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Schwindel

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Schwindel: Vielfältige Ursachen

Viele Arten von harmlosem Schwindel können gut mit naturheilkundlicher Therapie behandelt werden.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Und plötzlich dreht sich alles…

Unter Schwindel versteht man ein subjektives Erleben eines Dreh- oder Schwankgefühls, obwohl sich der Körper nicht bewegt. Um das Gleichgewicht zu halten, arbeiten verschiedene Sinnesorgane zusammen: Nicht nur das Innenohr, auch die Augen und die Sinneszellen im Bereich der Sehnen, Muskeln, Bänder und Knochen wirken mit. Stimmen die Signale der Sinnesorgane nicht überein, kommt es zu Schwindelgefühlen, Gleichgewichtsproblemen und/oder Übelkeit. Das kennen die meisten nach einer kurvigen Autofahrt. Sehr verbreitet ist auch der gutartige Lagerungsschwindel, hier liegt die Ursache direkt im Ohr. In jedem Fall sollte man bei länger anhaltenden Beschwerden die Ursache durch einen Arzt abklären lassen. Vorher sollte man sich die individuelle Symptomatik bewusst machen, denn das ist für die pflanzlichen Heilmitteln und Naturheilverfahren angehen.

Behandlung bei Schwindel: Naturheilkunde und Hausmittel

Die Behandlung von Schwindel richtet sich ganz nach der Ursache der Erkrankung. In der Regel wird gutartiger Lagerungsschwindel mit „Lagerungsmanöver“ behandelt, also ganz ohne Medikamente. Viele Arten von harmlosen Schwindelzuständen sprechen gut auf eine naturheilkundliche Therapie an. Ganz besonderes Augenmerk schenkt der Therapeut hier Ohren und Nacken. Daneben wirkt häufig körperliche Entspannung sowie seelische Beruhigung. Viele Formen können außerdem mit Ginkgo-Präparaten günstig beeinflusst werden.

Achtung: Bei chronischen Schwindelzuständen sollte erst von einem Arzt ausgeschlossen werden, ob nicht eine Krankheit vorliegt, denn dann muss eine schnelle Behandlung erfolgen, um Schlimmeres zu vermeiden.

Heilpflanzen

Bei diversen Schwindelformen gilt es, die Übererregung des Zentralen Nervensystems zu behandeln.

Bei Reisekrankheit (Kinetosen, Vertigo) zu empfehlen sind:

Stechapfel und Belladonna. Sie enthalten ein giftiges Alkaloid. In Verdünnungen wirkt es dämpfend und beruhigend auf verschiedene Zentren im Gehirn. Da es als Pflaster verfügbar ist, kann es einfach und schnell eingesetzt werden.

Ingwer: Er ist bei verschiedensten Arten von Schwindel mit Übelkeit sinnvoll: Von Schwangerschaft, postoperativem Schwindel bis Reisekrankheit und Pseudokinetosen.

Beruhigende Mittel wie Johanniskraut setzt man bei psychosomatischen Schwindelzuständen ein. Sie beruhigen entweder die seelische Übererregung oder führen zu einer verbesserten Toleranz gegenüber dem Schwindel. Verwendet werden kann auch: Kava-Kava (leider nur in den USA im Handel), Baldrian und Hopfen.

Arteriosklerose

Bei degenerativen Prozessen in den Adern verschlechtert sich die Durchblutung im Ohr. Auch hier kann man erfolgreich auf Ginkgo-Extrakt setzen. Er verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und schützt die Nervenzellen auch bei Sauerstoffmangel.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Schwindel helfen können

Homöopathische Mittel

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt - abhängig von den jeweiligen Symptomen. Hier eine Übersicht häufig verwendeteter Mittel:

Blutdruck

Aurum (Gold): Bluthochdruck, hoher Blutandrang im Kopf, Gesicht ist blass oder dunkelrot, verschlimmert beim Bücken und geistiger Anstrengung.

Glonoinum (Nitroglycerin): Schwindel durch Bluthochdruck, hämmernde Kopfschmerzen, Gesicht ist blass oder dunkelrot. Der Patient glaubt, ihm würde der Kopf platzen.

Veratrum album (Weißer Germer oder Weiße Nieswurz): niedriger Blutdruck mit Schwindel: Charakteristisch ist ein Schwarzwerden vor den Augen beim Aufrichten.

Phosphorus (gelber Phosphor): Kreislaufprobleme mit Schwindel, Ohnmacht, Herzklopfen, kalte Hände und Füße, Hitzewallungen, schwacher Puls.

Reisekrankheit, Lagerungsschwindel

Cocculus (Kockelskörner): Schlafmangel, Reisekrankheit, Schwäche, Erschöpfung, Hinterkopfschmerz; Das Leiden wird verschlechtert durch Fahren (Auto, Schiff), beim Aufrichten, bei Bewegung, Erschütterung, Lärm, Kälte, seelische Belastung, Angst; Schwangerschaftserbrechen.

Conium (Schierling): Lagerungsschwindel, Schwindel bei Kopfdrehung, Übelkeit, Gedächtnisschwäche.

Petroleum (Steinöl): Schwindel bei jeder Bewegung, Bücken, Reisekrankheit, Schwäche, Übelkeit.

Tabacum (Tabackpflanze): Anfallsweiser Schwindel mit kaltem Schweiß, Patient fühlt sich elend, schlechter durch Rauch, besser durch frische Luft, Menière-Anfall.

Degenerativ und traumatisch

Arnica (Arnika): Schwindel bei Gehirnerschütterung.

Barium jodatum (Bariumjodid): Schwindel bei Arteriosklerose und Bluthochdruck, hilft nur, wenn es über 3 Monate eingenommen wird.

Cocculus (Kockelskörner, Scheinmyrte): Schwäche, Erschöpfung, Schwindel durch Arteriosklerose und Morbus Ménière.

Psychisch

Ignatia (St. Ignaz-Bohne): Kopfschmerzen nach seelischer Belastung, oft mit Schwindel und Schweregefühl, Übelkeit und Erbrechen als Folge von Belastung.

Hormonell

Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze): Wechseljahre mit Hitzewallungen und Schwindel in starker Form, Depressionen und Ängste, Schwangerschaft bei Übelkeit und Erbrechen.

Nahrungsergänzung

Schwindel kann eine Folge von Kreislaufproblemen sein (Hypotonie), etwa wenn viel Flüssigkeit verloren ging (Durchfall, Erbrechen, Schwitzen). Hier achtet man auf Ergänzung von Mineralien: Kalium, Magnesium, Natrium stabilisieren den Kreislauf.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Ruhe bewahren und abwarten: Wenn keine dramatischen Nebenerscheinungen vorliegen, gibt sich Schwindel von selbst.
  • Vermeiden Sie alle Tätigkeiten, bei denen Gleichgewicht erforderlich ist. Verbringen Sie die Schwindelphase in Ruhe und im Sitzen oder Liegen. Wenn der Schwindel dauerhaft bestehen bleibt, sollten Sie sich zum Arzt begleiten lassen.
  • Sind Sie sicher, dass Sie keine neue Brille brauchen?
  • Gewöhnung: Manchmal hat man eine Chance durch Gewöhnung an die Situation (wie Boot- und Autofahren) eine Besserung zu erreichen. Gerade Menschen, die wilde Computerspiele lieben, müssen auf diese Variante vertrauen. Ansonsten heißt es: auslösende Situationen meiden.
  • Wer nicht ausweichen kann: Seien Sie mit Tabletten gegen Reiseübelkeit gewappnet.
  • Meiden Sie zu viel Alkohol, Koffein und Nikotin.
  • Achten Sie bei Flüssigkeitsverlust auf Ihre Salzbilanz.
  • Manche Menschen haben keine Wahl: Sie müssen mit Ihrem Schwindel leben. Hier kann man mit einem Physiotherapeuten Strategien für den Alltag einüben.

Bei individuellen Problemen hilft das richtig Verhalten über die kritische Zeit hinweg:

  • Wer bei Stress zur Hyperventilation neigt (übertriebenem Atmen), sollte vorübergehend in eine Papiertüte atmen. Damit senkt man die Sauerstoffübersättigung im Blut.
  • Bei niedrigem Blutdruck heißt es zum Beispiel: langsam aufstehen und festhalten.
  • Wem beim Autofahren schlecht wird, sollte auf die Fahrbahn sehen und sich jede Kurve oder Kuppe vergegenwärtigen. Die Sinnesorgane werden damit auf die Bewegung vorbereitet – so gibt es keinen Datensalat. Wenn man nur auf die Landschaft achtet, geht das Auge von anderen Gegebenheiten aus, als die, welche von den anderen Sinnesorganen gemeldet werden.
  • Stress-Überforderung und Schlafmangel wären einfach zu behandeln. Vielleicht braucht man aber therapeutische Unterstützung, um das eigene Leben besser zu managen.

Weitere Therapien

Auf der nächsten Seite können Sie sich über weitere Therapien aus der Naturheilkunde informieren und erfahren, wie die Schulmedizin Schwindel behandelt.