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Weitere Therapien: Schlafapnoe

Was sonst noch hilft

Die wichtigsten Punkte in der Therapie und Verhaltensregeln gegen Schlafapnoe sollten beachtet werden. Ebenfalls ist die richtige Ernährung zu beachten. Zusätzlich können Naturheilverfahren und natürlich die Schulmedizin das Leiden lindern.

Ernährung

Mit Gewicht auf der Brust ist schwer atmen

Man braucht nicht viel Vorstellungskraft, um zu verstehen, dass Übergewicht auf der Lunge lastet und die Luftröhre quetscht. Außerdem verengt Fett im Halsbereich die Atemwege und mindert den Atemantrieb. In vielen Fällen ist eine Gewichtsreduktion ein wirksames Mittel gegen die Schlafapnoe. Doch nur wer auch das Gewicht halten kann, hat einen dauerhaften Vorteil! Dann fällt die Atemanstrengung für eine Lungenfüllung drastisch ab.

Atmen und Schlucken hängt zusammen

Oft ist nicht nur das System „Atmung“ betroffen. Auch eine Fehlregulation der Speiseröhre findet man bei den Patienten. Schlafapnoe ist daher oft mit Sodbrennen (Reflux) verbunden. Man sollte daher vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten einnehmen. Das Abendessen sollte leicht verdaulich und nicht fettreich sein.

Therapeutisches Kauen

Bei Schlafapnoe tut auch eine Überprüfung der Essgewohnheiten Not. Da heißt es langsam und gründlich zu kauen, bewusst und ruhig zu schlucken. Essen ist eine Hauptsache, die nicht neben Fernsehen oder Computerspielen erfolgen sollte. Kauen ist einerseits eine ausgezeichnete Antistressübung und andererseits wird die Stellung und Elastizität von Zunge, Gaumen und Schlund gestärkt.

Achtung! Moderne Kost ist meist weich und praktisch schon „vorgekaut“. Hamburger, Weißbrot, Kuchen, Suppen und weichgekochtes muss praktisch nur noch zerdrückt und geschluckt werden. Erst beim Kauen von Rohkost und Nüssen kann die Muskulatur zeigen, was sie kann. Nebenbei hilft pflanzliche Nahrung beim Abnehmen.

Naturheilverfahren bei Schlafapnoe

Gymnastik für die Zunge

Bei Schlafapnoe trainiert man die beteiligten Muskeln. Bei einer Sprechtherapie wird das Sprechen mit seinen Komponenten lustvoll neu entdeckt. Dabei soll erfahren werden

  • Wo die Stimme sitzt.
  • Welche Körperräume sie zum Klingen bringen.
  • Welche Laute die Zunge und den Gaumen beanspruchen
  • Welche Gestaltungsräume die Stimme hat.

Gefragt sind vor allem die im Gaumen gebildeten Laute G, K und H. Auch Übungen, welche ein energisches „Turnen“ von Zunge und Gaumen fördern, erhöhen die Spannkraft der Gaumensegel und die individuelle Sensibilität der Zunge. Außerdem bezieht man die menschliche Stimme mit ein. Der Vokal, welcher am stärksten den hinteren Gaumen formt und öffnet, ist das A.

Beim Sprechen kann man sich seiner Kraft und Präsenz bewusst werden. Das fordert nicht nur den Gaumen, auch Psyche und Selbstvertrauen profitieren davon.

Das „therapeutische Gedicht“ als Sprech-Gymnastik

Stabreim, Schüttelreim und Zungenbrecher – Dichtung kann Spaß machen und zusammen mit anderen Teilnehmern wird aus einer Pflichtübung manchmal auch ein Lacherfolg. Und natürlich stimuliert Lachen Atmung, Muskulatur und Sauerstoffsättigung.

Ganz anschaulich wird bei der praktischen Therapie wie die Stimme in Straffung und Wölbung des gesamten Mundraumes mit dem ein- und ausströmenden Atem zusammenarbeitet. Über Stimm- und Atemtherapie erreicht man spielend auch psychische Aspekte.

Physikalische Therapie

Ödemtherapie für die Atemwege

Bei bestimmten Gruppen von Schlafapnoe-Patienten kann man eine Zunahme von Wasser im Gewebe feststellen. Das Wasser in den Beinen ist ein indirekter Parameter hierfür. Es verteilt sich nachts auf den ganzen Körper und führt auch zum Anschwellen des Halses, was natürlich auch eine Verengung der Atemwege nach sich zieht.

Eine kleine Studie über Schlafapnoe-Patienten mit Ödemen zeigt, dass die Wassereinlagerung in den Beinen wirksam mit Stützstrümpfen bekämpft werden kann. Weniger Wasser im Gewebe vermindert auch das Anschwellen des Hals- und Nackenbereichs. Die Schlafapnoe-Anfälle während des Schlafes verringerten sich um 36 %. Auf lange Sicht müssen aber die Ursache der Wassereinlagerungen bekämpft werden. Dann überprüft man Herz, Gefäße und Nierenfunktion (Ödeme, geschwollene Beine).

Bewegungstherapie

Untersuchungen zeigen, dass nachts umso mehr Wasser im Gewebe von Schlafapnoe-Patienten eingelagert wird, je weniger sich die Betreffenden tagsüber bewegen. Vermeiden Sie daher eine sitzende Lebensweise. Außerdem unterstützen Sport und Bewegung den Erfolg einer Gewichtsabnahme. Die Beschwerden durch Schlafapnoe sind ein Signal Ihres Körpers: kommen Sie in Bewegung.

Naturheilverfahren, die bei Schlafapnoe helfen können

Schulmedizin

Wichtigstes Prinzip bei der Behandlung der Schlafapnoe ist die Behandlung der Grunderkrankung, wie etwa des Übergewichtes oder einer Herzinsuffizienz. Dadurch bessern sich die Atemaussetzer, mitunter verschwinden sie ganz. Darüber hinaus ist die Beatmungstherapie die gängigste Methode:

CPAP, Continuous Positive Airway Pressure

Man nennt dieses spezielle Verfahren gegen Schlafapnoe auch nächtliche nasale Überdruckatmung (Fragen zum Gerät?). Dabei wird über eine Atemmaske Luft mit erhöhtem Druck in die Atemwege gepumpt. Durch den leichten Überdruck kann man das Kollabieren der Atemwege bei obstruktiver Schlafapnoe effektiv vermeiden. Studien zufolge reduziert dies nicht nur die Müdigkeit tagsüber, sondern auch die Gedächtnisprobleme und Stoffwechselstörungen (Hyperlipidämie). Die meisten (immerhin 70 %) der Patienten profitieren von dieser Therapie, aber die Beatmungstherapie muss dauerhaft erfolgen, beim Absetzen kommt es wieder zu allen Problemen der Schlafapnoe.

Man muss aber mit einer Eingewöhnungszeit von etwa zwei Wochen rechnen, nicht allen gelingt das. Um das häufig bemängelte Austrocknen der Luftwege zu verhindern, empfiehlt sich ein Luftbefeuchter. Viele Patienten setzen trotzdem die (teuer angeschafften) Geräte wieder ab, weil die Geräusche des Geräts, der lokale Druck im Gesicht oder Überdruck in der Nase zu sehr stören. Dennoch gilt dieses Verfahren als die beste verfügbare Methode gegen obstruktive Schlafapnoe.

Unterkiefer-Protrusionsschiene

Andere Fälle können durch eine Aufbissschiene behoben werden. Damit soll erreicht werden, dass der Unterkiefer nach vorne verlagert wird. Die Folge ist eine Vergrößerung des Rachenraums und eine Anspannung im Gewebe. Die Methode kann aber nur bei leichten Fällen von Schlafapnoe zum Einsatz kommen.

Operative Verfahren

Wenn im Bereich der Nase Verwachsungen oder die Anatomie die Atmung behindern, kann eine Operation die Ursache beseitigen. Behandelt werden können die Schwellkörper in den Nasenmuscheln, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder auch Polypen. Ob dadurch alleine die Schlafapnoe behoben werden kann, ist bisher nicht belegt worden.

Bei einem anderen Verfahren gegen obstruktive Schlafapnoe werden die Gaumenmandeln entfernt, das Zäpfchen verkürzt und der weiche Gaumen gestrafft. Die Erfolgsrate des Verfahrens liegt bei 50 %.

Bei schwerwiegenden anatomischen Problemen – wenn der Kiefer sehr klein ist – können Ober- und Unterkiefer operativ nach vorne verlagert werden.

Tracheotomie – Luftröhrenschnitt

Wenn die Hindernisse im Atemraum nicht überwindbar sind, ist ein Luftröhrenschnitt am Hals die beste Lösung. Dabei wird ein Tubus in die Luftröhre geschoben. Tagsüber verschlossen, wird er zum Schlafen geöffnet. Das Verfahren kommt aber in der Schulmedizin seit der Einführung von CPAP nur noch in seltenen und sehr schweren, nicht anders behandelbaren Fällen von Schlafapnoe zum Einsatz.

Elektrische Muskelstimulation

Dieses noch experimentelle Verfahren setzt Stromimpulse ein, um die Muskulatur des Rachens zu aktivieren. Die Medizintechnik wird derzeit gegen Schlafapnoe geprüft, ist aber noch nicht ausgereift. Experimentiert wird auch in Deutschland (Charité – Universitätsmedizin Berlin, Schlafmedizinisches Zentrum der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim).

Medikamentöse Therapie

Es gibt Versuche, die Schlafapnoe mit Hilfe von Medikamenten zu beheben. Auch hier fehlen noch die entsprechenden Studien zur Wirksamkeit.

Protriptylin wird in leichten Fällen zur Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt. Dieser Wirkstoff, der eigentlich gegen Depressionen eingesetzt wird, verkürzt die Schlafphase mit den meisten Apnoe-Attacken (REM-Schlaf = Traumschlaf). Nebenbei hat es eine kräftigende Wirkung auf die Muskulatur des Halses. Auch mit Atmungsstimulantien wie Theophyllin kann bei Patienten mit Herzinsuffizienz und zentraler Atemproblematik eine Besserung beobachtet werden.

Präparate, die einer Verstopfung der Nase entgegenwirken (Dekongestionsmittel zum Beispiel Schnupfensprays, Gele, Kortison-Nasensprays), eignen sich nicht für einen Dauereinsatz gegen Schlafapnoe.

Blutdrucksenkung:

Bei schwerer Schlafapnoe hat die Druckbeatmung während der Nacht einen senkenden Effekt auf den Blutdruck. In anderen Fällen muss man zusätzlich medikamentös eingreifen. Sinnvoll sind ACE-Hemmer (Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril, Achtung: können zu trockenen Atemwegen und chronischem Husten führen), AT1-Blocker (z. B.: Losartan, Valsartan), Medikamente zur Gefäßerweiterung wie Calciumantagonisten und Betablocker.

Der Behandlungserfolg sollte bei Schlafapnoe regelmäßig überprüft werden. Am Anfang zweimal im Jahr, später reicht eine Kontrolluntersuchung alle ein oder zwei Jahre aus.