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Mittelohrentzündung

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Äußerst unangenehm - Ohrenschmerzen

Eine Mittelohrentzündung ist nicht nur schmerzhaft, sie mindert auch das Hörvermögen, unter ungünstigen Umständen dauerhaft. Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die entzündungshemmend und stimulierend auf das Immunsystem wirken.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Quälender Schmerz im Ohr

Stechende Schmerzen und Druckgefühl im Ohr, hinzu kommt manchmal auch Fieber, Übelkeit oder Kopfschmerzen: So kündigt sich eine Mittelohrentzündung an. Häufigste Auslöser sind Erkältungen, die die Schleimhäute anschwellen lassen und somit auch das Ohr verstopfen. Dann können Viren und Bakterien von der Nase bis ins Ohr leichter vordringen. In der Regel kann man eine akute Mittelohrentzündung gut selbst in den Griff kriegen. Als Hausmittel bewährt hat sich ein Zwiebelwickel, pflanzliche Mittel mit Sonnenhut und Holunder wirken entzündungshemmend und kurbeln das Immunsystem an. An der frischen Luft empfiehlt es sich, die Ohren zu schützen und dementsprechend eine Kopfbedeckung zu tragen. Dauern die Beschwerden jedoch länger als 2 Tage an, sollte man umgehend den Arzt aufsuchen. Auch bei hohem Fieber, besonders bei Kindern, sollte man einen Arztbesuch nicht länger herauszögern.

Behandlung bei Mittelohrentzündung: Naturheilkunde und Hausmittel

Abschwellende Nasentropfen sollen bei einer Mittelohrentzündung helfen, den Sekretabfluss aus dem Mittelohr zu unterstützen, bei starken Schmerzen kann man ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen (zusätzlich abschwellende Wirkung) einnehmen.

Ohrentropfen sollten bei einer Mittelohrentzündung nicht angewendet werden. Sehr viele Wirkstoffe sind für die empfindlichen Sinneszellen giftig. Öl im Gehörgang kann eine gute Belüftung behindern!

Die Verordnung von Antibiotika ist bei der akuten Mittelohrenzündung meist unnötig und sollte vermieden werden. Die meisten Mittelohrentzündungen werden durch virale Infektionen verursacht. Hier sind Antibiotika machtlos.

Bei einer zeitigen Behandlung mit Naturheilverfahren kann oft der Verlauf deutlich gemildert werden.

Heilpflanzen

Schmerzstillend

Eine lange Tradition hat der Zwiebelwickel bei Mittelohrentzündung. Damit die Zwiebel nicht „beißt“, kann sie kurz gekocht werden. Dann die warme gehackte Zwiebel oder Zwiebelscheiben in ein Tuch (Taschentuch) wickeln und auf das Ohr auflegen. Nach zwei Stunden entweder abnehmen oder erneuern.

In der Ayurvedischen Medizin verwendet man auch warmen Knoblauchsaft. Er wird in den Gehörgang getropft.

Achtung:

  • Das Trommelfell darf nicht geschädigt sein!

Infektneigung

Bei einer generellen Infektneigung und häufigen Rückfällen ist es sinnvoll, das Immunsystem zu unterstützen, zum Beispiel mit Sonnenhut (Wurzel von Echinacea pallida oder Kraut von Echinacea purpurea). Zur Prophylaxe nimmt man 5 Tage dreimal pro Tag 25-30 Tropfen. Nach 2 Tagen Pause kann man die Behandlung wiederholen.

Achtung:

  • Nach Auflage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sollte Sonnenhut nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden. Danach sollte man eine Pause von mindestens 2 Wochen einlegen.

Speziell bei Infekten und Erkrankungen der Atemwege sind die Taigawurzel (Eleutherococcus), Umckaloabo (Pelargonium sidoides) und Propolis geeignet.

Schleimhäute

Verschiedene Pflanzen fördern eine Sekretion der Schleimhäute. Damit können Sekrete schnell entfernt werden und die Schleimhäute leichter sauber gehalten werden (z. B. eine Mixtur aus Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten, Schlüsselblumenblüten).

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Mittelohrentzündung helfen können

Homöopathische Mittel

Eisenhut (Aconitum napellus D4, D6): plötzlicher Beginn der Erkrankung, akutes Geschehen, Fieber, Unruhe, Angst und Durst

Tollkirsche (Belladonna) D4, D6: dampfender Schweiß, Gesichtsröte, Unruhe und Kopfschmerzen, akute Entzündung mit plötzlichem Beginn

Kamille (Chamomilla D2, 3, 4, 6): stechende Ohrenschmerzen, Geräuschempfindlich, Ohrgeräusche, rote Wangen, schlechter bei Wärme und beim Bücken

Bittersüßstängel (Dulcamara D4, D6): Ohrentzündung durch Unterkühlung (Durchnässung)

Kalziumsulfit (Hepar sulfuris D4, D6, D12): stechender Schmerz, Ohrgeräusche (“Knacken”), Neigung zu Vereiterungen, Ohrenschmerzen durch trockenes kaltes Wetter, Empfindlich (Schmerz, Kälte, Berührung), Abszess, Geschwulst, Mittel bei Eiterungen

Quecksilber nach Hahnemann (Mercurius solubilis D4, D6, D12): Eitrige Entzündung, Hörminderung, Wärme verschlechtert, Grippe mit Schnupfen, Entzündungen in Mund, Rachen und Nase

Küchenschelle (Pulsatilla, D4, D6): unklare Symptome, Ausfluss aus dem Ohr, verstopftes Ohr, Gefühl frostig, aber Wärme verschlechtert,

Homöopathische Komplexmittel gegen Mittelohrentzündung enthalten Sonnenhut, Kamille, Holunder, Eisenhut, Chili, Kanadische Gelbwurz, Cyanquecksilber, Jod, Borax.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Bei Säuglingen steigert offensichtlich ein Schnuller die Gefahr einer Ohrentzündung. Stillen schützt vor der Erkrankung!
  • Bei trockener Heizungsluft ist ein Luftbefeuchter sinnvoll. Lüften Sie häufig – aber nur kurz und stoßweise.
  • Kinder aus Raucherfamilien sind häufiger von Atemwegsinfekten und Ohrentzündungen betroffen. Eine rauchfreie Wohnung wäre sinnvoll.
  • Kinder mit vergrößerten Rachen- und Gaumenmandeln („Polypen“, Tonsillen) haben häufiger rezidivierende Mittelohrentzündungen. Man sollte sie unter umständen entfernen lassen.

Weitere Therapien

Auf der aktuellen Seite haben Sie nun Heilpflanzen, hilfreiche Tipps und die homöopathischen Präparate kennengelernt. Auf den nächsten Seiten können Sie sich über weitere Therapien bei Mittelohrentzündung informieren!