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Weitere Therapien: Sodbrennen

Was sonst noch hilft

Die Phytotherapie sowie Nahrungsergänzungsmittel bieten Hilfe bei Sodbrennen. Zur weiteren Behandlung helfen Ernährungstipps und Informationen zu hilfreichen Naturheilverfahren wie Ordnungstherapie und den Therapien der Schulmedizin.

Ernährung

Es hat sich gezeigt, dass Nahrung mit einem hohen Fettanteil die Beschwerden verstärkt, während eiweißreiche Mahlzeiten weniger problematisch sind.

Bei den Getränken sollte man darauf achten, dass sie keine Kohlensäure enthalten. Besonders reizend und ansäuernd wirken auch Obstsäfte oder Wein. Jeder Mensch hat individuelle Unverträglichkeiten. Risikoprodukte enthalten oft scharfe Gewürze, Pfefferminzöl, Schokolade, Kaffee und Alkohol. Problematisch können auch sein: Wurst-, Gepökeltes oder Geräuchertes sowie Süßigkeiten.

Dies lindert die Beschwerden:

Wichtig ist es, bei Sodbrennen den Druck im Bauchraum möglichst gering zu halten. Das bedeutet, man sollte auf sein Gewicht achten, Verstopfungen bekämpfen und nur kleine Mahlzeiten machen. Für eine geregelte Verdauung sollte daher eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen (frischem, säurearmen Obst und Gemüse) zur Grundbehandlung gehören. Wer frische pflanzliche Nahrung nicht verträgt, kann sie auch schonend dünsten.

Abnehmen

Nein, es ist kein Märchen: Abnehmen reduziert die Beschwerden und zwar am allermeisten bei den Menschen, die regelmäßig Sodbrennen haben, das untersuchte eine dänische Studie an fast 30 000 Probanden. Für eine Wirkung muss man aber mindestens 3-4 BMI-Punkte verlieren.

Naturheilverfahren bei Sodbrennen

Essen: Klein aber fein

Von Vorteil ist es, die Mahlzeiten in kleine Portionen aufzuteilen und über den Tag zu verteilen. So verhindert man eine Überfüllung des Magens und den Druck im Bauchraum.

Nach dem Essen: 1.000 Schritte

Tagsüber ist Bewegung nach dem Essen angebracht. Dann entleert sich der Magen zügig. Anstrengende Tätigkeiten und Bücken jedoch wären falsch. Flaches Liegen nach dem Essen oder einen Mittagsschlaf sollte man auf alle Fälle vermeiden.

Kaugummi

Es kann auch sinnvoll sein, nach dem Essen für eine Stunde lang Kaugummi zu kauen. Dies verhindert den Säureangriff auf den Zahnschmelz.

Richtig Atmen und Entspannen

Brustatmung sollte intensiviert, Bauchatmung reduziert werden. Bei der Brustatmung hebt und weitet sich der Brustkorb ohne Druckanstieg im Bauchraum. Eine Atemtherapie hilft auch bei der Entspannung, denn das ist sicher: Menschen mit Sodbrennen leiden öfter unter Stress. Hier ist bewusstes Loslassen und Entspannen angesagt (Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training, Meditation, Yoga, Qigong).

Druck ablassen

Entspannung kann man auch durch Sport und Bewegungstherapie herbeiführen. Positiver Nebeneffekt: Bewegung unterstützt auch eine Gewichtsabnahme. Sinnvoll ist aber nur leichte Bewegung. Sehr anstrengende Sportarten (Gewichtheben, Marathon) und Leistungssport beinhalten zusätzliche Risiken. Auch Radfahren ist wegen der vorn übergebeugten Körperhaltung nicht ideal.

Weitere Maßnahmen finden Sie unter Hausmittel.

Schulmedizin

Sollten die genannten Maßnahmen nicht helfen, hält die Schulmedizin eine Reihe von Medikamenten bereit, welche die Beschwerden zeitweise ganz verschwinden lassen. Die Behandlung sollte innerhalb von vier Wochen anschlagen. Wenn nach 8 Wochen keine Besserung eintritt, muss die Therapie gewechselt werden oder nochmals diagnostische Maßnahmen ergriffen werden.

Leichte Beschwerden

Nach neueren Erkenntnissen ist eine Therapie, die mit dem am schwächsten wirksamen Medikament beginnt und dann, je nach Wirkung, u. U. stärker wirksame Medikamente einschließt („step-up-Therapie“), die kostengünstigste und den Patienten am wenigsten belastende. Bei leichteren Beschwerden kann man sich daher gut mit Heilpflanzen und Hausmitteln helfen.

Starke Symptome

In schweren Fällen sollte allerdings mit Protonenpumpenhemmern begonnen werden und dann Schritt für Schritt die optimale Dosis und Therapie ausgetestet werden („step-down-Therapie“). In der Regel müssen die Medikamente nur bei Bedarf genommen werden.

Medikamente gegen Sodbrennen:

  • Zur Blockierung der Säurebildung durch die Magenschleimhaut gibt es verschiedene Wirkstoffe (Protonenpumpenhemmer): Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol, Rabeprazol. Sie müssen deutlich vor dem Essen genommen werden (15-30 Minuten). Auch Antihistaminika wie Ranitidin bremsen die Säureproduktion.
  • Daneben gibt es Medikamente, die die Pumpfunktion der Speiseröhre verbessern (sog. Prokinetika wie Metoclopramid und Domperidon). Das soll eine nach unten gerichtete Bewegung unterstützen.
  • Baclofen steigert die Spannung der Muskulatur im Schließmuskel, hat aber leider oft schwere Nebenwirkungen (wie Müdigkeit).
  • Nur in Ausnahmefällen – bei ausgeprägten psychosomatischen Symptomen und überempfindlicher Speiseröhre („funktionelle Beschwerden“) greift man zu trizyklischen Antidepressiva.

Letzte Rettung: Operation

Schlägt keine der Therapien an, kann letztlich auch operativ eingegriffen werden. Dabei wird der obere Mageneingang verengt oder im Falle des Zwerchfellbruches die Öffnung verkleinert.

Daneben gibt es neue Verfahren, die aber noch nicht in größerem Ausmaß getestet sind:

Radiofrequenzkoagulation

Hier werden über einen Schlauch feine Nadeln in die Muskeln des Mageneingangs gestochen und mittels Radiofrequenzen erhitzt. Dadurch verkürzen sich die Muskelfasern und es kommt zu einer meist anhaltenden Verengung des Mageneingangs. Alternativ kann die Verengung durch eine Naht erreicht werden.

Polymer-Injektion

Hier wird flüssiger Kunststoff in die Muskelschicht zwischen Speiseröhre und Magen gespritzt, so dass sich der Mageneingang verengt. Ebenso kann man Gelkissen in den Bereich der Magenöffnung einbringen.

Botox-Injektion

Bei manchen Patienten ist die verlangsamte Entleerung des Magens Grund für das Sodbrennen. Durch die Lähmung des Muskels, der die Entleerung kontrolliert, wurde in diesen Fällen erfolgreich behandelt. Wie für die Lähmung von Gesichtsmuskeln in der Kosmetik verwendet man hierzu Botox.