Ihr Portal für Gesundheit,
Naturheilkunde und Heilpflanzen

natürlich gesund

Schnupfen

© Getty Images

Hatschi! Vorsicht ansteckend

Bei Schnupfen sollte streng auf Hygiene geachtet werden, um nicht die Umgebung anzustecken. Zur Behandlung eignen sich naturheilkundliche Methoden, vitaminreiche Ernährung und Phytotherapeutika.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Gesundheit!

Dies wünscht man Verschnupften nach dem Niesen. Doch was tun, wenn es Sie erwischt hat? Wie Sie Ihre Genesung unterstützen oder eine Ansteckung gar verhindern können, das erfahren Sie hier.

Schnupfen ist ein typisches Erkältungssymptom, das alleine oder im Zuge anderer Erkältungsbeschwerden auftritt. Ein geschwächtes Immunsystem ist unweigerlich anfälliger und entscheidet mitunter über den Krankheitsverlauf und dessen Schwere. Neben verschiedenen Hausmitteln und der Homöopathie bietet vor allem die Phytotherapie zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Dabei schützen einige Heilpflanzen präventiv, indem sie das Immunsystem stimulieren, andere hingegen lindern die Beschwerden und unterstützen die Genesung, weshalb sie auch noch nach dem Ausbruch der Erkrankung empfohlen werden.

Behandlung bei Schnupfen: Naturheilkunde und Hausmittel

Gegen normale Erkältungskeime gibt es bisher keine Impfungen (nur gegen Grippeviren). Wegen der hohen Anzahl infrage kommender Viren wäre sie auch kaum praktikabel und zumutbar. Der Körper bildet zwar Antikörper gegen die Schnupfenviren, aber dieser Schutz wirkt nur vorübergehend. Viren haben darüber hinaus die gemeine Eigenschaft, sich ständig zu verändern.

Vorbeugende Maßnahmen sind daher besonders wichtig. Geeignet sind naturheilkundliche Methoden wie Bewegung, Abhärtung, gute Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Symbioselenkung.

Antibiotika helfen nicht gegen Viren

Leider werden sie immer noch bei Erkältungen verordnet. Eine Übertherapie mit entzündungsmindernden Medikamenten ist ebenfalls zu begrenzen – nicht zuletzt wegen der möglichen Nebenwirkungen.

Das Trostpflaster

Schnupfen ist sehr lästig, dennoch ist eine gewisse Anzahl von Infekten eher gesundheitsförderlich.

Heilpflanzen

Ein Muss bei Schnupfen: der Erkältungstee

Tee wärmt von innen und regt die Durchblutung der Schleimhäute an. Damit sollte man nicht geizen und bei den ersten Anzeichen sofort reagieren. Auch wenn die Nase schon tropft sollte der Tee ein ständiger Begleiter sein. Die Auswahl der Präparate ist groß, bewährte Heilpflanzen sind zum Beispiel: Thymiankraut, Kamillenblüten, Linden- und Holunderblüten, Pfefferminz- oder Efeublätter oder Primelwurzel.

Tee aus Weidenrinde oder Mädesüßblüten wirkt zwar nicht direkt gegen Schnupfen, aber gegen die begleitenden Kopf- und Gliederschmerzen.

Abwehrstärkende Präparate: auch bei Schnupfen vorbeugend sinnvoll

Es gibt verschiedene pflanzliche Präparate, die die Abwehr stärken und die bei alten und geschwächten Menschen die körperliche Reaktion auf den jahreszeitlichen Wechsel unterstützen. Sie enthalten oft Extrakte aus Wasserdost (Eupatorium), Lebensbaum (Thuja), Wildem Indigo (Baptisia), Taigawurzel (Eleutherococcus) oder Sonnenhut (Echinacea). Zur Vorbeugung soll er am besten früh, bei den ersten Schnupfensymptomen eingenommen werden. Achtung: bei Fieber nicht verwenden.

Stillen schützt den Säugling vor Infektionen wie Schnupfen, da in der Milch der Mutter Antikörper enthalten sind.

…und wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt:

Gegen eine ständig laufende Schnupfennase sowie zugeschwollene Schleimhäute gibt es einfache Mittel, welche die Beschwerden verringern:

Dies wirkt abschwellend oder erleichtert die Atmung bei Schnupfen.

Myrtol, das ätherische Öl der Myrte (Myrtus communis), hat nachweislich bei Schnupfen einen abschwellenden Effekt auf die Nasenschleimhaut sowie eine entschleimende Eigenschaft, es wirkt antientzündlich, antibakteriell und erweitert die Bronchien. Die Leitlinie der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) empfiehlt ausdrücklich Myrtol und Cineol (aus Eukalyptus) auch bei Schnupfen zur Lösung von festsitzenden Sekreten. Verfügbar sind ätherische Öle in der ganzen Palette vom Fertigbalsam zum Einreiben/Inhalieren bis zum Erkältungsbad.

Achtung: Bei oralen Präparaten mit Myrtol, Cineol, Limonen und Pinen gegen Schnupfen kann es in der Praxis zu Nebenwirkungen kommen (bei etwa 40 % der Patienten). Für kleine Kinder sind ätherischen Öle nur begrenzt geeignet. Achten Sie auf kindgerechte Präparate! Nicht im Bereich des Gesichts anwenden!

Sanfter wirkt bei Schnupfen die Kombination von Extrakten verschiedener Heilpflanzen wie Eisenkraut, Enzianwurzel, Sauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten (Sinupret) zusammen mit abschwellenden Nasentropfen. Dadurch wird der Schleim bei stockendem Schnupfen flüssiger und es kann besser geatmet werden. Der Nutzen von Enzianextrakten auf Symptome und Heilungsgeschwindigkeit sind in Studien geprüft.

Das wirkt nicht, ist aber angenehm bei Schnupfen

Die Substanz Menthol aus der Pfefferminze und das Öl vom Kampferbaum erzeugt in der Nase ein kühlendes Gefühl, was erfahrungsgemäß als angenehm empfunden wird. Es verstärkt das subjektive Gefühl, trotz des Schnupfens durchatmen zu können. Eine abschwellende Wirkung konnte aber nicht gezeigt werden. Verfügbar sind die Stoffe als Öl, Salbe oder Riechstift.

Eine positive Wirkung hat erfahrungsgemäß bei Schnupfen die Inhalation von warmen Dämpfen (42-45 °C). Eventuell kann man die Behandlung vorher mit abschwellenden Nasentropfen vorbereiten. Der Zusatz der meisten ätherischen Öle (wie Latschenkiefern-, Fichtennadelöl) hat aber keine objektiv messbaren Effekte (Ausnahme Cineol) auf den Schnupfen, wohl aber auf Husten.

Wenn sich nach dem Dampfbad die Nasenatmung verschlechtert, sollte man es lieber lassen. Achten Sie darauf, dass die Dämpfe nicht zu heiß sind, und dass nach der Behandlung die Haut langsam abtrocknet und abkühlt. Dazu deckt man das Gesicht mit einem Handtuch ab bis es ganz trocken ist.

Enzyme, wie das der Ananas (Bromelain, Tabletten), sollen bei Schnupfen eine abschwellende Eigenschaft haben, was von Fachleuten aber immer noch kontrovers diskutiert wird.

Antivirale Heilpflanzen

Besonders effektiv ist kein Medikament gegen die Viren des Schnupfens, denn diese Organismen bedienen sich der gesamten menschlichen Enzymmaschinerie. Ein wirksames Mittel würde nicht nur dem Schnupfen, sondern auch dem Menschen schaden. Immerhin gibt es einige Heilpflanzen mit einer gewissen antiviralen Gesamtwirkung:

Anisöl, Efeublätter (Tabletten, Tropfen, Saft), Holunderblüten (Tee); Kamillenblüten (Tee, Öl), Senföle aus Senf (Senfmehl). Knoblauch, Meerrettich, Kapuzinerkresse (Tabletten); Pfefferminze (Öl); Salbeiblätter (Tee, Öl), Sonnenhut (Tropfen) und Thymian (Tee, Öl).

Das wirkt gegen die Ausweitung des Schnupfens

Jeder Schnupfen kann ausufern und zu einer Nebenhöhlenentzündung werden. Dann gilt es auch bakterielles Wachstum in Schach zu halten. Pharmazeutische Präparate aus Kamillenblüten, Schlüsselblumenblüten, Cineol und Umckaloabowurzel wirken keimhemmend und erschweren eine zusätzliche bakterielle Zusatzinfektion.

Auch die Senföle aus Kapuzinerkresse, Brunnenkresse, Knoblauch, Senfsamen und Meerrettich haben eine antimikrobielle Wirkung. Sie sind eine sehr natürliche Alternative zu Antibiotika. Sinnvoll gegen Schnupfen auch die Multitalente Thymianöl, Pfefferminzöl, Kamillenöl, Umckaloabo (Tropfen) und Propolis (auch zum Lutschen bei Halsschmerzen).

Homöopathische Mittel bei Schnupfen

Camphora (Kampferbaum) bei den ersten Anzeichen von Schnupfen, Kältegefühl, Schüttelforst und häufiges Niesen, die Nase fließt oder ist verstopft.

Allium cepa (Küchenzwiebel): Reichlicher und wässriger Schleim, die Nasenlöcher sind wund. Beschwerden durch Schnupfen sind bei Wärme und abends schlimmer und bei Kälte besser.

Euphorbium (Milchsaft aus Euphorbia resinifera): Es besteht wegen einer trockenen und gereizten Schleimhaut ein starker Niesreiz und die Nase ist stark geschwollen. Dazu kommen Stirn- und Schläfenkopfschmerzen. Bei Fließschnupfen: Das Sekret ist wässrig, scharf und brennend. Es besteht ein Trockenheitsgefühl trotz starker Schleimproduktion.

Luffa operculata (Luffaschwamm): Trockenes und borkenbildendes Sekret, eitriger Schnupfen, Stockschnupfen mit Stirnkopfschmerz, ausgesprochenes Trockenheitsgefühl auf der Schleimhaut. Verschlimmerung in Wärme, Besserung im Freien.

Arsenicum album (Arsen): Schnupfen und häufiges Niesen, befreit nicht die Nase, dünnflüssiger Schleim, brennend und wundmachend.

Kalium bichromium (Kaliumbichromat): Schnupfen mit grünlichem, fädenziehendem Schleim, Sekret dick und zäh, auch bei chronischem Schnupfen, Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung.

Schüßler-Salze

Folgende Schüßler-Salze können bei "Fließschnupfen" verwendet werden

  • Natrium chloratum D6 (Nr. 8) alle paar Minuten eine Tablette

Bei "Stockschnupfen":

  • Natrium chloratum D6 (Nr. 8) halbstündlich eine Tablette
  • Kalium chloratum D6 (Salbe Nr. 4) mit einem Wattestäbchen dünn auf der Schleimhaut in der Nase verteilen.

Bei Schnupfen mit weißem Nasensekret

  • Kalium Chloratum D6 (Nr. 4.)

Bei gelben Nasensekret

  • Kalium sulfuricum D6 (Nr. 6)

Die Wirkung von Schüßler Salzen bei Schnupfen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.

Nahrungsergänzung

Verzinkt und geschützt

Vitamin C und Zink sind zwar nicht die Superwaffen gegen Erkältung, wie man früher annahm, doch wenn man die Daten genauer auswertet, können sie doch häufig den Krankheitsverlauf abmildern. Bei Zink halfen aber nur die Präparate, die nicht weniger als 75 mg (Tagesdosis) enthielten. Am meisten konnte Zinkacetat punkten: Es reduzierte die Erkältungszeit um 42 %. Bei Kindern allerdings war kein signifikanter Effekt auszumachen. Sehr wahrscheinlich kann Zink auch nicht jeden Schnupfenvirus schlagen.

Achtung: Zink kann aber zu Nebenwirkungen wie Übelkeit führen, daher wollte man den Kosten-/Nutzeneffekt in weiteren Studien nochmals genau angehen.

Vitamin C für Extremisten

Erstaunlicherweise hilft das Vitamin am meisten denen, die erheblichen körperlichen Strapazen ausgesetzt sind wie Soldaten, Marathonläufen und Skifahrern. Sie können das Erkältungsrisiko halbieren.

Bei den anderen Gruppen sind die Effekte eher gering: bei Erwachsenen 8 %, bei Kindern 13 %. Dennoch: Wer Vitamin C prophylaktisch genommen hatte, erkrankte außerdem weniger schwer als die Personen in der Placebogruppe.

Aber von Megadosen (1 g/Tag) ist man abgekommen, das führt zu Darmstörungen. Die Dauereinnahme von hohen Dosen Vitamin C (1 g/Tag) verdoppelt außerdem das Risiko für Nierensteine. Heute empfiehlt man 100-200 mg/Tag. Am Besten nutzt man natürliche Vitamin C-Quellen, denn hier bekommt man zahlreiche positive Inhaltsstoffe im Kombipaket. Orangen (52 mg/100 g) und Zitronen (55 mg/100 g) sind hier nicht die ersten Kandidaten der Hitliste, besonders viel davon ist in schwarzen Johannisbeeren (180 mg/100 g), Paprika (130 mg/100 g) oder Brokkoli (180 mg/110 g).

Die Vitamine A, E und die Spurenelemente Kupfer und Phosphat u. a. sind auch von gewisser Bedeutung bei der Prävention von Erkältungskrankheiten.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Ruhe für den Körper

Schnupfen beeinträchtigt das Wohlbefinden erheblich. Umso wichtiger, dass man sich warm hält und pflegt. Ein Ausgleich nach Stress durch Entspannung wirkt positiv auf das Immunsystem. Achten Sie in dieser Zeit auf Erholung mit ausreichend Schlaf.

Durch die laufende Nase verliert man bei Schnupfen wichtige Salze und Wasser. Daher ist es wichtig, viel zu trinken. Hier wirkt ein Rezept aus Oma's Küche: eine heiße Hühnerbrühe. Auch Erkältungstees und heiße Fruchtsäfte sind geeignet.

Häufiges Putzen der Nase führt bei Schnupfen oft zu einer wunden Haut. Ein Lippenpflegestift hält die Haut geschmeidig und sollte immer dabei sein.

Lagern Sie beim Schlafen den Kopf beim Schlafen hoch, das erleichtert etwas das Atmen. Nasenstrips helfen zusätzlich etwas.

Meiden Sie in der Erkrankungszeit Zigarettenrauch, stark verschmutze Luft. Sie überfordern die Selbstreinigungskräfte der Schleimhäute.

Naseputzen ist ok, auch Hochziehen oder Schniefen. Schnäuzen sollte man nicht zu heftig, um den Schleim nicht in die Nebenhöhlen zu drücken.

Ein Strich durch die virale Erfolgsrechnung

Unser Vorteil: wir wissen, wie Viren sich verbreiten. Da greift auch eine Hygienestrategie gegen den Schnupfen. Wenn Sie angeschlagen sind, meiden Sie die Nähe von Erkrankten und Orte mit heftigem Publikumsverkehr. Der häufigste Verbreitungsweg von Schnupfenviren ist die Erregerfreisetzung durch Husten und Niesen („Tröpfcheninfektion“). Viren haften aber auch an Türklinken, Stiften, EDV-Tastaturen und kommen über die Hände an Augen und Nasenschleimhaut. Waschen Sie sich daher die Hände sehr häufig. Besonders gefährlich ist die Ansteckung mit Schnupfen, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zur Not greift man hier zu einem Mundschutz. Lesen Sie auch die Informationen unter Vorbeugen gegen Schnupfen.

Hat es Sie selbst erwischt? Heftiges Niesen kann vermieden werden, außerdem sollte man ein Taschentuch vor Mund und Nase halten. Manche Menschen beherrschen es durch einen Verschluss des Gaumensegels das Niesen abzuschwächen. Und die Taschentücher wandern bei Schnupfen durch Ihre eigene Hand direkt in den Müll.

Weitere Therapien

Wie Sie gelesen haben, sind Heilpflanzen, Homöopathie und Nahrungsergänzung schon meist eine große Hilfe. Welche Naturheilverfahren bei Schnupfen angewandt werden und Informationen zur Schulmedizin lesen Sie auf der nächsten Seite.