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Schlafstörungen

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Schlaflosigkeit: Welcher ist Ihr Schlafstörer?

Für Schlafstörungen gibt es viele Ursachen. Der Maßnahmenkatalog gegen Schlafprobleme ist daher vielfältig.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Die innere Uhr

Unsere Welt nimmt keine Rücksicht auf eine Tag- und Nachtgrenze, nutzt grelles Licht und Aufputschmittel. Das stört die innere Uhr, die normalerweise durch die Sonne gesteuert wird – Schlafstörungen sind vorprogrammiert. Dazu bedrängt Stress die Nachtruhe: er macht vor Dunkelheit keinen Halt. Nur wer wach bleibt, kann sich gegen nächtliche Gefahren verteidigen – so war es von der Natur geplant. Dabei sind heutige Bedrohungen nicht mehr handfest, sondern meist psychischer Natur. Um den eigenen Schlafstörern auf die Spur zu kommen, muss man sich oft einiges eingestehen. Doch wer diese Ursachen aktiv angeht, findet zur erholsamen Nachtruhe zurück! Begleitend empfiehlt sich die Behandlung mit pflanzlichen Präparaten.

Behandlung bei Schlafstörungen: Naturheilkunde und Hausmittel

Die gesamte Natur lebt nach vorgegebenen Rhythmen, wer aus dem Takt gerät hat ein Problem. Nur wie kommt man zurück zum natürlichen Schwingen? Am einfachsten durch natürliche Reize wie Bewegung, Licht und Temperatur. Darüber hinaus haben Schlafstörungen zahlreiche andere Ursachen. Der Maßnahmenkatalog gegen Schlafstörungen ist daher vielseitig und berücksichtigt Körper, Psyche und Umwelt. Manchmal muss man detektivischen Spürsinn entwickeln, um zu einer ungestörten Nachtruhe zurückzufinden.

Auch pflanzliche Arzneimittel sind eine lohnenswerte Alternative. Sie stören die natürliche Schlafarchitektur nicht, in dieser Hinsicht helfen sie besser als Schlaftabletten gegen Schlafstörungen. Sie machen außerdem nicht süchtig und haben tagsüber keine narkotischen Effekte. Die passende Heilpflanze wählt man, je nachdem welcher Aspekt des Schlafens verbessert werden soll.

Schlaflosigkeit wegen ängstlicher Unruhe?

Als neue Hoffnung bei ängstlicher Unruhe gibt es ein pflanzliches Arzneimittel mit patentiertem Lavendelöl. Es macht tagsüber nicht müde und hat keinen Gewöhnungseffekt. Die Alltagsängste nehmen ab, Entspannung ist wieder möglich. Das vertreibt auch Schlaflosigkeit.

Heilpflanzen

Einschlafstörungen

Bei leichteren Einschlafstörungen ist die Behandlung mit pflanzlichen Präparaten geeignet. Durchschlafstörungen sprechen geringer darauf an.

Am stärksten bei Einschlafstörungen wirken Präparate mit Baldrian und Hopfen. Lavendel und Melisse sind dagegen schwächer wirksam. Oft werden verschiedene Extrakte in den Präparaten gegen Schlafstörungen gemischt, Passionsblume eignet sich besonders gut als Kombinationspartner. Allerdings hat sich gezeigt, dass empfindliche Menschen Präparate mit nur einem Pflanzenextrakt besser vertragen.

Achten Sie auf eine längere Anwendung: Man sollte die Mittel in ausreichender Dosierung regelmäßig einnehmen. Bei Baldrian ist zum Beispiel mindestens 400-600 mg Trockenextrakt notwendig. In klinischen Studien gegen Schlafstörungen wurden oft Tagesdosen von 600 bis 1000 mg Baldrian-Trockenextrakt eingesetzt. Die Menge wird über den Tag verteilt, die Hälfte der Dosis sollte aber etwa 30 Minuten vor der Nachtruhe eingenommen werden.

Durchschlafen

Bei Schlafstörungen dieser Art wirkt Baldrian in hohen Dosen noch am besten, andere pflanzliche Präparate sind hier oft nicht optimal. Die Unterstützung mit anderen Maßnahmen ist hier besonders wichtig.

Depressiv?

Kommt zu den Schlafstörungen eine depressive Komponente hinzu, ist Johanniskraut oder ein Kombinationsprodukt damit besser geeignet.

Depressive Personen leiden häufig an Schlafstörungen. Sie haben nicht nur einen Mangel am Glückshormon Serotonin, sondern auch zu wenig von dem verwandten Schlafhormon Melatonin. Die Afrikanische Schwarzbohne (Griffonia) soll dieses Problem beheben.

Informieren Sie sich hier, wie die Naturheilkunde bei depressiver Verstimmung helfen kann.

Schlaflosigkeit wegen Angst?

Bei Angststörungen hat man in der Vergangenheit Kava-Kava empfohlen. Allerdings wurde die Zulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) widerrufen, dabei wirkte es sehr gut bei Schlaflosigkeit. Es gibt gute Gründe, warum die Entscheidung revidiert werden sollte. Ersatzweise kann man auch hier auf Johanniskraut zurückgreifen.

Schlafstörung durch Erkältung?

Bei fieberhaften Erkrankungen, Schmerzen und Entzündungen wirken Präparate mit Weidenrinde (Salicis cortex) und Mädesüß ähnlich wie Aspirin und fördern auch den Schlaf. Alternativ nimmt man Lindenblüten oder Fieberklee. Wer der Homöopathie vertraut, greift zu einem Präparat mit Eisenhut.

Sanft

Besonders sanft wirken Schlaftees mit Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Pfefferminze, Pomeranzenschalen, Passionsblumenkraut, Lavendelblüten oder Johanniskraut.

Schwanger und schlaflos

Schwangere können es mit zehn Tropfen Lavendelöl in einem fetthaltigen Nahrungsmittel wie Sahne gegen ihre Schlafstörungen versuchen.

Durchschlafen trotz Baby

Bei kleineren Kindern ist ein sanftes Schlafritual besonders wichtig. Außerdem sind schwache Mittel wie Melissen- und Kamillentee geeignet. Sie wirken gleichzeitig krampflösend auf die Verdauung. Früher hat man Säuglinge oft auch auf „Hopfen- oder Lavendelkissen“ gebettet. Nach heutigem Wissen war und ist dies bei Schlaflosigkeit durchaus sinnvoll.

Dran bleiben: dauerhaft anwenden

Bei der Einnahme pflanzlicher Medikamente ist zu beachten, dass sich die volle Wirkung meist nicht sofort entfaltet. Die Präparate müssen mindestens für zwei Wochen eingenommen werden, am besten auch tagsüber. Wenn man generell weniger angespannt ist, fällt man leichter in den Schlaf...

Homöopathische Mittel bei Schlafstörungen

Ambra (Ambra): Schlafstörungen wegen Nervosität, Sorgen und Angstzuständen, Empfindlichkeit oder Schüchternheit, Erröten, Hysterie, Überarbeitung, schwache Nerven und Vergesslichkeit im Alter: Stabilisierung des seelischen Gleichgewichts.

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): Schlafstörungen durch Herz- und Kreislaufstörungen, dem peripheren Nervensystem, lebhafte und robuste Menschen. Schlafstörungen nach Schreck, auch Unruhe und Angst, bei Herzklopfen oder fiebrigem Infekt.

Brechnuss (Nux vomica): Schlafstörungen, Reizbarkeit, bei Alkohol-Kater, exzessives Leben. Morgens unausgeschlafen, unlustig, verkatert, sehr reizbar. Schlaflos von 02-05 Uhr.

Damiana (Turnera diffusa): Neurasthenie, Schlaflosigkeit wegen Nervosität, Niedergeschlagenheit, Verkrampfung und Verspannung, Spannungskopfschmerzen.

Hafer (Avena sativa): Rekonvaleszenz, bei Schwäche, bei Schlaflosigkeit und Erschöpfungszustände, Folgen von Stress, Sorgen, Drogen.

Kaffee (Coffea): Einschlafstörungen bei Ideenfülle, geistiger Anstrengung, nach großer Erregung, nervöser Reizbarkeit oder Kaffeegenuss.

Kockelskörner (Anamirta cocculus): Erschöpfung nach gestörter Nachtruhe, Schlafmangel, für erschöpfte, sehr empfindliche, reizbare, depressive, Menschen.

Pikrinsäure (Acidum picrinicum): Bei Depressionen, Migräne und bei Schlafstörungen, überarbeitete Menschen mit Schlafmangel, Ermüdung bei geistiger Arbeit.

Tollkirsche (Bella Donna): Fieber und Fieberphantasien, starke Unruhe, Aggressivität. Man stöhnt oder schreit im Schlaf, Schlafstörungen in der Schwangerschaft.

Weißdorn (Crataegus): Schlafstörungen durch Herz- und Kreislaufstörungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit (besonders bei alten Leuten).

Schüßler-Salze

(Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt)

Nr. 14. Kalium bromatum D6 Bei nervösen Beschwerden (z.B. Schlafstörung und Kopfschmerzen) oder Beschwerden der Schilddrüse (Überfunktion, Unruhe, Bluthochdruck, Abmagerung).

Nr. 7. Magnesium phosphoricum D6 Probleme beim Einschlafen wegen Gedankenflut, Gedanken drehen sich im Kreis.

Nr. 5. Kalium phosphoricum D6 Bei Problemen der Nerven und der Muskeln: Nervosität, Melancholie bis zu Schlafbeschwerden, Gedankenflut.

Nr. 22. Calcium carbonicum D6 Bei unruhigem Schlaf mit heftigen Träumen.

Nr. 21. Zincum chloratum D6 Unruhe, Hyperaktivität und Depressionen zur Unterstützung der ärztlichen Behandlung.

Nahrungsergänzung

Wer nachts unter Beinkrämpfen oder Muskelverspannungen leidet hat unter Umständen Magnesiummangel. Abhilfe schafft 300 mg Magnesium: es entspannt die Muskeln.

Sind Alpträume oder depressive Verstimmungen das vorherrschende Problem, kann man einige Wochen versuchsweise Vitamin B6 (50-100 mg) einnehmen. Vitamine aus der B-Gruppe versorgen die Nerven.

Die Aminosäure Tryptophan hellt die Stimmung auf und fördert den Schlaf. Es ist die Vorstufe des Hormons Melatonin, das den Tag-Nachtrhythmus steuert. Als mildes Schlafmittel ist es ohne Rezept erhältlich. In der Regel nimmt man davon 0,5-1 g, in schweren Fällen bis zu 2 g.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Generell sollte man bei Schlafstörungen auf Folgendes achten: Ruhe, Dunkelheit, Kühle, Bequemlichkeit, körpergerechtes Bett und Kissen, natürliches Bettzeug aus atmungsaktivem Material.

Schlafstörungen können ein Symptom dafür sein, dass etwas aus dem Ruder läuft. Der positive Teil der Botschaft ist: man kann aktiv etwas dafür tun, dass sich die Schlafautomatismen wieder einstellen.

Hier ein paar Tipps gegen Schlafstörungen:

  • Tagsüber nicht schlafen, da sollten Sie trotz Tagesmüdigkeit durchhalten!
  • Schon mal probiert? Lassen Sie Reizstoffe weg: Kein Koffein, Nikotin oder Alkohol. Das kommt dem Durchschlafen zugute.
  • Körperliche Aktivität: Wer sich bewegt oder Sport betreibt kann in der Regel auch besser schlafen. Bewegung ist der natürliche Feind von Schlafstörungen.
  • Runterschalten: Bei Schlafstörungen sollte sich der Abend deutlich von der Hektik des Tages abheben. Lassen Sie alles in Ruhe ausklingen. Keine körperlichen Anstrengungen und kein seelischer Stress vor dem Schlafengehen.
  • Rituale: Gehen Sie immer mit denselben Routinetätigkeiten zu Bett: Trinken Sie eine Tasse Tee, lesen Sie ein Buch, hören Sie eine CD. Das erleichtert dem Körper das Umschalten auf Schlaf.
  • Das Abendessen sollte die kleinste Mahlzeit des Tages sein. Meiden Sie also schwere/fettreiche und üppige Mahlzeiten. Aber auch Hunger stört den gesunden Schlaf. Daher gilt bei Schlafstörungen: weder satt noch hungrig.
  • Schalten Sie alles aus, was reizt: Störlicht, Lärmquellen und Elektrogeräte in Kopfnähe. Auch Wecker mit Lichtanzeige laufen unter Störlicht!
  • Ein Radio oder ein Fernseher gehören nicht ins Schlafzimmer.
  • Das Schlafzimmer sollte eher kühl gehalten werden. Lüften Sie vor dem Schlafengehen gut durch.
  • Denken Sie daran: Schlaf kann nicht erzwungen, wohl aber gefördert werden. Bei Schlafstörungen dürfen Sie sich selbst nicht unter Druck setzen.

Es empfiehlt sich, Schlafstörungen aktiv anzugehen, indem man auf vielen Ebenen eine Kleinigkeit ändert.

Und daran denken: Alkohol ist keine Lösung bei Schlafstörungen!

Was viele nicht ahnen: Alkohol ist ein ernsthafter Störenfried. Er ist eben kein Schlummertrunk. Zwar kann man damit relativ schnell einschlafen, der Schlaf ist allerdings nicht erholsam, sondern narkotisch. Ist der meiste Alkohol abgebaut, wacht man auf und kann nicht wieder einschlafen. Am nächsten Tag ist man wegen Schlafmangel wenig erholt. Alkohol ist leider eine häufige Ursache für Schlafstörungen.

Auf der nachfolgenden Seite finden Sie hilfreiche Naturheilverfahren und die Therapien der Schulmedizin bei Schlafstörungen.