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Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH)

Prostatahyperplasie: Nächtlicher Harndrang ade

Pflanzliche Medikamente haben kaum Nebenwirkungen und können vor allem anfangs gegen Prostatabeschwerden eingesetzt werden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Prostatahyperplasie kompakt: Die wichtigsten Fakten

Behandlung bei Prostatavergrößerung: Pflanzliche Medikamente und Schulmedizin

Wie gut helfen Heilpflanzen?

Im Gegensatz zur FDA (Food and Drug Administration in den USA) hält man in Europa eine Behandlung der Prostatavergrößerung mit pflanzlichen Arzneimitteln (Phytotherapeutika) für sinnvoll, obwohl der Nutzen noch nicht eindeutig wissenschaftlich festgeschrieben werden kann. In den offiziellen deutschen Leitlinien wird die Phytotherapie als „verfolgenswerter Ansatzgeführt, vor allem am Anfang, wenn der Leidensdruck noch gering ist.

Welche Heilpflanzen helfen?

Anwendung finden beispielsweise Kürbissamen-, Brennnesselwurzel- und Sägepalmextrakte. Diese verkleinern zwar meist nicht die Prostata, können aber das Wachstum stoppen oder wenigstens verlangsamen und die Beschwerden, wie häufigen Harndrang, einen abgeschwächten Harnstrahl und das Nachträufeln lindern.

Die Wirksamkeit von Kombinationspräparaten aus Brennnessel und Sägepalme wurde zumindest in einer Studie nachgewiesen und war dort mit synthetischen Medikamenten (Finasterid) vergleichbar: dabei gingen die Prostatabeschwerden unter Sägepalmen-Extrakt um 37 %, unter Finasterid um 39 % zurück.

Gegen die Prostatavergrößerung werden daneben Roggenpollen und die Afrikanische Pflaume (Pygeum africanum) eingesetzt. Dabei schätzt man die entzündungshemmende Wirkung, sowie eine Reduktion der Blutfülle in der Drüse. Roggenpollen wurden in einer Studie von 69 % der Probanden positiv bewertet (Placebo 29 %). 

Hormonhemmende Wirkung der Phytoöstrogene

Verschiedene Hormone sind an der Vergrößerung der Prostata beteiligt. Phytoöstrogene (besonders β-Sitosterole) aus Pflanzen blockieren teilweise deren Wirkung. Eine Übersichtsarbeit aller verfügbaren Studien bewertete diese β-Sitosterole sehr positiv. Eine Studie beziffert sogar die Symptomverbesserung gegenüber dem Placebo auf 35 %. Sitosterole werden beispielsweise aus Sojabohnenextrakt, Sägepalmenextrakt, der Afrikanischen Knolle (Hypoxis rooperi) oder verschiedenen Nadelbäumen isoliert und gegen Prostatabeschwerden eingesetzt.

Hier besteht noch Forschungsbedarf!

Die langfristige Wirksamkeit der Phytotherapie auf die Entwicklung der Prostata ist nicht geklärt, weswegen auch während des Einnahmezeitraums eine ärztliche Kontrolle notwendig ist. Ebenfalls untersuchenswert wäre die Frage, ob die Phytotherapie die gefürchteten Komplikationen verhindern kann.

Bei schweren Symptomen (akuter Harnverhalt mit hoher Restharnbildung) und schnellem Prostatawachstum kommt die Phytotherapie nur begleitend zur ärztlichen Behandlung in Frage.

Beliebt beim Patienten

Bei den Anwendern mit Prostatavergrößerung sind pflanzliche Präparate außerordentlich beliebt, sie zählen zu den am häufigsten verkauften Präparaten. Oft deutet gerade die Therapietreue der Anwender auf wirksame und akzeptable Lösungen hin.

Präparate unterscheiden sich teilweise erheblich

Die Herstellungsverfahren variieren sehr stark, so dass Daten bereits durchgeführter Studien und der Grundlagenforschung nicht für alle Präparate zutreffen. Bei Phytopharmaka sollte man auf standardisierte Präparate und die Dosierung achten. Billigpräparate sind häufig unterdosiert. Eventuell testet man auch verschiedene Präparate bevor man sich festlegt.

Was zahlen die Krankenkassen?

Phytopharmaka werden bei Prostatavergrößerung seit dem 1.1.2004 nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, so dass einige Patienten zur Anwendung von synthetischen Arzneimitteln gedrängt werden und auf die nebenwirkungsarmen und wirksamen Phytopharmaka verzichten. Allerdings: Seit 2013 sind einige Kassen kulant und erstatten oder bieten Zusatzverträge für Phytopharmaka an.

Verwandte Erkrankungen: Blasenentzündung, Prostatitis

Sinnvoll ist bei wiederholten Infekten/Entzündungen der Blase oder Prostata auch eine Stärkung der Abwehr (Abwehrschwäche), allerdings beseitigt das nicht die Ursache der Prostatahyperplasie. Bei Prostataentzündung und Reizblase kann Sonnenhut mit Sägepalme kombiniert werden. Weitere Mittel finden Sie unter Blasenentzündung.

Bei Infekten und Harnrückstau in die Niere wird dringend eine schulmedizinische Behandlung empfohlen, die gegebenenfalls mit pflanzlichen Heilmitteln unterstützt werden kann.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Prostatavergrößerung helfen können

Homöopathische Mittel

Die Homöopathie setzt Verdünnungen folgender Pflanzenextrakte gegen Prostatabeschwerden ein:

Tollkirsche (Belladonna): plötzliche Schmerzen, sie kommen und gehen.

Pappel (Populus tremuloides): Prostataentzündung mit Schmerzen und Brennen beim Urinieren.

Küchenschelle (Pulsatilla): Prostatabeschwerden, häufiges Wasserlassen, Inkontinenz nachts, beim Gehen, beim Husten.

Sägepalme (Sabal serrulata): Gefühl die Blase ist zu voll, Entleerungsschmerz.

Selen (Selenium): unwillkürlicher Abgang von Prostatasekret oder Harnabgang; Nachtröpfeln.

Nahrungsergänzung

Bisher gibt es keine Studien, die bestätigen, dass bestimmte Nahrungsergänzungsstoffe gegen Prostatavergrößerung wirken.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Beschwerden durch eine Prostatavergrößerung treten bei den meisten älteren Männern über 60 auf. Mit leichteren Beschwerden kann man durchaus leben, wenn man sich darauf einstellt.

Planung ist das halbe Leben…

… man sollte bei Prostatavergrößerung daher den Gang zur – und die Zeit in der Toilette – einplanen. Beim Autofahren, Fernsehen oder während Sitzungen, was auch immer Sie tun, machen Sie regelmäßige Pausen. Die Blasenwand soll nicht überdehnt werden. Wenn die Blase zu voll ist, kann sich der Urin bis in die Niere zurück stauen und Inkontinenz entstehen („Überlaufblase“).

Nächtliche „Ausflüge“ kann man bei Prostatavergrößerung zwar nicht gänzlich vermeiden, aber doch ein wenig steuern, indem man sein Trinkverhalten anpasst und Getränke bereits gegen nachmittags reduziert.

Abwarten, dabei aber keinen Kaffee trinken

Bei leichteren Beschwerden durch Prostatavergrößerung wird der Arzt nicht eingreifen, sondern lediglich abwarten. Besserungen können in dieser Zeit erreicht werden, wenn man Alkohol oder Koffein vermeidet. Noch ein Ass im Ärmel? Nicht Rauchen, Übergewicht reduzieren und richtig ernähren. Das entscheidet nicht zuletzt über die mögliche Entwicklung von Prostatakrebs.

Weniger ist manchmal mehr

Mit Ihrem Arzt zusammen sollten Sie außerdem überprüfen, ob alle Medikamente, die eingenommen werden, geeignet sind oder ob man besser etwas austauscht/absetzt. Antidepressiva oder Diuretika verschlimmern manche Probleme bei Prostatavergrößerung.

Man muss kein Schwarzenegger sein…

Es reicht gesunde Bewegung. Nach langem Sitzen sollte man Schwung in die Knochen bringen. Gehen oder Wandern wirkt sich positiv aus.

Für die Angorawäsche-Verächter

Auch Kälte mag die empfindliche Prostata nicht. Für alle Outdoor-Freunde von Fußballfans bis Förster gibt es zum Beispiel kleine Isomatten für die Sitze. Bei kalten Füßen ist Bewegung angesagt.

Wo lauert der Druck?

Vermieden werden sollte alles, was Druck auf die Prostata auslöst: Achten Sie auf regelmäßigen, nicht zu harten Stuhlgang. (Ernährungstherapie).

Übergewicht erzeugt zum Teil extremen Druck im Bauchraum und verstärkt die Symptome der Prostatavergrößerung. Vielleicht erzeugt das den Leidensdruck, der zu einer Gewichtsabnahme führt? Wenn Inkontinenz bereits besteht, macht selbst (Raucher-)Husten Probleme.

Weitere Therapien

Auf der nachfolgenden Seite gibt es weitere Hinweise zur Behandlung bei Prostatabeschwerden in Form von bewährten Naturheilverfahren, Ernährung und Schulmedizin.