Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Symptome des Burnout-Syndroms erkennen

Komplexes Beschwerdebild bei Burnout

Kaum ein Zustand zeigt ein derart komplexes Beschwerdebild wie das Burnout-Syndrom. Je weiter der Prozess voranschreitet, desto fataler die Auswirkungen auf Körper und Seele.

Von: Inge Behrens

Burnout hinterlässt psychische & körperliche Spuren

Burnout ist das Resultat eines langwierigen Prozesses, der zur totalen Erschöpfung führt. Da das Syndrom sich ganzheitlich auf allen Ebenen auswirkt und somit Spuren auf Geist, Körper und Seele hinterlässt, weist es eine höchst komplexe Symptomatik auf. Wie der erfahrene Internist Dr. med. Volker Schmiedel sagt, läuft die Erkrankung Burnout nicht immer gleich ab, sondern jeder habe "seinen individuellen" Burnout.

So können bei einem Patienten bereits in der Anfangszeit körperliche Symptome auftreten, sodass es beispielsweise zu Herzrhythmusstörungen oder Verdauungsproblemen kommt; bei einem anderen Betroffenen zeigen sich die Symptome zunächst nur auf der psychischen und mentalen Ebene. Erst in der späteren Erschöpfungsphase leiden die Betroffenen unter körperlichen Beschwerden. Mediziner und Therapeuten bewerten die körperlichen Symptome meist als psychosomatische Beschwerden. Denn sie gehen davon aus, dass diese eine seelische Ursache haben.

Seelische und mentale Symptome des Burnout-Syndroms

Erste Hinweise, die für das Ausgebranntsein sprechen, können Verhaltensänderungen sein. Menschen, die zuvor ausgeglichen und besonnen waren, neigen nun zu Hyperaktivität und Ungeduld. Sie sind innerlich unruhig und können kaum noch abschalten. Subjektiv haben die Betroffenen das Gefühl, einfach keine Zeit mehr zu haben. „Komm doch mal runter oder schalte mal einen Gang zurück“, möchte man ihnen zurufen.

Da die Entwicklung der Erkrankung von Mensch zu Mensch jedoch sehr unterschiedlich sein kann, können sich auch schon recht früh schwere psychische Probleme zeigen. So kann der Betroffene – scheinbar aus dem nichts – unter Panikattacken und Angstzuständen leiden.

Burnout-Gefährdete wirken desinteressiert und ihre Gefühle stumpfen ab

Auffällig ist auch, dass sie nicht mehr so teilnahmsvoll und empathisch wie zuvor sind. Je weiter der Prozess voranschreitet, desto mehr stumpfen sie emotional ab; sie scheinen förmlich zu erkalten. Im späteren Verlauf kann sich sogar eine gewisse Neigung zu Sarkasmus und Zynismus bemerkbar machen. Die Betroffenen sind labiler als zuvor und leiden unter Stimmungsschwankungen.

Wer von Burnout bedroht ist, verhält sich oft sehr widersprüchlich

Tatsächlich ist der Umgang mit Menschen, die vom Burnout gefährdet sind, nicht immer einfach. Da viele unter Angstzuständen leiden, werden sie einerseits immer egozentrischer; andererseits sind sie wiederum kaum in der Lage, ihre Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und auszudrücken, geschweige denn anderen gegenüber zu vertreten.

Die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse mit den berechtigten Interessen anderer in Balance zu bringen, fällt Burnout-Geplagten umso schwerer, je weiter das Leiden voranschreitet. Zugleich ist es ihnen unmöglich, anderen Menschen Grenzen zu setzen, Mehrbelastung an Arbeit abzulehnen und auch mal „nein“ zu sagen. Jedem Konflikt gehen sie möglichst aus dem Weg und ihre Entscheidungsfähigkeit lässt spürbar nach.

Es ist wenig verwunderlich, dass das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein im Verlauf des Leidens stetig abnehmen. Betroffene entwickeln einerseits schneller als gewöhnlich Schuldgefühle andererseits neigen sie nun auch öfter zu Schuldzuweisungen und Selbstmitleid.

Gedächtnisschwäche und Konzentrationsstörungen sind symptomatisch für Burnout

Mental macht sich ein beginnendes Burnout zunächst durch Konzentrations-störungen und eine gewisse Vergesslichkeit bemerkbar. Es fällt den Betroffenen immer schwerer, komplexe Aufgaben zu erfüllen. Waren sie zuvor überengagiert, initiativ und interessiert, sind sie in der sich ausbreitenden Erschöpfungsphase immer weniger belastbar und fühlen sich nun schnell überfordert. Oft wirken sie unausgeschlafen und übermüdet.

Auch ihr Vermögen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, nimmt peu à peu ab. Sie sträuben sich gegen organisatorische Umstellungen oder neue Anforderungen und Aufgaben. Zugleich sind sie der gewohnten Tätigkeiten überdrüssig und langweilen sich schnell. Ihr Verhalten entbehrt nicht gewisser Widersprüche. So interessieren sie sich immer weniger für ihren Beruf und gehen ihren Aufgaben nur noch unmotiviert nach, zugleich haben sie aber auch Angst, zu versagen.

Typische körperliche Beschwerden bei Burnout

Körperlich zeigt sich die Erschöpfung durch eine sonderbare und vor allem zunehmende Infektanfälligkeit.

Ständige banale Erkältungen und Grippeinfekte - können ein Warnsignal sein.

Viele Beschwerden sind Folge von Störungen des vegetativen Nervensystems

Magen- und Darmbeschwerden wie Reizdarm, Schlafstörungen sowie Schwindel und Übelkeit, können ernstzunehmende Signale des Körpers dafür sein, dass das vegetative Nervensystem bereits gestört ist. Weitere alarmierende Warnzeichen dafür sind Atembeschwerden; Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen sowie Herzklopfen oder -rasen.

Die schwere Phase des Burnout-Syndroms

In der letzten Phase des Burnout-Syndroms klagen die Betroffenen über chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit und fühlen sich durchweg niedergeschlagen und matt. „Am Schluss drohen sogar rasche Erschöpfbarkeit und schließlich regelrechte Kraftlosigkeit“, weiß Burnout-Experte Dr. med. Volker Faust.

Oliver Kahn, Torhüter der erfolgreichen Fußballmanschaft von Bayern München hat diesen Risikozustand eindringlich beschrieben: Geistig und körperlich sei gar nichts mehr gegangen, erklärte der einstige Weltklasse-Torhüter im Interview mit Sandra Maischberger.

Ich bin morgens aufgewacht und wusste nicht mehr, wie komme ich jetzt eigentlich zum Training? Wie schaffe ich es überhaupt, im Haus die Treppe runterzukommen.

Er sei geistig und körperlich am Ende gewesen. Dass der Fußballprofi diese Situation als „ganz fatal und gefährlich“ empfunden habe, als seine sprühende kraftstrotzende Vitalität förmlich versiegte, kann man sich leicht vorstellen.

Niedergeschlagen, pessimistisch & negativ

So fühlen sich Menschen, die total erschöpft und ausgebrannt sind

Aber nicht nur Hochleistungssportler, sondern jeder Normalbürger fühlt sich existentiell bedroht, wenn seine Fähigkeiten auf allen Ebenen spürbar nachlassen. Der Mediziner Volker Faust hat ein sonderbares Phänomen bei seinen Patienten beobachtet, bei denen das Burnout-Syndrom bereits fortgeschritten war.

Sie sind nach außen müde, matt und abgeschlagen, innerlich fühlen sie sich aber unruhig, nervös und gespannt, mitunter sogar reizbar und gelegentlich aggressiv. So etwas hat man früher sehr treffend als reizbare Schwäche bezeichnet.

Der Endzustand sei erreicht, wenn Menschen extrem schnell frustriert, leicht kränkbar und ständig niedergeschlagen sind. Ihre Sichtweise ist pessimistisch und negativ. Sie wirken völlig entmutigt und werden immer fatalistischer. Viele Betroffene ziehen sich – oft auch verbittert – von ihren Mitmenschen zurück und verhalten sich ihnen gegenüber zunehmend intolerant.

Während sie früher sehr engagiert und begeisterungsfähig waren, empfinden sie nun alles als vollkommen sinnlos. „Man erkennt diese Menschen angesichts ihres früheren Auftretens kaum wieder“, so der erfahrene Burnout-Experte Dr. Faust.