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Die Erkrankung verstehen: Parkinson

Wer oder was ist Parkinson?

Die Krankheit Parkinson wurde nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der die Symptome 1817 zum ersten Mal beschrieb: Die chronische und fortschreitende Erkrankung des Nervensystems äußert sich durch zunehmende Unfähigkeit zur Bewegung (Akinese), Versteifung des Körpers (Rigor) und Zittern (Tremor). Man bezeichnet Parkinson daher auch als Schüttellähmung. Erst seit 1919 weiß man, dass die Grundursache im Gehirn liegt.

Definition

Das steckt dahinter

Parkinson trifft die Beweglichkeit

Parkinson beginnt häufig schleichend und ist am Anfang nicht ganz einfach zu erkennen. Meist bemerkt die Umgebung die Veränderungen früher als der Betroffene selbst. Das Gangbild ändert sich deutlich. So sind die Betroffenen häufig nach vorne gebeugt und die Arme schwingen nicht mehr mit. Da die Beine nicht richtig angehoben werden können, wird der Gang „schlurfend“, die Stimme ist leise, die Aussprache undeutlich. Anfangs sind es vor allem die kleinen Bewegungen (wie Schreiben), die schwer fallen und es kommt schon früh zu vermindertem Geruchsempfinden und Verspannungen im Rücken und Schultergürtel.

Was passiert bei Parkinson?

Die Forschung versucht in minutiöser Kleinarbeit zur rekonstruieren, was im Verlauf der Erkrankung passiert. Bei Parkinson lassen sich mehrere Schadstellen im Gehirn feststellen. In der Frühphase gibt es Veränderungen in Bereichen für vegetative Funktionen sowie der Geruchsverarbeitung. Daher kommt es in der Frühphase oft zu Störungen der Verdauung und des Riechens. Später lösen Schäden im Hirnstamm Schlafstörungen (mit Alpträumen) aus. Erst im letzten Stadium sind die Veränderungen so umfangreich, dass deutliche klinische Symptome folgen:

Schwarzer Nerventod

Die Nerven leiten elektrische Signale, kommunizieren aber miteinander über Botenstoffe. Dopamin ist ein solcher Botenstoff, der über Regelkreise speziell für Bewegungen zuständig ist. Er wird aber nicht überall hergestellt, sondern nur in spezialisierten Nervengruppen im Gehirn, den dopaminergen Zellen in der Substantia nigra – auf Deutsch „schwarze Substanz“. Dieses schwarz gefärbte Gebiet verliert mit dem Zelltod zunehmend seine Farbe. Erst wenn 60-70 % der Zellen fehlen, treten erste Symptome auf. Auch wenn man die Krankheit stoppen könnte, würde die Krankheit nicht geheilt.

Warum sterben die Nervenzellen?

Das ist eine der zentralen Fragen, die es zu lösen gilt. Nach einer Hypothese sind es Toxine, die oxidativen Schaden auslösen. Es kommen neben Umweltgiften auch - wie bei Alzheimer - Proteinverklumpungen in Frage. Alfa-Synnuklein heißt der verdächtige Täter, der sich in den betroffenen Zellen bildet („Lewy bodies“) und erheblichen Zellstress bis zum Zelltod auslöst. Dabei könnte möglicherweise auch der Darm der Tatort sein. Synnuklein kann in den Nervenzellen des Darms durch Gifte entstehen (Rotenon) und wie bei einer Prionerkrankung in das Gehirn aufsteigen, das legen die Versuche nahe. Neben defekten Genen und Toxinen diskutiert man Infektionen und Entzündungen als startende Schadereignisse. Womöglich wirken verschiedene Ursachen auch zusammen.

Formen

Parkinson wird nach den Ursachen in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Die häufigste Form (80%) ist das „Idiopathische Parkinson-Syndrom“ (IPS) mit unbekannter Ursache.
  • Beim familiären Parkinson-Syndrom spielt ein vererbter genetischer Defekt die Hauptrolle.
  • Sekundäre Parkinson-Syndrome entstehen durch Ursachen, die nicht im Nervensystem liegen (wie Gifte, Verletzungen, Entzündungen, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen oder Durchblutungsstörungen).
  • Andere degenerative Erkrankungen der Nerven führen zu den so genannten atypischen Parkinson-Syndromen.

Häufigkeit

Parkinson schlägt meist erst im Alter zu

Parkinson gehört in Deutschland zu den häufigsten neurologischen Alterserkrankungen. Personen zwischen 60 und 70 Jahren leiden zu 1 % darunter. Mit dem Alter steigt die Häufigkeit: zwischen 70-80 sind 2 % und zwischen 80-90 zu 3 % der Personen betroffen. Durchschnittlich erkranken pro Jahr von 10.000 Personen etwa 16-20 Menschen. Männer leiden häufiger unter Parkinson als Frauen.

Das Denkvermögen bleibt meist erhalten, in 30 % der Fälle kann sich eine Demenz einstellen. Ein Drittel der Erkrankten leidet zusätzlich auch unter einer Depression.

Dopamin, das Suchthormon

Erstaunlicherweise gibt es unter Personen, die Sucht- und Genussmittel konsumieren (Kaffee, Zigaretten), weniger Erkrankte. Da Suchtverhalten über einen erhöhten Dopaminspiegel entsteht, sind Parkinson-Patienten offensichtlich weniger suchtgefährdet. In seltenen Fällen löst aber eine zu hoch dosierte Therapie mit Dopamin bei Parkinson-Patienten eine Suchterkrankung aus.

Ursachen

Beim Parkinson-Syndrom sterben spezielle Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns ab. Man nennt den Teil „Substantia nigra“ oder auch „schwarzen Kern“, denn er ist durch den Farbstoff Melanin schwarz gefärbt. Die Zellen in diesem Gehirnteil produzieren einen wichtigen Botenstoff, das Dopamin. Fehlt dieser Stoff, kommt es zu massiven Einschränkungen vor allem im Bereich der Bewegung aber auch Störungen im psychischen, sensorischen und vegetativen Bereich. Abgesehen von den absterbenden Nervenzellen beobachtet man im Gehirn und Hirnstamm Proteinablagerungen (α-Synuclein).

Auslöser meist unbekannt

In einem langen Leben ist man vielen positiven und negativen Faktoren ausgesetzt. Denjenigen ausfindig zu machen, der zu Parkinson führt, ist ein mühsames Unterfangen. Heute kann man aber verschiedene Thesen formulieren:

  • Vererbung: Parkinson kann vererbt werden, diverse Genen wurden bereits ausfindig gemacht. Es erkrankt nicht automatisch jeder Träger. Es ist fraglich, ob ein Gentest sinnvoll ist, denn bisher weiß man nicht, wie man die Krankheit aufhalten kann. Ein Träger des kranken Gens würde so viele Jahre mit Sorge und Angst leben und zwar ohne eine Möglichkeit sich zu schützen. Parkinson bricht meist erst spät aus. So sind bei den 50 Jährigen (mit der Mutation in „LRRK2“) nur 17% der Träger krank, bei den 70jährigen trifft es 85%.

Aber nicht nur die Gene, auch Umweltfaktoren sind an der Entwicklung der Krankheit beteiligt. Derzeit diskutiert werden:

  • Vergiftungen (Kohlenstoffmonoxid, Mangan, Eisen, Metalle, Pestizide, Rotenon, Paraquat, Lösungsmittel Trichlorethylen und Perchlorethylen, PCB). Man vermutet, dass besonders freie Radikale und oxidativer Stress über Jahre als Auslöser in Frage kommen.
  • Darm: Im Tierversuch kann man Parkinson über den Darm auslösen. Ein Pestizid, das Rotenon, kann den initialen Impuls setzen. Als Verklumpungsursache kommen aber nicht nur Gifte sondern auch Entzündungen, Viren oder Prione in Betracht.
  • Stoffwechselkrankheiten: Hohes Cholesterin und oxidativer Stress könnten an der Entwicklung von Parkinson mit beteiligt sein. Auch Arteriosklerose ruft Nervenschäden hervor. Beteiligt sind Entzündungen der Gefäße, Durchblutungs- und Sauerstoffmangel im Hirn.
  • Daneben sind es die klassischen Hirnschädigungen, die parkinsonähnliche Symptome auslösen: Tumore, Infarkte, Hydrozephalus, Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma wie oft bei Boxern und Fußballern (Kopfball).
  • Auch entzündliche Reaktionen beeinträchtigen das Gehirn und lösen Symptome wie Parkinson aus (Gehirnhautentzündung, HIV/HSV-Enzephalopathie).
  • Daneben können parkinsonähnliche Symptome als Folge einer Medikamenteneinnahme auftreten (z.B. bei Einnahme von Neuroleptika aus der Familie der Dopaminantagonisten gegen Schizophrenie und Depression. Diese Medikamente hemmen die Wirkung von Dopamin).

Prävention

Früh und dauerhaft handeln

Die beste Empfehlung, die man bisher geben kann, ist ein gesundes Leben mit vitaminreicher pflanzlicher Nahrung. Daneben zählen Arbeitsschutzmaßnahmen sowie das Meiden von Giften. Betroffen sind Personen aus der Metall verarbeitenden Industrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Asphaltprüfung, Chemiker und Pharmazeuten. Daneben ist vermehrt auf die Einhaltung des Arbeitsschutzes für alle Arbeiten mit Klebstoffen, Farben, Lacken, wie etwa in Druckereien, chemischen Reinigungen oder der chemischen Industrie zu achten.

Da die Erkrankung erst sichtbar wird, wenn mehr als die Hälfte der Neurone abgestorben ist, sollten die Maßnahmen möglichst früh einsetzen. Ersetzen kann die Zellen weder der Körper noch die Medizin.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Während früher Parkinson zum Tode führte, sterben die Patienten heute an der Krankheit nicht mehr. Die moderne Therapie hat eine ganze Menge erreicht. Statistisch gesehen erreichen Parkinsonpatienten heute das Durchschnittsalter und sterben an denselben Gründen wie die altersgleiche Vergleichsgruppe.

Parkinson ist auch heute noch nicht heilbar. Die Erkrankung beginnt schleichend und führt innerhalb von zehn bis 20 Jahren bei den meisten Patienten zu Einschränkungen in der Selbstständigkeit. Häufig aber kann der Beruf noch viele Jahre ausgeübt werden.

Komplikationen

Die Parkinsontherapie hilft, dennoch hat sie auch Nebenwirkungen. Dopamin kann sogenannte Dyskinesien auslösen. Das sind unwillkürliche Muskelaktivitäten und Zuckungen etwa von Zunge, Gesicht oder Gliedmaßen. Gefürchtet ist die Parkinsonpsychose, die bei etwa 50% der Patienten mehr oder weniger stark in Erscheinung tritt. Folgen sind Halluzinationen und Wahnvorstellungen. In der Regel wird dann die Dosis reduziert. Auch Demenz stellt sich häufiger als bei anderen Personengruppen ein. Sie macht die Behandlung nicht leicht. Problematischer ist der Verlauf, wenn zusätzliche Erkrankungen wie etwa Diabetes bestehen.

Durch den Verlust des Gleichgewichts kommen Stürze und Knochenbrüche häufiger vor.

Heute deutlich weniger Komplikationen

Früher war die zunehmende Bettlägerigkeit ein Hauptproblem. Sie führte vermehrt zu Herz- oder Lungenerkrankungen, sowie zu Lungenentzündung (Aspirationspneumonie). Die Betroffenen mieden deswegen häufig Essen und Trinken, so dass zunehmend die Gefahr der Austrocknung (Exsikkose) und Mangelernährung bestand.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen