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Burnout: Prophylaxe statt Therapie

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Anforderungen gesund gerecht werden

Der berufliche Alltag stellt immer höhere Anforderungen an uns. Erfolgreich und gesund bleibt, wer damit umzugehen weiß. Entspannung ist ein wichtiger Baustein.

Von: Johannes W. Steinbach

Ausgebrannt

Etwas, das viele Menschen kennen: Sigrun M., Marketingassistentin eines mittelständischen Unternehmens, möchte in zehn Tagen ihren wohlverdienten Jahresurlaub antreten. Doch bis dahin ist ja noch so viel zu erledigen: die Planung eines anstehenden Messeauftritts ihres Arbeitgebers, der Entwurf einer entsprechenden Pressemappe, die Überarbeitung der Unternehmens-Website, die Einweisung der Urlaubsvertretung – und so weiter und so fort.

Völlig geschafft „rettet“ M. sich nach Erledigung all dieser Arbeiten in den Urlaub. Doch zwei Wochen Sonne, Ruhe und Ausspannen wirken wahre Wunder: M. schöpft neue Energie und kehrt erholt und entspannt an ihren Arbeitsplatz zurück. Soweit alles normal.

Anders die Situation beim Burnout, dessen Behandlung wie die der Depression in ärztliche Obhut gehört. Es handelt sich nämlich um ein langfristiges „Ausgebrannt sein“ nach anhaltender Überforderung, das sich meist jobbezogen über einen längeren Zeitraum entwickelt und eben nicht allein durch einen Urlaub zu beheben ist. Ein solcher Burnout gilt vielmehr als mögliche Vorstufe einer Depression, die letztendlich alle Lebensbereiche betreffen würde.

Burnout = Vorstufe zur Depression?

Im Gegensatz zu depressiv Erkrankten können von einem Burnout betroffene (bzw. bedrohte) Menschen aus eigenem Antrieb allerdings vielfach noch etwas an ihrer Situation ändern. Zum Beispiel mittels dem von vielen Krankenkassen ganz oder teilweise finanzierten Erlernen eines Entspannungsverfahrens, das Betroffenen hilft, ihren stressigen Alltag besser bewältigen zu können. Denn häufig geht es in erster Linie genau darum: Eine konkrete Bewältigungsstrategie zu entwickeln, damit es nicht auch noch zu Folgeerscheinungen wie Schlafstörungen usw. kommt, die das Problem zusätzlich verschärfen würden.

In diesem Zusammenhang besonders wichtig ist, das für sich individuell am besten geeignete Entspannungsverfahren zu finden, um auch wirklich dauerhaft am Ball zu bleiben. Denn nicht jedem Mensch liegt jedes Verfahren gleich gut, weshalb wir Ihnen an dieser Stelle einige gängige Verfahren vorstellen möchten:

Autogenes Training gegen Burnout:

Mittels passiver Konzentration werden Muskeln, Kreislauf und vegetatives Nervensystem autosuggestiv (selbstbeeinflussend) entspannt. Diese Entspannung sowie deren positive Wirkung auf zahlreiche Organfunktionen ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren (www.dg-e.de) wissenschaftlich belegbar.

Progressive Muskelentspannung bei Burnout:

Bei diesem auch unter dem Namen „Tiefmuskelentspannungstraining nach Jacobson“ bezeichneten Verfahren werden einzelne Muskelgruppen gezielt an- und nach kurzer Zeit wieder entspannt. Dadurch sollen Blutdruck und Pulsfrequenz sinken, der Organismus zur Ruhe kommen und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.

Auch Qigong kann bei Burnout helfen:

Bei dieser fernöstlichen Methode sollen spezielle Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen den Energiefluss im Körper regulieren bzw. harmonisieren.

Biofeedback gegen Burnout:

Der Übende lernt, autonome Körperfunktionen wie Pulsfrequenz oder Hirnströme willentlich zu beeinflussen. Das Biofeedback kann deshalb sowohl als eigenständiges Verfahren als auch zur Unterstützung sonstiger Entspannungsverfahren eingesetzt werden.

Yoga:

Bei diesem indischen Verfahren geht es darum, bestehende Blockaden anhand geistiger und körperlicher Übungen aufzuspüren und zu beseitigen; außerdem ein Gespür für die eigene Lebensenergie zu entwickeln und diese Aufmerksamkeit in den Alltag zu integrieren.

Entspannungsverfahren für mehr Stabilität

Wie eine entsprechende Prophylaxe bzw. begleitende Behandlung eines Burnouts mittels Entspannungsverfahren aussehen kann, erklärt Expertin Sabine Meier am Beispiel Yoga: „Bei einem vorliegenden Burnout hat sich der Betroffene aus der Sicht des Yoga sehr weit von seinem eigenen Wesenskern entfernt und ist nicht mehr in der Lage, sich wiederzufinden“, erläutert die Yogalehrerin aus Konz. „Damit das erst gar nicht passiert, können entsprechende Körperübungen helfen, ein Gespür für sich selbst und die eigenen Grenzen zu entwickeln“, sagt Meier. „Die dabei eingenommenen Körperhaltungen führen wieder zurück zur Wahrnehmung der eigenen Sinne, um den Geist wieder auf das Wesentliche fokussieren zu können.“ Besondere körperliche Voraussetzungen benötige man dazu nicht.

Ein solches Entspannungsverfahren stellt jedoch nur einen (wenn auch wesentlichen) Baustein der sogenannten Ordnungstherapie dar, zu deren bekanntesten Befürwortern hierzulande u. a. Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) zählte. Dieser ganzheitliche Therapieansatz verfolgt ein gesundes Gleichgewicht in allen relevanten Lebensbereichen wie Bewegung, Ernährung und Erholung, um Körper und Geist zu stabilisieren bzw. zu konsolidieren und so einem Burnout vorzubeugen bzw. diesen zu therapieren.

Ein weiterer sinnvoller Baustein kann der Einsatz von Phytotherapeutika (pflanzliche Arzneimittel) sein. Aus naturheilkundlicher Sicht bieten sich etwa Johanniskraut (Hypericum perforatum), Baldrian, Hopfen oder Melisse an.

Je nachdem, welche Burnout-Beschwerden im Vordergrund stehen. So hat etwa das Johanniskraut vor allem stimmungsaufhellende Wirkung, während Baldrian eher schlaffördernd wirkt. Die Auswahl an entsprechenden freiverkäuflichen Kapseln, Tabletten oder Tropfen, die einen oder mehrere dieser Wirkstoffe enthalten, ist groß.