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Morbus Crohn: Symptome und Diagnostik

Bauchschmerzen und Durchfall

Symptome

Die Beschwerden entstehen durch die Entzündung im Darm, betroffen sind aber nur einzelne Abschnitte des Magen-Darm-Trakts. Bei Morbus Crohn treten Schübe mit heftigen Bauchschmerzen und Durchfällen auf, die länger als 6 Wochen anhalten. Dabei sind die Krämpfe unabhängig von den Mahlzeiten und dem Stuhlgang. Begleitend kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Fieber kommen.

Da die Nahrungsaufnahme durch Morbus Crohn im Darm schwer beinträchtigt ist, kommt es in der Folge zu Gewichtsverlust, allgemeiner Schwäche und Mangelerscheinungen. Besonders bei Kindern ist daher Wachstum, Entwicklung und Gewichtszunahme verzögert.

Die Entzündung kann aber auf die Gelenke und die Haut übergreifen. Die für Morbus Crohn typischen erhabenen rot-violett verfärbten subkutanen Hautknötchen (Erythema nodosum) entwickeln sich häufig an der Streckseite von Armen und Beinen.

Wann zum Arzt

Morbus Crohn muss ärztlich behandelt werden

Einen Darminfekt hat jeder einmal, das ist meist harmlos und dauert in der Regel nicht länger als eine bis zwei Wochen. Wenn die Durchfälle länger als 3 Tage anhalten und die Bauchschmerzen immer wieder quälend in Erscheinung treten, sollte man die Situation ärztlich abklären lassen. Zusätzliche Warnsymptome sind bei Morbus Crohn Blutbeimengungen, erhöhte Temperatur, schlechter Allgemeinzustand und eine Abnahme des Körpergewichts. Der richtige Ansprechpartner ist zunächst der Allgemeinarzt, unter Umständen der Gastroenterologe.

Achtung: Dauernde Durchfälle führen zu Austrocknung und Mangelernährung!

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Der Arzt muss im Vorfeld folgende Faktoren abklären:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Kontakte mit infektiösen Durchfallerkrankungen
  • Erkrankungen in der Familie
  • Medikamenteneinnahme

Relevant sind insbesondere Antibiotika und nicht steroidale Antirheumatika, da diese Präparate selbst häufig zu verstärkten Magen-Darmbeschwerden führen.

Zunächst wird der Ernährungsstatus überprüft und nach Anzeichen einer Mangelernährung gesucht. Der Bauch wird abgetastet, eine Ultraschalluntersuchung und Darmspiegelung (Koloskopie) klären die Situation ab: Hier findet man entzündete neben gesunden Darmabschnitten, zur Abklärung werden Biopsien entnommen. In bestimmten Verdachtsfällen werden außerdem Speiseröhre und Magen untersucht. Auch diese Organe sind häufig in Mitleidenschaft gezogen.

Neben der Doppelkontrastuntersuchung (Kontrast-Einlauf, KE) gehören Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zu den empfohlenen Untersuchungsalternativen. Zur Erkennung von Fisteln oder Abszessen sind diese Verfahren neben dem Ultraschall die gängigsten Untersuchungsmethoden, auch eine digital-rektale Untersuchung ist notwendig, insbesondere, wenn keine Darmspiegelung vorgenommen wird, was jedoch meist der Fall ist.

Im Blutbild sollten zusätzlich Entzündungsstatus, Eisenhaushalt, Vitamin B12-Wert, Nierenfunktion, Leberfunktion (Transaminasen) und Gallenparameter (Cholestaseindikatoren) überprüft werden. Eine Untersuchung des Stuhls auf Blut und infektiöse Erreger (inklusive Campylobacter spp., Cytomegalie-Virus und Clostridium-difficile) ist zur Eingangsdiagnose notwendig. Zu beachten sind auch typische Infektionen nach Auslandsaufenthalten (Amöben und Parasiten). Als Entzündungszeichen im Stuhl kann man Calprotectin, fäkales Lactoferrin oder den Marker „S100A12“ nachweisen.

Nicht immer lassen sich die entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn klar voneinander unterscheiden. Zusätzlich zu Colitis liegt häufig auch ein Reizdarmsyndrom oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) vor.