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Sodbrennen

40 % der Deutschen leiden gelegentlich unter Sodbrennen.© iStockphoto

Sodbrennen: Nur nicht sauer werden

Welche Hausmittel bei Sodbrennen helfen und welche sich nicht eignen. Dazu die wirksamsten Heilpflanzen.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Brennende Speiseröhre

Der Ausdruck „Ich werde sauer“ ist nicht ganz falsch, tatsächlich ist Stress einer der Mitauslöser von Sodbrennen, neben Druck im Bauchraum und üppigem Essen.

Sodbrennen entsteht, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Durch diesen Rückfluss (medizinisch: Reflux) kommt es zu häufigem Aufstoßen oder brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein. In der Regel wird dies vom Schließmuskel, der Speiseröhre und Magen trennt, verhindert. Doch verschiedenste Ursachen können dafür sorgen, dass sich dieser Muskel öffnet. Tritt das Sodbrennen nur selten auf, gilt es als harmlos und kann schnell behandelt werden. Wenn aber die grundlegende Auslösersituation nicht beseitigt wird, treten die Beschwerden immer wieder auf.

Erfahren Sie hier, wie Sie Sodbrennen selbst behandeln können (Hausmittel, pflanzliche Medikamente), wann Sie zum Arzt müssen und welche Ursachen sich dahinter verbergen können. Unter weitere Therapien bei Sodbrennen finden sich Handlungsempfehlungen durch die das Leiden oder die Erscheinung reduziert wird. Werden Symptome die Sodbrennen ankündigen frühzeitig beachtet kann größeren Beschwerden entgegengewirkt werden.

Behandlung bei Sodbrennen: Naturheilkunde und Hausmittel

Sodbrennen: Viele Bausteine – eine Therapie

Die Therapie bei Sodbrennen wirkt am besten, wenn gleichzeitig verschiedene Probleme angegangen werden: Die Magenschleimhaut sollte geschützt und die Verdauung verbessert werden. Ein weiteres Schlüsselprinzip ist die Harmonisierung der Bewegung von Magen und Darm. Dabei strebt man eine Entkrampfung der Magenmuskulatur, aber eine Stärkung der Darmbewegung und des Schließmuskels an. Dafür kann die Phytotherapie sorgen. Daneben gibt es einfache Verhaltensregeln und Hausmittel, welche die Situation entspannen.

Ein Leben ganz ohne Druck

Generell versucht man bei der Therapie von Sodbrennen, die Auslöser zu finden und zu meiden, insbesondere jede Form von Druck:

Übergewicht, Verstopfung, große Mahlzeiten, Kohlensäure und schweres Heben, Liegen, enge Kleidung…viele Faktoren erzeugen Druck auf den Magen. Aber auch psychischer Druck wirkt sich negativ aus. Außerdem sollte berücksichtigt werden, ob Reizdarmbeschwerden in die Problematik mit hineinspielen.

Hilft das nicht, gibt es zahlreiche schulmedizinische Medikamente, um die Säure des Magens zu reduzieren und so Sodbrennen zu verhindern.

Heilpflanzen

Entleerung des Magens fördern

Gut bewährt haben sich bei Sodbrennen mit Völlegefühl und Aufstoßen bittere Heilpflanzen (Bittere Schleifenblume, Wermut, Tausendgüldenkraut). Sie fördern die Bewegung des Speisebreis und die Entleerung des Magens, so dass sich die Lage schnell entspannt. Auch die Wurzel der Engelwurz, Kümmel und Benediktenkraut lassen die Säfte fließen.

Magenmuskulatur entspannen

Die Engelwurz entspannt den Magen und wirkt nebenbei auch schmerzlindernd. Achtung: die Furanocumarine der Pflanze machen die Haut lichtempfindlich. Sie sollten auf Sonnen- oder UV-Licht verzichten!

Entspannende Alternativen sind: Kamille, Pfefferminze und Melisse.

Ein Schutzschild für die Schleimhaut

Magenschützend, einhüllend und neutralisierend wirken Pflanzen, die Schleim enthalten. Besonders zu empfehlen sind Schleime aus Leinsamen, Flohsamen, Eibisch, Malve und Spitzwegerich („Muzilaginosa“). Damit sie bei Sodbrennen die Speiseröhre länger auskleiden, werden sie langsam und löffelweise eingenommen.

Auch Kamille und Fenchel haben sich zur Neutralisation der Magensäure bewährt. Sie unterstützen, ähnlich wie auch die Schafgarbe und Mariendistel, die Abheilung einer Entzündung.

Man kann bei Magenschmerzen (Gastritis) mit Sodbrennen auch Süßholzwurzelpräparate versuchen. Schon Napoleon vertraute auf die heilende Wirkung der Wurzel, nebenbei ist der Schleimhautschutz aber auch durch Versuche belegt.

Achtung: Man sollte die Präparate mit Süßholzwurzel allerdings nicht länger als 6 Wochen einnehmen. Bei Sodbrennen ist ohnehin meist nur sporadisch eine Therapie notwendig.

Keine Luft im Bauch

Blähungen treiben den Bauch auf und verstärken den Druck auf den Magen. Hier greift man zu blähungslindernden oder „karminativen“ Pflanzen wie Pfefferminze, Kümmel, Fenchel.

Die Therapie des Sodbrennens kennt also viele Aspekte. Wenn man die Hauptbeschwerden kennt, kann man gezielt eingreifen, ansonsten ist man mit einem Kombinationsprodukt bestens beraten.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Sodbrennen helfen können

Homöopathische Mittel

Abies nigra, Schwarztanne: Sodbrennen, Verstopfung, Darmentzündungen und Gastritis

Acidum sulfuricum, Schwefelsäure: Sodbrennen, saures Aufstoßen, mit brennenden Schmerzen im Magen; Patient immer hektisch

Allium sativum, Zwiebel: bei verschiedenen Magen- und Darmbeschwerden; Magenschmerzen, Verstopfung und Verdauungsschwäche, Blähungen und hoher Spannung im Bauch durch Roemheld-Syndrom, Asthmaneigung

Anarcadium, Cashew: nervöse Erschöpfungszustände und damit verbundene Magen- und Bauchschmerzen und Aufstoßen, Erbrechen

Berberis vulgaris, Berberitze: bei Gallenleiden und Sodbrennen, entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma

Capsicum, Spanischer Pfeffer: bei brennenden Schmerzen oder Bläschen auf der Schleimhaut, Magenschleimhautentzündung, verschlimmert durch Kälte; des Weiteren bei Asthma und Durchfall

Carbo vegetabilis, Holzkohle: bei Sodbrennen mit Störungen des Verdauungssystems bei dicken und schwerfälligen Menschen, auch bei Schwäche und Kollapsneigung

Iris, Schwertlilie: bei brennenden Störungen im Verdauungstrakt: Sodbrennen und saures Aufstoßen, Magenkrämpfe und Gastritis: daneben auch: Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, Erbrechen, Durchfall

Phosphorus, Phosphor: Sodbrennen mit Kehlkopfentzündung, Magenschwäche und Angst.

Podophyllum, Maiapfel: Sodbrennen bei Darmleiden (Durchfall, Darmkolik und Darmentzündung, Blähungen oder Roemheld-Syndrom ); daneben Gallenleiden

Robinia, Robinie: Sodbrennen, Magenübersäuerung und Magenschmerzen; außerdem bei Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und Verstopfung, Blähungen

Sulfur, Schwefel: bei Durchfallneigung

Wyethia helenoides, Kalifornische Kompasspflanze: bei Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Schluckauf, Hals-, Kehlkopf, Rachen und Speiseröhrenentzündungen und Schmerzen, Aufstoßen, Heiserkeit, Krampfhusten, Reizhusten und Räusperzwang; Übelkeit Erbrechen Verdauungsschwäche, Durchfall, Asthma

Komplexmittel:

Cosmochema: gegen die Entzündung, Speiseröhrenentzündung

Argentum nitricum: bei Zuckerunverträglichkeit, Verdauungsbeschwerden, Reizdarm und nervöse Menschen

Lycopodium: bei saurem Erbrechen, Schluckauf mit saurem Aufstoßen, zur Stoffwechselregulierung und Unterstützung der Ausscheidung

Phosphorus: Sodbrennen und brennende Schmerzen, Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Lebensmittelvergiftung, Atemwegserkrankungen, Asthma mit trockenem, kitzelndem Husten

Schüßler-Salze

Natrium chloratum (Nr. 8) ist das Salz für die Schleimhäute und speziell für brennende Schmerzen bei Entzündungen des Magens und Sodbrennen geeignet. Natrium chloratum auch bei verschiedenen Magenbeschwerden einsetzen.

Es eignen sich auch säureregulierende Salze:

Natrium phosphoricum, Nr. 9,

Natrium bicarbonicum, Nr. 23

Natrium sulfuricum (Nr. 10) soll die Ausscheidung von Säuren fördern

Magnesium phosphoricum (Nr. 7) kommt bei zusätzlicher Krampfneigung zum Einsatz

Nahrungsergänzung

Bei leichten Beschwerden sind bei Sodbrennen Präparate der Phytotherapie und Nahrungsergänzungsmittel ausreichend, schlimmere Beschwerden werden besser schulmedizinisch behandelt.

Mineralische Mittel mit Magnesiumcarbonat, Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Calziumkarbonat und Natriumbicarbonat (Natriumcarbonat, Natron, Bullrichsalz) sind geeignet, die Magensäure vorübergehend zu neutralisieren. Nachteil der Carbonate ist, dass bei der Neutralisation der Magensäure ein Gas (CO2) entsteht, was seinerseits zu vermehrtem Aufstoßen führt. Dies ist bei Magnesium- und Aluminiumhydroxid nicht der Fall, außerdem schützen die beiden Verbindungen darüber hinaus auch die Schleimhaut und sorgen für eine bessere Geschwürheilung. Moderne Präparate zur Neutralisation bauen daher hauptsächlich auf diese Bestandteile.

Werden neutralisierende Mittel auf nüchternen Magen genommen, setzt nach 15 Minuten die Wirkung ein, sie hält aber nur 60 Minuten an. Wenn sie dagegen 1 Stunde nach dem Essen geschluckt werden, ist – je nach Verbindung – mit 1-3 Stunden Wirkdauer zu rechnen.

Alginate bilden eine Schleimschicht, sie schwimmt auf dem Mageninhalt. Diese Barriere vermindert das Rückfließen der Säure in die Speiseröhre, weil zuerst der harmlose Schleim aufsteigt.

Werden Protonenpumpenhemmstoffe (PPI) über längere Zeiträume eingenommen, ist die Aufnahme bestimmter Stoffe behindert, insbesondere kann es zu Magnesium-, Eisen-, Vitamin B12-Mangel kommen. Er sollte bei Bedarf mit entsprechenden Präparaten kompensiert werden.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Eine Hochlagerung des Kopfes und/oder Linksseitenlagerung (z. B. auch beim Einschlafen) kann die Symptome lindern. Wegen der Lage des Magens liegt man besser auf der linken Seite.
  • Planen Sie die letzte Mahlzeit des Tages nicht zu spät, damit der Magen beim Schlafengehen nicht voll ist.
  • Harmlos und kurzfristig wirksam sind Heilerde oder Basenpulver.
  • Saft aus Weißkraut oder rohen Kartoffeln (aus dem Reformhaus) ist ein altes Hausmittel gegen Sodbrennen. Über den Tag verteilt heilt er Schäden durch das saure Magenmilieu.
  • Viele Lebensmittel wirken entsäuernd. Manchen Menschen hilft ein Weißbrot oder ein Apfel.
  • Ebenso kann kaltes Wasser oder Kräutertee die Magensäure verdünnen. Sie ist dann weniger aggressiv.
  • Beim Trinken sollte man nur kleine Schlucke machen, dann wird die Speiseröhre öfter gespült.
  • Der gute alte Haferschleim ohne Milch und Zucker gehört zur traditionellen Empfehlung bei Sodbrennen.
  • Alternativ kann man einen Löffel trockene Haferflocken, Mandeln oder Nüsse langsam kauen. Das ist auch für Schwangere mit Sodbrennen kein Problem.
  • Andere schwören bei Sodbrennen auf einen Löffel Senf.

Das hilft nicht gegen Sodbrennen:

  • Aktivkohle bindet zwar das Magenenzym Pepsin und auch Gallensäuren, gegen die Magensäure richtet sie aber nur wenig aus.
  • Schnaps und Kaffee nach dem Essen fördern Sodbrennen.
  • Präparate mit Pfefferminze oder deren Öl verstärken das Sodbrennen, weil sie zu einer weiteren Entspannung der Muskulatur führen.
  • Milch hilft nur manchmal, andere empfinden das Getränk als Auslöser, weil sie anschließend die Säureproduktion anregt, übrigens ebenso wie süße Getränke.
  • Auch Kohlensäure sollte man meiden, das geschluckte Gas will durch die Speiseröhre wieder entweichen. So besteht Sodbrennen fort.

Weitere Therapien

Auf der nachfolgenden Seite finden Sie Ernährungstipps, weitere hilfreiche Naturheilverfahren und die Therapien der Schulmedizin bei Sodbrennen.