Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Die Erkrankung verstehen: Prellungen, Zerrungen & Co

Übertriebener Sport verursacht Gewebeschäden

Fast jeder hatte schon eine Sportverletzung in Form eines Muskelkaters, einer Prellung oder Zerrung. Dabei kommt es zu feinsten Geweberissen. Das tut dann weh, vergeht aber bald wieder, denn meistens kann das Gewebe gut regenerieren. Mit schweren Verletzungen sollte man sich aber einem Arzt vorstellen.

Definition

Das steckt dahinter

Bei einer Zerrung zerreißen einige der Muskelfasern. Schon bei einem Muskelkater sind kleinste Schäden entstanden. Einzelne Fasern sterben dann ab (Muskelfasernekrose). Eventuell gerissene Gefäße bluten ins Gewebe ein und es bilden sich Blutergüsse (Hämatome). Schäden dieser Art werden vom Körper immer mit einer Zellentzündungsreaktion beantwortet. Dann kommt es zu Wärme, Rötung, Schmerz und Schwellung. Das tote Gewebe wird dann von den weißen Blutzellen „gefressen“ und entfernt. Die Muskelfasern regenerieren und erneuern sich aus den Stammzellen. Dann müssen die Nerven auf die Neuankömmlinge zuwachsen. Es sprossen darüber hinaus auch neue Gefäße in die Region ein. In dieser Phase braucht der Muskel viel Sauerstoff. Weitere Überbeanspruchung würde dann die Bedingungen verschlechtern!

Vorsicht: Instabile Narben im Gewebe

Bei Muskelfaserrissen ist eine begleitende Narbengewebebildung zu beobachten. Kurz nach der Verletzung ist die Narbe der schwächste Ort im Muskel. Wenn dann erneut Überlastung stattfindet, bildet sich an der Stelle häufig sofort eine neue Verletzung. Leichter Zug und leichte Bewegung fördern aber die Heilung. Zum Beispiel werden die neugebildeten elastischen Fasern durch Zug exakt ausgerichtet. Sonst würden sie ungeordnet die Lücken füllen und dabei weniger feste Strukturen bilden. Auch die Lymphe fliest besser und Ödeme bauen sich bei leichter Belastung schneller ab. Darum gehört Pause und gezielte Mobilisation zur Therapie von Bluterguss und Zerrung!

Aus der Verletzung lernen

Verletzte Sportler machen sich Vorwürfe und sorgen sich um Ihre Zukunft. Dann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Lektion zu lernen: Belastung langsam steigern, so dass das Bindegewebe und der Muskel auf die Beanspruchung vorbereitet sind. Je mehr mikrofeine Vernarbungen sich im Gewebe anhäufen, desto ineffizienter arbeitet es. Je mehr Verletzungen, umso früher ist eine Karriere zu ende. Richtig betrieben ist Sport immer positiv!

Teuer oder billig für die Kasse?

Krankenkassen profitieren durch den gesundheitsstärkenden Effekt des Sports. Praktisch alle Zivilisationskrankheiten lassen sich mit Sport vermeiden (Übergewicht, Diabetes, Arteriosklerose, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall, Thrombosen). Die Kassen klagen aber dennoch über eine Belastung des Budgets durch Sportverletzungen: 20 % aller Unfälle in Deutschland sind Sportunfälle. Darum zählt in Zukunft die Information für eine gesunde Sportausübung immer mehr. Geschulte Trainer vermitteln heute die wichtigen Details.

Katalog der stumpfen Verletzungen:

  • stumpfe Verletzungen – Schwellungen, Schmerzen, Blutergüsse, Quetschungen
  • Prellungen (Knochen-, Muskel-, Gelenk-, Augen-, Organ-, Rippenprellung),
  • Bänder- und Kapselverletzungen (Überdehnungen, Zerrung, Verstauchung, Verrenkung, Kapseldehnung, Kapselriss)
  • Muskelverletzungen (Muskelkrampf, Muskelkater, Überdehnungen, Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelbündelriss, Muskelriss)
  • Knochenbrüche (Frakturen), auch Ermüdungsbruch
  • Gehirnerschütterung (Kopfball, Stürze)
  • Knorpelverletzungen, Arthrose

Häufigkeit

Die häufigsten Verletzungen entstehen am Gelenk-, Band- und Muskelapparat (60 %), zum Beispiel bei Zerrungen oder Verstauchungen. Knochenbrüche sind mit 16 % seltener. Statistisch gesehen sind die Füße und Beine für Sportverletzungen am meisten gefährdet (ca. 50 %). Die gefährlichste Sportart ist der Mannschaftssport, er macht fast zwei Drittel der Verletzungen aus.

Frauen eher gefährdet

Bei Frauen hat die Natur ein eher lockeres Bindegewebe vorgesehen, als bei Männern. Das erleichtert zwar die Geburt, jedoch bekommen Frauen nach Prellungen leichter Blutergüsse. Auch Verstauchungen sind leicht passiert, zum Beispiel wenn frau hohe Schuhe trägt.

Ursachen

Prellungsursache Gewalt:

Fallen, Rutschen, Stoßen, Schubsen, Schlagen, Treten

Die meisten Zerrungen/Verstauchungen entstehen durch schnelle abrupte Bewegungen, auf die man nicht schnell genug richtig reagieren kann. Geschwindigkeiten und große Kräfte wirken dann zerstörerisch auf das Gewebe. Stumpfen Verletzungen beim Sport liegt immer auch eine Schädigung des Gewebes zu Grunde. Selbst, wenn der Knochen heil bleibt, zerreißen die Strukturen in Muskeln, Bändern, Sehnen, Gefäßen und Nerven. Feine Risse bei einer Zerrung oder Verstauchung schmerzen lediglich. Bei größeren Schäden tritt meist Blut und Lymphflüssigkeit aus. Neben den Schmerzen schränkt eine Schwellung die Bewegung ein. Schmerzen (auch leichte) sind immer Warnzeichen des Körpers, die man nicht übergehen sollte.

Die plötzliche Überlastung des Bewegungsapparats wirkt besonders fatal, wenn die Strukturen durch konsequentes Training nicht gestärkt wurden. Auch wer das Aufwärmen vernachlässigt, riskiert vermehrt Verletzungen. Stürze, Zusammenstöße oder Tritte können in der Hitze des Gefechtes immer passieren. Dagegen schützen die richtige Ausrüstung und das Bekenntnis zur Fairness im Sport.

Verletzungsrisiko Psyche:

Unfairness, Ehrgeiz und Angst

  • Ehrlich einschätzen: Extremsportarten sind nur gesunden und gut durchtrainierten Personen zu empfehlen. Wer zum Beispiel unter Herzkreislauferkrankungen leidet, ist im alpinen Bereich nicht gut aufgehoben. Übrigens: Leichte Ausdauersportarten (Fahrradfahren, Schwimmen) haben das geringste Verletzungsrisiko für Einsteiger.
  • Schmerz eingestehen: Meldet sich Schmerz beim Training? Reagieren Sie darauf. Reduzieren Sie den Kraftaufwand oder überprüfen Sie die Bewegungsfolge.
  • Falle Ehrgeiz: Wettkämpfe reizen den Ehrgeiz, dennoch soll man sich in seinen Grenzen bewegen. Gerade psychischer Druck fördert Sportverletzungen. Ein guter Coach glättet die Wogen im Vorfeld.
  • Angst behindert: Wer Angst vor Stürzen hat, lebt gefährlich. In manchen Sportarten übt man anfangs erst das sichere Fallen.
  • Schweiß statt Tabletten: Anabolika lassen zwar die Muskeln wachsen, sie sind aber ohne Training nicht genauso belastbar, wie echte Muskeln. Es geht nichts über konsequentes Training.

Prävention

So sicher wie noch nie: Ausrüstung

Bevor man in die Pedale tritt, heißt es Ausrüstung checken: Ausgeklügelte Sportbekleidung macht heute den Sport so sicher wie nie. Sie minimiert schädliche Belastungen in der Tat. Damit kommt es dann auch bei Stürzen nur zu leichteren Sportverletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Verrenkungen und Verstauchungen.

  • Haben Sie richtiges Schuhwerk? Die sollten auch bei Knick- oder Plattfüßen eingestellt sein, sonst leiden die Knie.
  • Verwenden Sie wann immer möglich Funktionskleidung, Sturzprotektoren, Helme und halten Sie sich an die vorgeschriebenen Sicherheitsvorschriften.
  • Bei Sturzgefahr können durch Handgelenksprotektoren Verrenkungen vermieden werden (z. B. Snowboarder), Sprunggelenksbandagen schützen bei Sprüngen, Tapes die Finger (z. B. Boxer).
  • Wer sich in einsame Gebiete wagt, nimmt am besten eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mit. Was ist an Zwischenfällen zu erwarten? Verrenkungen, Schürfwunden oder Verstauchungen?

Sport-Knigge: richtiges Verhalten

  • Niemals ohne Aufwärmen Trainieren. Umso niedriger die Umgebungstemperatur umso wichtiger das Aufwärmen.
  • Wer müde und angeschlagen ist, soll nicht zum Sport. Ein gewisses Ausmaß an Konzentration ist für korrekte Bewegung unabdingbar.
  • Auch gute Sicht schützt vorm Umknicken: Im Dunkeln kann Laufen gefährden.
  • Auch ohne Verletzung: nach hartem Training braucht der Körper eine Regenerationspause. Überanstrengte Muskeln reagieren nicht mehr schnell genug.
  • Wenn Sie beim Laufen eine Pause machen, darf der Körper in der Zeit nicht auskühlen oder gar frieren.

Training fürs Training

Wenn sich Belastung und Belastbarkeit nicht die Waage halten, drohen vermehrt Zerrungen und Verstauchungen. Sie sollten Ihren Körper erst kennen lernen. Was können Sie ihm zumuten? Sind Sie gut vorbereitet? Wer zum Beispiel im Winter gerne Ski fährt, besucht vorher schon entsprechende Kurse zur Skigymnastik.

Sportmediziner betonen immer wieder, wie effizient ein multimodales Training den Sport ergänzt. Viele Zerrungen ließen sich durch ein richtiges Training vermeiden. Eine videogestützte Bewegungsanalyse zeigt sehr genau die individuellen Schwächen.

  • Gezieltes Krafttraining beugt Überlastungsverletzungen vor. Bewegungsanalysen machen Muskeldysbalancen sichtbar, die durch gezieltes Training korrigiert werden.
  • Training der Sensomotorik. Der Athlet verinnerlicht unter Anleitungen, wie man sich „gesund bewegt“. Der Sportler muss also die Grenze des Gelenks kennen und das Gelenk aktiv „sichern und steuern“.
  • Propriozeptoren-Schulung, ein kompliziertes Wort für eine einfache Sache: Sensoren in Muskeln, Sehnen und Bändern melden beständig Zustand und Lage im Gelenk. Auf diese Informationen muss man richtig reagieren. Ein Balancetraining zum Beispiel fördert und fordert sowohl die Wahrnehmung als auch die Reaktionen des Körpers.
  • Koordinationstraining bringt wieder Routine ins Zusammenspiel der Muskeln, ohne dass man darüber lange nachdenken müsste.

Verlauf und Komplikationen

Die natürliche Schadensbegrenzung

Da aber Sportler meist bei guter Gesundheit sind, haben sie vorzügliche Heilungschancen. Absolute Schonung gilt (je nach Schwere) für 4-6 Tage. Bei kleineren Zerrungen und Blutergüssen beginnt im Anschluss (nach 6-8 Tagen) heftige Heilungsaktivität. Maximale Heilungsaktivität des Muskels ist nach 2 Wochen erreicht. So bildet der Muskel im Verlauf von Wochen neue Fasern. Es dauert länger, wenn viele Gewebeteile ersetzt werden müssen und tiefere Gewebsschichten mit betroffen sind. Nach 5-10 Tagen braucht das Gewebe einen Bewegungsreiz zur Heilung (passiv, später aktiv). Vollständige Muskel-, Bänder- und Sehnenrisse sind besonders schwerwiegende Verletzungen und können 16-52 Wochen für eine Regeneration benötigen. Am längsten dauern Knorpelverletzungen. Sie heilen oft nicht vollständig aus.

Mit Regenbogenfarben verabschiedet sich die Prellung

Ein Bluterguss macht bei der Heilung einige Farbveränderungen durch. Sie sind ganz normal und entstehen durch den Abbau des Blutfarbstoffes Hämoglobin. Frische Blutergüsse sind rot und werden später blau. purpur, grünlich, bräunlich-gelblich. Eine leichte gelbe Tönung zeigt das Ende der Heilung an.

Komplikationen

Angerissen oder Totalschaden?

Wenn ein Muskel total gerissen ist, ziehen sich die Muskelstümpfe zurück. Für eine komplette Heilung sind die Enden dann zu weit voneinander entfernt. In der Lücke bildet sich der Erguss später zu Bindegewebe um. In diesen schweren Fällen muss die Schulmedizin helfen und den Bluterguss ausräumen. In der Regel werden schlimme Sportverletzungen zeitnah mit gutem Ergebnis operiert. Wenn man zu spät eingreift, ist das Ergebnis in der Regel nicht mehr befriedigend.

Zu eng für die Nerven

Wenn sich durch die Schwellung im Muskel ein zu hoher Druck aufbaut, werden auch Nerven abgedrückt. Dieses gefürchtete „Kompartmentsyndrom“ schädigt Muskeln und Nerven und muss daher umgehend chirurgisch saniert werden. Im schlimmsten Fall sterben das Gewebe und die Nerven.

Keine Pause, was droht?

Wenn nach einer Verletzung zu schnell oder zu vehement mit dem Training begonnen wird, drohen unter Umständen große Weichteilverletzungen und komplizierte Heilungsverläufe. Auch eine ausgeheilte Narbe im Muskel ist immer weniger belastbar und der Muskel kann an der Stelle erneut reißen. Daneben kann im Bluterguss Kalk abgelagert werden (Myositis ossificans). Das harte Material stört nicht nur die Muskelfunktion, dauerhafte Schmerzen können die Folge sein.

Gelenk ausgeleiert

In kleinem Umfang heilen Bänder- und Kapselschäden aus, schlimme und vor allem wiederholte Verstauchungen/Verrenkungen führen zu instabilen Gelenken. Die Festigungsgewebe bleiben dauerhaft überdehnt. Die Bewegung wird nun schlecht geführt. Das kann man sogar spüren: Die Bewegungen werden wackelig und unsicher. Beim Betroffenen entwickelt sich eine Ängstlichkeit vor einem erneuten Verrenken. Damit drohen weitere Verletzungen sowie verstärkter Knorpelabrieb. Arthrose und Arthritis sind häufig Spätfolgen von falsch verstandenem Leistungssport.

Mobilisieren versäumt

Wenn der Verletzte nach einer Prellung oder Zerrung den betroffenen Körperteil weiterhin schont, baut nicht nur die Muskulatur ab, auch der Knochen und der Knorpel leiden. Das Gewebe verklebt. Das erzeugt nicht nur Bewegungsschmerzen, auch der volle Gelenkspielraum kann dann nicht mehr genutzt werden. Manchmal versteifen Gelenke im Extremfall. Daneben verschlechtert sich die sensomotorische Wahrnehmung, wenn sie nicht neu aktiviert wird. Schonhaltungen hat man sich schnell angewöhnt, umso wichtiger, dass man sich danach wieder an die richtige Haltung erinnert. Dazu braucht man manchmal einen Spiegel und einen Trainer mit dem richtigen Know-how.

Risiko Bewegungslosigkeit

Bei Blutergüssen können Gerinnsel in die Adern gelangen und sie verstopfen. Personen mit Thromboseneigung haben darüber hinaus ein hohes Risiko bei Inaktivität Thrombosen zu entwickeln. Dann verstopft ein Gefäß und die Blutversorgung ist nicht mehr gewährleistet.

Heilungsbremsen

Eine Reihe von allgemeinen gesundheitlichen Faktoren verzögert die Heilung. Eine Blutverdünnung bei Thrombosetherapie führt bei Verletzungen manchmal zu heftigen Blutungen, die nicht gestoppt werden können.

Beispiele:

  • Bluterkrankungen und unterdrücktes oder krankes Immunsystem (Immunsuppression, AIDS, Chemotherapie)
  • chronische Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose)
  • Durchblutungsstörungen (Arteriosklerose, Venenthrombose, Arterienverschluss)
  • Ernährungsmangelzustände (besonders Vitamin C-Mangel)
  • höheres Alter, Osteoporose
  • körperliche Inaktivität
  • Krebs
  • Niereninsuffizienz
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Quellen/Weitere Informationen

Quellen