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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hat weitreichende Konsequenzen auf den gesamten Stoffwechsel.

Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone produziert, was sich negativ auf den Stoffwechsel auswirkt. Welche Aufgaben die Schilddrüse hat, was genau bei einer Hypothyreose passiert und wie die Behandlung (auch naturheilkundlich) aussieht, erfahren Sie hier!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Schilddrüsenunterfunktion kompakt: Die wichtigsten Fakten

Die Schilddrüse: Wo liegt sie, welche Aufgaben hat sie?

Die Schilddrüse gehört zu den Organen, die Hormone produzieren. Diese Stoffe sind schon in kleinsten Mengen wirksam und haben weitreichende Wirkungen auf die Körperfunktionen. Die meisten Menschen wissen nicht genau, wo sie liegt. Man kann sie aber leicht finden, wenn man am Hals fühlt. Die Schilddrüse schmiegt sich an die Luftröhre und lässt sich unter dem dominanten Schildknorpel des Kehlkopfes ertasten.

Wie ist sie aufgebaut?

Illustration der Schilddrüse: Das schmetterlingsförmige Organ liegt unterhalb des Kehlkopfes.

Die Schilddrüse hat in etwa die Gestalt eines Schmetterlings, mit zwei Lappen und einer zentralen Verbindung. Betrachtet man das Gewebe unter dem Mikroskop, besteht es aus unzähligen winzigen Bläschen, den Follikeln. Aktiv sind die Zellen der Follikelwand.

Die Zellen produzieren die Schilddrüsenhormone (Thyroidhormone) und geben sie auf Vorrat in kleinen Paketen ab („Kolloid“).

Merken sollte man sich hier die Hormone Tyroxin und Trijodthyronin. Tyroxin enthält 4 Jodmoleküle und wird daher mit T4 abgekürzt, Trijodthyronin 3 Jodmoleküle (AbkürzungT3). Die Zusammensetzung der Hormone erklärt auch den hohen Jodbedarf der Schilddrüse.

Warum ist sie wichtig? Welche Aufgaben hat sie?

Die Schilddrüsenhormone regulieren im Körper wichtige Stoffwechselvorgänge. Da geht es in erster Linie um den Energiehaushalt, aber auch um das Management von Mineralien:

Grundfunktion

  • Die Hormone T3 und T4 aktivieren den Abbau von Speicherstoffen aus dem Muskel oder Fett. Dabei wird Energie frei, uns wird warm, die Muskeln wollen arbeiten und das Herz schlägt schneller.
  • Schilddrüsenhormone steigern den Eiweißaufbau im Muskel und fördern damit die Anpassung des Muskels an eine gesteigerte Belastung.
  • Über den Kalorienverbrauch reguliert die Hormonproduktion der Schilddrüse indirekt das Körpergewicht und die Blutfette (Cholesterin).

Spezialfunktion

  • Über Calcitonin und Parathormon (aus der Nebenschilddrüse) steuert die Schilddrüse den Haushalt des Minerals Calcium und den Knochenstoffwechsel.

Schwanger und fruchtbar
  • Die Schilddrüse ist für die Schwangerschaft unentbehrlich, passt sie doch den Stoffwechsel an den vermehrten Energiebedarf an. Fehlt diese Funktion, ist die Entwicklung des Kindes gefährdet. Aber auch bei Männern beeinflusst die Schilddrüse die Sexualfunktion.
Kinder und Heranwachsende

  • Bei Heranwachsenden reguliert die Schilddrüsenfunktion die Entwicklung: Die Schilddrüsenhormone sind nicht nur für das Größenwachstum entscheidend, sondern auch für die Entwicklung des Gehirns. Darum werden heute alle Neugeborenen auf die Funktion der Schilddrüse untersucht.

Wie funktioniert die Schilddrüse?

Ganz klar, dass die Schilddrüsenfunktion genau reguliert und immer wieder neu angepasst werden muss. Die Funktion des obersten Wächters übernimmt das Gehirn.

  1. Im Hypothalamus (ein Bereich des Zwischenhirns) wird ein besonderes Hormon produziert, das „Thyreotropin releasing Hormon“ oder kurz TRH.
  2. Das TRH greift in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) an. Dort regt es die Bildung des „Thyroid Stimulating Hormons“ an (TSH).
  3. Das TSH macht sich über das Blut auf den Weg zur Schilddrüse und bewirkt dort die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen.

Für den korrekten Ablauf müssen also drei Prozesse Hand in Hand arbeiten.

Im Gehirn wird dann die exakt vorhandene Menge der Schilddrüsenhormone genau registriert. Ist ausreichend vorhanden, verhindert eine negative Rückkopplung eine weitere Ausschüttung an TRH und TSH.

Schilddrüsenunterfunktion: Formen und Ursachen

Was ist das? Was passiert mit der Schilddrüse?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist die Hormonproduktion der Schilddrüse zu schwach. Dann verlangsamt sich der Stoffwechsel. 

In der Regel verläuft der Beginn schleichend und äußert sich mit unspezifischen Symptomen wie Unlust, Antriebsverlust und Müdigkeit. Bewegung und Denken ist bei diesem Hormonmangel verlangsamt. Den Menschen kommt schlichtweg das Interesse am Leben abhanden. Eine Reihe von körperlichen Symptomen weist auf Hypothyreose hin.

Schweregrade: Leichte und schwere Störungen

Je nachdem wie stark der Hormonmangel ist, unterscheidet man verschiedene Schweregrade.

Bei einer versteckten (latenten) Hypothyreose schafft es die Schilddrüse, normale Werte an Schilddrüsenhormonen zu produzieren und es treten keine schweren Beschwerden auf. Das Problem äußert sich eher indirekt: Dann ist das Regelhormon TSH erhöht, weil die Schilddrüse eine höhere Aktivität für den Hormonausstoß braucht.

Bei der ausgeprägten (manifesten) Schilddrüsenunterfunktion fallen im Blut die niedrigen T3 und T4 Werte auf. Dann treten auch schwerere Symptome auf, weil der Hormonmangel nicht mehr kompensiert wird. Diese schweren Zustände kann man aber mit künstlichem (naturidentischen) Thyroxin behandeln („Levothyroxin“).

Welche Arten von Schilddrüsenunterfunktion gibt es?

Je nachdem wo die Hauptstörung liegt, unterscheidet man verschiedene Formen von Hypothyreose.

Primäre Hypothyreose

Bei dieser Form erkrankt die Schilddrüse selbst. Sie kommt mit der Hormonproduktion nicht nach und stellt nur wenige Hormone her. 

Typisch ist diese Erscheinung bei Jodmangel. Manchmal wurde die Schilddrüse in der Entwicklung nicht angelegt oder ist zu klein. Bei einer Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) ist direkt das Gewebe geschädigt. Zum Beispiel greift der Körper selbst manchmal sein eigenes Gewebe an und zerstört es. Man spricht in diesem Fall von einer Autoimmunerkrankung. Dazu gehören Erkrankungen wie Morbus Hashimoto.

Sekundäre und tertiäre Schilddrüsenunterfunktion

Manchmal liegt die Ursache für die Störung im Gehirn. Bei einigen Nervenerkrankungen fehlt das Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), welches die Schilddrüsenaktivität steuert (TSH). 

Bei der tertiären Hypothyreose liegt der Fehler in der übergeordneten Schaltzentrale im Hypothalamus (und Mangel an TRH) und die Hypophyse wird nicht angeregt.

Welche Ursachen für Hypothyreose gibt es?

Die Schilddrüse reagiert beständig auf die Bedingungen, die auf den Körper einwirken. Daher schwankt auch die Hormonproduktion. Einfache Gründe für niedrige Werte könne Fasten, schwere körperliche Arbeit oder hohes Alter sein. Davon abgesehen sind einige Ursachen an ernsthaftem Hormonmangel beteiligt.

Mangelsituationen

Jodmangel: Jod wird direkt in die Schilddrüsenhormone eingebaut. Ohne Jod kein Hormon - lautet die einfache Konsequenz.

Jodbelastung: Überhöhte Jodmengen (Kontrastmittel, Desinfektionsmittel wie Povidon-Iod, Medikamente wie Amiodaron) lösen Regulationsprozesse aus, welche die Jodaufnahme drosseln und damit vorübergehend auch die Hormonproduktion.

Erkrankungen

Entzündung: Autoimmune Angriffe auf die Schilddrüse erzeugen eine Entzündung. Je nach Stadium und Art des Angriffs wächst oder schrumpft die Drüse, zeigt sich eine Über- oder Unterfunktion.

Problem Nerven: Die relevanten Zentren im Gehirn müssen die Drüse exakt steuern. Liegt ein Geschwulst, eine Blutung, Entzündungen oder eine Durchblutungsstörung vor, kann die Kontrollfunktion ausfallen. Auch Antikörper im Blut können das TSH abfangen.

Vererbt oder falsch entwickelt

Angeborene Schilddrüsenstörungen: Spontane Veränderungen der Gene und Entwicklungsstörungen kommen immer wieder vor. Dann kann die Schilddrüse fehlen oder fehlerhaft angelegt sein. Sind die Hormonrezeptoren fehlerhaft, reagiert der Körper nicht, auch wenn die Schilddrüse Hormone herstellt.

Medizinisch gewollt

Medizinisch notwendige Blockade: Bei einigen Erkrankungen mit Schilddrüsenüberfunktion ist eine Gewebezerstörung medizinisch gewollt. Dann wird durch eine Operation an der Schilddrüse und eine Radiojodtherapie das Gewebe verringert oder durch Thyreostatika die Aktivität blockiert.

Medikamente: Viele Arzneistoffe verändern die Schilddrüsenwerte. Das muss der Arzt bei der Diagnose berücksichtigen. Probleme bereiten zum Beispiel beta-Blocker, Glukokortikoide (Cortison), Lithium und Blutverdünner (Dicumarol). Sprechen Sie bei Schilddrüsenproblemen mit Ihrem Arzt über die eingenommenen Medikamente.

Schilddrüsenunterfunktion: Diagnose

Wie wird eine Hypothyreose diagnostiziert?

Schilddrüsenunterfunktion kann nur der Arzt feststellen. Er wird bei einem begründeten Verdacht (siehe Symptome) zunächst etwas Blut abnehmen.

Blutuntersuchung: Man kann im Blut die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmen. Daneben wird bei Bedarf das regulierende Hormon aus der Hirnanhangdrüse (TSH) überprüft. Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenentzündung sucht man im Blut nach Antikörpern, die das Schilddrüsengewebe angreifen. Bei Hypothyreose sind Anti-TgAK und Anti-TPO-AK relevant (bei Hyperthyreose auch die TRAK).

Achtung: Oft sind die Schilddrüsenhormone selbst noch nicht zu niedrig.

Erste Anzeichen einer Hypothyreose liefern die erhöhten TSH-Werte!

Hormon* oder Antikörper

Normaler Bereich

Entwicklung bei Hypothyreose

TSH

0,4 bis 2,5 mU/l

erhöht, über 10 behandlungsbedürftig

freies T3** (fT3)

3,5 - 9 pmol/l oder

0,2 - 0,4 ng/dl

erniedrigt oder gleich (leichte Hypothyreose)

freies T4** (fT4)

10-23 pmol/l odet

0,8 - 2,0 ng/dl

erniedrigt oder gleich (leichte Hypothyreose)

Anti-TgAK (MAK)

<100 U/ml

über 200 U/ml bei Hashimoto

Anti-TPO-AK (TAK)

< 80 U/ml

über 150 U/ml bei Hashimoto

TRAK

< 9 U/l

normal

*Es sind verschiedene Einheiten gebräuchlich. Auch die Werte schwanken je nach Labor, darum sind auch die Referenzbereiche manchmal unterschiedlich. Hier ist eine ärztliche Bewertung gefragt.

**Die Schilddrüsenhormone sind fast vollständig an Trägerproteine gebunden. Nur ein kleiner Teil ist frei und aktiv. Das eigentlich wirksame Hormon ist das „freie“ Hormon (fT4, fT3) und nicht das gesamte Hormon.

Urinuntersuchung: Jodmangel weist man am Jodgehalt des Urins nach.

 Jod im Urin

 Bewertung

 150-250 µg/g Kreatinin

 Normalwerte

 50-100 µg Jod/g Kreatinin

 mäßiger Jod-Mangel

 10-50 µg Jod/g Kreatinin

 deutlicher Jod-Mangel

 <10 µg Jod/g Kreatinin

 schwerer Jod-Mangel

Ultraschall (Sonografie): Mit Schall lässt sich das Schilddrüsengewebe und die Größe von außen und ohne Verletzung beurteilen. Mit den neuen Doppler-Verfahren sieht man über den Blutfluss sogar indirekt die Schilddrüsenaktivität. Daneben kann man bei Veränderungen und Knoten den exakten Ort zu einer Gewebeentnahme ansteuern.

Biopsie: In einigen Fällen ist es notwendig, das Gewebe genauer zu kontrollieren. Dabei wird mit einer Nadel an verdächtigen Stellen Gewebe eingesaugt. Damit lassen sich Tumor, mikrobiologische Infektionen und entzündliche Vorgänge feststellen.

Szintigrafie: Es gibt verschiedene Stoffe, die selektiv in die Schilddrüse aufgenommen werden. Man markiert sie radioaktiv und kann dann auch die Schilddrüsenaktivität genauer quantifizieren.

Kann man einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen?

Noch immer ist der Jodmangel eine der häufigsten Ursachen für Schilddrüsenunterfunktion. Der Arbeitskreis „Jodmangel“ der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) gibt an, dass in Deutschland mehr als 20 Mio. Menschen unter Kropfbildung („Jodmangelstrumen“) oder knotige Schilddrüsenveränderungen leiden, die durch eine ausreichende Jodversorgung vermieden werden könnten.

Handlungsbedarf: Deutschland ist Jodmangelgebiet

In der modernen Landwirtschaft werden Tiere heute oft mit ausreichend Jod versorgt, so enthalten tierische Produkte (Milch und Eier) oft schon etwas Jod. Hohe Werte findet man aber nur in allen Produkte aus dem Meer. Sie sollen deshalb 1-2-mal pro Woche auf den Tisch.

Jodhaltige Nahrungsmittel

  • Fisch, Meeresfrüchte Krustentiere, Meeresalgen
  • Lebertran
  • Milchprodukte, Eier
  • jodiertes Speisesalz

Erwachsene haben einen Jodbedarf von 180-200 μg/Tag. Gesunde Menschen können bei der empfohlenen Ernährung genügend Jod aufnehmen und müssen keine Supplemente schlucken. Veganer sollten immer jodiertes Speisesalz verwenden. Schwangere haben einen erhöhten Jodbedarf. Es empfiehlt sich daher auf Supplemente zurückzugreifen. Bei Hypothyreose bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ist ärztlicher Rat angebracht.

Jodfänger unter den Nahrungsmitteln

Einige natürliche Inhaltsstoffe aus Nahrungsmitteln fangen Jod ab. Damit können sie – wenn sie zu den Hauptlebensmitteln gehören – Jodmangel verstärken und zu Kropfbildnern werden.

Problematisch ist rohes Kohlgemüse in hohen Mengen (Kohlrabi, Rosenkohl, Weißkohl, Blaukraut, Broccoli, Grünkohl). Kochen inaktiviert die kropfbildenden Substanzen zum großen Teil. Roh verzehrt werden dagegen Senf, Rettich, Radieschen und Kapuzinerkresse. Wegen der Schärfe wird man ohnehin nur wenig davon essen wollen.

Die weiteren Gefährder Bittermandeln, Hirse, Manjok und Süßkartoffeln stehen bei uns eher selten auf dem Speiseplan. Doch ist die Cyanid-Aufnahme über Zigarettenrauch bei uns ein Thema. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Rauchen Jodmangel verschlimmert und subklinische Hypothyreosen begünstigt.

Walnüsse, Erdnüsse und Cashewkerne sind nur als gelegentlicher Snack geeignet.

Auch Soja sollte nicht die einzige Proteinquelle in der Nahrung sein. Bei Hypothyreose verzichtet man aus Sicherheitsgründen besser ganz darauf. Ansonsten sind nach Einschätzung der EFSA (European Food Safety Authority) die Gefahren für Gesunde nach der Datenlage eher gering.

Ab in die Sonne - vielleicht beugt Vitamin D vor

Ob man Autoimmunerkrankungen vorbeugen kann, wird kontrovers diskutiert. Neuere Ergebnisse lassen annehmen, dass eventuell eine ausreichende Vitamin D-Versorgung Hashimoto vorbeugen könnte.

Kinderwunsch/Schwangerschaft bei Schilddrüsenunterfunktion

Wenn eine Frau schwanger wird, finden viele einschneidende hormonelle Änderungen statt. Die Schilddrüsenfunktion ist hier keine Ausnahme. Früher haben Frauen am Hals ein sehr straff gezogenes Band getragen. Wenn es zu eng wurde, war das ein erstes Zeichen, dass die Schilddrüse aktiv wird. Die Schilddrüse sorgt nämlich dafür, dass der Körper für das wachsende Leben mehr Energie bereitstellt.

Schon bei leichter Hypothyreose kann die Schilddrüse diese Mehrleistung nicht erbringen. Dies kann bei Frauen schon Probleme bereiten.

Hypothyreose – Unfruchtbarkeit

Der Energiehaushalt des Körpers ist eng mit der Fruchtbarkeit verbunden. Der Körper will damit verhindern, dass eine schwache Frau durch die Schwangerschaft belastet wird. So ist bei Hypothyreose oft der Zyklus gestört: Dann reifen die Eizellen nicht und es kommt zu Zyklusstörungen.

Wer mit Schilddrüsenerkrankungen schwanger werden möchte, sollte daher immer einen ärztlichen Rat einholen. Im gegebenen Fall ersetzt man die Schilddrüsenhormone über Tabletten, so dass eine Befruchtung erfolgen und sich das werdende Kind gut entwickeln kann.

Was passiert, wenn die Mutter Jodmangel hat?

Hatte die Mutter Jodmangel, kommen die Kinder oft mit Hypothyreose zur Welt.

Bei Hypothyreose der Mutter während der Schwangerschaft drohen Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen bis hin zur Fehl- und Frühgeburt. Im späteren Leben ist die pycho-neuronale Entwicklung gestört. Das kann auf lange Sicht auch Einfluss auf die Intelligenz des Kindes haben. Darum werden heute alle Neugeborenen daraufhin getestet.

Wie vermeidet man Jodmangel in der Schwangerschaft?

Schwangere haben einen höheren Jodbedarf von 230 µg pro Tag, Stillende sogar von 260 µg pro Tag. Jod ist häufig schon in den „Schwangerschaftsvitaminen“ enthalten. Dabei wird aber davon ausgegangen, dass man im Alltag eine gewisse Grundmenge an Jod aufnimmt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine für Sie und Ihre Ernährung geeignete Dosis.

Achtung:

  • Jodtabletten in der Schwangerschaft werden nicht mehr von den Kassen erstattet.
  • Jodreiche Nahrungsmittel können mit Jodsupplementen kombiniert werden.
  • Verschiedene jodhaltige Präparate/Tabletten sollte man nicht gleichzeitig anwenden.
  • Bei Schilddrüsenüberfunktion und Hashimoto nur Jod über die Nahrung aufnehmen und kein Extra-Jod schlucken.

Behandlung bei Hypothyreose: Homöopathie & Heilpflanzen

Schüßler-Salze für die Schilddrüse

Diese homöopathisch verdünnten Salze sind bei Schilddrüsenerkrankungen beliebt. Wissen muss man allerdings, dass die aufgenommenen Mengen dabei sehr gering sind. Echte Mangelzustände sind durch Schüssler-Salze nicht zu beheben. Die Therapeuten der Therapierichtung vermuten aber, dass durch die aufbereiteten Salze die Aufnahmekapazität des Körpers für die relevanten Mineralien steige.

Schulmedizinische Therapeuten glauben nicht an die Wirkung der Schüssler Salze, da die Beweise fehlen. Begleitend zu einer fundierten Therapie (zum Beispiel ein Jodersatz) ist gegen die Anwendung nichts einzuwenden.

  • Nr. 15 Kalium jodatum (D12) wird bei allen Arten von Schilddrüsenstörungen eingesetzt (Überfunktion, Unterfunktion oder Kropf).
  • Nr. 24 Arsenum jodatum (D6) soll stimulierend wirken, gerade bei Übergewicht. Es soll daneben auch die Jodaufnahme anregen.
  • Nr. 11 Silicea wählt man bei autoimmun bedingter Hypothyreose (Hashimoto). Zunächst beginnt man 4 Wochen mit D6 und wechselt dann auf D12.
  • Nr. 1 Calcium fluoratum ist das richtige Mittel bei einem Kropf (D12). Bei hartem Kropf wechselt man mit Nr. 11 Silicea ab (D12) ab.

Homöopathie

Homöopathische Mittel gegen Hypothyreose haben nur begleitende Funktion. Die Wirkung der hochverdünnten Präparate ist nicht bewiesen. Ausnahme sind geringe Verdünnungen im Bereich von D1-D4.

Vorrang hat bei einer behandlungsbedürftigen Hypothyreose die ärztlich verordnete Therapie.

Die homöopathischen Präparate werden nach ausführlicher Anamnese ausgewählt. Dabei zählen alle Symptome, auch die des Gemütes. In diesem Rahmen können nur die wichtigsten Mittel dargestellt werden.

Blasentang (Fucus vesiculosus)

Der Blasentang ist als jodhaltiges Mittel geeignet, Jodmangel zu beseitigen. Anzuwenden sind jedoch in diesem Fall die weniger verdünnten Formen (D1-D4). In dieser Menge ist er nach medizinischen Maßstäben wirksam. Es empfiehlt sich die begleitende Kontrolle der Schilddrüsenhormone, da sonst eine Schilddrüsenüberfunktion drohen könnte. Begleitend sollen keine weiteren Jodprodukte eingenommen werden um eine zu hohe Jodzufuhr zu vermeiden.

Anzeichen für das Mittel Fucus sind laut homöopathischer Lehre: gesteigertes Hungergefühl, Übergewicht, Kopfschmerzen („wie ein Ring über der Stirne“), sowie hartnäckige Verstopfung. Die Halsregion ist berührungsempfindlich und man sieht oft eine deutliche Vergrößerung der Schilddrüse. Kälte verschlimmert, Wärme bessert.

Efeu (Hedera helix; D6)

Dieses Mittel wird in der Homöopathie gewählt, wenn Halsbeschwerden vorherrschen. Der Bereich um die Schilddrüse spannt, es entsteht ein Engegefühl und Ziehen. Es besteht häufig Hunger, oft aber auch Übelkeit. Die Beschwerden verschlimmern sich gerade nachts und morgens. Frische Luft bessert das Befinden.

Graphit (Graphites; D12)

Dieses Mittel setzt die Homöopathie bei Hormonstörungen ein: Die Betroffenen leiden unter gedrückter Stimmung, Übergewicht und geringer Leistungsfähigkeit. Die Verdauung bereitet Probleme (Verdauungsbeschwerden mit Magenschmerzen, stinkende Blähungen, Verstopfung, knotiger Stuhl). Bei Frauen beobachtet man Regelanomalien (übermäßige oder ausbleibende Regel). Verbesserung morgens, Verschlechterung durch kalte Luft.

Schilddrüsen-Nosode (Thyreoidinum Nosode; D4):

Sie wird aus tierischen Schilddrüsen hergestellt. Die Ursubstanz enthält also Schilddrüsenproteine und Hormone, die nach homöopathischen Regeln verdünnt werden. In der Homöopathie erwartet man davon regulierende Funktionen zum Beispiel bei Schilddrüsenunterfunktion durch Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis).

Komplexmittel (z.B. Hewethyreon N)

Komplexmittel enthalten eine Reihe von schilddrüsenaktiven, homöopathisch verdünnten Bestandteilen. Mit Komplexmitteln möchte man die komplizierte Mittelwahl umgehen. Gemischt werden Bestandteile wie: Efeu, Jod, Echtes Herzgespann, Virginischer Wolfstrapp, Meeresschwamm (Spongia) und Thyreoidinum.

Heilpflanzen bei Schilddrüsenunterfunktion

Die meisten Heilpflanzen werden nur gegen die Symptome der Hypothyreose eingesetzt. Eigene Studien mit echten Hypothyreose-Patienten wurden noch nicht gemacht. Damit ist nicht gesichert, wie gut die Mittel anschlagen und wie sich das Nebenwirkungsprofil gestaltet. Behoben wird die eigentliche Grunderkrankung Hypothyreose nur durch den Ausgleich der Hormonsituation! Die unterschiedlichen Beschwerden können durch Heilpflanzen aber sehr wohl gebessert werden. Probieren Sie aus, welche Maßnahme Ihnen am besten hilft.

Wärmende Anregung mit Rosmarin

Bei Schilddrüsenunterfunktion frösteln die Patienten leicht. Durch den schwachen Kreislauf kommt das Blut kaum in die Extremitäten und die Haut. Sie ist blass und kalt. Auch die Wärmeproduktion des Körpers fällt schwach aus und die Muskeln sind steif und neigen zu Krämpfen. Dann helfen Bäder mit anregenden Badezusätzen wie Rosmarin. Sie wärmen den Körper und machen die Haut rosig.

Stärkungsmittel

Bei Hypothyreose geht buchstäblich die Kraft aus. Jede Umstellung wird zur Anstrengung. Das spricht für Stärkungsmittel und Adaptogene. Sie sollen dem Körper Regulationsprozesse erleichtern. Die Naturapotheke bietet eine ganze Reihe dieser Adaptogene, wie zum Beispiel GinsengMacaAstragalusRosenwurz und Taigawurzel.

Depression

Die Patienten mit Hypothyreose haben mit verschiedenen psychischen Entgleisungen zu kämpfen. Typisch für Schilddrüsenpatienten ist die gedrückte Stimmung und depressiven Neigung. Dann unterstützt Johanniskraut die Hormontherapie und bringt wieder Licht in den Alltag.

Aber Achtung: ohne Ergänzung von Tyroxin sind die Depressionen bei den Betroffenen oft therapieresistent.

Bei Anfangsstadien von Hashimoto ist mit Angstzuständen, Schlafstörungen und Herzrasen zu rechen. Bei nächtlichen Panikattacken und Unruhezuständen soll ein Extrakt aus der Passionsblume die Nachtruhe wiederherstellen.

Chronische Verstopfung

Nicht nur der Körper ist müde, auch die Darmbewegung macht bei Schilddrüsenunterfunktion schlapp. Leinsamenschleime machen den Stuhl gleitfähig und sorgen so für eine reibungslose Verdauung. Begleitend muss mindestens ein Glas Wasser aufgenommen werden, da die Samen zum Quellen viel Flüssigkeit brauchen.

Leider beziehen sich die Störungen auch auf Magen und Speiseröhre. Das zeigt sich in Magenbeschwerden und Sodbrennen. Ein Kombinationspräparat mit Bitterer Schleifenblume hat nachweislich einen deutlichen Einfluss auf die Eigenbewegung von Speiseröhre, Magen und Darm und kann bei den genannten Störungen versucht werden.

Viele Beschwerden, viele Angebote

Wundern Sie sich nicht, wenn hier jetzt ganz unterschiedliche Anwendungsgebiete fallen. Die Beschwerden durch Hypothyreose (gerade bei Hashimoto) sind recht umfangreich und schädigen oft mehrere Drüsenfunktionen. Betroffene und die gängigen Ratgeber empfehlen dann die typischen phytotherapeutischen Lösungen. Eigens getestet zur Indikation Hypothyreose sind die Heilpflanzen aber nicht.

Naturheilverfahren

Oberste Priorität hat die schulmedizinische Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion. Danach kommt die Naturheilkunde zum Zug. Die Naturheilverfahren wollen den schwachen Stoffwechsel wieder aktivieren. Dazu setzt man ganz bewusst reizende Verfahren ein.

In Bewegung kommen

Bei Hypothyreose läuft der Stoffwechsel auf Sparflamme. Herz und Muskeln bauen ab, so dass die müden Patienten im Alltag nur noch das nötigste schaffen. Wenn also die Mangelzustände ausgeglichen sind, muss die Fitness wiederhergestellt werden. Bewegung und Sport helfen bei der Anregung (Bewegungstherapie). Es profitieren gerade auch die Schwache Sauerstoffaufnahme, die Kraft des Herzens, die träge Darmbewegung und die Durchblutung.

Hydrotherapie

Bewegung ist die beste Vorbereitung auf die Wasseranwendungen (Hydrotherapie), denn ein frierender Organismus fürchtet kaltes Wasser. Man beginnt mit den Anwendungen sehr vorsichtig und steigert die Kälte erst nach einer Gewöhnungsphase. Ein ausgebildeter Therapeut sollte entscheiden, wie kräftige Warm/Kaltreize tolerierbar werden können. 

Zu Hause praktikabel sind:

  • ansteigende Arm- und Fußbäder: Dazu braucht man lediglich eine Wanne und ein Thermometer. Man beginnt mit Wasser kühler Temperatur und steigert sie, solange es angenehm ist.
  • kalte Waschungen: Wenn man morgens nach dem Schlaf gut durchwärmt ist, reibt man sich mit einem Waschlappen mit zimmerwarmem Wasser ab. Danach kann man sich – noch feucht – in einen Bademantel wickeln und nochmals zum Aufwärmen ins Bett schlüpfen.
  • Bad mit Abreibung: Auch in der Badewanne lässt sich die kalte Abreibung bestens anwenden, dann legt man sich einen nassen, kalten Wachlappen bereit und steht dafür kurz auf.
  • Kneippen stimuliert den Kreislauf und die Durchblutung sowie den Stoffwechsel. Es bekämpft Müdigkeit und ständiges Frieren. Dabei wird die Produktion von „braunem Fettgewebe“ gefördert, das für die Wärmeproduktion zuständig ist.

Kuraufenthalt

Meereswasser zeichnet sich durch seinen hohen Jodgehalt aus. Empfehlenswert bei Hypothyreose ist ein Kuraufenthalt am Meer (Balneotherapie oder Seebäder). Wer im Alltag darauf nicht verzichten will, nimmt Vollbäder mit jodhaltigen Badezusätzen. Auch die lokalen jodreichen Meeresprodukte sollten bei Jodmangel auf der Speisekarte nicht fehlen.

Bürstenmassage

Eine Bürstenmassage wirkt anregend auf den Kreislauf und eignet sich als Morgenroutine oder auch begleitend zu einem Vollbad. Sie brauchen lediglich eine weiche Bürste oder einen rauen Frotteewaschlappen. Bürsten mit Stil sind besonders praktisch, mit ihr erreichen Sie selbst versteckte Stellen am Rücken.
Neben der anregenden Wirkung verbessert Bürsten die Durchblutung und das Hautbild. Man beginnt immer mit herzfernen Regionen auf der rechten Seite und geht dann erst zur linken Seite über.

Neuraltherapie

Anzuwenden nur bei leichten Formen der Hypothyreose. Die Neuraltherapie geht davon aus, dass Störfelder die normalen Regulationsvorgänge behindern. Speziell bei der Unterfunktion würde man nach Störfeldern im kleinen Becken suchen. Zur Anregung der Umstimmung werden am oberen und unteren Ende der Schilddrüse Quaddeln gesetzt. Dabei wird ein Betäubungsmittel als Knötchen direkt unter die Haut gespritzt. Allerdings fehlen zur Neuraltherapie generell – nicht nur bei Schilddrüsenunterfunktion – die wissenschaftlichen Belege.

Akupressur und Akupunktur

Die Traditionelle Chinesische Medizin versteht unter Hypothyreose eine Regulationsstörung des Körpers (was es ja klinisch gesehen auch ist). Sie geht aber davon aus, dass sich die Regulation durch Reizung gewisser Körperpunkte wieder einrenken lässt. Gereizt wird mit dem Druck der Finger (Akupressur) oder stärker mit dem Stich einer Nadel (Akupunktur). Das Verfahren eignet sich nur bei latenten Formen oder begleitend zur Schulmedizin. Beweise für die Wirkung der Akupunktur bei Hypothyreose gibt es nicht.

Hier geht es zu den wichtigen Akupressurpunkten:

Ma 9: Der Punkt liegt links und rechts neben dem Kehlkopf. Man drückt sie gleichzeigt mit Zeigefinger und Daumen einer Hand. Der Punkt soll die Körperwärme regulieren und den Blutfluss zum Kopf.

Di 18: Man drückt den Punkt am Hals hier nur leicht, bis man den Herzschlag fühlt. Damit soll der Durchfluss der Energie vom Kopf zum Körper befreit werden.

Ren 20: Mit dem Mittelfinger auf das Brustbein drücken und tief in die Brust atmen. Hilft gegen schwache Lunge und Schilddrüse; Ren 22: In das Halsgrübchen drücken und während des Atmens die Schlüsselbeine heben und senken. Stärkt den Kreislauf zwischen Becken – Bauch – Brust – Schilddrüse – Hypophyse. Ren 23: Zwischen Hals und Kinn nur leicht drücken. Regt die Schilddrüse an und schickt Energie in Hände und Füße.

Du 14: Am Ende der Halswirbelsäule drücken. Anregung des Kehl-Chakras gegen Müdigkeit und Energiemangel.

N 7: Am Ende der Wade drücken, wo die Achillessehne beginnt. Aktiviert bei Leerzuständen über Nebennieren- und Sexualhormone.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen