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Weitere Therapien: Prellungen, Zerrungen & Co

Was sonst noch hilft

Bei akuten Schmerzen versprechen Heilpflanzen Linderung. Hier wird desweiteren vorgestellt, was man beim Kühlen beachten muss und welche Naturheilverfahren in Frage kommen. Abschließend finden Sie die wichtigsten Maßnahmen der Schulmedizin.

Ernährung

Je stärker das Bindegewebe, umso geringer ist das Risiko für Prellungen und Zerrungen. Unterstützend wirkt eine gesunde Ernährung mit vielen Mineralien, Vitaminen und wenig Schad-/Genusstoffen (Alkohol/Zucker/Nikotin) auf das Bindegewebe. Grundsätzlich sollte die Ernährung gesund und abwechslungsreich sein. Einseitige Diäten über längere Zeit und längeres Fasten sind nicht zu empfehlen. Wegen des reichen Mineralien- und Vitamingehalts hat pflanzliche Kost – gerade auch Rohkost – größte Bedeutung.

Schlanke Linie

Übergewicht ist überschüssige Last, die schnell auch zur Überlastung der Muskeln, Bänder und Sehnen führt. Abnehmen stimuliert nicht nur den Stoffwechsel, es schützt auch vor Zerrung und Co.

Naturheilverfahren bei Prellungen, Zerrungen & Co

Das können Sie selbst tun:

Akute Verletzung: Kühlung mit Eis

Kälte verringert Schmerzen, Blutungen und Schwellungen bei Prellungen und Blutergüssen. Allerdings muss diese Behandlung so bald wie möglich erfolgen - mindestens innerhalb von 15 Minuten nach dem Unfall. Auch für starke Sehnenscheidenentzündungen und Prellungen ist Kälte probat.

Achtung:

  • Eis und Kältepackungen nicht direkt auf die Haut auflegen. Das kann zu Kälteschäden führen. Also darunter ein Tuch oder einen Verband anlegen.
  • Bei Schmerzmittelgaben immer vorsichtig mit Kälte umgehen, Unterkühlung wird dann nicht wahrgenommen.
  • Kältepackungen wiederholt und nur für kurze Zeit auflegen (15 bis 20 Minuten pro Stunde). Dazwischen Kompressionsverbände anlegen.
  • Kälte sollte nicht lange angewendet werden (mehrere Stunden), sonst hemmt sie die Heilung.
  • Je kälter die Temperatur, desto mehr droht eine Überwärmung in der Folge. Daher später nicht mehr eiskalt kühlen sondern höchstens kühles Wasser aus dem Wasserhahn verwenden.

Wärme bei Prellung?

Bei einer frischen Prellung (24-48h nach dem Unfall) würde Wärme die Blutung verstärken. Auch Schwellungen und akute Schmerzen behandelt man nicht mit Wärme. Leichte Sehnenscheiden-Entzündungen sind unter Wärme leichter auszuhalten als in Kälte. Auch wenn Prellungen und Blutergüsse abgeschwollen sind, stimuliert feuchte Wärme die Heilung (Sauna, Moorpackungen). Lokale Wärmeauflagen (Fangopackungen, Wickel, heiße Rolle, Rotlichtlampe) bringen die Wärme ganz gezielt an den Wirkort. Auch ein Muskelkater klingt übrigens in der Wärme schneller ab (Bäder, Sauna).

Dazu brauchen Sie einen Therapeuten:

Rehabilitation in vielen kleinen Schritten: Physiotherapie

Ein durch Zerrung geschädigter Muskel braucht für die Regeneration gezielten Zug und Bewegung. In der Regel muss ein Fachmann über eine Bewegungs- und Schmerz-Analyse feststellen, welche Maßnahmen notwendig sind.

  • Der Physiotherapeut wird zunächst passive Maßnahmen durchführen und sie später mit aktiver Muskelarbeit ergänzen. Darum wählt man bei Zerrung oder Prellung bevorzugt belastungsarme Maßnahmen (Aquajogging, Wassergymnastik, Hydrotherapie, Balneotherapie). Wasser trägt den Körper und entlastet die Gelenke. So behält man den Trainingszustand von Muskeln, Herz und Kreislauf.
  • Übrigens: oft wird auch die gesunde Seite trainiert, die kranke lernt dabei „passiv“ mit, dafür sorgt das Gehirn.

Ist ein Muskel nach einer Verletzungspause kaum noch ansprechbar, bringt Biofeedback die Kontrolle zurück. Bei Nervenschädigungen weicht man auf das Bobath-Konzept aus. Große Bedeutung haben die Isometrischen Übungen bei der Reaktivierung der Muskeln zur gezielten Balance der Muskelaktivitäten. Nach dem Prinzip der vielen kleinen Schritte werden vom Therapeuten konkrete Ziele gesetzt und nach Erreichen erweitert er die Anforderungen.

Eine neue Führung braucht das Gelenk

Wenn die Bänder durch eine Zerrung oder Verstauchung geschwächt sind, müssen die Muskeln vermehrt für Stabilität sorgen. Sie führen dann die Bewegung, stabilisieren das Gelenk und verhindern das erneute Umknicken. Das ist gerade nach einer Verletzungspause entscheidend.

Verletzungen wie Verstauchungen, Muskel- und Bänderzerrungen sind ein Indikator, dass die entsprechenden Strukturen überbelastet wurden. Um diese Verletzungen in Zukunft zu vermeiden, braucht man daher ein gezieltes Muskeltraining. Physiotherapie stärkt die schwachen Muskelgruppen.

Einschränkende Verklebungen nach Überlastungen

Bei dauerhaften Überlastungen und wiederholten Prellungen/Zerrungen verändert sich das Bindegewebe. Teilweise bildet es Verhärtungen und Verklebungen aus. Dann entstehen unter Umständen chronische Schmerzen, die bei Belastung schlimmer werden. Abhilfe schafft eine gezielte Zupf- und Streichmassage. Das löst lokale Schmerzen aus, in der Folge aber bemerkt man eine Befreiung und ein verbessertes Gelenkspiel. Wird das ganze „System“ Körper behandelt, wird wieder eine natur-gerechte Körperhaltung möglich. Die Maßnahme sollte aber nur von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden (Massage, Rolfing, Manuelle Medizin, Chirotherapie). Bei frischen Muskelrissen darf nicht massiert werden. Eine Prellung kann im späteren Verlauf zur Resorption massagetechnisch betreut werden.

Elektrotherapie für den Stoffwechsel

Strom, der durch das Gewebe fließt stimuliert den Stoffwechsel und mit ihm die Geschwindigkeit der Heilung. So hat die Elektrotherapie heute ihren Platz bei der Heilung von Verstauchungen, Sehnenschäden und Knochenbrüchen. TENS (transkutane Nervenstimulation) ist der Spezialist für Schmerzzustände. Daneben werden Elektromagnetische Felder und Ultraschall zur Behandlung von Muskeln und Knochen genutzt. Relevant ist dabei der Wärmeeffekt, der in der Tiefe des Gewebes entsteht (Kurzwellen und Mikrowellen-Diathermie, Magnetfeldtherapie). Die Verfahren sind sehr beliebt, der Effekt ist nicht genau erwiesen.

Akupunktur

Die Stärke der chinesischen Akupunktur sind Schmerzzustände wie sie auch bei Verstauchung, Prellung und Bluterguss entstehen. Gerade bei Schulter und Knieschmerzen erkennen auch offizielle Stellen Akupunktur als mögliche Hilfe an. Sie harmonisiert das Muskelspiel und stößt die Schmerzverarbeitung an. Akupunktur könnte bei Verletzungsschmerzen sowie Krampfzuständen eine nützliche Anwendung sein.

Aku-Taping

Auch dieses Verfahren ist von der Akupunktur abgeleitet und ist zurzeit sehr beliebt. Aku-Taping nutz mehr oder weniger elastische Klebepflaster, die auf die Haut im Meridianverlauf von Akupunkturpunkten aufgebracht werden. Während der Bewegung sollen therapeutische Reize auf die Haut und die Tiefe der Muskeln wirken, sowie Bänder und Gelenke stabilisieren. Die Massage durch ein Tape dürfte indirekt auch den Abfluss von Lymphflüssigkeit anregen (Lymphdrainage). Wer schon einmal ein Tape getragen hat, weiß auch, dass man sich dadurch bewusster und achtsamer bewegt. Insgesamt gibt es zu wenige Studien zum Thema und man kann die Bedeutung zur Behandlung von Prellung/Zerrung derzeit nicht abschätzen.

Übrigens: Professionelle Tapings entlasten den Muskel bei Prellungen und stabilisieren das Gelenk bei Zerrungen. Daher bedient sich auch die Schulmedizin dieser Methode. Klebrige Tape-Verbände können also wie eine „Muskelhülle“ die Bewegung bei der Heilung unterstützen.

Verhoben, verrissen, verrenkt und Hexenschuss

Durch eine plötzliche ungünstige Bewegung können Wirbel oder Knochen gegeneinander verschoben werden. Dann verlieren sie ihre natürliche Beweglichkeit. Am Röntgenbild, oft auch schon beim Abtasten ist die Fehlstellung meist deutlich zu erkennen. Falls keine schweren Verletzungen, Brüche und Bandscheibenvorfälle Grundlage der Schmerzsymptomatik sind, kann ein Fachmann die Wirbel und Knochen mit gekonntem Griff schnell wieder in die richtige Position bringen (Dorn-Breuss, Manuelle Medizin, Chirotherapie). Dann ist die Hauptursache behoben. Oft aber ist auch die Gelenkkapsel beschädigt und das Gelenk muss in der Folge ruhig gestellt werden. Bei kleineren Wirbelverkantungen kann der Patient in der Folge sofort schmerzfrei sein.

Neuraltherapie: Nerven betäuben

Nach Verletzungen bleiben oft hartnäckige Schmerzzustände zurück. Das muss nicht immer bedeuten, dass die Sportverletzung nicht abgeheilt ist, chronische Schmerzen sind ein bekanntes Phänomen in der Schmerzmedizin. Gerade die Sehnenansätze können nach Sportverletzungen sehr schmerzhaft sein. Die Neuraltherapie spritzt dann gezielt Schmerzmittel in die Haut, in den Band-, Sehnen und Muskelansatz oder in die Knochenhaut im betroffenen Gebiet. Diese zeitlich begrenzte Unterbrechung der Schmerzleitung soll eine Neuregulation in Gang setzen. Bewiesen ist das Verfahren allerdings nicht.

Bitte Absaugen: Blutegel

Immer wenn sich das Blut staut, hat man in früheren Zeiten Blutegel angelegt. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme, wie man heute weiß. Der Speichel der Tiere enthält auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Komponenten. Die Gerinnung des Blutes wird gehemmt, so dass es das Tier aufnehmen kann. Und nach der Mahlzeit fällt der gesättigte Egel von selbst ab.

Nach dem Training entspannen

Physiotherapeuten ist das Thema meist bewusst: Gerade nach Verletzungen treten oft Krämpfe auf und der Körper kann selbstständig den Weg zur Entspannung nicht finden. Man kann den Prozess steuern, indem man bewusste Entspannung trainiert (Heilpflanzen).

Schulmedizin

Die Sportmedizin hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und heute wird jeder Spitzensportler von Ärzten medizinisch überwacht. So wird gewährleistet, dass die gesteckten Ziele ohne Überbeanspruchung, Zerrungen und Muskelschäden erreicht werden können. Hier geht es nicht um Doping, sondern einen optimalen Trainingsplan.

Kam es dennoch zu leichteren Verletzungen wie einer Prellung oder Zerrung, helfen einfache Maßnahmen, denn:

Prellungen und Zerrungen heilen von selbst

Solange keine größeren Muskelteile vollständig durchgerissen sind, kann der Körper mit den Zerrungen und Prellungen selbst umgehen. Wichtig aber ist im Anschluss die richtig dosierte Physiotherapie. Moderne Verfahren wie videogestützte Bewegungsanalysen mit Aufzeichnung der Muskelaktivitäten kommen aber nur in komplizierten Genesungsfällen zum Einsatz.

Prellung/Zerrung: erst mal ruhigstellen

Verstauchungen höheren Grades machen Gelenke instabil. Die Bänder führen die Bewegung nicht mehr exakt und die Gelenke fühlen sich „wackelig“ an. Bei Verstauchungen stellt man ruhig. Eine Schiene oder Bandage lässt noch leichte Bewegungen zu, schont aber das Gelenk. Ziel ist eine schmerzfreie Führung des Gelenks in der natürlichen Richtung. Die „kranke“ Richtung dagegen wird blockiert. Die gedehnten Bänder bekommen dann die Gelegenheit, sich wieder auf die richtige Länge zusammenzuziehen. Vorteil dieses Vorgehens: Muskel und Sensomotorik bleiben weiterhin im Dienst.

Nicht dauerhaft schonen

Schienen, Gips und einschränkende Verbände belässt man nur so lange wie nötig, da sich sonst die Heilung verschlechtern kann und durch fehlende Benutzung eine Rückbildung (Atrophien) aller wichtigen Strukturen einsetzt. Faustregel: leichte Bewegung unterstützt den Heilungsprozess. Auch die Schulmedizin befürwortet in der Rekonvaleszenz die Krankengymnastik mit manueller Therapie (Chirotherapie).

Schmerz

Auch innere Verletzungen lösen Entzündungen aus, und können mit Entzündungshemmern wie Aspirin, Ibuprofen, Ketoprofen und Diclophenac („NSAR“ oder „nichtsteroidale Antirheumatika“) vorbeugend therapiert werden. Die Wirkstoffe werden geschluckt, aber auch zur äußeren Anwendung gibt es Gels, Salben, Sprays und Pflaster. Einsatzfenster ist Tag 5-7 nach dem Trauma. Glukokortikoide aber würde man meiden, weil sie die Regeneration – wie die Auflösung eines Blutergusses – behindern. Das Schmerzmittel Paracetamol ist vorübergehend durchaus sinnvoll (Achtung, nicht dauerhaft nehmen!).

Wenn Muskelzerrungen und Prellungen höchste Schmerzen auslösen, werden hier häufig auch Schmerzmittel direkt in den Muskel gespritzt. Im Sportler-Jargon hat sich diese Maßnahme unter dem Begriff „fit spritzen“ eingebürgert. Für diese Infiltrationsbehandlung gibt es jedoch zu wenige Daten, die eine Anwendung im Breitensport rechtfertigen würden. Im Anschluss daran wird die Muskeldurchblutung gefördert (Phytotherapie).

Druckablassen

Wenn sich in Blutergüssen viel Flüssigkeit ansammelt steigt der Druck im Gewebe, was weiter Schmerzen nach sich zieht. Ein einfaches Mittel dagegen ist die Punktion. Dann werden um den Erguss Nadeln eingestochen, durch die die Flüssigkeit abfließen kann. Danach wird eine Drainage angelegt, so dass die sich neu bildende Flüssigkeit nach außen abläuft. Wenn sich im Muskel zu viel Druck bildet, wird die Muskelhülle aufgeschnitten, um das Gewebe vor dem Abstreben zu bewahren.

Letze Möglichkeit: Operation

Da Operation noch mehr Gewebe verletzt und wenig funktionales Narbengewebe hinterlässt, ist es die letzte Option bei Sportverletzungen. Ausgedehnte Blutergüsse (Hämatome) im Muskel und hochgradige bis komplette Zerreißungen eines Muskels sind die typische Indikation für Operationen. Dabei wird abgestorbenes Gewebe ausgeräumt und die Muskelenden wieder miteinander verbunden.

Entscheidend sind beim Abwägen auch die Lokalisation, das Lebensalter und der Grad der Verletzung. Die Erfolgsraten bei akuten Verletzungen sind sehr gut, sofern sie rechtzeitig erfolgen. Wenn also 10 Tage nach der Verletzung keine erkennbare Besserung einsetzt, kann die Operation die richtige Maßnahme sein. Auch wenn Verklebungen im Bereich der Narben die Muskeltätigkeit einschränken, räumt eine Operation die Hemmnisse aus. Zu späte Operationen bringen meist kein vollständig befriedigendes Ergebnis.

Zukunftsmusik

In klinischen Studien werden viele neue Verfahren getestet. Man arbeitet mit Wachstumsfaktoren, um gezielt die Zellteilung und so die Erneuerung nach Prellungen zu fördern. Noch aber sind die Verfahren im Experimentalstadium.