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Müdigkeit

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Schon wieder müde?

Naturheilkunde ist der Klassiker gegen quälende Müdigkeit. Die Komplementärmedizin geht die Müdigkeit im Wesentlichen über drei Strategien an.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Müdigkeit ist ein Symptom und keine Krankheit

Müdigkeit ist meist ein Hinweis darauf, dass uns etwas fehlt: genügend Schlaf, Bewegung oder frische Luft. Sobald wir das Benötigte nachholen, sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus – so jedenfalls empfinden die meisten. Bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung hält allerdings dieses Schwächegefühl über 6 Monate lang an – man spricht dann von chronischer Müdigkeit. Die Ursachen von dauernder Müdigkeit sind sehr vielfältig. Häufig bringen Arztbesuche beim Schulmediziner nicht den gewünschten Erfolg, so dass die Naturheilkunde zum Klassiker bei der Behandlung von Müdigkeit avanciert ist. Wirksame Heilpflanzen sind die Adaptogene, sie können dem Körper die benötigte Power zurückgeben. Doch Achtung: Eine anhaltende Müdigkeit ist nicht gleichzusetzen mit dem "Chronischen Müdigkeitssyndrom" (auch Erschöpfungssyndrom oder Chronic Fatigue Syndrome). Hier tappt man bei den Ursachen noch im Dunkeln.

Der Klassiker gegen dauernde Müdigkeit: Naturheilkunde

Müdigkeit wird als Symptom und nicht als eigene Krankheit angesehen. Doch ist das Symptom wenig spezifisch, es kommen unzählige Erkrankungen in Frage. Meist aber ist die moderne Lebensweise schuld an dem Dilemma, denn sie kennt keine natürlichen Rhythmen. So wurde Müdigkeit zu einem klassischen Gebiet der alternativen Medizin.

Die Komplementärmedizin geht die Müdigkeit im Wesentlichen über drei Strategien an:

  1. aktivierende Maßnahmen
  2. Abstellen der Überlastung, Neuordnung des Lebens
  3. Entspannungsverfahren und Beratung zur „Schlafhygiene“

Alle diese Maßnahmen gehören zum Kern der Naturheilkunde und zur Ordnungstherapie.

Das Gefühl, ständig müde und abgeschlagen zu sein, wird generell sehr individuell behandelt. Ein Symptomtagebuch kann helfen, Klarheit in den Komplex zu bringen. Besondere Bedeutung bei chronischer Müdigkeit haben Maßnahmen, die das Immunsystem aufbauen, entgiften und die Organe sowie die Anpassungsfähigkeit stärken (tonisierende Mittel). Daneben ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Faktor. Bei entsprechenden Beschwerden sind stressabbauende Verfahren sinnvoll (entspannende Methoden, Psychotherapie). Sie verbessern auch den erholsamen Schlaf.

Heilpflanzen

Die Phytotherapie sieht gegen Erschöpfung und chronische Müdigkeit so genannte Adaptogene vor. Das sind Pflanzen, die die Widerstandskraft des Körpers gegen Stress und andere schädigenden Milieubedingungen wie Krankheit, Hitze, Kälte oder Toxine erhöhen. Der Körper wird dabei stimuliert, um mit diesen Veränderungen besser umzugehen. Die Wirkmechanismen sind überwiegend nicht geklärt.

Bekannte Adaptogene gegen Müdigkeit sind:

Weniger verbreitet sind:

- Damiana (Turnera diffusa)
- Basilienkraut (Ocimum sanctum; Antistresswirkung)
- Sisandrafrüchte (Sizandra sinsensis; leberschützend, antioxidativ, entzündungshemmend)
- Indische Ginsengwurzel (Withania somniferum; stärkend, Antistresswirkung)

Die anregende Wirkung von Koffein ist seit langer Zeit bekannt – nur, da Koffein ohnehin von den Meisten täglich konsumiert wird, ist es bei chronischer Müdigkeit praktisch wirkungslos.

Abwehrschwäche

Quälende Müdigkeit tritt häufig auch in Kombination mit Abwehrschwäche und chronischen Infekten auf. Andererseits ziehen Infektionen oder überstandene Infektionen Müdigkeit nach sich. Durch die körperliche Schwächung folgt oft auch eine Abwehrschwäche. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Immunsystem anzuregen:

  • Sonnenhut
  • Mistel (Reiztherapie)
  • Taigawurzel
  • Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)
  • Wasserdost (Eupatorium perfoliatum; immunstimulierend)
  • Wilder Indigo (Babtisia tinctoria; immunstimulierend)
  • Andrographis-Kraut (Andrographis paniculata; entzündungshemmend, immunstiummulierend, gerinnungshemmend)

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Abwehrschwäche. Bei autoimmunen Prozessen - also wenn das eigene Immunsystem den Körper angreift - würde man von einer Immunsteigerung natürlich abraten. Deshalb besser vorher einen Arzt befragen.

Schlafstörungen

Der überwiegende Anteil der Personen mit chronischer Müdigkeit leidet auch unter schlechtem Schlaf. Eine Reihe von pflanzlichen Beruhigungsmitteln wirkt ausgleichend, so dass die Schlafbereitschaft steigt. Im Gegensatz zu synthetischen Schlafmitteln ändern sie die „Schlafarchitektur“ nicht und ermöglichen daher einen erholsamen Schlaf. In der Regel müssen diese Mittel aber über mehrere Tage bis Wochen in ausreichender Dosis und Qualität eingenommen werden, um ausreichend Wirkung zu zeigen.

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Schlafstörungen und Stress.

Homöopathische Mittel

Da es viele Auslöser für Müdigkeit gibt, muss ein erfahrener Homöopath das geeignete Mittel wählen. Hier sind einige Beispiele für besondere Müdigkeitsformen:

Brechnuss (Nux vomica): Müdigkeit und Schläfrigkeit vor allem morgens; Verkatert. Nervöse Manager-Typen mit stressender Überbelastung.

Keuschlamm (Agnus castus): Frauenbeschwerden, Müdigkeit und kraftlose Schwäche, auch bei Depression.

Kockelskörner (Cocculus): Beschwerden durch eine Zeitumstellung oder Jetlag: Müdigkeit und Schwäche, Konzentrationsprobleme und Schwindel, mit Schlafstörungen, auch Magen-Darm-Störungen.

Phosphorsäure (Acidum phosphoricum): Müdigkeit durch Folgen von Krankheiten wie Krebs, Diabetes mellitus; Teilnahmslosigkeit nach Liebeskummer, allgemeine Schwäche, Burnout.

Am besten wirkt die Homöopathie, wenn sie zusammen mit anderen naturheilkundlichen Maßnahmen angewendet wird.

Nahrungsergänzung

Orthomolekulare Medizin

Man vermutet, dass eine der Ursachen für chronische Müdigkeit Vitaminmangel ist. Die Orthomolekulare Medizin versucht daher, den Zustand mit Vitaminpräparaten zu verbessern. Studien konnten aber bisher keinen pauschal positiven Effekt von Vitamin B12 oder Folsäure nachweisen. Auch Fettsäuren (ω-3 und ω-6 ungesättigte) waren ohne Wirkung. Nahrungsergänzungsmittel bringen nur bei akuten Mangelsituationen Besserung.

Bei den Mineralien propagiert man meist eine Einnahme von Zink, Magnesium, Selen, Calzium oder Kalium. Auch deren Wirkung gegen Müdigkeit ist nicht gesichert. Da kommt es auf die individuelle Versorgungssituation an.

Blutarmut ist auch heute noch ein möglicher Grund für Müdigkeit. Hier muss man nicht nur auf die Eisenversorgung sondern auch die Vitamine achten (Vitamin B12 und Folsäure).

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Haben Sie einen Verdacht, warum Sie müde sind? Müdigkeit ist ein Grund, um innezuhalten und das Leben zu überdenken. Können Sie mögliche Auslöser entdecken?

Es ist klar, dass man gerade wenig Kraft hat, wenn man müde ist. Aber um diesen Zustand abzustellen, braucht man etwas Energie, Organisationstalent und eine gute Spürnase.

  • Schlafen Sie nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. Jeder Mensch braucht eine andere Schlafdauer.
  • Daher sollte jeder Tag auch Zeiten von körperlicher Anstrengung enthalten. Schon 20 Minuten regelmäßiger Sport reicht aus, um fit für den Alltag zu sein. Und wer tagsüber aktiv war, kann nachts auch besser schlafen. Ein gesunder Lebensrhythmus macht den Unterschied. Unterforderung macht auf die Dauer müde.
  • Wenn Sie eine stressige Zeit hinter sich haben, sollten Sie sich anschließend Erholung gönnen. Und achten Sie darauf, dass Sie dann auch abschalten. Ansonsten sind Sie mit Entspannungsverfahren gut beraten. Vielleicht muss man auch Entlastung und Vertretung organisieren. Seien Sie bereit für eine Umstellung.
  • Schlauchen Sie Ihren Körper mit Giften wie Nikotin, zu viel Zucker oder Alkohol? Dann ist es Zeit für Entgiftung. Das gibt dem Körper die fehlende Kraft zurück.
  • Denken sollte man auch an Giftstoffe bei der Arbeit (wie Lösungsmitteldämpfe und Verbrennungsgase). Beachten Sie den Arbeitsschutz!
  • Sauerstoffmangel: Nicht nur Raucherhusten macht schlapp, auch Sauerstoffmangel. Bewegung an der frischen Luft ist das richtige Mittel für müde Stadtmenschen.
  • Wie steht es mit der Ernährung? Sind genug Vitamine und Mineralien enthalten? Frisches Obst und Gemüse soll auf den Tisch. Bei Appetitlosigkeit hat sich Phytotherapie bewährt. Tausendgüldenkraut etwa, oder Kalmus, Angelika und Ingwer sind bewährte Mittel.
  • Aber haben Sie gewusst, dass man sich auch schlapp essen kann? Ein dauerhaftes Kalorienüberangebot führt zu Übergewicht und Diabetes. Abnehmen zahlt sich aus.
  • Wer zu wenig trinkt hat einen niedrigen Blutdruck. Hypotonie macht müde und ist gerade bei Hitze, starkem Sonnenlicht und Wind gefährlich. Trinken ist der einfachste Anti-Müdigkeits-Trick.
  • Jetlag und Schichtarbeit hat die Natur nicht eingeplant. Licht steuert automatisch den Körperrhythmus. Achten Sie auf helles Licht am Morgen und gedämpftes Licht am Abend. Wer überwiegend im Winter müde ist, dem kann zur rechten Zeit eine Lichtdusche helfen.
  • Lebensphase respektieren: Wer gerade heranwächst oder schwanger ist oder sonstige Meisterleistungen vollbringt, ist besonders gefordert. Hier ist Schutz und Verständnis von der Umwelt gefordert, dennoch bringen die Maßnahmen auch hier etwas. Das gilt gerade auch für alte Menschen. Sie sollen sich nicht gehen lassen, sondern für den Erhalt der Beweglichkeit sorgen.
  • Und manchmal muss man sich erst eingestehen, dass man überlastet oder deprimiert ist. Müdigkeit ist manchmal auch eine Spielart von Burnout oder Depression. Der Körper weist sie ziemlich hartnäckig darauf hin, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Nun ist es an Ihnen darauf zu reagieren, denn am Ende sitzt Ihr Körper am längeren Ende, oder?
  • Medikamentencheck: Viele Medikamente machen müde. Hier sollten Sie mit Ihrem Arzt im Gespräch bleiben, ob es Alternativen gibt.

Wenn Sie mit den üblichen Hausmitteln die Müdigkeit nicht bekämpfen können, fragen Sie besser einen Arzt und bleiben hartnäckig, bis eine Lösung gefunden ist.

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