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Weitere Therapien: Stress

Wege zu einem stressfreien Leben

Heilpflanzen und Hausmitteln sind ein richtiger Weg, ein stressfreies Leben zu beginnen. Weitere Therapiemöglichkeiten der Naturheilverfahren sowie die Ergänzung durch Schulmedizin können diesen Weg unterstützen.

Naturheilverfahren bei Stress

Entspannungsverfahren

In Europa ist es im traditionellen Medizinsystem wenig verankert, wie man mit Erkrankungen durch Stress umgeht. Andere Kulturen haben sich weit intensiver damit auseinandergesetzt. In Indien und dem Buddhismus zum Beispiel strebt man durch Meditation und Yoga neben einer körperlichen Kontrolle auch eine psychische Kontrolle an. Diese Fähigkeiten kann man erlernen und auch bei uns haben sich in neuerer Zeit verschiedene Ansätze etabliert. Bei der Progressiven Muskelrelaxation, dem Autogenem Training und der Atemtherapie zum Beispiel. Auch konfessionsfreie Angebote wie Meditation sind eine Lösung gegen Stress.

Biofeedback ist die technisch geprägte Version der erlernbaren Körperkontrolle. Es macht über technische Messfühler die unbewussten körperlichen Reaktionen sichtbar. Man trainiert, sie bewusst zu beeinflussen und damit Stress zu bekämpfen.

Körperorientierte Therapieverfahren sind Methoden, die im fließenden Übergang zu den psychotherapeutischen Angeboten stehen.

Psychotherapie

Über den Körper die Seele zu erreichen, ist eine Variante der Therapie gegen Stress. Bei der Psychotherapie oder Verhaltenstherapie geht man den anderen Weg: Der Körper soll über seelische Veränderungen entspannt werden. Oftmals kennt man den persönlichen Einstieg in die Stress-Spirale nicht. Die Psychotherapie kann helfen, die persönlichen Mechanismen kennenzulernen und vor allem auch ein Repertoire an Hilfsmöglichkeiten gegen Stress zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass man in der Lage ist, beispielsweise seine Probleme am Arbeitsplatz anzusprechen. Auch ein Training in Konfliktmanagement mag so manchen Krisenherd befrieden. Damit kann man neben Stress auch einer Depression vorbeugen, die immer dann droht, wenn man für sich keine Handlungsoptionen mehr sieht und die Erschöpfung überhandnimmt. Achtsamkeit ist ein wesentlicher Begriff im Kampf gegen Stress. Viele haben verlernt, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.

Oftmals steht man sich auch selbst im Wege. Hypnose wird dazu genutzt, um negative Einstellungen und Erwartungshaltungen zu ändern. Mit einer neuen Sichtweise kann sich der Alltag schlagartig ändern.

Die Traumatherapie ist ein spezielles Gebiet der Psychologie, das sich mit schwersten Stress-Erlebnissen auseinandersetzt, zum Beispiel mit der so genannten EMDR-Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

Ordnungstherapie

Der Körper braucht Ordnung im Sinne einer Ausgeglichenheit. Stress in kleinem Maße ist sogar gesund, da er die körperliche Regulationsfähigkeit herausfordert. Danach aber muss Gelegenheit für Regeneration gegeben sein. Häufig bekommt man dies nicht umsonst, meist muss man darum kämpfen oder durch geschickte Organisation Platz dafür schaffen. Zu einem gesunden Leben gehört auch, dass man sich für gewisse Zeiten dem Stress entzieht.

Wellness – Massage und Sport

In Situationen, in denen man sich wohlfühlt, fällt es viel leichter abzuschalten. Jeder hat seine eigenen Vorlieben, um intensiv Kraft zu tanken. Ein warmes Bad, ein romantisches Essen bei Kerzenlicht, Aromatherapie, Kosmetik, Ohrkerzen, Shiatsu, Fußreflexzonenmassage oder Massage… Gerade körperliche Berührung hat entspannenden Charakter. Doch Achtung: Stress reduziert die eigene Genussfähigkeit. Nach intensivem Stress lassen sich die kleinen Highlights des Lebens oft nicht genießen. Dazu muss man erst einen Gang zurückschalten.

Physikalische Therapie: Schwitzen gegen Stress

Die Wärme- und Kältereize von Hydrotherapie und Sauna beruhigen neben dem Kreislauf auch das Nervensystem, stimulieren den Stoffwechsel, die Organe sowie das Immunsystem. Für Massagen und wechselwarme Anwendungen mit Trockenbürsten sind ausgesprochen antidepressive Effekte festgestellt worden. Sauna, am besten einmal pro Woche, fördert auf natürliche Weise den gesunden Schlaf und senkt die Infektrate.

Sport: der Körper muss sich abreagieren

Stress alarmiert die Körperkräfte für die Optionen Kampf oder Flucht. Daher sollte der Körper auch die Möglichkeit bekommen, die bereitgestellte Energie abzubauen. Sport sorgt außerdem im Anschluss an das körperliche Workout für die Ausschüttung von „Glückshormonen“ und frisch geduscht stellt sich häufig eine angenehme Müdigkeit ein. Gruppensportarten stärken über die soziale Einbindung außerdem die psychische Stabilität. Nicht zu vergessen ist die Wirkung von natürlichem Licht gegen Stress. Es fördert den natürlichen Schlafrhythmus und die Lebensenergie. Wem Sport zu anstrengend ist: Auch Wandern, Tanzen oder Radfahren haben eine ähnliche Wirkung.

Manuelle Therapie gegen verirrte Muskelspannungen

Bei Muskelverspannungen und Rückenschmerzen ist Stress ein mitbedingender Faktor. Neben den entspannenden Verfahren können viele chiropraktische Verfahren helfen, das entgleiste Muskelspiel der Körpers wieder zu harmonisieren. Alexandertechnik, Bowtech, Chirotherapie, Cranio-Sacral-Therapie, Dorn-Breuss, Feldenkrais, Osteopathie sind einige der Optionen gegen Stress.

TCM – Energie muss fließen

Aus Sicht der Traditionell Europäischen Naturheilkunde und der Chinesischen Medizin hat ein Organ nicht nur physiologische Funktionen, sondern auch psychische (Bsp. Galle und Aggression, Niere und Furcht, Blase und Trauer etc.). Nach diesen Vorstellungen „erzeugt“ es Emotionen und wandelt sie um. Stress störe demnach nicht nur die psychischen Funktionen, sondern auch die organischen. hier.

Schulmedizin

Oft ist es nicht einfach, den Patienten, die mit psychosomatischen Störungen in die Praxis kommen, zu vermitteln, dass sie nicht unter organischen Erkrankungen leiden, sondern unter Stress.

Die Symptome von Stress sollten nur vorübergehend mit chemischen Medikamenten behandelt werden, denn langfristig führt diese Behandlung entgegen der Erwartung nicht zu einer Besserung der Symptome, sondern zu einer Verstärkung.

Beruhigungsmittel haben oft auch einen angstlösenden, krampflösenden und schlaffördernden Effekt. Sie sind bei Stress aber keine Dauerlösung. Benzodiazepine machen aber nach mehr als 10 Tagen oft abhängig.

Betablocker dämpfen die aktivierende Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin auf die Zielorgane, vornehmlich das Herz. In der Regel sind Betablocker auch bei längerer Einnahme gut verträglich, oft stellen sich jedoch auch Nebenwirkungen (wie Müdigkeit, Kreislaufstörungen, geringere Belastbarkeit, Potenzstörungen, Gewichtszunahme, Zuckerhaushalt) ein.

Synthetische Schlafmittel (Hypnotika oder Sedativa) stören die Schlafarchitektur und führen meist nicht zu dem gewünschten Effekt. Sie werden langsam abgebaut und am nächsten Morgen kann es daher zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit („overhang“) kommen. Das verstärkt oft den Stress.

Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva, Serotinin-Wiederaufnahmehemmer)

helfen oft gut über depressive Phasen hinweg. Die Einnahme von Antidepressiva führt nicht zur Abhängigkeit, das Absetzen kann aber Probleme bereiten (Reboundeffekt: verstärktes Wiederauftreten der Beschwerden). Sie müssen ausreichend lange genommen werden und dann langsam „ausgeschlichen“ werden. Begleitend sind Blut- und EKG-Kontrollen notwendig.

Viele Schmerzsyndrome haben Stress als Auslöser. Bei Schmerzen kann man krampflösende Medikamente (Spasmolytika) versuchen. Schmerzmittel (Analgetika) sind nur im äußersten Fall für kurze Zeiträume sinnvoll.

Auch die Schulmedizin kennt als nachhaltigste Methode gegen Stress eine allgemeine Umstellung der Lebensführung mit dem zentralen Fokus auf der Beseitigung der verursachenden psychischen Probleme oder der akut stressenden Situation. Der Arzt ist oft die erste Anlaufstelle, er sollte über die weitergehenden Hilfsangebote und Möglichkeiten informieren (Psychotherapie, Beratungsstellen und Sozialhelfer). Wie bei vielen Erkrankungen ist auch bei Stress die Bereitschaft des Patienten gefordert, eine grundlegende Änderung in seinem Leben vorzunehmen.