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Müdigkeit

Junge Frau liegt schlafend auf dem Sofa und leidet unter Abgeschlagenheit.

Nur „mal“ müde oder schon chronische Müdigkeit?

Hier finden Sie alles zu den möglichen Ursachen, Begleitsymptome, wann Sie zum Arzt sollten und zahlreiche Tipps zur natürlichen Behandlung mit Heilpflanzen & Co. Ebenso die Unterschiede zum chronischen Müdigkeitssyndrom. Wir wünschen viel Erkenntnis und schnelle Besserung!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Müdigkeit kompakt: Die wichtigsten Fakten

Müdigkeit ist meist ein Hinweis darauf, dass uns etwas fehlt: genügend Schlaf, Bewegung oder frische Luft. Sobald wir das Benötigte nachholen, sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus – so jedenfalls der häufigste Fall. Bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung hält allerdings diese Antriebslosigkeit über 6 Monate lang an – man spricht dann von chronischer Müdigkeit.

Begleitsymptom von Müdigkeit ist Konzentrationsschwäche, mangelnde Leistungsfähigkeit, Tagesschläfrigkeit und erhöhte Reizbarkeit.

Die Ursachen von Müdigkeit sind sehr vielfältig und können neben Schlafmangel auf verschiedene Krankheiten hindeuten, so ist ständige Müdigkeit beispielsweise auch als Symptom bei Diabetes zu sehen. Häufig bringen Arztbesuche beim Schulmediziner nicht den gewünschten Erfolg, so dass die Naturheilkunde zum Klassiker bei der Behandlung von Müdigkeit avanciert ist. Wirksame Heilpflanzen sind Adaptogene, sie können dem Körper die benötigte Power zurückgeben.

Warum ist man eigentlich müde?

Um sich wach und leistungsfähig zu fühlen, müssen alle Systeme im Körper reibungslos funktionieren, beispielhaft seien genannt der Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, die Immunabwehr und die Nervenaktivitäten. Wenn es durch Erkrankungen oder Fehlfunktionen in den Organen irgendwo „knirscht“, dann werden die benötigten Nährstoffe und der Sauerstoff nicht genügend produziert bzw. gelangen nicht in ausreichendem Maß an ihren Zielort. Das Gefühl von Müdigkeit stellt sich dann auch tagsüber ein und nicht erst abends, wenn es uns zu verstehen gibt „Jetzt aber ins Bett“.

Müde – müder – chronisches Müdigkeits-Syndrom?

Betroffene des chronischen Müdigkeits-Syndroms empfinden diese Sichtweise als verharmlosend und irreführend. Denn dieses Krankheitsbild ist keine Steigerungsform der Müdigkeit, sondern eine chronische, neuro-immunologische Multisystemerkrankung, die durch eine überwältigende Abgeschlagenheit verbunden mit unerklärbaren Gelenkschmerzen und Konzentrationsstörungen gekennzeichnet ist. Patienten sind häufig nicht mehr in der Lage, ihr bisheriges Leben zu führen. Sie bevorzugen daher als passendere Bezeichnung für ihr Leiden Chronic Fatigue Syndrome (CFS) oder Myalgische Enzephalomyelitis (ME), was auf organische Ursachen in Muskulatur und Gehirn hindeutet.

Da es hierfür bisher keine eindeutigen Befunde gibt und Patienten häufig nur als "psychosomatischer Fall" betrachtet werden, fühlen sich manche Betroffene diffamiert. Da das CFS (auch Erschöpfungssyndrom genannt) also durch weit mehr als nur "chronische Müdigkeit" gekennzeichnet ist, finden Sie alles zu diesem Thema in einem extra Artikel.

Behandlung: Der Klassiker gegen dauernde Müdigkeit ist Naturheilkunde

Das Gefühl, ständig müde und abgeschlagen zu sein, wird generell sehr individuell behandelt. Ein Symptomtagebuch kann helfen, Klarheit in den Komplex zu bringen. Besondere Bedeutung bei chronischer Müdigkeit haben Maßnahmen, die das Immunsystem aufbauen, entgiften und die Organe sowie die Anpassungsfähigkeit stärken (Heilpflanzen, Bewegung, Naturheilverfahren). Daneben ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Faktor. Bei entsprechenden Beschwerden sind stressabbauende Verfahren sinnvoll (entspannende Methoden, Verhaltenstherapie). Sie verbessern auch den erholsamen Schlaf.

Ursachen der Müdigkeit

Anhaltende oder hartnäckige Müdigkeit ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Wenn der Körper Abwehrkräfte mobilisiert, eine Schilddrüsenunterfunktion antriebslos macht oder ein Eisenmangel oder Vitalstoffmangel dem Körper zu wenig Sauerstoff oder Nährstoffe liefert – dann ist Müdigkeit die Folge und sollte ernst genommen werden. 

Da unzählige Auslöser in Betracht kommen, haben wir zur besseren Übersicht die Ursachen für Sie thematisch gruppiert.

Persönlicher Lebensstil ist Ursache für "einfache" Müdigkeit

Die durch den persönlichen Lebensstil geprägte Müdigkeit belegt die meisten Stockwerke im Hochhaus der möglichen Ursachen. Die Verursacher sind meist recht handfest und einfach auszumachen: Schlafmangel zum Beispiel oder die Missachtung natürlicher Rhythmen häufen sich in unserer Gesellschaft. Oft anzutreffen ist chronische Inaktivität. Der Körper baut die Energievorräte ab und ist schnell schlapp. Eine Monotonie in der Lebensführung ist daher genauso schlecht wie zu viel Stress.

Nicht nur bei Übergewicht und metabolischem Syndrom sollte man regelmäßig auf ausreichend Bewegung achten. Das hält den Körper fit und beugt lästigen Durchhängern vor.

Folgende persönliche Faktoren verursachen Müdigkeit:

  • zu wenig Schlaf (mehr dazu unter Schlafstörungen)
  • Bewegungsmangel (Teufelskreis: führt zu mehr Trägheit und damit weiterem Bewegungsmangel)
  • Flüssigkeitsmangel, auch verbunden mit zu langer Sonneneinwirkung
  • Übergewicht, Untergewicht
  • Überarbeitung, aber auch Unterforderung

Sind Sie Lerche oder Nachtigall?

Neueste Forschungsergebnisse zeigen: jeder Mensch hat seinen Rhythmus: Es gibt Frühaufsteher und Nachtmenschen, Kurzschläfer und Langschläfer. Wenn diese Rhythmen wegen voherrschender Zwänge missachtet werden, entsteht mitunter chronische Müdigkeit.

Müdigkeit ist ein stummes Signal Ihres Körpers. Es ist an Ihnen, es zu entschlüsseln und zu verstehen. Überdenken Sie Ihre Lebens- und Arbeitsrhythmen. Wie passen Sie zu Ihnen? Wo sind die Ruheinseln? Sie geben Kraft aus, was kommt zurück?

Müdigkeit als Ursache von falscher Ernährung

Wieso entsteht Müdigkeit durch Eisenmangel?

Krankheitsbedingte Müdigkeit

Daneben gibt es krankheitsbedingte Müdigkeit. Jede Infektion, chronische Entzündung oder Stoffwechselerkrankung führt mehr oder weniger heftige Müdigkeit im Schlepptau. Organische Erkrankungen beschäftigen den Körper und verbrauchen viel Energie, teilweise noch Wochen, nachdem die Krankheit überstanden ist. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen können sich mit Müdigkeit äußern.

Erkrankungen mit ausgeprägter Müdigkeit sind zum Beispiel:

  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)
  • Hormonstörungen (meist Schilddrüsenunterfunktion)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Postinfektiöse Müdigkeit (Grippe, Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Schwere Operationen und Unfälle
  • Krebs und Tumorerkrankungen
  • Herzerkrankungen mit Herzinsuffizienz
  • Schlafapnoe
  • Lungenerkrankungen (chronisch obstruktive L., Asthma)
  • Niedriger Blutdruck
  • Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose)
  • Chronische Krankheiten (Parkinson, Rheuma, Niereninsuffizienz)
  • Chronische Entzündungen (Rheuma, Fibromyalgie)
  • Psychische Erkrankungen (Depression, Burnout)
Ratgeber zur Behandlung finden Sie im jeweils verlinkten Krankheitsbild.

Für das „Chronische Müdigkeitssyndrom“ konnte bisher keine eindeutige Ursache gefunden werden. Diskutiert werden vielfältige Auslöser wie Infektionen oder Immunstörungen (Allergien, Autoimmunkrankheiten, Abwehrschwäche). Vermutlich sind es sogar viele Auslöser, die zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken.

Müdigkeit durch Schadstoffe

Auch Umweltschadstoffe in Nahrung, Gebäuden und Zahnfüllungen könnten mit dem Symptom zusammenhängen. Manche Menschen reagieren besonders empfindlich darauf. Man spricht dann von „multipler chemischer Sensitivität“ (MCS) oder idiopathischer umweltbedingter Intoleranz (IEI).

Müdigkeit durch Medikamente

Viele Medikamente wie Antidepressiva, Neuroleptika, Antihistaminika oder Antihypertensiva haben Müdigkeit als Nebenwirkung. Bei Benzodiazepinen, die gegen Schlafstörungen verschrieben werden, kann sich Müdigkeit als lästiger Hang-Over-Effekt am Morgen bemerkbar machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Alternativen, wenn Sie Ihre Medikamente als Auslöser im Verdacht haben.

Auslöser selbst finden

Viele Patienten mit dauernder Müdigkeit fühlen sich von den Ärzten allein gelassen. Da heißt es zum „Spezialisten“ in der eigenen Angelegenheit zu werden. Vor allem sollte man sich über die Zusammenhänge klar werden: Wann ist die Müdigkeit verstärkt? Gibt es einen Zusammenhang mit Tätigkeiten, Nahrungsmitteln, Aufenthaltsorten? Haben Sie Allergien?

Auf alle Fälle ist chronische Müdigkeit ein Anlass das „Künstliche“ wie Zusatzstoffe, Konservierungsmittel, Farbstoffe, Süßstoff und raffinierte Lebensmittel, zu meiden und das „Natürliche“ zu suchen. Störungen der Verdauung sollten konsequent angegangen werden.

Wann zum Arzt

Man sollte sich zunächst einmal fragen: Warum bin ich müde? Gibt es eine harmlose Erklärung? StressSchlafstörungen oder zu viel gefeiert? Dann können Sie Müdigkeit mit den naheliegenden Mitteln selbst behandeln. Müdigkeit ist ein Anlass über Überforderung und Schlafhygiene nachzudenken. Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Alkohol, das sind typisch moderne Ursachen von Müdigkeit, bei denen man aktiv werden sollte.

Wenn Sie sich nicht mehr regenerieren können, Schlaf nicht erholsam ist und Sie selbst nach dem Urlaub todmüde sind, ist ein Check-up beim Hausarzt notwendig. Er wird ein paar grundlegende Untersuchungen vornehmen und das Blut testen. Vergessen Sie den Zahnarzt nicht, auch schlechte Zähne sind ein Grund für Müdigkeit. Wird kein augenscheinlicher Grund gefunden, besteht vorläufig Entwarnung.

Müdigkeit im Auge behalten!

Im Hinterkopf behalten sollte man, dass chronische Müdigkeit Anzeichen einer ernsthaften Krankheit sein kann. Dann wendet der Körper alle Kraft für die Bekämpfung auf und hat am Ende nur wenig für Aktivitäten übrig.

  • Relevant ist daher die Dauer: Wer länger als 6 Monate am Stück erschöpft ist, muss sich beim Arzt um eine weitergehende Diagnostik bemühen. Da heißt es eventuell hartnäckig sein und nachfragen.
  • Auch die Begleitsymptome oder die Auslöser sind entscheidend. Gewichtsverlust, Herzbeschwerden, Entzündungen und Schmerzen sind Alarmsignale. Achten Sie auf Ihre Lymphdrüsen und nächtliche Schweißausbrüche oder Abwehrschwäche. Dann ist das Immunsystem betroffen.
  • Schlafstörungen sind nicht immer harmlos, es kann eine Schlafapnoe dahinter stecken.
  • Wann hat die Müdigkeit begonnen? Mit einem Infekt? Einer Änderung der Lebenssituation? Haben Sie Ängste oder Depressionen? Auch mit psychosomatischen Auslösern ist therapeutische Hilfe möglich.

Haben Sie Geduld

Müdigkeit hat unzählige Auslöser. Ihr Arzt braucht Zeit, um diesen auf die Spur zu kommen. Er ist häufig auf Ihre Hinweise angewiesen. Sie sollten ihm daher die Begleitumstände samt Symptomen angeben können, die mit „Ihrer“ Müdigkeit verbunden sind. 

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Müdigkeit ist eigentlich ein Symptom und keine Krankheit. Wenn ein Patient mit der Beschwerde Müdigkeit zum Arzt kommt, beginnt ein manchmal längerer Diagnoseweg auf der Suche nach den auslösenden Ursachen.

Normalerweise beginnt der Arzt zunächst mit einer ausführlichen Befragung, einer körperlichen Untersuchung und einem Blutbild. Überprüft werden alle wichtigen Organfunktionen. Relevant sind auch die soziale, familiäre und berufliche Situation und alle Belastungen (Stress, Lärm, Chemikalien …).

Lässt sich keine organische oder psychosoziale Ursache festmachen, dann wird häufig die Diagnose „Chronisches Müdigkeitkeitssyndrom“ als Ausschlussdiagnose gestellt. Dies ist für keinen der Beteiligten befriedigend, da es hierfür weder eine genaue Ursache noch eine klare Behandlungsstrategie gibt. Auch das Krankheitsbild ist noch nicht genau definiert. Die Forschung stellt laufend Hypothesen auf. Eine relativ neue Hypothese vermutet eine Störung nervlicher und immunologischer Vorgänge.

Entwarnung: So lange man erholungsfähig ist, besteht keine chronische Müdigkeit. Dennoch sollte man ungewöhnlich heftige Müdigkeit als Warnzeichen wahrnehmen.

Behandlung: Was gegen Müdigkeit hilft

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Liegt der Müdigkeit eine bestimmte Erkrankung zugrunde, wird die Grunderkrankung entsprechend behandelt. Säulen der Naturheilkunde wie Heilpflanzen, Entspannung, Bewegung und richtige Ernährung können immer unterstützend bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen helfen. Sie sind auch die beste Therapie für gesunde Menschen, die sich dennoch häufig ausgelaugt und schlapp fühlen. 

Folgende natürliche Therapieoptionen gibt es, die kombiniert am effektivsten wirken

  1. Heilpflanzen gegen Müdigkeit
  2. Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
  3. Passendes Entspannungsverfahren finden
  4. Bewegung und weitere Naturheilverfahren
  5. Homöopathie
  6. Tipps für einen gesunden Lebensstil



Heilpflanzen gegen Müdigkeit

Die Phytotherapie sieht gegen Erschöpfung und chronische Müdigkeit so genannte Adaptogene vor. Das sind Pflanzen, die die Widerstandskraft des Körpers gegen Stress und andere schädigende Faktoren wie Krankheit, Hitze, Kälte oder Toxine erhöhen. Der Körper wird dabei stimuliert, um mit diesen Veränderungen besser umzugehen. Die Wirkmechanismen sind überwiegend nicht geklärt.

Bekannte Adaptogene gegen Müdigkeit sind:

Weniger verbreitet sind:

  • Damiana (Turnera diffusa)
  • Basilienkraut (Ocimum sanctum; Antistresswirkung)
  • Sisandrafrüchte (Sizandra sinsensis; leberschützend, antioxidativ, entzündungshemmend)
  • Indische Ginsengwurzel (Withania somniferum; stärkend, Antistresswirkung)

Abwehrschwäche

Quälende Müdigkeit tritt häufig auch in Kombination mit Abwehrschwäche und chronischen Infekten auf. Andererseits ziehen Infektionen oder überstandene Infektionen Müdigkeit nach sich. Durch die körperliche Schwächung folgt oft auch eine Abwehrschwäche. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Immunsystem anzuregen. Diese Heilpflanzen haben sich bewährt:

  • Sonnenhut
  • Mistel (Reiztherapie)
  • Taigawurzel
  • Amerikanischer Lebensbaum (Thuja occidentalis)
  • Wasserdost (Eupatorium perfoliatum; immunstimulierend)
  • Wilder Indigo (Baptisia tinctoria; immunstimulierend)
  • Andrographis-Kraut (Andrographis paniculata; entzündungshemmend, immunstiummulierend, gerinnungshemmend)

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Abwehrschwäche. Bei autoimmunen Prozessen – also wenn das eigene Immunsystem den Körper angreift – würde man von einer Immunsteigerung natürlich abraten. Deshalb besser vorher einen Arzt befragen.

Schlafstörungen

Der überwiegende Anteil der Personen mit chronischer Müdigkeit leidet auch unter schlechtem Schlaf. Eine Reihe von pflanzlichen Beruhigungsmitteln wirkt ausgleichend, so dass die Schlafbereitschaft steigt. Im Gegensatz zu synthetischen Schlafmitteln ändern sie die „Schlafarchitektur“ nicht und ermöglichen daher einen erholsamen Schlaf. In der Regel müssen diese Mittel aber über mehrere Tage bis Wochen in ausreichender Dosis und Qualität eingenommen werden, um ausreichend Wirkung zu zeigen.

Weitere Informationen finden Sie im Kapitel Schlafstörungen und Stress.

Ernährung: Welche Lebensmittel helfen gegen Müdigkeit?

Dauernde Müdigkeit sollte ein Anlass sein, das Leben zu ändern, inklusive der Ernährung. Das allein wird die Müdigkeit vermutlich nicht beseitigen, doch wenn der Körper bereits erschöpft ist, sind optimale Lebensbedingungen umso wichtiger.

Abwechslung ist Trumpf

Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche natürliche Kost – also vielfarbiges und vielfältiges Obst und Gemüse. Eine kalorienreiche Ernährung und Fastfood machen auf Dauer schlapp. Sie führen zu Vitamin- und Mineralstoffmangel. Darum sollte man gerade bei Müdigkeit auf eine naturnahe Ernährung achten.

Mithilfe der Rotationsdiät Nahrungsmittelallergien entdecken

Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Zöliakie, Laktoseintoleranz) oder Allergien können chronische Müdigkeit auslösen. Oftmals bedarf es detektivischer Kleinarbeit, um die betreffenden Lebensmittel ausfindig zu machen. Bei der Rotationsdiät verzichtet man nach dem Verzehr eines Lebensmittels die drei folgenden Tage darauf und achtet sensibel darauf, wie man sich fühlt. Nach und nach entsteht ein Bild von Verträglichkeiten.

Achtung: Viele moderne Lebensmittel eignen sich nicht für diese Diät: Sie haben einfach zu viele komplexe Inhaltsstoffe!

Nahrungsergänzung

Man vermutet, dass eine der Ursachen für chronische Müdigkeit Vitaminmangel ist. Die Orthomolekulare Medizin versucht daher, den Zustand mit Vitaminpräparaten zu verbessern. Studien konnten aber bisher keinen pauschal positiven Effekt von Vitamin B12 oder Folsäure nachweisen. Auch Omega 3-Fettsäuren waren ohne Wirkung. Nahrungsergänzungsmittel bringen nur bei akuten Mangelsituationen Besserung.

Bei den Mineralien propagiert man meist eine Einnahme von Zink, Magnesium, Selen, Calzium oder Kalium. Auch deren Wirkung gegen Müdigkeit ist nicht gesichert. Da kommt es auf die individuelle Versorgungssituation an. Hier kann nur ein umfassender Bluttest Klarheit verschaffen, ob ein Mineralstoffmangel vorliegt.

Blutarmut ist auch heute noch ein möglicher Grund für Müdigkeit. Hier muss man nicht nur auf die Eisenversorgung sondern auch die Vitamine achten (Vitamin B 12 und Folsäure).

Passendes Entspannungsverfahren finden

Kennen Sie das? Man steht den ganzen Tag unter Strom und kann sich abends einfach nicht entspannen? Loslassen auf Befehl ist gar nicht so einfach. Doch es gibt unzählige Praktiken genau das zu lernen. Dem einen hilft ein Hobby beim Abschalten, der andere praktiziert progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Auch Autogenes Training ist ein bewährtes Verfahren. Meditation, Atemtherapie, Qigong und Yoga… für jede Vorliebe findet sich etwas Passendes auf dem Entspannungsmarkt.

Bewegung und weitere Naturheilverfahren

Bewegung und physikalische Therapie

Müdigkeit kann eine Folge von mangelnder Ausdauer sein. Wer körperlich zu sehr abgebaut hat, wird immer träger, auch wenn er ausgeruht ist. Übertriebene Schonung verschlimmert außerdem die Beschwerden. Wenn keine organischen Erkrankungen vorliegen, ist ein leichtes Ausdauertraining eine Möglichkeit, den Leistungsknick hinter sich zu lassen.

Physikalische Effekte wie Wärme, Kälte und Licht verstärken die aktivierende Wirkung der Bewegung. Der Kreislauf wird gestützt, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt. Natürliches Licht nähert das Zeitgefühl der „inneren Uhr“ an den reellen Tag an.

Mikrobiologische Therapie: Nützliche Bakterien gegen Schlappheit

Nach Ansicht der komplementären Medizin macht eine entgleiste Darmfora schlapp, da dann das Immunsystem im Darm viel Energie benötigt. Die Mikrobiologische Therapie empfiehlt eine gezielte Darmsymbioselenkung durch Bakterienpräparate (Milchsäurebakterien, medizinische Hefe, E. coli-Bakterien) sowie durch Prebiotika.

In der Tat belastet eine Pilzinfektion mit Candida albicans den Organismus schwer. Ein absolutes Verbot von Zuckern und eine Einschränkung der Kohlehydrate für einige Wochen soll dem Pilz die Nahrungsgrundlage entziehen und zu einer Normalisierung der Darmflora führen.

Regulationsstörung? Hier hilft die Regulationsmedizin

Wenn der Körper auf Anforderungen nicht mehr reagiert, spricht man von Regulationsstörungen. Ständige Müdigkeit wird oft auch als Folge einer Regulationsstörung angesehen.

Die Komplementärmedizin provoziert dann mit reizenden Mitteln oder Verfahren eine körperliche Reaktion. Der Organismus überprüft dann „Ist“ und „Soll“-Zustand und beginnt mit Regulationsmaßnahmen. Je nach dem, wo am Körper die Reizstoffe aufgebracht werden, sollen auch über Reflexe die mit den Hautregionen verbundenen Organe stimuliert werden. Außerdem sollen so körpereigene Gifte und Schlackenstoffe ausgeleitet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter „Ausleitende Verfahren“.

Auch die Eigenbluttherapie zählt man zu den Reizkörperverfahren. Es ist eines der häufigsten Verfahren, die bei Immunschwäche und Müdigkeit angewendet werden.

Homöopathische Mittel

Da es viele Auslöser für Müdigkeit gibt, muss ein erfahrener Homöopath das geeignete Mittel wählen. Hier sind einige Beispiele für besondere Müdigkeitsformen:

  • Brechnuss (Nux vomica): Müdigkeit und Schläfrigkeit vor allem morgens; Verkatert. Nervöse Manager-Typen mit stressender Überbelastung.
  • Keuschlamm (Agnus castus): Frauenbeschwerden, Müdigkeit und kraftlose Schwäche, auch bei Depression.
  • Kockelskörner (Cocculus): Beschwerden durch eine Zeitumstellung oder Jetlag: Müdigkeit und Schwäche, Konzentrationsprobleme und Schwindel, mit Schlafstörungen, auch Magen-Darm-Störungen.
  • Phosphorsäure (Acidum phosphoricum): Müdigkeit durch Folgen von Krankheiten wie Krebs, Diabetes mellitus; Teilnahmslosigkeit nach Liebeskummer, allgemeine Schwäche, Burnout.

Am besten wirkt die Homöopathie, wenn sie zusammen mit anderen naturheilkundlichen Maßnahmen angewendet wird.

Tipps für einen gesunden Lebensstil

Sie haben eine Menge selbst in der Hand!

Haben Sie einen Verdacht, warum Sie müde sind? Müdigkeit ist ein Grund, um innezuhalten und das Leben zu überdenken. Können Sie mögliche Auslöser entdecken?

Es ist klar, dass man gerade wenig Kraft hat, wenn man müde ist. Aber um diesen Zustand abzustellen, braucht man etwas Energie, Organisationstalent und eine gute Spürnase.

  • Schlafen Sie nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. Jeder Mensch braucht eine andere Schlafdauer.
  • Daher sollte jeder Tag auch Zeiten von körperlicher Anstrengung enthalten. Schon 20 Minuten regelmäßiger Sport reicht aus, um fit für den Alltag zu sein. Und wer tagsüber aktiv war, kann nachts auch besser schlafen. Ein gesunder Lebensrhythmus macht den Unterschied. Unterforderung macht auf die Dauer müde.
  • Wenn Sie eine stressige Zeit hinter sich haben, sollten Sie sich anschließend Erholung gönnen. Und achten Sie darauf, dass Sie dann auch abschalten. Ansonsten sind Sie mit Entspannungsverfahren gut beraten. Vielleicht muss man auch Entlastung und Vertretung organisieren. Seien Sie bereit für eine Umstellung.
  • Schlauchen Sie Ihren Körper mit Giften wie Nikotin, zu viel Zucker oder Alkohol? Dann ist es Zeit für Entgiftung. Das gibt dem Körper die fehlende Kraft zurück.
  • Denken sollte man auch an Giftstoffe bei der Arbeit (wie Lösungsmitteldämpfe und Verbrennungsgase). Beachten Sie den Arbeitsschutz!
  • Sauerstoffmangel: Nicht nur Raucherhusten macht schlapp, auch Sauerstoffmangel. Bewegung an der frischen Luft ist das richtige Mittel für müde Stadtmenschen.
  • Wie steht es mit der Ernährung? Sind genug Vitamine und Mineralstoffe enthalten? Frisches Obst und Gemüse soll auf den Tisch. Bei Appetitlosigkeit hat sich Phytotherapie bewährt. Tausendgüldenkraut etwa, oder Kalmus, Angelika und Ingwer sind bewährte Mittel.
  • Aber haben Sie gewusst, dass man sich auch schlapp essen kann? Ein dauerhaftes Kalorienüberangebot führt zu Übergewicht und Diabetes Typ 2. Abnehmen zahlt sich aus.
  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr sorgt für einen niedrigen Blutdruck. Hypotonie macht müde und ist gerade bei Hitze, starkem Sonnenlicht und Wind gefährlich. Trinken ist der einfachste Anti-Müdigkeits-Trick.
  • Jetlag und Schichtarbeit hat die Natur nicht eingeplant. Licht steuert automatisch den Körperrhythmus. Achten Sie auf helles Licht am Morgen und gedämpftes Licht am Abend. Wer überwiegend im Winter müde ist, dem kann zur rechten Zeit eine Lichtdusche helfen.
  • Lebensphase respektieren: Wer gerade heranwächst oder schwanger ist oder sonstige Meisterleistungen vollbringt, ist besonders gefordert. Hier ist Schutz und Verständnis von der Umwelt gefordert, dennoch bringen die Maßnahmen auch hier etwas. Das gilt gerade auch für alte Menschen. Sie sollen sich nicht gehen lassen, sondern für den Erhalt der Beweglichkeit sorgen.
  • Und manchmal muss man sich erst eingestehen, dass man überlastet oder deprimiert ist. Müdigkeit ist manchmal auch eine Spielart von Burnout oder Depression. Der Körper weist sie ziemlich hartnäckig darauf hin, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Nun ist es an Ihnen darauf zu reagieren, denn am Ende sitzt Ihr Körper am längeren Hebel, oder?
  • Medikamentencheck: Viele Medikamente machen müde. Hier sollten Sie mit Ihrem Arzt im Gespräch bleiben, ob es Alternativen gibt.

Wenn Sie mit den üblichen Hausmitteln die Müdigkeit nicht bekämpfen können, fragen Sie besser einen Arzt und bleiben hartnäckig, bis eine Lösung gefunden ist.

FAQ: Warum Augenringe, Gähnen, Frieren bei Müdigkeit?

Warum entstehen Augenringe bei Müdigkgeit?

Die Haut unterhalb der Augen ist sehr dünn, so dass Blutgefäße, die einen speziellen Augenmuskel versorgen, stärker durchscheinen, wenn der Betroffene unter Schlafmangel oder zu wenig Eisen leidet. Die Folge ist jedes Mal dieselbe: zu wenig Sauerstoff im Blut. Und da sauerstoffarmes Blut dunkler ist als sauerstoffreiches, kommt es zu der dunklen Schattierung unterhalb der Augen.

Warum gähnen müde Menschen?

Eine eindeutige Erklärung haben Wissenschaftler noch nicht entdeckt. Es gibt verschiedene Hypothesen, eine besagt, dass durch das Gähnen mehr Sauerstoff eingeatmet wird, was die Energieversorgung verbessert. Eine andere, dass das Aufreißen des Mundes kurzfristig die Aufmerksamkeit erhöht, wenn es sich zum Beispiel ankündigt, dass wir bei einem langweiligen Meeting wegzunicken drohen.

Warum friert man bei Müdigkeit?

Müdigkeit führt zu einem Shutdown des Körpers in Richtung Schlafmodus. Vor dem Schlaf senkt der Körper die Körpertemperatur ab, wodurch viele Menschen abends anfangs ein Hitzegefühl verspüren (Abgabe überschüssiger Wärme), später dann ist man kühler und der Körper sucht Bettruhe. Blutdruck und Puls sinken bei Müdigkeit (Entspannungs-/Erholungsmodus, sog. Vagotonie, das heißt der Entspannungsnerv (Vagusnerv) des Vegetativen Nervensystems überwiegt über den Anspannungsnerv Sympathikus), die Gefäße erweitern sich, Blut verteilt sich nicht mehr bis in die letzten Ecken und man friert an Händen und Füßen.

Eigentlich frieren wir subjektiv, wenn der Körpertemperaturistwert vom Sollwert abweicht. Der Körper ist zur Schlafenszeit kreislaufbedingt nicht mehr für die sitzende oder stehende Position geeignet, sondern sucht die liegende auf und verlangt nach einer Decke, um die Körpertemperatur, die rasch gesunken ist, stabil zu halten. Gibt man dem nicht nach, sinkt die Temperatur dann zu tief und wir empfinden Frieren.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen