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Morbus Crohn

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Morbus Crohn: chronisch-entzündliche Darmerkrankung

Die Naturheilkunde ist begleitend sinnvoll, beim Rückgang der Beschwerden soll sie den beschwerdefreien Zeitraum möglichst lange erhalten.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Entzündung des Darms

Durchfall, Fieber, Bauchschmerzen: für Menschen, die unter Morbus Crohn leiden, gehören diese Symptome zum Alltag. Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts. Meist ist das Ende des Dünndarms oder der obere Abschnitt des Dickdarms von der Krankheit betroffen, aber auch Mundbereich und After können befallen sein. Morbus Crohn ist bisher unheilbar und verläuft schubweise. Die verfügbaren Therapien können allerdings die Beschwerden lindern und die symptomfreien Zeiträume verlängern. In der akuten Phase hat die Schulmedizin für die Betroffenen meist Vorrang, wenngleich die Nebenwirkungen stark sein können. Vielversprechende Möglichkeiten bieten daher entzündungshemmende Heilpflanzen, Naturheilverfahren und eine Ernährungsumstellung – begleitend zur konventionellen Therapie. Erfahren Sie auf unseren Seiten mehr über Morbus Crohn und erhalten Sie detaillierte Tipps zu den weiteren Therapiewegen!

Behandlung bei Morbus Crohn: Naturheilkunde und Hausmittel

Morbus Crohn: Beschwerdefreiheit natürlich erhalten

Da bisher die Ursache für Morbus Crohn unbekannt ist, wird die Erkrankung symptomatisch behandelt. Dadurch wird eine deutliche Linderung erzielt, geheilt werden kann die Erkrankung jedoch bisher nicht.

Bei einem akuten Morbus Crohn Schub ist eine schulmedizinische Therapie angeraten. Kortikosteroide und Immunmodulatoren sind die besten verfügbaren Medikamente, leider von negativen Nebenwirkungen überschattet. Die Naturheilkunde ist begleitend sinnvoll, bei einem Rückgang der Beschwerden soll sie den beschwerdefreien Zeitraum möglichst lange erhalten. Die Medikamente können dann häufig reduziert oder ausgeschlichen werden. Die Komplementärmedizin hat bei dem Beschwerdebild einen hohen Anteil, etwa 50 % der Morbus Crohn Patienten nutzen Verfahren aus diesem Bereich.

Eine wirksame Heilpflanze ist Weihrauch, daneben hat sich Myrrhe, ebenfalls ein Harz, in der therapeutischen Praxis bei Morbus Crohn bewährt.

Heilpflanzen

Entzündungshemmende Heilpflanzen

Weihrauch ist ein vielversprechendes Therapeutikum und wirksam bei ganz verschiedenen entzündlichen Zuständen. Zu entzündlichen Darmerkrankungen gibt es bereits Pilotstudien. Ein Präparat mit Boswellia serrata-Extrakt war ähnlich effektiv wie das Medikament Mesalazin. Die Begleitsymptomatik bessert sich bei etwa Zweidritteln der Patienten (Bauchkrämpfe, Diarrhö, Gelenkbeschwerden, Hautkrankheiten). Besonders zur Erhaltung beschwerdefreier Zeiten wurde es als Alternative vorgeschlagen. Eine neuere Studie aus dem Jahr 2011 konnte die Daten zwar nicht bestätigen, dennoch wird Weihrauchextrakt als hoffnungsvolles Präparat gehandelt.

Eine kleine Studie zeigt ein sehr positives Wirkungsprofil von Wermut. Die Patienten hatten 6 Wochen lang 3 x 750 mg getrocknetes und pulverisiertes Wermutkraut eingenommen.

Bei Morbus Crohn die Darmbarriere stärken

Flohsamen quellen unter Aufnahme von Wasser. Dadurch wird die Konsistenz des Stuhls verbessert und die Stuhlfrequenz verringert. Die entstehenden Schleime bilden darüber hinaus eine schützende Schicht im Darm und binden Toxine von Bakterien. Auch Gallensäuren, die eine angeschlagene Darmbarriere beeinträchtigen, werden durch den Schleim neutralisiert. Zusätzlich reduzieren sie das Darmkrebsrisiko – bei Kolitispatienten immer ein Thema. Wegen der neutralisierenden Wirkung sollen die Flohsamen aber nicht zusammen mit Medikamenten geschluckt werden.

Komplexe Zucker aus Broccoli und der Kochbanane verhindern in Laborversuchen deutlich das Anheften und Eindringen von Bakterien in die Zellen der Darmschleimhaut. Diese Verbindungen und Schleime geben auch einen idealen Nährboden für probiotische Bakterien ab („prebiotisch“) und eignen sich daher zur Darmsanierung bei Morbus Crohn.

Gerbstoffe verbessern die Abschirmung der Schleimhaut. Natürliche Gerbstoffe gibt es in vielen Pflanzen, besonders hilfreich ist die Tormentillenwurzel (Pulver oder Tinktur), die jedoch maximal drei Tage eingesetzt werden dürfen. Auch die blauen Farbstoffe (Anthocyanine) aus getrockneten Heidelbeeren haben therapeutisches Potenzial bei Morbus Crohn. Die getrockneten Beeren werden gelutscht oder 10 Minuten gekocht (3 EL auf 500ml Wasser).

Schmerzen lindern

Uzara aus Südafrika ist ein beliebtes Mittel bei Durchfall: Es hemmt die krampfartige Darmbewegung und reduziert den Stuhldrang sowie den Wasserverlust. Krampflösend wirken auch Kamille (Tee) oder Pfefferminzöl (Kapseln). Bei stärkeren Beschwerden kann Tollkirsche verwendet werden. Es dürfen wegen der Giftigkeit nur eingestellte Medikamente aus der Apotheke verwenden. Diese sind verschreibungspflichtig!

Gegen die häufig mit der Krankheit assoziierten Gelenkschmerzen könnte die Teufelskralle eine wirksame Option sein.

Komplexe Präparate

Digestodoron kann lindernde Wirkung entfalten. Floradix Kräutertabletten, Euvegal, das Carminativum Hetterich und Kamillosan sind häufig begleitend sinnvoll.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Morbus Crohn helfen können

Nahrungsergänzung

Orthomolekulare Medizin

Bei Malabsorption oder einer Steroidtherapie kann wegen des erhöhten Risikos einer Osteoporose eine gezielte Gabe von Kalzium und Vitamin D notwendig werden, besonders im Winter.

Fischölpräparate und die in ihnen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind in ihrem Einsatz umstritten. Tierexperimentell sind sie als positiv zu werten, dennoch konnten nur Studien mit speziell verkapselten Fettsäuren eine Wirkung beim Menschen zeigen. Da sie nicht auf dem Markt erhältlich sind, empfehlen die offiziellen Leitlinien diese Fettsäuren nicht. Vermutlich kommt es darüber hinaus auf das Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren in der Nahrung an.

Lecithin/Sojalecithin scheinen zwar bei Colitis ulcerosa zu helfen, indem sie für Schleimschutz im Darm sorgen, für Crohn liegen aber noch keine Studienergebnisse vor.

Da der geschädigte Darm Vitamine nicht gut aufnehmen kann, werden in extremen Fällen Vitamine (A, D, E, K, B12) intramuskulös gespritzt, Andere Stoffe können geschluckt werden, wie Folsäure (5 mg pro Tag), Vitamin E (400 I.E.), Eisen (10-20 mg) und Zink (20-50 mg). Gerade Zinkmangel wird sehr häufig festgestellt.

Zellersatz ankurbeln

Zur Unterstützung der Schleimhautheilung hilft Pantothensäure (100 bis 1000mg). Vorläufige Studien lassen vermuten, dass die Zucker N-Acetylglucosamin (GlcNAc) (auch in Form von Chondroitin) Heilung und Abschirmung bei Darmerkrankungen verbessern. Die Zellen benötigen diese Verbindungen, um einen intakten Schutz aufzubauen.

Antioxidantien

Da auch bei Morbus Crohn entzündliche Vorgänge zu oxidativen Schädigungen führen, ist die Behandlung mit Antioxidantien die logische Folge (Glutathion-Vorstufe L-Cystein, Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E, Metalle: Selen, Kupfer und Zink). Die natürlichste Form von Antioxidantien sind die Stoffe aus Obst (insbesondere rote Beerenfrüchte) und Gemüse.

Prebiotika

Um die erwünschten Bakterien im Darm bevorzugt wachsen zu lassen, kann man auch sogenannte Prebiotika verwenden. Das sind Stoffe, die von diesen Bakterien bevorzugt zersetzt werden (also natürliche Substrate), sodass ihre Anzahl auf natürliche Weise angehoben wird. Man kennt eine ganze Reihe dieser Stoffe, meist komplexe Zucker, die vom Menschen selbst nicht verdaut werden können: Inulin, Oligofruktose, Flohsamenschleim, Pektin (grüne Äpfel oder grüne Bananen). Studien belegen, dass die Behandlung Erbrechen und Durchfall bessert und für eine erhöhte Stuhlfestigkeit sorgt. Auch das sind relevante Aspekte bei Morbus Crohn.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Bei Behandlung mit Immunsuppressiva sollten Sie darauf achten, dass Sie immer ausreichend Impfschutz haben (Grippe, Windpocken, Herpes, Hepatitis B, Pneumokokken). Dabei dürfen „Lebendimpfungen“ nur in der anfallsfreien Zeit ohne Immunsuppression verabreicht werden, da sonst Erkrankungen durch Impfkeime drohen.
  • Nehmen Sie spätestens 20 Jahre nach Krankheitsbeginn an Krebsvorsorgeuntersuchungen teil (Vorsorgekoloskopie; bei Einnahme von Thiopurinen auch Hautkrebs-Screening). Die Untersuchungen werden dann alle 1-2 Jahre wiederholt.
  • Geben Sie das Rauchen auf, damit dehnen Sie die beschwerdefreie Zeit bei Morbus Crohn aus.
  • Vermeiden Sie Alkohol, ganz besonders Hochprozentiges, dies schädigt die Schleimhaut.
  • Meiden Sie Lebensmittel mit bestimmten Zusatzstoffen (Polysorbat 80, Geliermittel Carrageen), sie schädigen die Darmbarriere. Ebenso stehen Mikropartikel aus Titandioxid und Aluminiumsilikaten, die über künstliche Lebensmittel, Staub und Kosmetika in den Darm gelangen, in Verdacht, die Krankheit anzuheizen.
  • Heilerde und medizinische Kohle fördern die Ausscheidung von Giftstoffen, abgesehen davon ist Heilerde reich an Mineralien.
  • Das Stillen von Säuglingen fördert frühzeitig die Ausbildung einer natürlichen Darmflora und einer gesunden Immunantwort. Eine naturnahe Lebensweise mit mehreren Tieren schützt vor Morbus Crohn.
  • Selbsthilfegruppen helfen nicht nur bei der Bewältigung von Morbus Crohn, sie haben auch häufig gute Anregungen auf Lager. So sehen dies auch Ärzte und das Pflegepersonal.

Weitere Therapien

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie Sie die Symptome von Morbus Crohn durch Ihre Ernährung lindern können. Weiterhin finden Sie hier Informationen zu Naturheilverfahren und Schulmedizin bei Morbus Crohn.