Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Menstruationsbeschwerden

© Knut Wiarda - Fotolia.com

Regelschmerzen ade

Beschwerden während der Regelblutung sind eine Kombination körperlicher und psychischer Veränderungen. Zur Behandlung der Beschwerden eignen sich insbesondere entkrampfende und beruhigende Pflanzenprodukte.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Regelmäßiges Frauenleiden

Ob vor der Regel (Prämenstruelles Syndrom, PMS) oder währenddessen (Dysmenorrhoe), die Beschwerden können zum Teil sehr unangenehm sein. 54 % der Frauen leiden regelmäßig darunter, schwere Fälle sind eher selten. Bisher wurden ca. 100 verschiedene Symptome mit Menstruationsbeschwerden in Verbindung gebracht. Dazu zählen unter anderem psychische Symptome wie depressive Verstimmungen und Reizbarkeit, Schmerzzustände wie Kopf-, Brust-, Unterleibs- oder Rückenschmerzen und sogar Verdauungsprobleme. Generell wird unterschieden zwischen primären Regelschmerzen, die in jedem Alter auftreten können und harmlose Ursachen haben und sekundären Regelschmerzen, die meist ältere Frauen betreffen und durch Erkrankungen der Gebärmutter hervorgerufen werden. Eine einheitliche Antwort auf die Frage zu finden, wie man Menstruationsbeschwerden lindern kann, ist nicht möglich, da das Beschwerdebild bei jeder Frau anders ist. Es gibt einige Heilpflanzen, die gezielt eingesetzt werden können. Eine bewährte „Frauenheilpflanze“ ist z. B. der Mönchspfeffer. Auch mit ausgewählten Hausmitteln können Sie das monatliche Leiden so in den Griff bekommen, dass Schmerzmittel und andere schulmedizinische Lösungen nicht nötig sind. Allerdings: Sind die Schmerzen sehr heftig, sollte ein Arzt mögliche Ursachen genau abklären.

Was tun bei Frauenleiden?

Hinter Regelbeschwerden stecken selten schwerere Erkrankungen wie etwa Krebs. Anhaltende starke Beschwerden, insbesondere Blutungen und andauernde Schmerzen sollten dennoch immer gynäkologisch abgeklärt werden. Vorsorgeuntersuchungen sind für alle Frauen, gerade auch jenseits der Wechseljahre sinnvoll.

Eine ganzheitliche Betrachtungsweise ist wie überall auch bei Frauenleiden sehr sinnvoll, um den oft komplexen Problemen der jeweiligen Patientinnen gerecht zu werden. Die Beschwerden können je nach den Ursachen auf verschiedenen Ebenen angegangen werden. Im Prinzip muss jede Patientin selbst entscheiden, was ihr gut tut.

Zur Behandlung der Beschwerden eignen sich insbesondere entkrampfende und beruhigende Pflanzenprodukte oder Phytohormone. Auch die Änderung des Lebensstils und eine Ernährung reich an omega-3-ungesättigten Fettsäuren kann eine Linderung bringen. Daneben kann man entspannende Therapien, entzündungshemmende Medikamente oder Hormonpräparate einsetzen.

Heilpflanzen

Phytotherapeutika gegen prämenstruelle Beschwerden und Dysmenorrhoe

Besonders bekannt geworden sind Präparate mit Mönchspfeffer. Die Kommission E hat die Wirksamkeit gegen prämenstruelle Beschwerden und Brustspannen offiziell bestätigt.

Nachgewiesen ist auch die Wirksamkeit der Traubensilberkerze bei psychischen und nervlichen nicht organischen Beschwerden vor oder während der Regel, sowie die Wirkung von Wolfstrappkraut gegen Brustspannen (Mastodynie).

Omega-3-(hochungesättigte) Fettsäuren (aus Algen, Perillawurzel oder Kaltwasserfisch) vermindern ähnlich wie Aspirin die Herstellung von Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandinen) und wirken so der Entstehung von Schmerz entgegen.

Verkrampfungen

Es gibt entspannende Pflanzentees aus Frauenmantel, Gänsefingerkraut oder Schafgarbe. Auch Magnesium wirkt entkrampfend auf die Muskulatur. Es ist vor allem in Nüssen, Vollkornprodukten, Obst und Gemüse enthalten.

Kopfschmerzen

Pfefferminzöl, auf die Stirn aufgetragen wirkt kühlend, gefäßerweiternd und entspannend. Auch Magnesium kann Kopfschmerzen bessern. Ebenso kann Akupunktur in Einzelfällen die Schmerzen lindern. Bei Migräne-Kopfschmerz kann vorbeugend Pestwurz gegeben werden. Dieses Phytopharmakon ist seit der Züchtung frei von den leberschädigenden Pyrrolizidin-Alkaloiden.

Der klassische Hormonentzugskopfschmerz und viele andere der vor und während der Regel möglichen Beschwerden sprechen auf Heilpflanzen mit einem hohen Gehalt an Phytohormonen/-östrogenen an. Zu nennen wären Heilpflanzen wie Rhapontik-Rhabarberwurzel, Mönchspfeffer, Soja, Traubensilberkerze, Hopfen und Rotklee.

Psyche

Autogenes Training, Yoga und andere Entspannungsübungen helfen bei einer bewussten Steuerung krampfhafter Vorgänge. Johanniskraut-Präparate hellen die Stimmung auf und beruhigen gleichzeitig.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Menstruationsbeschwerden helfen können

Homöopathische Mittel bei Menstruationsbeschwerden

Bittergurke (Colocynthis; D6): Schneidende Schmerzen, als wäre etwas eingeklemmt, Verspannungen, die in den Rücken ausstrahlen, Patientinnen krümmen sich. Menschen die gereizt und ungeduldig sind. Verschlechterung durch Ärger, Besserung durch Krümmen (nach vorne Beugen), Wärme oder Druck.

Brechnuss (Nux vomica; D6): Zu frühe, zu starke und unregelmäßige Menstruation mit Schmerzen. Blut ist dunkel. Kreuzschmerzen mit Stuhldrang. Schlaf und Ausruhen bessert. Erleichterung am Abend, durch Feuchtigkeit und Druck. Verschlechternd wirkt geistige Anstrengung, Essen, Berührung Alkohol, Trockenheit und Kälte.

Kamille (Chamomilla; D2, D3, D6): Unterleibsschmerzen heftig und anfallsartig (wehenartig). Monatsblutung ist dunkel und klumpig. Patientinnen sind nervös, reizbar und weinerlich und während der Blutung zunehmend schmerzempfindlich. Beschwerden sind gegen Abend schlimmer. Wärme verbessert die Kolik, verschlechtert aber das Befinden.

Krokus (Crocus; D3, D4): Pulsierende Krampfschmerzen im Unterleib („als ob sich etwas bewegt“). Blutung zäh (fädig) und dunkel. Vermehrt Kopfschmerzen während der Regel. Bei Patientinnen wechselt die Stimmungslage oft extrem (depressiv bis heiter). Beschwerden vor dem Frühstück am schlimmsten. Wärme und Hinlegen verschlimmert, frische Luft bessert.

Kupfer (Cuprum metallicum; D3, D4, D6): Kolikartige Krampfschmerzen, typischer Weise bereits vor der Blutung. Frauen haben ein Problem mit Schuld und versuchen unbewusst die Menstruation zu unterdrücken. Beschwerden nachts um 3 Uhr schlimmer, Bewegung verschlechtert. Besserung durch Trinken von kaltem Wasser.

Magnesiumphosphat (Magnesium phosphoricum; D3, D4, D6, D12): Scharfe plötzliche Schmerzen („wie ein Messerstich“) meist vor der Blutung, angeschwollene Brüste. Schwache, zurückhaltende und erschöpfte Frauen. Verschlimmernd wirken Berührung, Kälte oder Bewegung, Wärme lindert, auch Zusammenkrümmen oder Druck.

Tintenfischtinte (Sepia; D3, D4, D6, D12): Gebärmutter drängt nach unten. Frau will sich setzen und Beine kreuzen. Blutung vermindert oder verspätet. Alle Beschwerden vor der Blutung schlimmer (Prämenstruelles Syndrom). Typisches Mittel für Wechseljahrsbeschwerden. Heißer Kopf, kalte Füße. Morgens Beschwerden schlimmer. Stimmungslage gleichgültig, depressiv. Stickige warme Luft verschlimmert. Beschwerden bei Bewegung im Freien besser, Wärmen oder Schlafen.

Tollkirsche (Belladonna; D4 D6): Regel kommt zur früh, ist aber zu stark, Ausfluss riecht übel, pulsierende Krämpfe im Unterleib, Drängen nach unten. Hochroter Kopf, die Füße und Hände kalt. Patient erregt, auch wütend mit überempfindlichen Sinnen. Plötzliches Auftreten oder Verschwinden der Beschwerden, Kälte und Anstrengung verschlechtert.

Traubensilberkerze (Cimicifuga; D3, D4, D6): Blutung dunkelrot und stechende Schmerzen in den Leisten. Regel kommt unregelmäßig. Typisch bei hormonellen Umstellungen (Wechseljahre). Frauen sind depressiv oder hysterisch. Es besteht eine Neigung zu Migräne. Körperliche und seelische Beschwerden wechseln sich ab.

Es gibt weit mehr Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Ein gut ausgebildeter Homöopath wird noch weitere Symptome berücksichtigen. Die Erstberatung dauert etwa eine Stunde (hier Therapeuten finden).

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad wirken entspannend und lösen die Schmerzen. Es eignen sich auch Sitzbäder mit Zusatz von Kamille und Schafgarbe. Dabei sollte auf die Temperatur geachtet werden, denn durch heißes Wasser oder zu langes Baden werden die Blutungen stärker.

Regelmäßige sportliche oder körperliche Betätigung verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die krampfartigen Schmerzzustände. Während der Regel jedoch sollte eine leichte Bewegung ohne schwere körperliche Anstrengung stattfinden.

Vermeiden Sie außerdem Stress und reduzieren Sie Reizmittel wie Nikotin, Koffein und Alkohol.