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Prellungen, Zerrungen & Co

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Häufige Sportverletzungen

Prellungen und Zerrungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen. Erfahren Sie, wie Sie kleinere Verletzungen natürlich behandeln können.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Auf die Plätze, fertig, los…

Wer vollkommen unvorbereitet mit dem Sport beginnt, riskiert Zerrungen oder Prellungen. Jeder Sportler sollte daher Grundwissen mitbringen, wie man Sportverletzungen vorbeugt. Vermeiden lassen sich Prellung, Zerrung und Co dennoch nicht immer. Unfälle, Überlastungen, mangelnde Fitness und hohe Erwartungen - die Ursachen für Sportverletzungen sind so verschieden wie die Sportler selbst. Bei kleineren Zerrungen und Prellungen helfen noch Hausmittel und die Phytotherapie, um schnell wieder fit zu werden. Wenn eine Prellung oder Zerrung ernsthafte Schäden an Muskeln, Sehnen oder Knochen hinterlässt, rettet ein Arztbesuch die Sportkarriere. Moderne Diagnoseverfahren spüren die meisten Schäden auf. Aber viele kleinere Muskel-, Bänder- und Bindegewebsschäden bleiben unsichtbar, trotzdem schmerzen Blutergüsse und Zerrungen oft erheblich. Das ist das Hauptgebiet der Naturheilverfahren.

Sofortmaßnahme: Die PECH-Regel

Die wichtigsten Sofortmaßnahmen nach Prellungen und Zerrungen sind unter dem Ausdruck „PECH-Schema“ zusammengefasst. Es steht für Pause, Eis, Compression und Hochlagern:

  • Pause: Nach einer Verletzung ist zunächst Schluss mit Sport. Weitere Belastungen müssen gemieden werden. Die erforderliche Zeit der Inaktivität richtet sich nach der Schwere, Art, Ausdehnung und Lokalisation der Prellung/Zerrung und wird vom Arzt festgelegt.
  • Eis: Eine Kühlung der Stelle verursacht eine Verengung der Blutgefäße. Das verhindert die Bildung von Blutergüssen und Schwellungen nach Prellungen. Außerdem bremst die Kälte den Stoffwechsel. Sollte die Blutzufuhr unterbrochen sein, verringern sich Gewebeschäden. Auch die Nerven werden durch Kälte inaktiviert und Schmerzen gelindert.
  • Compression: Ein Kompressionsverband baut Druck auf, so dass die Verletzung weniger blutet und anschwillt. Außerdem werden Gelenke bei Zerrungen durch elastische Binden stabilisiert. Der Verband darf jedoch nicht zu straff angelegt werden, um die Blutzufuhr nicht zu unterbrechen.
  • Hochlagern: Wie alle Flüssigkeiten folgt Blut der Schwerkraft. Darum lassen sich Blutungen vermindern, wenn man die verletzten Teile über dem Herzen lagert. Damit fördert man auch den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Hochlagern reduziert bei Prellung und Zerrung ebenfalls die Schwellungen. Bei allen Schockzuständen und schweren Blutverlusten sollten die Beine hoch gelagert werden, um die Versorgung des Gehirns zu gewährleisten.

Heilpflanzen

Zur Behandlung der Beschwerden bei Prellung und Zerrung gibt es bewährte Heilpflanzen. Jede davon hat ihre eigenen Schwerpunkte.

Schmerzbehandlung

Eine Zerrung oder Verstauchung ist mit mehr oder weniger heftigen Schmerzen verbunden. Die genannten Pflanzen eignen sich nur zur Behandlung von stumpfen Verletzungen. In offene Wunden dürfen diese Mittel nicht.

  • Analgetisch: Beinwellwurzel und Arnikablüten sind bewährte schmerzlindernde Heilpflanzen zur äußeren Anwendung.
  • Kühlung: Heilpflanzen mit ätherischen Ölen lindern den Schmerz über ihren Kühleffekt (Campher, Pfefferminzöl).

Auch innerlich kann man Entzündungsschmerzen vorbeugen. Klassiker sind:

Schwellung bei Prellung und Zerrung

Je stärker ein Gelenk anschwillt umso größer die Schmerzen und die Einschränkung der Beweglichkeit. Klassiker bei Schwellung und Entzündung sind ebenfalls die Beinwellwurzel und Arnikablüten (nur äußerlich). Abschwellend helfen außerdem Enzyme aus Ananas (Bromelain) oder Papaya (Papain) und weitere Enzyme tierischen Ursprungs. Sie wirken von innen und werden geschluckt. Ebenso sind Rosskastaniensamen Spezialisten für Ödeme. Die Gefäße werden dabei abgedichtet und verletzungsbedingte Schwellungen bilden sich schneller zurück. Verfügbar sind Präparate zum Einnehmen oder Einreiben. Ganz ähnliche Effekte verfolgt man mit dem Steinkleekraut: es regt den Lymphfluss an und damit den Wasserabtransport bei Prellung, Bluterguss und Zerrung. Beliebt sind auch Einreibungen mit Teebaumöl bei Zerrungen.

Bluterguss, Prellung:

Akute, frische Blutergüsse behandelt man mit Arnikablüten-Umschlägen. Später steht die Resorption im Vordergrund, dann sind Beinwell, Campher, Johanniskrautöl und Rosskastaniensamen die richtigen Mittel. Bei einer Prellung kühlt man erst mit Pfefferminzöl und fördert später den Stoffwechsel mit Heublumenauflagen.

Zerrung

Bei einer Zerrung bildet der Muskel eine hohe Spannung und Krampfneigung aus. Wärme über einen Heublumensack fördert beim Abheilen die Entspannung. Daneben steigt die Gewebeversorgung an. Nach Unfällen mit Verletzungen an Muskeln, Sehnen und Gelenken können Heublumen eine lindernde und entspannende Wirkung entfalten. Dabei daran denken, dass Wärme erst ab dem dritten Tag zur Anwendung kommen sollte. 

Regeneration

Nicht nur schwere Arbeit, auch Sport ist eine Art Stress für den Körper. Im Idealfall braucht er eine Regenerationspause danach. Einige Heilpflanzen sind als Stärkungsmittel bekannt und finden nicht nur bei der Rekonvaleszenz, sondern auch im Sport ihren Einsatz (Ginseng, Taigawurzel, Maca).

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Prellungen, Zerrungen & Co helfen können

Homöopathische Mittel

Je nach Beschwerden gibt es in der Homöopathie gegen Prellungen und Zerrungen zahlreiche Mittel:

Häufig zum Einsatz kommen verschiedene Komplexmittel zum schlucken (Beinwell, Arnika, Eisenhut, Johanniskraut) oder einreiben (Schmerzöl mit Campher, Lavendelöl und homöopathisch verdünntem Eisenhut) in Frage.

Eisenhut (Aconitum Napellus): Entzündungen, brennende Haut, neuralgische Schmerzen, Beschwerden beginnen plötzlich.

Arnika (Arnica montana): Verletzungen oder Schock, Verstauchungen, Verrenkungen, Überanstrengung und Muskelkater, Prellungen aber auch Blutungen und Wunden aller Art.

Kamille (Chamomilla): unerträgliche Schmerzen, extreme Schmerzempfindlichkeit, Wärme verschlechtert, Rückenschmerzen, Knochenbrüche, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Gelenkentzündung, Unruhe, Weinerlichkeit.

Giftsumach (Rhus toxicodendron): typisches Mittel für Sportler, Bewegung und Wärme verbessern die Beschwerden, Ruhe und Kälte verschlechtern sie. Verrenkungen, Zerrungen oder auch nach Überanstrengung, Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthritis, Krämpfe.

Sumpfporst (Ledum palustre): Folgemittel von Arnica, wenn Schwellung bestehen bleibt; die Beschwerden werden durch Kälte gelindert, verletzte Stelle äußerlich kalt, innerlich brennendes Gefühl: Bluterguss, Verstauchung, Zerrung, Quetschung, Prellung, Verletzung empfindlicher Haut oder Körperstellen, Wundinfektion.

Zaunrübe (Bryonia alba): Gelenkschmerzen, Sehnenentzündungen, Verstauchung, Verrenkung, Arthritis oder Verletzungen, Muskelkater: heiße harte Schwellung, Bewegung verschlechtert, Ruhe, fester Druck verbessert die Beschwerden.

Beinwell (Symphytum): typisches Mittel bei Sportverletzungen und Knochenbrüchen, aber auch bei Prellung mit punktuellen Schmerzen, einem Schlag aufs Auge und Sehnenscheidenentzündungen.

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Die Auswahl hängt von den jeweiligen individuellen Symptomen des Patienten ab und ist in diesem Rahmen nicht möglich.

Schüssler-Salze

Knochenbruch - Knochenfestigkeit

  • Nr. 1. Calcium fluoratum: Hartmacher für hartes Gewebe, Aufbau von Knochen und Zähnen, aber auch Muskeln, Bändern, Sehnen und Nägeln.
  • Nr. 2. Calcium phosphoricum: bildet die harten Strukturen der Knochen, Knochenbrüche, Knochenschmerzen zur Regeneration; Muskelkrämpfe.
  • Nr. 17. Manganum sulfuricum: Bildung von Knorpeln und Knochen, gegen Osteoporose und Arthrose.

Bindegewebsschwäche, Blutergüsse, Bänderriss-Bänderschwäche

  • Nr. 11. Silicea: für Haut und Bindegewebe, gibt Struktur, Knochen, Meniskusschwäche, Muskelzerrung, Narbenpflege, Schleimbeutelentzündung, Verrenkung, Überanstrengung, saugt den Bluterguss auf.
  • Nr. 3. Ferrum phosphoricum: frischer Bluterguss: Blutstillung, Schmerzen, Weichteilrheumatismus.
  • Nr. 1. Calcium fluoratum: für die Gewebeelastizität von weichem Gewebe: Verstauchung, Bänder und Sehnenverletzungen.

Achtung: Weder Homöopathie noch Schüssler-Salze haben wissenschaftliche Untersuchungen vorzuweisen. Die Verfahren sind also bei Verrenkungen und Prellungen nicht evidenz-basiert.

Nahrungsergänzung

Salzversorgung

Am wichtigsten beim Sport ist es, den Mineralienverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Für die Muskelelastizität und Entspannung am wichtigsten ist das Magnesium.

Öl gegen die Entzündung

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den lebenswichtigen Fetten. Sie haben eine Bedeutung über die Ernährung hinaus, dämpfen Sie doch den entzündlichen Stoffwechsel. Damit fallen die entzündlichen Folgen von Prellung und Zerrung geringer aus. Diese Fettsäureart ist die Vorstufe anti-entzündlicher Botenstoffe. Verfügbar sind die Omega-3-Fettsäuren als Fischölkapseln oder in Lebensmitteln.

Vitamine und Entzündung

Vitamin C braucht der Körper, um elastische Elemente zu reparieren (Kollagen) und Vitamin K ist für die Gerinnung zuständig. Blutergüsse bei nur leichten Prellungen können einen Vitamin-Mangel anzeigen.

Entzündungen und Verletzungen haben immer auch gewebeschädigende Auswirkungen, denn sie kurbeln die Produktion von Radikalen und Oxidantien an. Antioxidative Vitamine (A, C, E), Beta-Karotin und Zink gehören zur körperlichen Schutzausstattung. Sie sollten ausreichend vorhanden sein. Übrigens: Pflanzenkost enthält darüber hinaus noch weitere Antioxidantien. Wie effektiv sie die Regeneration bei Prellungen und Zerrungen beschleunigen ist nicht geprüft.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Lebensmittel als Anti-Schwellungsmittel

Nicht immer ist Eis auch zur Hand, dann kann man auch verpackte, kalte Lebensmittel wie Butter, Quark, Fleisch oder Gefrorenes verwenden. Die Volksheilkunde verwendet zur Minderung von Schwellungen

  • kalten Quark,
  • eiskalte Salzwaschlappen und
  • essigsaure Tonerde oder verdünnten Essig

Die sauren oder salzigen Komponenten wirken gegen Entzündung und Schwellung. Die kühlenden Umschläge können auch mit entzündungshemmenden, abschwellenden und schmerzlindernden Heilpflanzenprodukten versehen werden.

Auch Pfefferminzöl wirkt subjektiv kühlend, sollte aber nicht konzentriert verwendet werden. Es ist nicht in Wasser löslich, man kann es aber in Sahne oder 40%igem Alkohol verdünnen (5 Tropfen Pfefferminzöl auf ein Schnapsglas). Mentholsprays werden in der Sportmedizin als erste Hilfemaßnahme oft eingesetzt.

Bluterguss drücken

Bei Prellungen kommt es zu innerlichen Blutungen. Man kann diese reduzieren, wenn man einigen Minuten fest auf die Stelle drückt. Dann werden die Gefäße gequetscht und es dringt weniger Blut aus. Nach einigen Minuten haben sich Blutgefäße auf natürlichem Weg verschlossen.

Tipps für die Zeit nach der Verletzung

  • Prellung und Zerrung erzwingen eine Pause. Man sollte sie sich tatsächlich gönnen. Fortgesetzte Reizungen lösen chronische Schmerzen aus, behindern das Abheilen und begünstigen weitere Gewebeschäden.
  • Technische Unterstützung: Hat der Arzt bei Prellung oder Zerrung Gehhilfen verordnet, soll man sie tatsächlich nutzen. Bei Muskelrissen kontrahieren sich sonst die gerissenen Stränge und es bilden sich größere Narben. Gelenkstützen (Orthesen) werden nur vorübergehend angelegt, sie entlasten zwar spürbar, schwächen auf Dauer aber die Muskulatur.
  • Achtung bei Massagen: Akute Zerrungen oder Prellungen sollte man nicht massieren. Allenfalls sind Massagen in nicht verletzten Teilen (vor allem im Kreuz) sinnvoll. Das löst Krämpfe durch die Schonhaltung. Auch den Bereich um die Verletzung kann man zum Abtransport der Lymphe mit leichten Streichungen anregen. Dabei am entferntesten Punkt der Extremität beginnen und langsam auf die Verletzung zuarbeiten.
  • Neubeginn: Nach der Verletzungspause sollte man mit der Belastung nur langsam beginnen. Wenn die Muskeln nicht arbeiten, bauen sie ab und müssen danach langsam gestärkt werden.
  • Passive Gelenkmobilisation durch vorsichtiges Dehnen.
  • Aktive Gelenkmobilisation und zunehmende Kraftentwicklung. Isometrische Übungen eignen sich am Anfang. Der Kraftaufwand sollte aber immer moderat und unter der Schmerzgrenze bleiben.
  • Krafttraining mit gezielter Stärkung der verletzen Bereiche. Ausdauer: Herz und Kreislauf werden wieder langsam mit Ausdauer konfrontiert.
  • Die Koordinationseinheiten sorgen am Schluss dafür, dass die Bereiche wieder gut zusammenarbeiten.
  • Verletzungsangst hemmt und wird manchmal zum stillen Begleiter. Dann ist ein Verhaltenstherapeut ein guter Ansprechpartner (Kognitive Verhaltenstherapie).

Wann wieder mit dem Training beginnen?

Die Verletzungspause muss man bei Zerrungen und Prellungen recht ernst nehmen. Danach aber fördert die Bewegung die Heilung. Aber wann ist der richtige Augenblick gekommen, um wieder mit dem regulären Training zu beginnen? Hier richtet man sich nach zwei Kriterien:

  1. Der kranke Muskel mit der Prellung oder Zerrung lässt sich genauso gut und genau so weit dehnen wie der gesunde auf der anderen Seite.
  2. Sie können den Muskel im Alltag völlig schmerzfrei benutzen.

Doch Achtung: Die volle Belastung können Sie dem Muskel noch nicht zumuten. Professionelle Sportler erhalten in dieser Zeit daher vermehrt Supervision.

Die Fortsetzung der Behandlungsmöglichkeiten bei Prellung und Zerrung folgt auf der nächsten Seite. Dort gibt es weitere Tipps zu beliebten Naturheilverfahren und der Schulmedizin.