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Symptome und Diagnose bei Scheidenentzündungen

Woran erkennt man eine Scheidenentzündung?

Scheidenentzündungen melden sich mit unangenehmen Schmerzen. So ist nicht nur der Geschlechtsverkehr schmerzhaft, auch das Wasserlassen oder schon einfaches Gehen macht sich unangenehm bemerkbar. Dazu kann Brennen oder Juckreiz kommen.

Symptome

Ein besonderes Hilfsmittel bei der Diagnostik ist die Qualität des „Fluor genitalis“. Darunter versteht man den normalen, unblutigen, schleimigen Ausfluss aus der Scheide. Er ist eine normale Erscheinung und wird während des weiblichen Zyklus mehr oder weniger stark produziert. Kurz vor dem Eisprung, sowie vor dem Einsetzen der Regelblutung nimmt er zu. Gesunder Schleim ist immer geruchlos. Auch wenn manchmal (Eisprung, hohe Östrogenwerte oder sexuelle Erregung) eventuell dünne Blutfäden im dünnflüssigen und geruchlosen Schleim beigemengt sind, ist das noch völlig normal.

Die Beschaffenheit, seine Farbe und Geruch des Scheidenschleims sollte man selbst beständig kontrollieren. Er zeigt ziemlich zuverlässig verschiedene Zustände und Krankheiten an:

  • braun, rot (blutig), wässrig: Tumor
  • gelb, gelblich, schleimig zäh: Befall durch verschiedene Parasiten
  • gelb-gelblich-übelriechend-eitrig: Gonorrhö
  • gräulich, dünnflüssig, wässrig: Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Infektion durch das Bakterium Haemophilus vaginalis oder Bakteriokokken
  • grau-weißlich, homogen, Geruch nach fauligem Fisch: Vaginose, bakterielle Entgleisung durch Gardnerella vaginalis
  • grünlich-gelblich, schaumig: Trichonomaden-Infektion
  • übermäßiger Ausfluss, klar und geruchlos: Stress, Polypen am Gebärmutterhals
  • weißlich-gelb, bröckelig: Pilzinfektion (wie durch den pathogenen Hefepilz Candida albicans)

Neben dem Ausfluss sind häufig auch unangenehme Gefühle wie Brennen, Jucken und Schmerzen vorhanden – oft auch in Verbindung mit Geschlechtsverkehr oder dem Einführen von Tampons.

Achtung: Nicht jede Infektion äußert sich über eine Scheidenentzündung. Darum ist die Veränderung des vaginalen Ausflusses noch wichtiger.

Wann zum Arzt

Wenn der Ausfluss bei Scheidenentzündung unangenehm riecht, blutig oder verfärbt ist, sucht man besser einen Arzt auf. Werden Infektionen nicht behandelt, kann sie von der Scheide auf die Gebärmutter und Eierstöcke übergreifen. Das kann auch dauerhafte Schäden (Unfruchtbarkeit, Krebs) nach sich ziehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt für Schwangere. Infektionen können das Kind gefährden und führen mitunter zu Frühgeburten.

Weiterhin problematisch sind alle Wucherungen oder Warzen im Geneitalbereich.

Übrigens einige Infektionen (Chlamydien und bakterielle Vaginose) sind ganz frei von Symptomen. Doch ergeben sich daraus oft Probleme für die Fruchtbarkeit. Darum ist eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt nie verkehrt.

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Bei der Diagnostik erfolgt normalerweise eine gründliche Aufnahme der Krankheitsgeschichte.

Wichtige Kriterien sind dabei:

  • Eigenschaften und Geruch des vaginalen Ausflusses
  • Zykluseigenschaften: Dauer, Stärke, Zeitpunkt, Menstruationsbeschwerden oder Zwischenblutungen
  • Art, Ort und Stärke der Schmerzen
  • Geschlechtsverkehr und Verhütung
  • Schwangerschaften und Geburten
  • zurückliegende gynäkologische Erkrankungen, Verletzungen und Operationen
  • vermehrte Harnwegsinfektionen

Zur gynäkologischen Untersuchung werden bei Scheidenentzündungen die äußeren und inneren Bereiche des Intimbereichs inspiziert. Diese Untersuchung wird in der Regel auf einem gynäkologischen Stuhl durchgeführt. Mit zwei so genannten Spekula (Spekulum: rinnenförmiger Haken) wird der Scheidenausgang gedehnt, so dass das Scheidengewölbe sowie die Öffnung der Gebärmutter (Muttermund oder Portio) sichtbar werden. Wichtige Kriterien sind die Farbe und Beschaffenheit der Schleimhaut, des Schleims und Veränderungen wie Warzen und Polypen.

Bei einem Verdacht auf Infektionen oder Krebs ist die Untersuchung eines Scheidenabstrichs ein wichtiges Hilfsmittel. Mit einem Stäbchen wird von der Schleimhaut etwas Sekret abgenommen. Bei einem Verdacht auf eine Infektion wird bei Scheidenentzündung eine Kultur angelegt, um den Keim zu bestimmen. Routinemäßig wird der Abstrich auch mikroskopisch untersucht, um krebsartig veränderte Zellen aufzuspüren. Über die Bestimmung des Säurewerts kann auf eine Entgleisung der natürlichen Besiedlung geschlossen werden.

Bei häufigen Scheideninfektionen sollte immer auch abgeklärt werden, ob eine Schwächung des Abwehrsystems vorliegt.