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Osteoporose

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Wenn der Knochen bröselt

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Das beste Verfahren gegen Osteoporose heißt: frühzeitige Prävention! Der beste Ratschlag: immer in Bewegung bleiben und gesund ernähren.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Osteoporose ist kein unabänderliches Schicksal

Kaum zu glauben, aber die harten Knochen sind ein dynamisches Gewebe: Sie werden beständig auf- und abgebaut. Dabei reagieren die Knochen auf die aktuellen Belastungen, Hormone und den Stoffwechsel. Problematisch wird es, wenn bei Osteoporose der Abbau überwiegt. Dann verlieren die Knochen ihre Festigkeit und es drohen schon bei harmlosen Anlässen Knochenbrüche. In der Regel trifft Knochenschwund ältere Menschen, meist Frauen. Aber auch älteren Männern und Kranken kann Osteoporose drohen. Heute ist es üblich Osteoporose erst zu behandeln, wenn es bereits zu einem Knochenbruch gekommen ist. Dabei könnte man bei den ersten Symptomen die Knochenentkalkung bei Zeiten in den Griff bekommen. Dabei ist aber Sachverstand gefragt. Nur wenn man die individuellen Ursachen und Probleme kennt, kann man zielgenau handeln. Dabei braucht man aber einen langen Atem: Für die Knochen zählt eine langfristige Therapie.

Osteoporose ist kein unabänderliches Schicksal. Mit einfachen Mitteln kann man sein Risiko abschätzen und positiv beeinflussen. Die wichtigsten Komponenten sind:

  1. Bewegung
  2. Ernährung
  3. Nahrungsergänzung

Ergänzt wird die Therapie gerade bei Fehlhaltungen oder Schmerzen durch Osteoporose mit weiteren naturheilkundlichen Verfahren.

Künstlicher Knochenaufbau

Bei bestehender Osteoporose hilft die Schulmedizin mit bewährten Medikamenten. Sie beeinflussen den Knochenstoffwechsel positiv. Der Effekt ist jedoch noch besser, wenn man das richtige naturheilkundliche Gesamtkonzept verfolgt. Problematisch sind bisweilen die Nebenwirkungen der Medikamente. Auch kann nicht immer eine Zunahme der Knochendichte erreicht werden. So gewinnt die Vorbeugung bei Osteoporose enorm an Wichtigkeit.

Wissen was gut tut

Fallen Osteoporose-Risiken weg (wie problematische Medikamente, Rauchen oder Untergewicht), vermindert sich das Bruchrisiko entsprechend. Darum zählt Ihr Wissen über die Krankheit.

Heilpflanzen

Heilpflanzen, die direkt auf den Knochenabbau wirken, gibt es nicht. Es gibt aber durchaus Mittel, die eine indirekte Wirkung entfalten. Das hängt aber von den Ursachen ab.

Pflanzliche Hormone: Rotklee-Isoflavone

Bei älteren Frauen ist häufig Östrogenmangel Ursache der Osteoporose. Deswegen hat man früher Östrogene eingesetzt. Hier gibt es pflanzliche Varianten des Hormons, die Isoflavone. Sie üben einige Östrogen-Effekte aus und wirken darüber hinaus auch gegen Beschwerden in den Wechseljahren.

In einer Studie mit Isoflavonen aus Rotklee bei Frauen vor den Wechseljahren erreichte man geringere Mineralienverluste sowie eine verbesserte Knochendichte. Es stieg also der aktive Knochenstoffwechsel an. Dasselbe Wirkprinzip gilt für Soja-Isoflavone. Phytoöstrogene sind eine mögliche Alternative zur schulmedizinischen Hormonbehandlung.

Ein positiver Effekt auf die Knochen bei Frauen nach den Wechseljahren konnte aber nicht in allen Studien gezeigt werden. Als alleinige Maßnahme gegen Osteoporose sind Isoflavone zu unsicher, darum zählen auch anderen Maßnahmen und die Schulmedizin.

Datenlage ungewiss

Die Erfahrungsheilkunde und gerade auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennen viele Mittel gegen Osteoporose. Ob aber Heilpflanzen wie die Chinesische Beerentraube (Schizandra chinensis), Schwarzkümmel (Nigella sativa), Traubensilberkerze und Astragalus (Astragalus membranaceus) oder das Baikalhelmkraut (Scutellaria baicalensis) helfen, ist nur unvollständig dokumentiert.

Indirekt zum Ziel: Eine gute Verdauung schützt vor Osteoporose

Im Alter sinkt die Verdauungstätigkeit. Gerade bei chronischen Verdauungsstörungen nimmt die Darmschleimhaut weniger Wertstoffe auf und es folgt oftmals eine Mangelernährung (Malassimilationssyndrom). Damit verschlimmert sich die Osteoporose. Doch die grüne Apotheke hält für diese Probleme gute heilpflanzliche Mittel bereit: Ob Durchfall, Verstopfung oder Blähungen, gegen die üblichen Darmbeschwerden ist ein Kraut gewachsen.

Wer nicht hat, der leiht sich was…

Ein erhebliches Osteoporoserisiko sind chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, aber auch chronische DiarrhöZöliakie und Laktoseintoleranz. Nicht nur bei Osteoporose-Gefahr besteht hier Behandlungsbedarf!

Homöopathische Mittel

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Symptomen ab und ist in diesem Rahmen nicht möglich. Hier nur einige Beispiele für Osteoporose:

Bärlapp (Lycopodium): zur Anregung des Stoffwechsels und der Entgiftung.

Phosphor (Phosphorus): bei zerbrechlichen Knochen, osteoporotischen Knochenbrüchen, Knochenzerstörung.

Beinwell (Symphytum): bei degenerativen Prozessen der Wirbelkörper fördert die Heilung von Knochenbrüchen, lindert Osteoporoseschmerzen.

Kieselsäure (Silicea): bei Bindegewebsschwäche, Knochenschwäche, schwachen Knöcheln und Gelenkschwäche. Fördert die Aufnahme von Kalk.

Schwefel (Sulfur): bei Rheuma und Entzündungen. Beschwerden breiten sich von den Füßen im Körper aus. Brennende Hand- und Fußflächen. Zuckungen im Schlaf.

Schüßler-Salze

Besonders wichtig ist es die Schüßler-Salze über einen langen Zeitraum einzunehmen, da sie sonst nicht wirken können. Eingesetzt werden bei Osteoporose vor allem Salze mit Kalzium:

Calcium fluoratum: zur Stärkung von Bindegewebe und Knochen.

Calcium phosphoricum: gegen Kalkmangelzustände und Schwäche, für Blut und Abwehr.

Calcium carbonicum: bei Störung des Knochenstoffwechsels, Osteoporose-Symptomen im oberen Rücken und Schultern. Besonders erfolgreich Salz Nr. 11. Silicea.

Strontium carbonicum: Knochenerkrankung mit Verminderung der Knochenmasse und erhöhtem Knochenbruchrisiko (Osteoporose).

Manganum sulfuricum: für die Bildung von Knorpeln und Knochen.

Die Wirkung von Schüßler-Salzen und homöopathischen Mitteln bei Osteoporose ist nicht wissenschaftlich bewiesen.

Nahrungsergänzung

Das Sonnenvitamin

Am wichtigsten ist bei Osteoporose das Vitamin D. Wer nicht ausreichend mit Bewegung an frischer Luft vorsorgen konnte oder genetisch bedingt zu Vitamin-D-Mangel neigt, braucht Nahrungsergänzung als Osteoporose-Schutz.

Wer ist gefährdet?

Dunkel pigmentierte Menschen oder Menschen, die niemals Haut zeigen, bilden zu wenig Vitamin D. Besonders prekär in unseren Breiten, wenn dunkelhäutige Frauen einen Schleier tragen. Auch kranke Menschen und ältere gebrechliche Heimbewohner leiden häufig Mangel. Die Probleme eskalieren meist im Winter, denn bei uns ist das Licht ein halbes Jahr lang zu schwach um ausreichend Vitamin D herzustellen (Oktober bis März). Aber selbst im Sommer halten sich viele Menschen überwiegend im Haus auf.

Was tun bei Vitamin D-Mangel?

Bei Osteoporose-gefährdeten Menschen sollte der Vitamin D- Level von einem Arzt bestimmt werden. Er kann dann die richtige Dosis eines Nahrungsergänzungsmittels festlegen. Im Normalfall liegt die Dosis bei 400 und 1000 IE/Tag, selten höher. Ab 4000 IE/Tag kann es zu Nebenwirkungen kommen, so wird nur unter ärztlicher Kontrolle und bei starkem Mangel hoch dosiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für alle Menschen über 65 Jahren eine tägliche Zufuhr von 800 IE.

Knochenbaustein Kalzium

Die geforderte Kalzium - Gesamtaufnahme pro Tag für einen Osteoporose-Patient liegt bei einem Gramm Kalzium/Tag. Für den Fall, dass die Ernährung nicht genug liefert, stehen Tabletten, Brausetabletten oder Pulver zur Verfügung. Die Menge soll über den Tag verteilt mit der Nahrung aufgenommen werden. Stoßweise Zufuhr großer Mengen ist zu vermeiden! Man rechnet, dass nicht mehr als ein Viertel des oral zugeführten Kalziums aufgenommen werden kann.

Achtung: Kalzium hilft nicht ursächlich gegen Osteoporose, es muss aber bei Osteoporose ausreichend vorhanden sein. Ansonsten verschlimmert sich das Krankheitsbild. Für die optimale Kalziumversorgung gibt es einiges zu beachten.

Kalzium immer unbedenklich?

Nein. Kalzium wird nicht immer vertragen und verursacht je nach Präparat Verstopfung und Verdauungsstörungen. Schon bei regulären Mengen besteht die Gefahr von Nierensteinen oder auch Herz-/Kreislaufereignissen. Auch bei Nierenschwäche besteht Vorsicht. Heute wird also Kalzium zur Osteoporoseprävention nicht mehr automatisch verordnet, sondern nur unter bestimmten Umständen gezielt eingesetzt, zum Beispiel wenn bei älteren Menschen die Aufnahme über den Darm nicht mehr ausreicht (Darm-, Magenerkrankungen). Meist zieht man aber eine Vitamin-D-Gabe plus kalziumreiche Ernährung vor. Nur wenn die Kalziummenge bei Osteoporose nicht erreicht werden kann (z. B. bei Lactoseintoleranz), gibt man zusätzlich Kalzium.

Der Knochen braucht viele andere Bausteine zusätzlich

Neben Vitamin D und Kalzium gibt es eine Reihe von anderen Stoffen, die mehr oder weniger indirekt beim Knochenaufbau mitspielen. Auch hier ist die Ernährung der bessere Weg der Zufuhr.

Osteoporose-Rundumschutz mit Pflanzenkost

Wer die Basis auf eine pflanzenreiche Nahrung legt, muss sich über folgende Stoffe keine Sorgen machen:

  • Kalium:Salze des Kaliums fangen Säuren ab. Damit muss der Körper den Knochenspeicher nicht antasten. Kalium vermindert so den Kalziumverlust. Es ist reichlich in Pflanzenkost enthalten.
  • Kieselsäure ist eine Siliziumverbindung. Siliziumreiche Nahrung verbessert die Knochendichte. Kieselsäurehaltig ist ballaststoffreiche pflanzliche Nahrung wie Vollkornprodukte, Lauch, grüne Bohnen, Bananen, Johannisbeeren.
  • Vitamin K: Es wird für die Bildung des Gerüsts benötigt, an dem Kalzium kristallisiert. Auch Vitamin K-Mangel führt zu Osteoporose. Vitamin K ist in Brunnen- oder Gartenkresse, Sauerkraut, grünem Gemüse wie Spinat oder Rosenkohl und Innereien enthalten.
  • Vitamin C: Diesen Stoff braucht der Körper für die Produktion der „elastischen Kabel“ im Knochen. Diese Fasern sorgen für die Zugfestigkeit. Man findet es in größeren Mengen in Johannisbeeren und Sanddorn, aber auch in Citrus- und Beerenfrüchten, Kohl und Paprika.
  • Vitamin B-Gruppe (B6, B9 und B12): B-Vitamine stärken ebenfalls den Knochen gegen Osteoporose. Man findet B6 in grünen Bohnen, Bananen, Avocado, Kartoffeln und Weizenkeimen, Leber, Fisch und Hefe. Vitamin B12 ist in Fleisch, Fisch und Milchprodukten enthalten, B9 in Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse und Vollkornprodukten.
  • Magnesium: Magnesium ist für die Aktivierung von Vitamin D und für den Knochenstoffwechsel unentbehrlich. Es steigert die Aktivität des Enzyms, das neue Knochenkristalle bildet (Alkalische Phosphatase). Magnesium ist vor allem enthalten in tierischen Produkten (Fleisch, Leber, Fisch, Milch, Milchprodukte), aber auch in Gemüse und Obst. Besonders reich an Mineralien und Spurenelementen sind Vollkornprodukte wie Roggenkeimflocken, Weizenkleie und Vollkornreis.
  • Zink: Das Spurenelement braucht man für das organische Knochengerüst, in das Kalzium eingebaut wird.Gut beraten ist man bei Osteoporose mit Käse, Fisch/Meerestiere aber auch Vollkornprodukten und Hülsenfrüchte, Sesam- und Mohnsamen, Kürbiskernen. Obst und Gemüse tragen wenig zur Zinkversorgung bei.
  • Kupfer: Es sorgt dafür, dass die Fasern im Knochen dicht vernetzt werden. Reiche Kupferquellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (Soja!), Nüsse, Kakao und Fisch.
  • Mangan: Bei Frauen mit Osteoporose ist der Manganwert oft auf ein Viertel des normalen Werts gesunken. Man sollte daher ausreichend Mangan aufnehmen mit Vollkornprodukten, Buchweizen, Grünkern, Hafer, Vollkornreis, aber auch mit Gemüsen wie Blattspinat, Brunnenkresse, Bohnen und Erbsen.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Hausmittel bei Osteoporose-Schmerzen: Wärme entspannt

Nur am Anfang verläuft Osteoporose unbemerkt. Später quälen Schmerzen. Wenn bei Osteoporose Knochenschmerzen oder Verspannungen auftreten, ist Wärme das einfachste Hausmittel. Ob Heublumenauflagen, Wärmedecke, Kräuterbad oder Sauna, es gibt viele praktikable Wärmeanwendungen.

Lebensführung

Das beste Vorgehen gegen Osteoporose ist die frühzeitige Prävention mit einer kalziumreichen Ernährung. Doch ein bewährtes Mittel gegen Osteoporose gibt es gänzlich kostenlos:

Sonnenlicht auf Rezept

Das Knochenmineral Kalzium allein kann gegen Osteoporose nicht viel ausrichten. Damit es aufgenommen werden kann, muss „aktiviertes“ Vitamin D bereitstehen. Die Haut leistet mit Hilfe von Sonnenlicht einen wesentlichen Schritt zur Herstellung von Vitamin D3. Danach sorgen Leber und Nieren für die Fertigstellung zum biologisch aktiven „Calcitriol“. Darum muss man täglich ans Tageslicht und dabei möglichst viel Haut zeigen, mindestens Gesicht und Oberarme. Im Winter ist das Licht in Mitteleuropa zu schwach, dann leert der Körper seine Vitamin D-Speicher. Sie reichen etwa 3 Monate lang. Vorsicht auch bei Sonnencreme: Lichtschutzfaktor 8 hält schon 97 % der wertvollen Strahlen ab.

Keine Chance für Stubenhocker

Gesunde Knochen brauchen regelmäßige Beanspruchung. Sportliche Tätigkeiten müssen aktiv eingeplant werden. So wird aus purer Ordnung die „Ordnungstherapie“. Aber: Bewegungsreize aktivieren den Knochenaufbau bei Osteoporose nur solange die Maßnahme regelmäßig gepflegt wird!

Genießen mit Köpfchen

Ungesunde Gewohnheiten wie Zigaretten, Alkohol und zu viel Kaffee verstärken eine Osteoporose-Neigung. Natürlich muss man nicht auf alles verzichten, was Spaß macht. Doch sollte man klug damit haushalten. Eine Tasse Kaffee kann zu einem echten „High light“ werden, wenn man ihn nur ab und zu genießt.

Keine Gewichtsextreme

Zu viel Gewicht belastet die Knochen und Gelenke bei Osteoporose. Daher das Gewicht langsam auf Normalwerte reduzieren. Abnehmen empfiehlt sich vorzugsweise mit mineralienreicher Pflanzenkost. Für Superschlanke ist Zunehmen der passende Osteoporose-Schutz. Untergewicht ist ein Zeichen, dass der Körper nicht mit allem versorgt wird, was er braucht oder noch viel schlimmer, dass eine chronische Erkrankung vorliegt. Wenn der Körper auf Sparflamme läuft, leidet der Knochen!

Weitere Therapien

Das war die Aufstellung natürlicher Wirkstoffe und einfacher Verhaltensmaßnahmen. Auf der nächsten Seite geht es weiter mit: Ernährung, Naturheilverfahren und Schulmedizin gegen Osteoporose.