinnvoll. Es gibt Mittel, welche schon die Einnistung in die Leber verhindern, andere greifen erst den Erreger im Blut an.

Die Situation ändert sich beständig, daher zahlt sich eine Information von einem Tropeninstitut oder Reisemediziner aus. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V. empfiehlt je nach Situation Atovaquon/Proguanil, Chloroquin, Doxycyclin oder Mefloquin zur Vorbeugung (Vorbeugung nach Region). Reisemedizinisch qualifizierte Ärzte gibt es hier. Eine reisemedizinische Beratung erhalten Sie beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Unbehandelt wird Malaria chronisch. Mit der Zeit aber nehmen die periodischen Fieberanfälle ab und der Körper entwickelt eine gewisse Immunität. Der Erreger versteckt sich in der Leber und kann bei Schwächung jeder Zeit wieder aktiv werden. Darum ist es sehr wichtig eine Erkrankung vollständig auszuheilen.

Nach einem längeren Aufenthalt in einem anderen nicht-Malaria-Gebiet (wie Nordeuropa) geht die Teil-Immunität wieder verloren. Die Personen können erneut erkranken oder angesteckt werden.

Es gibt Spätfälle von Malaria, d. h. im Extremfall kann bis zum Auftreten erster deutlicher Krankheitssymptome mehr als ein Jahr vergehen. Es bedeutet dann detektivisch medizinische Arbeit. Auch nach einer anfangs erfolgreichen Behandlung kann Malaria wieder ausbrechen. Dann ist die Diagnose meist leichter.

Komplikationen

Malaria tropica ist eine lebensbedrohliche Form der Malaria, die zu folgenden Komplikationen führen kann:

  1. Zerebrale Malaria: Neurologische Komplikationen mit Benommenheit bis hin zu anhaltender tiefer Bewusstlosigkeit (Koma), Lähmungen und Krampfanfällen. Es entstehen manchmal bleibende Gedächtnisschäden.
  2. Unterzuckerung bedroht meist nur Schwangere und kleine Kinder.
  3. Blutarmut: Nachdem die Blutzellen immer wieder zerstört werden, kann der Körper von Kindern oft nicht schnell genug neue bilden.
  4. Herzversagen (kardiogener Schock)
  5. Spontane Blutungen
  6. Azidose (Übersäuerung) oder Laktaterhöhung
  7. Magen-Darm-Beschwerden mit Niereninsuffizienz): Die Niere ist manchmal mit der Ausscheidung des roten Blutfarbstoffs überfordert (Hämoglobinurie).
  8. Oxidativer Schaden an den Organen und Blutgefäßen mit Durchblutungsstörungen und kognitiven Einschränkungen und Leberschäden.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen