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Weitere Therapien: Rückenschmerzen

Was sonst noch hilft

Heilpflanzen und wichtige Verhaltensregeln helfen bei Rückenschmerzen. Hier finden Sie weitere wichtige Therapiekomponenten: die Naturheilverfahren und die Schulmedizin. Auch mit Hilfe der Ernährung kann man Rückenschmerzen entgegenwirken.

Ernährung

Jedes überflüssige Kilo belastet den gesamten Halteapparat, insbesondere die Wirbelsäule. So kommen zur Volkskrankheit Übergewicht häufig ganz automatisch auch noch Rückenschmerzen hinzu. Eine kalorienreduzierte Ernährung ohne übertriebenes Hungern ist die sinnvollste Maßnahme. Natürlich ist es im Augenblick eine unangenehme Einschränkung, aber nach einer Weile fühlen Sie sich besser, ausgeglichener und fitter. Finden Sie mehr Informationen unter Abnehmen.

Entzündungsneigung und Essen

Rückenschmerzen werden unter anderem durch Entzündungen ausgelöst (wie etwa entzündliche Abnutzung (Arthritis) und Rheuma). Immer dann kippt der Stoffwechsel in Richtung Entzündung. Auch dann kann man mit Nahrungsmitteln eingreifen. Fleisch – insbesondere fettes – sollte reduziert werden, dafür darf es mehr Fisch sein. Die Fischöle lindern die Entzündung. Daneben sind Omega-3 ungesättigte Öle aus Pflanzen (Lein-, Raps-, Hanföl) wertvolle Bestandteile der Ernährung. Finden Sie mehr Informationen unter Ernährung bei Rheuma.

Anti-Krampf-Diät

Entzündungen und Krämpfe bei den Rückenschmerzen übersäuern den Stoffwechsel. Hier bringen pflanzliche Lebemsmittel (Obst, Gemüse, Vollkorn) basische Mineralien in den Körper. Vor allem grünes Gemüse ist reich an Magnesium, welches Krämpfen vorbeugt. Magnesiumreiche Lebensmittel sind neben Milchprodukten auch Vollkornprodukte, Nüsse, Obst (Bananen, Kirschen und Pflaumen) und Gemüse (Karotten, Kartoffeln). Auch magnesium-reiche Mineralwässer sind auf dem Markt erhältlich.

Naturheilverfahren bei Rückenschmerzen

Bewegungstherapie

Bei Rückenschmerzen, die nicht durch Beschädigung von Wirbelsäule und Bandscheiben herrühren, steht die Bewegung ganz oben. Sie ist immer noch der „Klassiker“ bei Rückenschmerzen.

Wenn die Muskeln am Rumpf falsch belastet sind, kommt es zu Verspannungen. Ist die Lebensführung zusätzlich sehr monoton, drohen Verkrampfungen. Bei bewegungsarmer Lebensweise erschlaffen manche Muskeln des Rumpfes. Die Wirbelsäule wird dadurch nicht mehr stabilisiert. Durch eine situationsgerechte Bewegungstherapie können die Muskeln wieder gezielt aufgebaut werden sowie „gesunde“ Bewegungsabläufe einstudiert werden. Aber nicht nur die Bewegungstherapie auch Yoga (Viniyoga), Feldenkrais und Stretching-Übungen verbuchten einen eindeutig positiven Effekt. Manchmal liegt das Problem auch an der schwachen Bauchmuskulatur.

Leider beenden viele Menschen das Üben wieder, wenn es ihnen besser geht. Dies ist ein bedeutender Grund für die Rückfälle bei Rückenschmerzen.

Rückenschule

Lernen Sie, wie Sie sich trotz belastender Bewegungen optimal bewegen. In der Rückenschule werden sowohl theoretische Kenntnisse über den Rücken vermittelt, als auch individuell zugeschnittene Anregungen, wie der Alltag verbessert werden kann. Des Weiteren können hier auch psychische Faktoren bei Rückenschmerzen wie Angst, Vermeidung, Stress und Entspannung angesprochen werden.

Ordnungstherapie

Rückenschmerzen weisen Sie darauf hin, etwas zu ändern. Fangen Sie mit Ihrem Arbeitsplatz an, Sie verbringen viel Zeit dort! Der Trick dabei ist die Konsequenz. Kümmern Sie sich also täglich um Ihren Rücken.

Arbeitsplatz

Moderne Arbeitsplätze im Büro haben überwiegend monotone Bewegungen. Gerade hier kommt es zu Rückenschmerzen durch Verspannungen und Spannungsschmerzen. Man sollte nicht nur auf eine optimale Arbeitsplatzgestaltung achten, sondern auch auf eine optimale Sitzhaltung und wechselnde Sitzpositionen. Dadurch vermeidet man Rückenschmerzen durch einseitige Belastungen der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur. Auch die Lage von Tastatur, Bildschirm und Sitzfläche muss richtig eingestellt werden. Sinnvolle Tipps zur Arbeitsplatzgestaltung finden sie unter „ergo-online®“: Grundkurs Büroalltag!

  • Beim Kauf von Bürostühlen sollte man auf ein Prüfsiegel achten (z. B. GS-Zeichen, Prüfsiegel vom TÜV, BG-PRÜFZERT).
  • Am effektivsten sind verstellbare Büromöbel. Der Bürosessel sollte bei Rückenschmerzen gefedert sein und wechselnde Sitzhaltungen ermöglichen.
  • Wer viel sitzt, sollte den Rücken durch regelmäßiges Nutzen der Rückenlehne entspannen. Sie sollte so eingestellt sein, dass auch der untere Rücken gestützt werden kann. Die Rückenlehne sollte leicht nach hinten geneigt sein oder beim Anlehnen nach hinten nachgeben.
  • Bei Ihrem Stuhl sollte bei Rückenschmerzen die Sitzfläche gerade oder leicht nach vorne geneigt werden. Sie können sich auch einfach ein Keilkissen besorgen. Dadurch wird die Wirbelsäule aufgerichtet und die Bandscheiben geschont. Auch ein Kissen im Rücken begünstigt ein leichtes Hohlkreuz.
  • Tätigkeiten am Bildschirm sollten bei Rückenschmerzen idealerweise auch mit anderen – bewegungsintensiveren – Arbeiten abwechseln. Stehen Sie mindestens einmal pro Stunde auf.

Entspannung für Rücken und Seele

Rückenschmerzen sind ganz oft durch psychische Faktoren mitverursacht. Die Betreffenden haben häufig verlernt, sich nach (Fehl-) Belastungen zu entspannen. Dabei könnte man mit einfachen Übungen die Muskulatur lockern. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren, dass Sie anspricht, wie zum Beispiel Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training, Meditation, Körperorientierte Therapieverfahren, Yoga, Qigong.

Entspannende Verfahren werden in den Leitlinien ausdrücklich als Option bei chronischen Kreuz- und Rückenschmerzen geführt.

Fühlen und Verstehen: Biofeedback

Eine sehr neue Methode nutzt die Computer und Sensortechnologie. Dabei greift man Zustände am Körper ab und stellt sie graphisch dar. Damit schlägt das Verfahren die Brücke zwischen unbewussten Mechanismen und der bewussten Steuerung. Mit Hilfe von Biofeedback kann die Muskelspannung bei Rückenschmerzen am Bildschirm sichtbar gemacht werden. Aufgabe an den Patienten ist die Einübung bewusster Entspannung und auch den Erfolg kann er sofort und direkt am Bildschirm sehen.

Balneotherapie

Der Körper wird im Wasser und vor allem im Salzwasser leichter, so dass auch Bewegungen die Wirbelsäule weniger belasten. Im Bewegungsbad kann man trotz Rückenschmerzen also Muskeln unter minimal belastenden Bedingungen trainieren. Das entspannt nicht nur, sondern erleichtert den Kraftaufbau. Sinnvoll sind auch Bäder in Heilwässern mit Radon (Rheuma), Thermalwasser, Solewasser, Peloide und Fangopackungen.

Wärmetherapie: Krämpfe weg wärmen

Wärme wird bei Rückenschmerzen nicht nur als angenehm empfunden, sie hat nachweislich eine muskelentspannende Wirkung. Wärme kann auch von außen ganz einfach zugeführt werden: Badewanne, Sauna, Heißluft, Kurzwellenbehandlung, Rotlicht, Heizkissen, Wärmflaschen, feuchtheiße Wickel, Heublumensack, Fango-Packungen. Im Gegensatz dazu ist Kälte (in Form von Auflagen und Wickeln) nicht zu empfehlen.

Klick und eingerenkt: Chirotherapie

Daneben gehört die Chirotherapie (Osteopathie oder manuelle Medizin) zu der medizinischen Standardversorgung bei Rückenschmerzen. Dabei werden durch vorsichtige Mobilisations- und Manipulationsbehandlung Fehlstellungen von Wirbeln behoben. In einigen Fällen kann der Therapeut mit wenigen gezielten Handgriffen und mit einem meist deutlich hörbaren Knacken den Schmerz schnell beseitigen. Die Wirksamkeit von Osteopathie und Chirotherapie wurde in ersten wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Auf Dauer aber muss gezielte Gymnastik die geforderten Muskeln aufbauen.

Viele Betroffene schwören aber auf das Einrenken und Ausrichten wie die Dorn-Breuss-Therapie. Die Maßnahme lohnt sich immer bei „unkomplizierten“ Rückenschmerzen. Kleine einrenkende Effekte haben oft eine große Wirkung. Daneben bemüht sich Rolfing intensiv um die richtige Körperhaltung und bezieht dabei auch das Bindegewebe und Schwerkraft mit ein. Auch hier gibt es viele glühende Anhänger, gerade auch unter den Sportlern. Die Daten dazu lassen noch auf sich warten.

Auch zu Bowen, Craniosacraltherapie und Shiatsu liegen kaum Untersuchungen vor. Ein abschließendes Urteil ist daher nicht möglich.

Massage

Massage ist bei den Patienten sehr beliebt. Hier kann man sich in einer passiven Rolle entspannen. Massagen werden vor allem dann verordnet, wenn die Rückenschmerzen länger bestehen. Menschliche Berührung oder überhaupt Zuwendung hat oftmals eine psychisch ausgleichende Wirkung. Aber Massage wird als „alleiniges Heilmittel“ vermutlich nicht viel ändern. Dazu sind eigene Aktivitäten notwendig. Offizielle Leitlinien lehnen Massage bei akuten Rückenschmerzen ab, da sie die Passivität unterstützt. Bei chronischen Beschwerden liegt eine eingeschränkte Empfehlung vor. Was zählt ist die Einbindung in ein vielseitiges Konzept.

Ergotherapie

Das bedeutet übersetzt so viel wie „Arbeitstherapie“. Gemeint ist hier aber die Schulung alltäglicher Fähigkeiten zum Beispiel in Form von Bewegungsschulung aber auch Kunst-, oder Werkangeboten. Damit möchte man verhindern, dass die Einschränkungen die Selbstständigkeit bedrohen. Auch bei der Rehabilitation bei chronischen Kreuzschmerzen kann gezielte Arbeit dazu dienen wieder im Alltag anzukommen.

Rücken und Seele: Psychotherapie

Selten ist ein realer Schaden hinter dem Rückenschmerz, häufiger ist die Seele der Grund. Stress führt zur Rückenschmerzen, verschlimmert vorhandene Schmerzen oder verzögert das Abklingen. Bei Rückenschmerzen sollte man auch immer seelische Belastungen durch ungünstige Verhältnisse abklären. Besonders bei chronischen Schmerzen muss man dies berücksichtigen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Verhaltenstherapie oder andere Psychotherapien. Die kognitive Verhaltenstherapie findet ausdrückliche Zustimmung der Leitlinien.

Traditionelle Chinesische Medizin: Akupunktur, Moxibustion

Positive Studien über die Wirksamkeit von Akupunktur gibt es derzeit nur bei Knie- und Rückenschmerzen. Gerade bei Verspannungsschmerzen ohne Befund ist Akupunktur sehr aussichtsreich! Unterstützend zur Akupunktur setzt man auch Moxibustion ein. Dabei wird die Haut gezielt an bestimmten Punkten erwärmt.

Akupunktur gilt in der alternativen Medizin als aktivierende Reiztherapie, die Schulmedizin sieht darin eine passive Maßnahme. Auch wegen des hohen personalen Aufwands steht sie ihr eher ablehnend gegenüber. Immerhin ist Akupunktur bei unterem Rückenschmerz („LWS-Syndrom“) mittlerweile oft Kassenleistung.

Strom

Strom führt zu einer Erwärmung – der Muskel wird besser durchblutet. Erst bei guter Versorgung kann sich der Muskel entspannen. Des Weiteren führt er zu einer Dämpfung der Nervenaktivität. Das ermöglicht eine Erschlaffung des Muskels sowie Linderung der Schmerzwahrnehmung. Soweit die Theorie. In der Regel wird die Maßnahme bei Rückenschmerzen mit aktivierenden Verfahren kombiniert.

Strom wird zum Beispiel bei der „Interferenzstromtherapie“ „Transkutanen Elektrischen Nerven-Stimulation (TENS)" und bei der „Perkutanen Elektrischen Nervenstimulation (PENS)" eingesetzt. Das letzte Verfahren kann man auch der Akupunktur zuschlagen, denn er reizt gezielt die Akupunkturpunkte mit Strom.

Die Wirksamkeit bei Rückenschmerzen ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen, weshalb sie in den offiziellen Leitlinien keine Empfehlung erhalten. Viele Patienten aber verspüren eine lindernde Wirkung durch TENS. Sogar viele Krankenkassen erstatten eine ärztlich verordnete TENS-Therapie. Geräte können geliehen werden.

Beim Stangerbad (auch Hydroelektrisches Bad) wird ein leichter Gleichstrom in das Badewasser geleitet. Man empfindet auf der Haut nur ein leichtes Kribbeln. Dem Wasser können weitere Zusätze aus verschiedenen Pflanzen beigegeben werden (siehe Phytotherapie). Das Verfahren ist ebenfalls Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenkassen bei Rückenschmerzen.

Neuraltherapie

Die Neuraltherapie verwendet Lokalanästhetika zur Behandlung gereizter Nerven. So können eventuell auch (Nerven-)Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule mit der Neuraltherapie positiv beeinflusst werden. Das Betäubungsmittel unterbricht dabei oft lange bestehende Reiz-Reaktionsmuster. So gibt es eine gewisse Chance, dass sich der Körper an die Zeit vor den Schmerzen erinnern kann. Die Studienlage dazu ist aber nicht ausreichend.

Nicht empfohlen

Wegen fehlender Wirknachweise werden von offizieller Seite bei Rückenschmerzen nicht empfohlen, weil die Beweise für die Wirkung fehlen: Kurzwellendiathermie, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie und Ultraschall.

Schulmedizin

Der Kernpunkt der Schulmedizin bei Rückenschmerzen liegt auf einer diagnostischen Abklärung der Ursachen. Bei der Diagnose unspezifischer Rückenschmerzen liegt die Hauptarbeit in der Beratung. Der Mediziner sollte den Patienten genau aufklären, was er für Möglichkeiten hat und dass es eigener Aktivität bedarf. Er wird den Patienten auch gegebenenfalls der psychischen/psychosomatischen Grundversorgung zuführen.

Kurze Ruhepause

Vorübergehend ist eine entlastende Lagerung im Bett sinnvoll. Kurzfristig zur Überbrückung leichterer Rückenschmerzen kann das Schmerzmittel Paracetamol genommen werden (Tabletten).

Schmerzbehandlung

Wenn akute Rückenschmerzen vorliegen, hat die Schmerzreduktion Vorrang. Sie kann dem Patienten helfen, möglichst schnell wieder aktiv zu werden und ein rehabilitatives Bewegungsverfahren aufzunehmen. Auf Dauer ist der Konsum von Schmerzmitteln nicht praktikabel.

Heute gibt es ein großes Schmerzmittelsortiment mit unterschiedlichsten Prinzipien.

  • Entzündungslindernde Mittel (NSAR= Nicht Steroidale Antirheumatika) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Steroide sind in der Wirkung oft nicht wirklich befriedigend und haben häufig Nebenwirkungen. Dennoch werden sie in den offiziellen Leitlinien bei Rückenschmerzen empfohlen.
  • Neue Schmerzmittel aus der Klasse der „analgetischen Ionenkanalmodulatoren“ (wie Flupirtin) greifen direkt an den Nerven (Ionen) an und führen zu Schmerzlinderung und oft auch Verbesserung der Durchblutung. Flupirtin wird aber von den Leitlinien negativ bewertet.
  • Muskelrelaxantien legen den Muskel vorübergehend lahm und entspannen ihn dadurch (Beispiele Methocarambol Orphenadrin Tizanidin). Man kann sie bei nichtspezifischen Kreuzschmerzen anwenden.
  • Wenn alle Stricke reißen, greift man zu Opioiden. Schwache Opioide wie Tramadol und Tilidin/Naloxon werden meist bevorzugt, da sie das Suchtrisiko reduzieren. Starke Opioide sollten bei Rückenschmerzen nur in bestimmten Fällen und möglichst nur im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes verwendet werden.

Die Medikamente werden bei Rückenschmerzen häufig auch lokal injiziert, was aber nur erfolgen soll, wenn keine Alternative besteht. Einzelne Nerven der Wirbelköper können durch Injektionen gezielt ausgeschaltet werden. Insbesondere NSAR wie Diclofenac dürfen nicht mehr in den Muskel gespritzt werden. Wenn möglich ist eine Einnahme in Tablettenform zu bevorzugen.

Gegebenenfalls kann ein Antidepressivum (z. B. Amitryptilin) die Schmerztherapie bei Rückenschmerzen sinnvoll unterstützen.